Interview – Jörg Holzmüller – www.saftblog.de

DirectAds
Werbung

In der Blogging-Community ist der Saftblog mittlerweile sehr bekannt. Er gilt als einer der bekanntesten deutschen Corporate Blogs und besteht seit Januar 2006. Man erfährt viele interessante Dinge und Anekdoten über die tägliche Arbeit der Kelterei Walther.
Grund genug mal mit dem Geschäftsführer Jörg Holzmüller über die Blogaktivitäten der Kelterei zu sprechen.

Interview mit Jörg Holzmüller

1) Stellen Sie bitte sich und Ihren Blog kurz vor.
Die Kelterei Walther ist eine sächsische Traditionskelterei in Familienbesitz. Sie wurde 1927 in Arnsdorf gegründet. Ihre Werbeaussage “Gesunde Säfte aus Arnsdorf/Sa.” galt damals und ist auch heute der Firma Verpflichtung. Die Kelterei Walther war die erste Kelterei in Sachsen, die eine Bio-Zertifizierung erhielt.

1995 wurde in Arnsdorf in einen modernen Keltereibetrieb in Millionenhöhe investiert. Bei Walther sind zwischen 16 und 20 Mitarbeiter beschäftigt. Die Zahl der Mitarbeiter variiert, da das Geschäft saisonabhängig ist. Seit 2004 führt Kirstin Walther in der vierten Generation das Unternehmen. Ihr steht Jörg Holzmüller als Geschäftspartner zur Seite.

Spezialität der Kelterei sind natürliche Säfte und Nektare mit großem Gesundheitsnutzen wie Aroniasaft, Edel-Ebereschen-Nektar oder Topinambur-Sanddorn-Saft, um nur einige zu nennen. Die Kelterei Walther hat zahlreiche namhafte Auszeichnungen für die Qualität und den Geschmack ihrer Säfte und Nektare bekommen. Im Juli 2006 wurde die Kelterei für herausragende unternehmerische Innovationskraft und vorausschauendes Handeln mit dem Kammerpreis der Volksbanken und Raiffeisenbanken ausgezeichnet.

Das Saftblog besteht seit Januar 2006. Der Randtext zum Blog erklärt am besten dessen Philosophie. Dort heißt es:
“Früher war alles viel besser. Früher stand der Chef noch auf dem Hof und unterhielt sich mit seinen Kunden. Viele kannte er sogar mit Namen. Und im Gespräch wurden Kritik, Anregungen und auch Lob unmittelbar ausgetauscht. Heute führt man kein Gespräch mehr mit seinen Kunden, sondern ist mit Ihnen im Dialog, wie es neudeutsch heißt. Aber besser im Dialog, als gar nicht mehr im Gespräch. Mit dem Weblog wollen wir noch mehr Menschen am Leben und Arbeiten in der Kelterei Walther teilnehmen lassen. Auch wenn ein Weblog den persönlichen Kontakt nicht ersetzen kann, ist es der einfachste und direkteste Weg, mit der Geschäftsführung und dem Team der Walther’s zu kommunizieren oder Meinungen, Erfahrungen und Wissenswertes untereinander auszutauschen. Wir freuen uns auf ein neues Gespräch mit Ihnen!”

2) Wie haben Sie sich auf Ihren Start im Internet vorbereitet und wie lief der Start Ihres Blogs?
Saftblog
Vorbereitet haben wir uns nicht im Sinne einer Planung, eines Konzepts oder einer Strategie. Bereits 2004 hatte mich Martin Röll, einer wohl der profundesten Experten auf dem Gebiet der Unternehmenskommunikation, beiläufig angesprochen, daß ein Blog ein gutes uns sinnvolles Kommunikationsinstrument für einen Produktionsbetrieb wie wir es sind, ist. Er veröffentlichte dann einen Safttest in seinem Blog, und wir verstanden welche Wirkung von einem Blog ausgehen kann. Auch wenn Martin nie für uns offiziell gearbeitet hat, haben wir ihm die Entstehung unseres Blogs letztendlich zu verdanken. Kirstin beobachtete daraufhin diverse Blogs, und startete das Saftblog am 19. Januar 2006. Auch hier haben wir nochmals Martin Röll viel zu verdanken. Er postete den Start des Saftblogs in seinem vielgelesenen und vielbeachteten Blog. Damit war das Tor für das Saftblog weit aufgestoßen.

3) Welche Voraussetzungen für Erfolg im Internet halten Sie für notwendig? Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Ich möchte die Frage insofern relativieren, daß ich keinen Unterschied für Erfolg im Internet und anderswo sehen kann. Durch das Web sind Kunden allerdings heute so gut informiert wie nie zuvor. Kaufentscheidungen werden im Netz vorbereitet, Meinungen über Produkte und Unternehmen online ausgetauscht. Da sind Offenheit, Ehrlichkeit, Mut, Fehler eingestehen zu können für ein Unternehmen überlebenswichtig. Wenn Sie nicht in dieser transparenten Art und Weise über sich sprechen, tun es andere ohne daß sie Einfluß auf die Themen nehmen können. Ein Blog kann da eine Art Agenda-Setting betreiben. So könnte ein strategischer Ansatz für ein Blog aussehen. Das Saftblog ist davon allerdings weit entfernt: Es ist einfach nur ein Gespräch zwischen Menschen die irgendwie interagieren. Und wenn dann noch jemand Lust bekommt, einen Saft zu kaufen, dann freuen wir uns darüber.

4) Bitte beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell ein wenig und warum haben Sie gerade dieses gewählt? Und wie hilft Ihnen Ihr Blog dabei?
Ups, dazu müßten wir den Ur-Großvater befragen. Der hatte 1927 in der Waschküche angefangen aus den vielen Johannisbeeren in seinem Garten Saft herzustellen. Das war zu einer Zeit, als Kühlzellen oder Kühlschränke äußerst selten und Obst und Gemüse kaum lagerfähig waren. Saft jedoch machte Obst in flüssiger Form auch in den Wintermonaten verfügbar. Damals etwas ganz Besonderes. Daher auch unser Slogan heute “Trinkt mehr Obst”. Mit der Idee schaffte der Urgroßvater ein Geschäftsmodell, welches auch heute noch kritischen Venture-Capital-Gebern gefallen würde: es ist einzigartig, löst ein Problem, hat Kunden und ist vom Wettbewerb nicht so schnell zu kopieren.

Via Blog können wir auch über die Anfänge der Kelterei anno 1927 kommunizieren. Wo sonst könnten wir das in dieser Ausführlichkeit und zu den Kosten?

5) Wie finden Sie Leser für Ihren Blog? Setzen Sie bestimmte Marketing-Maßnahmen ein?
Bisher dachte ich ja immer, dass die Leser uns finden. Aber im Ernst: wir sind gut vernetzt, haben Inhalte, die offensichtlich interessieren und lassen uns ab und an mal abmahnen, was dann zu einem regelrechten Bloggerempörungsfeuerwerk führt. Letzter Punkt ist natürlich Ironie. Aber die Abmahnung durch den DOSB im Dezember 2006, vor der wir gerne verschont geblieben worden wären, hat der Bekanntheit des Saftblogs nicht unbedingt geschadet.

6) Welche Ziele haben Sie für die Zukunft und wie möchten Sie Ihren Blog weiterentwickeln?
Das Blog begleitet die Entwicklung des Unternehmens und dient der Kommunikation mit Kunden. Ziele gibt es da nicht. Mit der Kelterei werden wir den eingeschlagenen Wachstumskurs weiterverfolgen. Dabei werden wir aus den Erfahrungen mit dem Blog lernen und vermehrt Elemente des Web 2.0 einfließen lassen.

7) Ihr ultimativer Tipp für einen erfolgreichen Blog / Website?
Schreib wie du bist!

Vielen Dank für die ausführlichen und interessanten Antworten.
Der Saftblog der Kelterei Walther ist auf jedenfall einen Blick wert.
Die Homepage der Kelterei findet man unter www.walthers.de
Die leckeren Säfte kann man natürlich auch online bestellen unter www.saftboxen.de


Werbung
Werbung

wpSEO, das Plugin fuer WordPress SEO Werbung