Es geht in diesem Artikel um die Frage, wie lang sollten Blog-Posts sein, damit sie die beabsichtigte Wirkung erzielen. Manche Blogger veröffentlichen an einem Tag 10 Dreizeiler, andere zweimal in der Woche einen sehr langen und ausführlichen Artikel. Doch was ist wann besser?
Wie lang sollte ein Blog-Post sein?
Es gibt hier natürlich kein Patentrezept. Um diese Frage zu beantworten sollte man vor allem die Zielgruppe im Auge behalten, aber auch Konkurrenzseiten beobachten. Nutzer einer bestimmten Branche können schon daran gewöhnt sein, bestimmte Postlängen zu lesen und es negativ sehen, wenn man davon abweicht.
Allerdings kann es natürlich auch ein schöne Möglichkeit sein, sich von der Konkurrenz abzuheben. Wichtig ist natürlich auch das Thema Ihres Blogs. Es gibt eher seichte Themen, die mit Dreizeilern völlig ausreichend bedient sind. Andere Themen erfordern eine genaue und ausführliche Auseinandersetzung mit der Thematik.
Beiden Arten können erfolgreich sein, es muss nur passen.
So hat der Media-Blog zum Beispiel einen Selbsttest durchgeführt und eine Woche lang nur kurze Posts veröffentlicht. Als Ergebnis steht die Erkenntnis, dass kurze Post in der Regel besser sind. Der Betreiber des Blogs führt dies unter anderem auf die wenig Zeit habenden Leser zurück. Diese finden es oft besser, die Aussage eines Posts innerhalb weniger Sätze zu erfassen.
Robert Basic, vom “Basic Thinking”-Blog hat eine Statistik über die durchschnittliche Länge der Top 100 Blogs im Blogverzeichnis Technorati veröffentlicht. Demnach liegen die allermeisten Posts zwischen 100 und 500 Wörtern und sind damit relativ kurz. Auch er begründet dies mit der oft fehlenden Zeit der Blog-Leser.
Gründe für das Abbestellen eines Blog-Feeds
Interessant in diesem Zusammenhang ist eine Umfrage zu den Hauptgründen ein Blog-Abo zu kündigen. Auch wenn die Umfrage nur unter 109 Personen stattfand und zudem aus Australien stammt, finde ich die Gründe gut nachvollziehbar und habe auch selbst schon einige erlebt.
Die Top 10:
- Zu viele Beiträge (37)
- Unregelmäßige Beiträge (29)
- RSS-Feeds mit Textausschnitten (Exzerpt) (25)
- Änderung des Blog-Themenfokus (23)
- Zu viele Beiträge, die man woanders findet (19)
- Uninteressanter Content (16)
- Irrelevanter Content (13)
- Zu viel Blogger-Ego & Eigen-PR (11)
- Geringe Content-Qualität (11)
- Zu viele, zu lange Beiträge (10)
Daraus kann man gut erkennen, dass vor allem zu viele Beiträge nerven und zum Abbestellen des Blogs führt. Also ist der Trend zu kurzen Beiträgen auch mit Vorsicht zu genießen, denn zu viele kurze Beiträge können auch schaden.
Vorteile von langen Blog-Posts
- Man hebt sich von den vielen, vielen Dreizeiler-Blogger ab.
- Ein Thema kann ausführlich behandelt werden und zur Referenz werden.
- Google liebt Text und damit auch längere Posts.
- Man kann in langen Posts mehr Werbung, Affiliate-Links etc. unterbringen.
- Auf lange Post wird nach meiner Erfahrung öfters verlinkt als auf kurze (subjektiver Eindruck).
Vorteile von kurzen Blog-Posts
- Posts werden wirklich gelesen (durch lange Posts “kämpft” sich nur ein Teil der Leser durch)
- Diese kosten den Blogger nicht so viel Zeit.
- Man kann häufiger posten, der Blog wirkt lebendiger.
Den richtigen Weg finden
Für den eigenen Blog heißt es die richtige Mischung finden. Alle Daten und Erfahrungen deuten darauf hin, dass viele kurze Posts zusammen mit weniger häufigen langen Posts die besten Ergebnisse (in Sinne von Blog-Abonnenten) bringen.
Gerade die langen und ausführlichen Posts bringen viele Backlinks und sind auf Social Websites wie Digg.com oder Yigg.de beliebt.
Tagtäglich angenehmer zu lesen sind dann aber meistens die kurzen Posts. Die langen Posts sollten zudem gut gegliedert sein (z.B. viele Absätze, Listen etc.) und lesbarer zu sein.
Man sollte sich wirklich die Statistiken des eigenen Blogs anschauen und vielleicht auch mal eine Umfrage unter den eigenen Lesern starten. Und natürlich testen, testen, testen.
Aus eigener Erfahrung aber warne ich auch davor zuviel zu posten. Ich habe an sich interessante Blogs schon aus meinem Feedreader geschmissen, weil ich einfach nicht mit dem Lesen hinterher kam. Denn die meisten Blog-Leser haben nicht nur einem Feed abonniert.
Fazit
Dieser Post gehört wohl eher in die Kategorie “Längere Posts” (680 Wörter). Ich werde in Zukunft versuchen, etwas schneller auf den Punkt zu kommen und vor allem News und Meinungen möglichst kurz rüber zu bringen.
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.









Ich denke, dass beide Blogphilosophien funktionieren können.
Wobei kurze Beiträge (die nur auf Inhalte anderer Seiten verweißen) meist auch nur kurzzeitig interssant sind während lange Beiträge mit hohem Informationsgehalt auch langfristig Besucher anlocken können.
Ja, das sehe ich auch so Malte. Zudem schreibe ich sehr gern und da werden die meisten Posts automatisch länger. Die Frage ist dann nur, ob die Qualität stimmt. Viele lange Posts, die man so tagtäglich ließt hätten auch in 3 Sätze gepasst.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass aber einer gewissen Länge (2000 Wörter aufwärts) auf jeden Fall auf mehrere Beiträge aufgeteilt werden sollten.
Ansonsten sind mir aber auch eher die längeren, mit bedacht ausgearbeiteten Artikel lieber, als eher kleine News, welche dann meist eher Smalltalk als Informationen beinhalten.
Schön zu sehen, dass ich nicht der einzigste mit einer Vorliebe für lange Posts bin.