Hat Ihr Auto ein Kennzeichen und Sie einen Fahrzeugbrief? Nehmen Sie Ihren Personalausweis oder Pass mit in den Urlaub? Bestehen Sie z.B. beim Möbelkauf auf einem ordentlichen Kaufvertrag? Sicher, denn die meisten Menschen wissen, dass rechtliche Vorschriften wichtig sind und deren Nichtbeachtung empfindlichen Ärger einbringen kann.
Ganz anders aber im Internet. Dies halten viele Unternehmen anscheinend noch immer für einen rechtsfreien Raum. Anders ist es nicht zu erklären, dass sogar einfachste Angaben nicht vorhanden sind. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis eine Abmahnung bei Ihnen auf dem Tisch landet.
Dieser Artikel sensibilisiert Sie für das Thema „Recht“ im Internet, speziell Firmen-Websites. Dieser Artikel kann und soll keine Rechtsberatung sein oder eine solche ersetzen. Rechtsberatung dürfen nur Anwälte geben. Aber es ist wichtig mögliche Fallstricke zu erkennen, bevor es teuer für Sie wird.
Die gefährlichsten Fallstricke
Abmahnungen
In der letzten Zeit werden wieder verstärkt Abmahnungen im Internet „verteilt“. Dabei wird von Dritten gezielt nach bestimmten rechtlichen Fehlern in den Firmen-Websites oder Online-Shops einer Branche, aber auch in Blogs gesucht. Den Unternehmen werden dann Abmahnungen zugeschickt mit einer Abmahngebühr in drei- oder vierstelliger Höhe. Das kann besonders für kleine Unternehmen recht schmerzlich werden. Weitere Infos dazu im Artikel „Lohnt sich ein Online-Shop noch?“
Pflichtangaben
Fehlende Pflichtangaben sind der häufigste Grund für Abmahnungen. Fehler in den Impressumsangaben können z.B. einen bis zu fünfstelligen Strafbetrag (im Wiederholungsfall) nach sich ziehen. Gerade wennn Sie einen Online-Shop erstellen wollen, lohnt sich eine rechtliche Beratung durchaus.
Kontaktdaten
Dieser Punkt ist eng mit dem vorherigen verwandt. So sind auf Firmen-Websites bestimmte Kontaktangaben Pflicht. Bei der Nichteinhaltung können auch hier empfindliche Strafen folgen.
Diese Pflichten gelten mittlerweile auch für geschäftliche eMails.
Urheberrechte
Ein weiterer Rechtsbereich der gerade von kleinen Unternehmen sehr oft verletzt wird. Sie dürfen nicht einfach einen Kartenausschnitt aus einem Online-Routerplaner kopieren und auf Ihre Website stellen. Ebenso dürfen Sie keine urheberrechtliche geschützten Bilder aus anderen Websites kopieren und für Ihre Website verwenden. Jegliches urheberrechtlich geschützes Bild-, Foto- oder Grafikmaterial darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Rechteinhabers von Ihnen verwendet werden. Ähnliches gilt auch für Texte.
Im Zweifelsfalle sollten sie immer eine schriftliche Erlaubnis einholen bzw. sich immer von einem spezialisierten Rechtsanwalt beraten lassen. Eine gute Agentur kann Ihnen zu diesem Thema viele Tipps und Hinweise geben und sorgt so auch für Ihre Sicherheit.
Wettbewerb
Auch hier gibt es eine Vielzahl von Regelungen zu beachten. So sollten Sie zum Beispiel niemals in Ihre eigene Domain den Namen eines Wettbewerbers, eine geschützte Marke oder geschützte Produktnamen einbauen. Ebenso sollten Sie sehr vorsichtig damit sein, Wettbewerber und deren Produkte und Dienstleistungen konkret zu nennen, zu beurteilen etc. und sei es auch nur in den „unsichtbaren“ Meta-Tags.
Fazit: Die gläserne Website
Die obige Auflistung soll gar nicht vollständig sein. Da ginge auf Grund der Komplexität des Themas gar nicht. In verschiedenen Bereichen dürfen auch nur Rechtsanwälte beratend tätig werden.
Aber Sie sollten sich bewusst sein, wie einfach es im Internet ist, “Rechtsfehler” zu finden. Während in der lokalen Tageszeitung wettbewerbswidrige Anzeigen oft ohne Folgen bleiben, können Sie bei einer Website auf eine Abmahnung geradezu warten.
Sie sollten reinfach ein Gefühl dafür bekommen haben, dass das Internet keine rechtsfreie Grauzone mehr ist. Wenn Sie teure Abmahnungen oder Prozesse vermeiden wollen, sollte Sie eine Online-Agentur und/oder Rechtsanwalt wählen, die diesen Bereich ernst nimmt und Ihnen unterstützend zur Seite steht.
Wenn man sich anschaut, wie viele Websites und Online-Shops selbst von Online-Agenturen nicht rechtskonform gestaltet sind, wundert es nicht, dass der Großteil schon einmal abgemahnt wurde.
gute Websites zum Thema Internet-Recht
irights.info – Urheberrecht in der digitalen Welt
Viele ausführliche Texte zu den Themen “Bilder, Texte, Musik, Fotos, Filme im Internet”.
Legaler Shop
Internetrecht speziell für Online-Shops. Inklusive Blog und Podcast.
e-Recht24 – Recht der neuen Medien
Täglich neue News zu allen Rechtsthemen rund um das Internet. Inkl. Blog und Anwalts-Suche
Shopbetreiber-Blog – Ein Service von Trusted Shops
Blog des Shop-Zertifizierers Trusted Shops. Interessante News für Online-Shops.
Internetrecht Rostock
Umfangreiche Sammlung an Artikeln und Checklisten für Website- und Online-Shop-Betreiber. Neuerdings mit Videocast.
Die Liste ist nicht vollständig, aber wer diese Seiten regelmäßig besucht, erhält schon eine guten Überblick und viele Informationen zum Thema “Recht im Internet”.
weiterführende Artikel zu diesem Thema
- Alle Zielgruppen im Internet
- 10 Tipps die richtige Internet-Agentur zu finden – Teil 1
- 10 Tipps die richtige Internet-Agentur zu finden – Teil 2
- Bildschirmauflösungen im Internet
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