Die meisten Selbständigen die ich kenne arbeiten mit Kunden in einen 1:1 Geschäftsmodell. Das heißt sie arbeiten immer jeweils nur für einen Kunden. Danach kommt dann der nächste Kunde und so weiter. Für viele Selbständige wäre es sinnvoll zumindest einen Teil Ihrer Arbeit auf 1:n umzustellen. Was genau das bedeutet und wie Sie das erreichen können erfahren Sie in diesem Artikel.
Viele Selbständige arbeiten eindimensional
Viele Selbständige verkaufen Ihre körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit. Und da man nur einen Körper und nur ein Gehirn hat, kann man also auch immer nur an einem Projekt oder für einen Auftraggeber arbeiten. Hier liegt dann eine 1:1 Beziehung vor. Also z.B. 8 Stunden Arbeit und dafür bezahlt ein Kunde 8 Stundensätze.
Nun ist es gerade für kleine Selbständige in Branchen mit viel Konkurrenz schwierig halbwegs profitable Stundensätze durchzusetzen und so stehen viele Selbständige immer mit einem Bein im Konkurs.
Doch welche Alternativen gibt es und was kann ein Selbständiger tun, um auf einer besseren Einkommensbasis zu stehen? Hier gibt es kein Patentrezept, da natürlich jede Branche und jede Region unterschiedlich ist. Aber es gibt die Möglichkeit die eigene Grundeinstellung zu ändern und weg zu kommen von der reinen 1:1 Arbeit.
1:1 oder 1:n? Was ist der Unterschied?
Wie schon gesagt ist die typische Arbeitsweise vieler Selbständiger sowohl im Internet als auch besonders im Offline-Business eine 1:1 Beziehung mit den Kunden. Gerade im Bereich der Dienstleistungen ist dieses Geschäftsmodell weit verbreitet.
Als Beispiel sei hier z.B. ein Web-Designer genannt. Er erstellt Internet-Auftritte für Kunden und kann logischerweise nicht gleichzeitig an 5 Projekten arbeiten. Er arbeitet 5 Stunden an Projekt 1, 3 Stunden an Projekt 2 und so weiter.
Ein Landschaftsgärtner macht dies genauso. Er kann nicht gleichzeitig in 3 Gärten sein, sondern immer nur in einem.
Dies nennt man also eine 1:1 Beziehung.
Im Gegensatz dazu arbeitet ein Buchautor z.B. in einer 1:n Beziehung. Er schreibt ein Buch und dann kann er es (je nachdem wie gut es ist), an viele Leser verkaufen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es 1.000 oder 10.000 Leser kaufen. Für den Autor bleibt es der gleiche Aufwand. Nur der Ertrag steigt.
Das Internet bietet vielen Selbständigen die Chance, ebenfalls eine 1:n Beziehung zu Kunden herzustellen.
Was ist schlimm an einer 1:1 Kundenbeziehung?
Nicht das hier Missverständnisse aufkommen. An einer 1:1 Kundenbeziehung ist grundsätzlich nichts schlimmes. Im Gegenteil. Wenn man eine Nische gefunden hat in der man sich einen Namen gemacht hat und entsprechende Stundensätze verdient, spricht überhaupt nichts gegen dieses Geschäftsmodell.
Leider aber schaffen es eben viele Unternehmer nicht, Preise zu realisieren, von denen Sie nicht nur Leben können, sondern mit denen sie ihr Unternehmen weiter ausbauen können. Die 1:1 Kundenbeziehung wird dann zum Problem, wenn sie am Rande der Firmenexistenz betrieben wird. Spätestens dann sollte der Selbständige schauen, dass er auch 1:n Einkommen realisieren kann.
(Virtuelle) Güter verkaufen
Nach einigen Überlegungen wird sicher fast jeder Selbständige Möglichkeiten entdecken, eine 1:n Kundenbeziehung aufzubauen. Doch gerade im Internet ist es am einfachsten dies umzusetzen.
So bieten z.B. virtuelle Güter, die über das Internet einfach und schnell verkauft werden können, großes Potential.
Das liegt an der Tatsache, dass virtuelle Güter (z.B. Dateien) unbegrenzt und ohne Kosten kopiert werden können. So kann man z.B. eine Musikdatei tausenden Nutzern zur Verfügung stellen und muss diese aber nur einmal erstellen. Hierbei handelt es sich also um eine 1:n Beziehung. Ich kann gleichzeitig einer fast unbegrenzten Zahl Kunden Leistungen bzw. Produkte verkaufen.
Doch auch der Verkauf von physischen Gütern z.B. über einen Online-Shop bietet die Chance profitable 1:n Beziehungen aufzubauen. Im Grunde ist jede Website eine 1:n Beziehung, wenn Sie den richtig vermarktet und genutzt wird.
Beispiele
Ich möchte und kann hier gar nicht alle 1:n Varianten aufzählen. Dazu gibt es einfach zu viele. Fast in jeder Branche bieten sich Ansatzpunkte neben 1:1 auch 1:n Kundenbeziehungen zu etablieren. Ob man dann 5, 10 oder 1.000 Kunden gleichzeitig bedient ist nebensächlich. Hauptsache man kommt von der reinen 1:1 Beziehung weg.
Ich möchte zum besseren Verständnis hier noch ein paar Beispiele bringen:
- Ein Web-Designer könnte z.B. Layout-Templates für weit verbreitete Content-Management oder Shop-Systeme programmieren und diese online verkaufen.
- Ein Finanzberater könnte einen kostenpflichtigen Newsletter mit aktuellen Börsen- und Finanztipps verbreiten
- Ein Koch könnte in einem Blog aktuelle Rezept-Ideen veröffentlichen und Kochbücher vorstellen.
- Ein Landschaftsgärtner könnte Kurse anbieten, in denen er “Stadtmenschen” das Gärtnern beibringt.
Gemeinsam ist all diesen Beispielen, dass der Unternehmer nicht mehr nur mit einem Kunden arbeitet, sondern mit vielen gleichzeitig.
Natürlich ist nicht jede Idee sofort profitabel. Oft dauert es, bis man 1:n Kundenbeziehungen aufgebaut und finanziell erfolgreich gemacht hat. Aber es lohnt sich, da man so seine Abhängigkeit von einzelnen Projekten verringert.
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.









Natürlich klingen die Möglichkeiten bei einer 1:n Beziehung super. Aber ganz so einfach ist es leider nicht. Der Vertrieb eines Produktes muss auch erst einmal aufgebaut werden, dazu kommen Marketing, Kundenanfragen usw.
Ein Webdesigner kann dagegen trotz 1:1 Beziehung seine Produktivität erhöhen, in dem er z.B. mit fertigen Templates arbeitet, bessere Tools benutzt oder Arbeit an Subunternehmer abgibt.
@Bertram
Stimme zu. Einfach ist es nicht und auch 1:1 Kundenbeziehungen können profitabel sein.
Wichtig ist nur, dass man beide Möglichkeiten zumindest prüft.