Ein Thema was sicher viele SelbstĂ€ndige und vor allem ExistenzgrĂŒnder beschĂ€ftigt ist die Höhe der Einnahmen. Nicht nur, dass man sich im Businessplan Gedanken ĂŒber dieses Thema machen muss, man sollte es auch spĂ€ter tun. Denn es gibt genug SelbstĂ€ndig die viel und gut arbeiten, aber finanziell irgendwie nicht auf einen grĂŒnen Zweig kommen.
Auch ich mache mir diese Gedanken ĂŒber Einnahmen, Ausgaben und das “Reich werden” im Internet.
Warum man im Internet nicht reich wird
Es ist natĂŒrlich provokant von mir zu behaupten, dass man im Internet nicht reich wird. Das ist es doch gerade, was viele neue Webmaster und Blogger, aber auch klassische Firmeninhaber vom Internet erwarten. Und es gibt doch so viele Beispiele besonders im amerikanischen Raum, wo junge Internet-GrĂŒnder ĂŒber Nacht MillionĂ€re geworden sind oder zumindest fĂŒnfstellige Einnahmen pro Monat erzielen.
Doch die RealitĂ€t sieht etwas anders aus. Nur die wenigsten werden wirklich reich. Und das vor allem durch andere Webmaster oder Blogger die reich werden wollen. Websites und Angebote ĂŒber “Geld verdienen im Internet” sind eine der profitabelsten Internet-Nischen.
Doch es ist mit genĂŒgend Engagement und Know How gut möglich seinen Lebensunterhalt im Internet zu verdienen. Sei es direkt mit Websites oder indirekt, in dem man Leistungen und Produkte ĂŒber das Internet vertreibt.
Doch auch wenn das Internet viele Vorteile bietet, die man geschickt nutzen kann um an mehr Kunden und damit auch an mehr Geld zu kommen, ist es nicht viel einfacher als im normalen Business-Leben.
Eine Frage der Einstellung
Erstmal ist die Frage des “Geld verdienen” auch eine Frage der Einstellung. Manche wollen einfach nur Inhalte veröffentlichen und gar kein Geld verdienen, andere wiederum möchten zumindest die Unkosten wieder rein holen, also Serverkosten, Traffic, Domains etc.
Und dann gibt es die Gruppe, zu der auch ich gehöre. Diese Gruppe muss Geld mit dem Internet verdienen, da sie selbstĂ€ndig ist und kein Chef da ist (oder der Staat) der jeden Monat ein festes Gehalt ĂŒberweist.
Das man als SelbstĂ€ndiger natĂŒrlich eine andere Einstellung zum Geld verdienen hat, als jemand, der eine Website nur aus SpaĂ betreibt, sollte klar sein. Leider wird dies von vielen Idealisten kaum verstanden, die jegliche Versuche mit einer Website Geld zu verdienen verdammen.
Was mir aber immer wieder auffÀllt ist, dass auch SelbstÀndige nicht mit der 100% Konsequenz ans Geld verdienen denken und lieber Ihrem Handwerk oder Ihrer Arbeit nachgehen. Das ist Okay, so lange das Geld trotzdem bis zum Monatsende reicht. Leider gibt es immer wieder Beispiele, wo es eben nicht reicht, besonders dann, wenn es zu Problemen, wie z.B. Krankheit, kommt.
Genug zum Leben ist nicht genug
Die Einstellung das die Einnahmen als SelbstÀndiger zum Leben reichen sollen, ist einfach falsch. Das hÀngt mit dem normalen auf und ab der Einnahmen eines SelbstÀndigen zusammen. Folgende Faktoren beeinflussen die unterschiedlichen Höhen der Einnahmen:
- saisonale Schwankungen
- Konjunktur (eher langfristig aber auch wichtig)
- Konkurrenz
- eigene Gesundheit und die der Angestellten
- usw.
Gerade wenn man alleine unterwegs ist, hat man entweder zu viele AuftrĂ€ge (bzw. Anfragen) oder zu wenige. Zu viele kann man nicht erfĂŒllen und muss teilweise ablehnen. Zu wenige kann man aber schwer ausgleichen.
Hinzu kommt, das bei der Kalkulation der Einnahmen viele SelbstĂ€ndige und GrĂŒnder einfach die Wochenarbeitszeit nehmen und daraus dann einen ungefĂ€hren Stundensatz errechnen.
Also 8 Stunden x 20 Tage = 160 Arbeitsstunden im Monat. Will man 2.000 Euro verdienen, dann muss man also 12,50 Euro pro Stunde verdienen.
Die RealitÀt sieht anders aus. So arbeitet man in der Regel nur 60-70% der eigenen Arbeitsstunden an Projekten die wirklich Geld einbringen. Den Rest der Zeit verbringt man mit unbezahlter Arbeit, wie Angebote schreiben, der Buchhaltung, GewÀhrleistung etc.
Allein das fĂŒhrt dazu, dass man seinen Stundensatz höher ansetzen sollte und da sind die weiter oben genannten Ausfall-Risiken noch gar nicht eingerechnet. Ebenso sollte man bedenken, dass man als SelbstĂ€ndiger selbst fĂŒr die Altersvorsorge verantwortlich ist und auch die Krankenkasse tief in die eigene Tasche greift. Von anderen Versicherungen und steigenden Lebenshaltungskosten ganz zu schweigen.
Nicht zuletzt möchte man sich als hart arbeitender SelbstĂ€ndige nach seinem 12- oder 14 Stunden-Arbeitstag auch was leisten. All das sorgt dafĂŒr das man weit höher kalkulieren sollte.
Somit sollte man bei einem Ziel von 2.000 Euro pro Monat (im Schnitt) mindestens 3.000 Euro anvisieren. Durch die oben genannten Faktoren steigt der Stundensatz dann auch von 12,50 Euro auf mindestens 40 Euro netto an. Und das ist wirklich die Untergrenze.
Dadurch wird man mal sehr gute Monate habe, die dann die schlechten Monate gut ausgleichen.
Visionen und Realismus
Nun werden einige sagen, dass dies bei der heutigen Marktsituation und der Konkurrenz gar nicht möglich ist. Ăberall herrscht ein groĂer Preisdruck und alle Kunden schauen nur nach dem gĂŒnstigsten Preis. Das ist alles nicht falsch, aber das ist keine Ausrede. Sie sind nicht selbstĂ€ndig um am Hungertuch zu nagen, sondern um anstĂ€ndig Leben zu können.
Ist der Preiskampf in der eigenen Nische zu groĂ, dass sollte man nach Alternativen ausschau halten:
- Gibt es andere Bereiche die ich auch bedienen kann, wo es weniger Konkurrenz und Preisdruck gibt?
- Kann ich mich in meiner Branche von der zahlreichen Konkurrenz durch bestimmte Angebote, Services etc. so weit abheben, dass die Kunden bereit sind höhere Preise zu zahlen?
- Kann ich mehr dauerhafte Einnahmen erzielen, statt stĂ€ndig um neue Kunden kĂ€mpfen zu mĂŒssen?
- usw.
Es gibt viele Möglichkeiten trotz Wettbewerb mehr als nur das Nötigste zu verdienen und SelbstÀndige sollte auf jeden Fall eine Vision haben. Eine Vision, wo sie in 3 oder 5 Jahren sein wollen und was sie dann verdienen wollen. So eine Vision hilft dabei schwierige Entscheidungen zu treffen und langfristig die Weichen richtig zu stellen.
Und hier schlieĂt sich dann wieder der Kreis. Schnell reich werden kann möglich sein, wird aber fĂŒr die meisten nicht klappen. Da heiĂt es eher langfristig zu denken und sich finanzielle Ziele zu setzen, die ĂŒber das “Es soll zum Leben reichen” hinaus gehen. Dann muss man auch keine Angst vor einer Krankheitsphase oder der Rente haben.
Hier findest Du weitere Informationen zu diesem Thema:
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.










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Ich bin im Moment noch nebenher SelbstÀndig und mache das ganze nach meiner regulÀren Arbeitszeit.
Jetzt ist es aber so, dass StundensĂ€tze mit 40,00ĂąâÂŹ natĂŒrlich traumhaft wĂ€ren, leider ist kein Privatmann bereit, dies fĂŒr eine Computer-Dienstleistungen zu bezahlen.
Erstens waren die 40 Euros nur ein Beispiel. Das hĂ€ngt natĂŒrlich auch von der Branche und den Zielgruppen ab. Endnutzer sind da naturgemÀà immer schwieriger und fĂŒr reine Dienstleistungen wird da kaum Geld ausgegeben.
Andererseits ist dies ja nur ein kalkulierter Stundensatz, der sich aus mehreren Einnahmequellen zusammen setzen könnte (ja sollte). Zum Thema permanente Einnahmen habe ich hier im Blog ja auch schon etwas geschrieben.
Der Artikel heiĂt ĂŒbrigens “Permanent Income”.
Ich weiĂ
Ich lese dieses Blog regelmĂ€Ăig und finde jeden Artikel super! Der Artikel “Permanent Income” ist einer der besten gewesen.
Manchmal frage ich mich, wie manche IT-Dienstleister einen Stundensatz von teilweise ĂŒber 80,00 ĂąâÂŹ rechtfertigen können.
Schöner Artikel.
Möchte mich in 3-4 Jahren selbstÀndig machen. Durch den Artikel ist mir einiges klar geworden.
Wieder einmal ein wirklich interessanter Artikel. SelbstĂ€ndig zu sein ist fĂŒr mich zwar im Moment nicht mehr als ein Gedankenspiel in weiter ferne, da ich erst am Anfang meiner ITA Ausbildung bin, aber trotzdem finde ich solche Artikel echt interessant!
3000ĂąâÂŹ im Monat zu verdienen finde ich aber echt hart.
Hallo Peer,
sehr schöner Artikel, vorallem weil er so allgemein gehalten ist, dass sich jeder damit irgendwie identifizieren kann (zumindest jeder der selbstĂ€ndig ist oder es wird). Die Kalkulation finde ich gut, hatte das noch nicht gemacht, aber die Zahlen sind gut begrĂŒndet.
Zu diesem Thema hab’ ich kĂŒrzlich geschrieben und meine persönlichen Erfahrungen berichtet, angefangen bei der Frage: Wieviel ist eigentlich GENUG?
Wer mag:
* SelbstÀndigkeit: Vom Einkommen und Auskommen
http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2007/08/31/selbstaendigkeit-vom-einkommen-und-auskommen/
@Ash
Naja einfach oder schwer ist relativ. Aber ob nun 2.000, 3.000, 4.000 oder was auch immer. Man braucht ein Ziel von dem man nicht nur ĂŒber die Runden kommt, sondern gut von leben kann.
@Claudia
Danke fĂŒr den Tipp. Werde da morgen mal rein lesen.
Also wenn ich selbstĂ€ndig bin, möchte ich doch mehr wie 3.000 ĂąâÂŹ verdienen. Man denke nur mal an die Altersvorsorge.
…dann wird es aber schwer mit einem Stundensatz von nur 40ĂąâÂŹ.
40 ĂąâÂŹ/h x 40 h/w = 4.800 ĂąâÂŹ
Das gilt aber nur fĂŒr den Fall, dass du die vollen 40 Stunden in der Woche
fĂŒr einen Kunden arbeitest und das wir “niemals” der Fall sein.
Die 40 Euro waren ja wie gesagt ein Beispiel. Jeder muss fĂŒr sich sein Ziel finden und darauf aufbauend dann die passenden MaĂnahmen umsetzen.
Gerade fĂŒr viele Einzelunternehmer und “von zu Hause” SelbstĂ€ndige wĂ€ren 3.000 netto im Monat schon sehr gut, gerade hier in meiner Region.
Hatte mit meinem Kommentar eigentlich auf den von “markus” geantwortet.
Stimme deinen Aussagen in diesem Artikel und in den Kommentaren vollkommen zu!
Also unser “Webdesigner”, der unsere Firmenwebsite betreut, hat einen Stundensatz von 85,00ĂąâÂŹ. Das ist meiner Meinung nach zu viel fĂŒr seine Leistung.
@markus
Ich kenne den Webdesigner und seine “Leistungen” nicht, aber es gibt auch ein Programmierer die 100 Euro / Stunde und mehr verlangen.
Das ist halt Marktwirtschaft. Angebot und Nachfrage. So lange es jemanden gibt, der 85,- Euro / Stunde bezahlt, dann kann er sie auch verlangen. Hier hĂ€ngt viel von der Region (in MĂŒnchen kann man sicher andere StundensĂ€tze fordern, als auf dem Land) und der Konkurrenz (gibt es viele, die das gleiche bieten) ab.
Man muss sich halt von der Konkurrenz abheben und etwas bieten, was andere so nicht anbieten (oder zumindest wenige). Dann kann man i.d.R. auch mehr verdienen. Ist man aber der hundertste Webdesigner, dann sind die Preis oft im Keller.
Ist wohl immer so.
die Kostenkalkulation im Businessplan ist Orientierung fĂŒr die Preisuntergrenze, die Wettbewerbspreise sind die Orientierung fĂŒr den Marktpreis und die Zahlungsbereitschaft des Kunden ist Orientierung fĂŒr die Preisobergrenze, kann man zumindest bei ExistenzgrĂŒndung recht gut im Businessplan kalkulieren, die Praxis liegt dann irgendwo dazwischen…
Bitte bei all diesen Kalkulationen auch Krankheit, Urlaub, Weiterbildungskosten, Betriebskosten, Betriebshaftpflichtversicherung, Altersvorsorge, … und nicht zuletzt die Steuern vergessen.
Z.B. kann es vorkommen, dass ein angestellter Grafiker in einer Werbeagentur “nur” 2000 EUR brutto bekommt. Netto sind es ca. 1300 EUR. Fuer den Arbeitgeber aber schon ca. 2500 EUR. Und der Angestellte bekommt Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Arbeitsmaterial, bezahlten Urlaub, Weihnachtsgeld, Arbeitsplatz, Software, Hardware, Telefon, ….
Wenn ein SelbstĂ€ndiger all dies finanzieren will/muss, dann kommt er mit 40 EUR (ich weiĂ, es war nur ein Beispiel) nicht sehr weit.
Und ich denke, dass ein SelbstĂ€ndiger gut daran tut seinen Job professionell auszuĂŒben und ein wesentlich höheres Einkommen als Ziel zu haben.
Allen die sich dem “Wettkampf” stellen – viel GlĂŒck!
@ rene
Ja, da stimme ich dir zu, dass sollte man alles konservativ einplanen und dann noch einen Puffer. Aber es hÀngt eben auch sehr von der Region ab. Aber du hast schon Recht, das Ziel sollte wirklich mehr als die konservative Untergrenze sein.
@Peer
Was hĂ€ngt sehr von der Region ab? Eigentlich doch nur ein Teil der privaten Lebenshaltungskosten und evtl. noch die BĂŒromiete. Die KV, Steuern, … kosten doch zumindest in Deutschland fast ĂŒberall das gleiche – oder? Als WebDesigner kommt die Konkurrenz aber nicht nur aus dem eigenen Land. Da gibt es gut organisierte, internationale Projektbörsen im Internet und immer mehr potentielle Auftraggeber entdecken und nutzen diese. Der Wettkampf ist hart, Neukundengewinnung braucht viel Zeit und es ist leider nicht so, dass sich QualitĂ€t durchsetzt, weil einige Chefs klein- & mittelstĂ€ndischer Unternehmen gut und schlecht einfach nicht unterscheiden können und lieber weniger ausgeben. Der “teure Profi” hat dann nur viel Zeit fĂŒr’s Angebot schreiben ver(sch)wendet.
@ Rene
Da hast du sicher recht. Ich meinte aber eher die wirtschaftliche Situation der potentiellen Business-Kunden. Da sind die Unterschiede nach eigener Erfahrung schon sehr groĂ.
Solche Projektbörsen sind auch so eine Sache. Oft geht es da nur um den Preis. Und gegen Angebote aus Osteuropa oder Indien (im Bereich der Progammierung) hat man eh kaum eine Chance.
Von daher halte ich eine regionale Ausrichtung noch nicht mal fĂŒr einen Nachteil. Wenn man es richtig macht, kann das sogar ein Vorteil sein (Service vor Ort, Kenntnis der regionalen Anforderung etc.). Der persönliche Kontakt sollte auch nicht unterschĂ€tzt werden. Daraus entstehen dann oft auch lĂ€ngerfristige GeschĂ€ftskontakte.
@peer
Du bringst es auf den Punkt!
Der Kunde/Auftraggeber kann von Service & Beratung uvm vor Ort deutlich profitieren, aber er sollte es auch deutlich honorieren.
Die regional unterschiedliche Situation der potentiellen AG zu berĂŒcksichtigen ist ein netter Zug, aber nur, wenn man es sich leisten kann. Oft jammern die kleinen MittelstĂ€ndler doch schon, wenn eine kleine WebSite ĂŒber 1000 EUR kosten soll, geben aber auf der anderen Seite den x-fachen Betrag fĂŒr den geleasten Firmenwagen aus. Beim Firmenwagen kann es nicht protzig genug sein, schliesslich ist der gut fĂŒr’s Image und somit “verkaufsfördernd”. Dass eine schöne, ordentliche und passende WebSite mindestens den gleichen Effekt haben kann wird leider oft nicht beachtet.
Ich mache es deshalb so: Startups bekommen einen gĂŒnstigeren Stdsatz in Verbindung mit der Vereinbarung, dass sie mir ihre Dienste irgendwann mal bei Bedarf zum gleichen Satz anbieten. Da hab’ ich schon schöne Erfahrungen gemacht und nette Kontakte geknĂŒpft. Ansonsten zahlen “normale” Kunden den normalen Satz und “dicke Fische” dĂŒrfen/mĂŒssen etwas mehr zahlen. Ein bisschen “Robin-Hood”-mĂ€Ăig
@rene: Der Vergleich mit dem Firmenwagen ist gut. Habt ihr denn weitere Vergleiche?
Ich wĂŒnsche dennoch dir viel Erfolg mit deinen Werken. Mir gefallen die Posts sehr gut!
Danke Alex
Der Artikel ist wirklich gut…
und vor allem sehr ernĂŒchternd