Versicherungen für Selbständige

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Sobald man sich selbständig macht, sollte darüber nachgedacht werden, welche Firmen- und welche persönlichen Versicherungen man abschließen sollte. Es gibt eine große Auswahl an Versicherungsarten. Doch welche machen wirklich Sinn und welche sind überhaupt bezahlbar. Ein Erfahrungsbericht.

Achtung: Hierbei handelt es sich um eigene Erfahrungen. Ich bin weder Versicherungsvertreter (Gott bewahre), noch arbeite ich bei einer Versicherung.

Warum sollten Sie sich überhaupt versichern?

Mit dem Schritt in die Selbständigkeit ist es mit der sicheren und bequemen Zeit vorbei. Ab jetzt sind Sie für Ihr berufliches Tun selbst verantwortlich. Es gibt keinen Chef mehr, der für Sie seinen Kopf hinhält. Jetzt sind Sie der Chef.

Aus diesem Grund und weil Sie nun auch viel mehr Möglichkeiten als ein Angestellter haben, sollten Sie sich intensiv mit den Versicherungen für Ihr Unternehmen und sich selbst beschäftigen. Denn wenn Sie krank werden oder beruflich etwas schief geht, hilft Ihnen niemand. Dafür müssen Sie schon selbst vorsorgen.

Firmenversicherungen

Der eine Teil der möglichen Versicherungen für Selbständige und Unternehmen sind die Firmenversicherungen. Dabei handelt es sich um Versicherungen, welche die berufliche Tätigkeit und das Unternehmen selbst betreffen.

Hier eine Übersicht über die Firmen-Versicherungen, die ich bei meiner Recherche gefunden habe:

  • Betriebshaftpflicht / Berufshaftpflicht

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    Die Betriebshaftpflicht deckt Haftungsrisiken für Unternehmer und Selbständige aus der beruflichen Tätigkeit ab (ebenso wie die Prüfung ob die Ansprüche gegenüber dem Versicherten überhaupt rechtmäßig sind). Für manche Berufsgruppen besteht sogar eine gesetzliche Pflicht diese Versicherung abzuschließen. Wie bei den meisten Versicherungen sind die integrierten Leistungen sehr unterschiedlich, so dass sich ein genauer Vergleich lohnt.

    Es gibt z.B. spezielle Betriebshaftpflicht-Versicherungen für bestimmte Branchen, z.B. für Webdesigner. Darin sind dann schon Spezialfälle dieser Branche eingebaut und das erspart die umfangreiche Anpassung einer allgemeinen Betriebshaftpflicht-Versicherungen.

    Leider gibt es keine Versicherung gegen Abmahnungen, das wäre allerdings bestimmt der Renner! :-)

  • Vermögensschadens-Haftpflicht
    Diese Versicherung ist eine spezielle Form der Berufshaftpflicht. Diese eignet sich besonders für Unternehmer, die mit Vermögenswerten Ihrer Kunden arbeiten oder deren Tätigkeit eine besondere Gefahr auf die Vermögen der Kunden haben. (Wenn ich als Programmierer z.B. den sehr profitablen Online-Shop eines Kunden für ein paar Tage lahmlege.)

    Der Unterschied zur Berufshaftpflicht liegt daher auch vor allem in der höheren Versicherungssumme für Vermögensschäden.

  • Rechtsschutz
    Als Unternehmer oder Selbständiger ist die Gefahr von einem Kunden, Lieferanten, Konkurrenten oder anderen vor Gericht gezerrt zu werden, permanent vorhanden. Deshalb beinhalten Berufs-Rechtsschutz-Versicherungen* sehr viele Arten des Rechtsschutzes, z.B. Arbeits-, Verwaltungs- oder Steuer-Rechtsschutz vor Gerichten.

Desweiteren gibt es noch speziellere Versicherungen (Maschinenversicherung, Betriebs-Unterbrechung etc.) auf die ich aber nicht näher eingehen möchte.

Personenversicherungen

Neben den betrieblichen Risiken gibt es für Selbständige und Existenzgründer auch viele persönliche Risiken. Denken Sie nur mal daran was passiert, wenn Sie schwer krank werden. Hier zahlt kein Arbeitgeber weiter. Aber auch andere private Risiken kann man als Selbständiger versichern.

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Hier eine Übersicht über die Personen-Versicherungen, die ich bei meiner Recherche gefunden habe:

  • Lebensversicherung / Berufsunfähigkeit

    Sobald Sie eine Familie haben, sollten Sie auf jeden Fall eine Lebensversicherung* abschließen. Diese zahlt entweder nur bei Todesfall (Risiko-Lebensversicherung) oder zusätzlich auch bei Erreichen eines bestimmten Alters.

    Oft kann man diese Lebensversicherung auch mit einer Berufsunfähigkeits-Versicherung* kombinieren. Dies kann auch sinnvoll sein. Allerdings hängt dies auch von der Tätigkeit ab. Ich, da ich am Rechner sitze, habe da einfach weniger Risiko als ein Dachdecker.

  • Krankenversicherung
    Als Selbständiger / Existenzgründer haben Sie die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Ich habe mich dazu unter anderem bei den Verbraucherschützern informiert. Beide Varianten haben Risiken. Denn die gesetzliche Krankenversicherung ist für freiwillige Mitglieder bei weitem nicht so sicher und zudem auch noch teurer. Wenn man dann noch sieht, wie die gesetzlichen Leistungen immer weniger werden, sollte man die PKV zumindest mal anschauen.
    Die private Krankenversicherung* ist dagegen gerade für jüngere Menschen günstiger und bietet auch mehr Leistungen. Allerdings sind Sie hier vor Preissteigerungen nicht sicher, vor allem im Alter. Zudem können Sie nur unter bestimmten Voraussetzungen in die gesetzliche Krankenversicherung zurück. Ab einem bestimmten Alter (ich glaube 55) geht das dann gar nicht mehr.
    Gerade bei dieser wichtigen und langfristigen Versicherung ist eine genaue Auswahl und Information sehr wichtig. Ich habe damals viel verglichen, bevor ich mich für eine private Krankenversicherung entschieden habe.

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  • Krankenhaustagegeld-Versicherung
    Eine Zusatzversicherung*, die Ihnen bei längeren Krankenhausaufenthalten eine Tagegeld zahlt. Dies kann besonders bei schwerer Krankheit oder chronischen Erkrankungen den finanziellen Kopf des Selbständigen retten.

  • private Haftpflicht
    Neben der betrieblichen Haftpflicht gibt es auch eine Reihe von privaten Haftpflicht-Versicherungen*. Neben der bekannten KFZ-Haftpflicht kann man sich auch gegen diverse andere Ansprüche versichern. Wie viel Sinn das macht, muss jeder selbst entscheiden.

  • Berufsgenossenschaft
    Eine Versicherung bei der eigenen Berufsgenossenschaft ist zwar nur für Angestellte Plicht ( auch Unternehmer einiger Berufsgruppen müssen sich pflichtversichern). Aber auch der Unternehmer selbst kann freiwillig eine Versicherung hier abschließen. Dabei sind die Berufsgenossenschaften der gesetzliche Träger der Unfallversicherung. Wer sich also bei der Arbeit verletzt, kann diese Versicherung dann in Anspruch nehmen.
    Alternativ kann man natürlich auch eine private Unfallversicherung abschließen.

  • Rentenversicherung (gesetzlich / privat)
    Ich habe rund 6 Jahre als Angestellter gearbeitet. Die Rentenansprüche aus dieser Zeit sind aber recht “übersichtlich”, wenn man das so sagen kann. Für Selbständige / Existenzgründer ist es also wichtig möglichst zeitig mit der privaten Altersvorsorge zu beginnen, da es dann günstiger wird.

    Neben einer Rentenversicherung* gibt es noch andere Formen der Altersvorsorge.
    Achten Sie aber auf jeden Fall darauf, dass Sie die Inflation einrechnen. Beispiel: Wenn Sie eine private Rentenversicherung abschließen, die Ihnen im Alter 1.000 Euro / Monat bringt, hört sich das nicht schlecht an. Beachten Sie aber, dass 1.000 Euro in 30 Jahren nur noch ungefähr die Hälfte wert ist. Sie benötigen also fast 2.000 Euro Rente in 2039 für eine Kaufkraft von 1.000 Euro heute. (bei 2% Inflation pro Jahr)

  • Arbeitslosenversicherung
    Ein sehr interessantes Angebot für Existenzgründer bietet die viel gescholtene Agentur für Arbeit an. Hier können sich Existenzgründer gegen Arbeitslosigkeit versichern. Diese Versicherung ist zwar erstmal bis Ende 2010 beschränkt, könnte aber je nach politischem Willen noch verlängert werden.
    Aber auch so ist die Versicherung sehr interessant. Wo kann man sich schon für 25,73 EUR (West) bzw. 21,68 EUR (Ost) / Monat als Selbständiger gegen Arbeitslosigkeit versichern. Ich halte das auf jeden Fall bei den Existenzgründern für sinnvoll, die wirklich nicht wissen, ob Ihre Geschäftsidee erfolgreich wird oder nicht.

Auch bei den privaten Versicherungen gibt es noch eine Menge mehr (Hausratversicherung …). Hier sollten Sie sich bei Bedarf weiter informieren.

So finden Sie die “besten” Versicherungen

Es gibt nicht die “beste” Versicherung. Jeder Einzelne muss sich informieren und seine eigenen Bedürfnisse mit den Versicherungsleistungen abgleichen. Ebenso kann es günstiger sein alles bei einer Versicherung mit Rabatten abzuschließen, als bei jeder einzelnen Versicherung zum günstigsten Anbieter zu gehen.

Auf jeden Fall heißt es vergleichen. Nicht nur preislich, sondern vor allem auch inhaltlich. Denn die meisten Versicherungen scheinen absichtlich relativ komplizierte Leistungsbeschreibungen zu haben. Eben extra damit sie nicht so einfach mit anderen Versicherungen vergleichbar sind.

Viele Versicherungen bieten spezielle Versicherungs-Pakete für Existenzgründer an. Auch hier gilt es aufzupassen. Denn oft sind dort auch Versicherungen mit drin, die Sie gar nicht brauchen und das Paket teurer machen, als wenn Existenzgründer nur die sinnvollen Versicherungen einzeln abschließen.

Fazit

Wenden Sie sich an einen vertrauenswürdigen Versicherungsvertreter oder nehmen Sie die Dienste eines seriösen Versicherungs-Maklers in Anspruch. Auf keinen Fall sollten Sie beim erstbesten Angebot unterschreiben.

Wichtig ist, die Risiken als Selbständiger nicht zu unterschätzen, es aber auch nicht zu übertreiben. Wenn Sie sich gegen alles versichern wollen, zahlen Sie sich um Kopf und Kragen.
Ich habe mir überlegt, welche möglichen Versicherungsfälle wirklich existenzbedrohend sind und welche “nur” Geld kosten. Existenzbedrohende Versicherungsfälle habe ich versichert, bei den anderen trage ich selbst das Risiko.

Weitere Informationen zu Versicherungen für Selbständige.


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Kommentare

  1. Frank meint

    Klasse Aufstellung. Vor allem das mit der Versicherung gegen Arbeitslosigkeit war mit neu. Muss das mal weiterleiten.
    Wobei sich eine Lebensversicherung, rein Renditeorientiert betrachtet, kaum noch rechnet.

    Gruß

  2. meint

    Naja, Renditeorientiert vielleicht nicht, aber “meine Angehörigen haben was, wenn ich draufgehe” schon. Es gibt zwar andere Anlagenformen, die mehr Geld versprechen, aber auch risikoreicher sind.

    Man sollte hier eben auch ein wenig streuen. Einen Teil des eigenen Geldes in eher sichere Dinge und einen Teil in risikoreichere Investitionen.

    So mache ich das jedenfalls.

  3. meint

    Wäre vielleicht noch interessant zu wissen, dass man für die Krankenversicherung bis zu 3 Monate Zeit hat. Zumindest bei meiner gesetzlichen Krankenversicherung ist es so. Gibt es eine Seite, wo die ganzen Versicherungen verglichen werden – also aktuelle Beitragssätze? Ist auch vom Einkommen abhängig, richtig?

  4. meint

    @ Deblin
    Es gibt sicher viele Preisvergleiche. Allerdings kann ich dir da keine Empfehlung geben. Ich habe mir da wirklich das Kleingedruckte durchgelesen. Das fehlt i.d.R. bei den Online-Vergleichen und ist aber oft entscheidend.
    Die Beiträge für die Private Krankenversicherung hängen allein von dem gewünschten Leistungsumfang, der eigenen Gesundheit und dem eigenen Alter ab. Das eigene Einkommen zählt hier nicht.

  5. meint

    @ Peter
    Ja ist richtig. So pauschal kann man das nicht sagen. Kann man da pauschal sagen, ob eine gesetzliche oder private Versicherung bei einem jungen und gesunden Selbstständigen besser wäre?

    Hängt der Beitragssatz nicht letzendlich doch vom Einkommen ab?

  6. meint

    Nein, bei der PKV zählen 3 Dinge:
    – Alter & Geschlecht
    – Gesundheit (bzw. aktuelle und frühere Erkrankungen / manche beziehen auch das Gewicht mit ein und ob man Raucht)
    – die gewünschten Leistungen

    Aus diesen 3 Punkten ergibt sich grob gesagt der Beitrag in der PKV

    Für einen jungen und gesunden Selbständigen kann man bei normalen Leistungen relativ sicher sagen, das die PKV günstiger ist. Allerdings steigen die Beiträge später, weil sich die Risiken auch erhöhen. Das ist zwar nicht mehr so schlimm wie früher, da es mittlerweile eine Ausgleichregelung gibt (man bezahlt als junger Mensch etwas mehr ein als man müßte und davon wird im Alter dann der höhere Beitrag etwas gesenkt)

    Sobald man aber Luxusleistungen in der PKV möchte (also immer Chefarzt und immer Einzelzimmer) kann es schnell teurer als die GKV werden.

    Derzeit ist ja auch die Diskussion darüber im Gange, dass die PKV auch jeden nehmen muss (was bisher nicht der Fall ist). Dadurch soll die PKV teurer werden. Ob das so kommt oder nicht, weiß aber noch keiner.

    Man muss seine Anforderungen an einen Krankenkasse sowohl jetzt als auch im Alter abwägen.

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