30.000 Seitenaufrufe in 7 Tagen. Wie das glauben Sie nicht?
Also die Webstatistik meines Hosters sagt aber genau das aus. Vom 7. bis zum 13. Januar 2008 genau 30.570 Seitenaufrufe, auch PageViews genannt.
Warum Sie Ihrem Hoster nicht alles glauben dürfen und warum es eine richtige Statistik wahrscheinlich nie geben wird, erfahren Sie in diesem Artikel.
Riesige Unterschiede
Zwischen unterschiedlichen Statistik-Tools gibt es teilweise erhebliche Unterschiede in den gemessenen Daten. So zeigt das folgenden Bild die “Selbständig im Netz”-Zahlen für PageViews an. Die rote Linie ist Google Analytics und die blaue Linie die Logfile-Analyse meines Hosters.

Die Statistik meines Hosters (30.570) zeigt mir rund 4 mal so viele Seitenaufrufe wie Google Analytics (7.782) an.
Das sind aber nur 2 Beispiele. Wenn man dann noch die diversen anderen Statistik-Tools vergleichen würde, käme man sicher noch auf ganz andere Zahlen.
Aus der Erfahrung stellen die beiden genannten Statistik-Tools aber die Obergrenze (Logfile-Analyse) und Untergrenze (Analytics) dar.
Gründe für die Differenz
Gründe für die unterschiedlichen Zahlen gibt es viele. Die Statistik meines Hosters ist eine sogenannte Logfile-Analyse. Dabei handelt es sich wohl um die meiner Meinung nach ungenaueste Statistik. Ein Server speichert in einem Logfile alle, aber auch wirklich alle Zugriffe.
Das beinhaltet also neben menschlichen Besuchern auch alle möglichen Bots und Spider, die heute im Internet unterwegs sind. Aber auch Tools von irgendwelchen Internet-Services, welche die eigene Website scannen, werden erfasst.
Die Software, die dann diese Logfiles auswertet, muss also alle Bots, Spider und sonstiges nichtmenschliches kennen und nur die menschlichen Zugriffe auswerten.
Da dies aber kaum möglich ist, da jeden Tag neue Bots hinzukommen und alte Bots ihre Erkennung ändern, versagen solche Logfile-Analyse-Tools .
Google Analytics nutzt dagegen JavaScript, um die Statistiken zu erfassen. Bots können JavaScript-Code nicht ausführen und tauchen deshalb nicht in den Analytics-Statistiken auf.
Allerdings hat auch Google Analytics Nachteile. Nicht bei allen Browsern ist JavaScript aktiviert. Manche Nutzer haben Angst vor schädlichem JavaScript Code und haben diesen Tipp aus einer “Fachzeitschrift”. Doch laut aktuellen Statistiken ist bei rund 99,6% der Browser JavaScript aktiviert. Das ist also vernachlässigbar.
Manche haben auch Probleme damit, der Datenkrake Google auch noch die detailierten Statistiken Ihrer Website auszuhändigen. Das ist dann eine persönliche Entscheidung.
Andere Statistik-Lösungen haben teilweise noch ganz andere Ansätze und werten einen PageView z.B. erst dann, wenn diese Seite für eine bestimmte Dauer angeschaut wurde. Da gibt es viele Varianten.
Vorsicht vor Statistiken
Und genau diese Varianten der einzelnen Stats-Tools sorgt dafür, dass die Ergebnisse so unterschiedlich ausfallen. Aber es gibt sicher Tools, denen man eher vertrauen kann, als anderen.
Das ist aber auch wichtig, wenn Sie z.B. Werbung auf einer Website kaufen. Jemand, der bei sich Bannerwerbung verkaufen will oder z.B. einer Website verkauft, ist natürlich der Versuchung ausgesetzt, die Statistik-Software zu verwenden, die die höchsten Zahlen ausgibt.
Hinterfragen Sie woher die Statistiken stammen und fordern Sie im Zweifel Google Analytics Stats an. Das ist zumindest ein vergleichbarer Standard.
Werbeschaltungen
Die Statistik-Unterschied sehe ich in meinem Blog auch an anderer Stelle. Ich habe seit kurzem das Plugin WP-Ads laufen und lasse damit Werbe-Banner anzeigen.
Das Plugin ist recht einfach und bietet als Statistik nur die Anzeige der Einblendungen eines Banners. Allerdings wird hier jeder Aufruf des Banners gezählt, also genauso wie beim Logfile-Analyse Tool.
Das sollte man beachten, wenn man Werbebanner nach TKP abrechnet und besonders einkauft. Nach der Statistik des Logfiles hätte ich viermal so viel verdienen können, als wenn ich nach der Google Analytics Statistik gegangen wäre.
Mein Tipp an dieser Stelle. Banner nur kaufen mit wöchentlichen oder monatlichen Festpreisen mit Vorlage der Analytics-Statistiken.
Oder natürlich nach Klicks abrechnen.
Bots aussperren
Es gibt viele Versuche die Bots auszusperren. Zumindest die offensichtlich “bösen” Bots, denn es gibt ja auch eine Menge nützlicher Bots und Spider, z.B. die Spider der Suchmaschinen.
Doch leider scheint mir kein Projekt so richtig ausgereift und vor allem offiziell unterstützt.
Die folgenden Möglichkeiten gibt es, Bots nicht nur aus den Statistiken, sondern komplett von der Website auszusperren:
- man kann in einer htaccess-Datei eine Liste der Bots eingeben, denen der Zugriff auf die Website verweigert werden soll.
- Es gibt auch Scripte, die Spider und Bots aussperren. Allerdings sind auch diese Projekte teilweise lange nicht gepflegt wurden.
- Es gibt auch Community-Ansätze dafür. Eine ist Bot-Trap. Dafür gibt es z.B. auch ein WordPress-Plugin, welches dabei hilft, die gesperrte IPs herauszulesen.
Leider gibt es noch nicht die perfekte Lösung. Oder kennt jemand eine bessere, als die hier aufgelisteten?
Fazit
Statistik ist nicht gleich Statistik. Gerade wenn es um Werbung auf Websites oder Blogs geht, sollte man genau hinschauen, woher die Statistik kommt.
weiterführende Artikel zu diesem Thema
- 10 Statistik-Plugins und Tools für WordPress
- Besucherzahlen und -herkunft im Juli
- Blog-Statistiken für Oktober
- Besucherzahlen und andere Stats für September
- 10 Tipps für eine erfolgreiche Firmen-Website – Teil 9 Kontrolle
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.









Die Unterschiede in den verschiedenen Statistikensystemen verschiedener Hoster machen es einem Dienstleister in dem Bereich noch zusätzlich schwer die Zahlen entsprechend zu erklären. So sind z.B. die Statistiken von Strato und 1und1 grundverschiedenen und teilweise gar nicht vergleichbar. Meist fehlt dann noch eine entsprechende Begriffsbeschreibung und man hängt völlig in der Luft.
Aber wie sage ich ich immer: “Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst manipuliert hast!”
Besonders schlimm finde ich, dass einige Mitbewerber einfach mit der “Obergrenze” werben. Dort wird dann etwas von zwei Millionen Besuchen erzählen, was faktisch natürlich völliger Humbug ist.
Wirbt man nun mir seinen richtigen Daten, die dagegen sehr klein erscheinen, hat man einen echten Nachteil.
Constantin
Ja Constantin,
das ist wirklich für viele verlockend die “Obergrenzen” anzugeben.
Wenn man selber aber genau erklärt woher die eigenen Daten stammen und das der Interessent sich doch bitte (in seinem eigenen Interesse) davon überzeugen soll, woher die “guten Werte” der anderen stammen, wird den Nachteil sicher wegmachen können.
Aufklärung am Kunden ist hier angesagt. Und das machen ich ehrlich gesagt ständig, auch bei anderen Dingen.
Hi,

also ich setze auf meiner Seite http://chcounter.org/ ein!
Dieses Stat-Tool hab ich nach tagelanger Tests als das Beste empfunden!! Google Anal. ist ebenfalls gut, jedoch wie gesagt… man gibt Googledamit die gesamten Daten seiner Website preis!
CHCounter ist einfach zu installieren und bietet meiner Meinung nach noch bessere Ergebnisse als Google Anal., zudem kann man sehr viel einstellen UND auch alles auf der eigenen Website ausgeben, dies darf man ja mit Google Daten nicht!
Das heisst man speichert die gesamten Daten der eigenen Websiteentwicklung an einem eigenen Ort, und lagert diese nicht gefangen bei Google!
Ich gebe z.B. und Statistiken auf meiner Website die Besucherzahlen der letzten Tage und Monate aus… das Teilmacht einfach mehr Spass als Google Anal.
Und natürlich kostenlos… so wie es sich gehört
Der Tipp ist kein Spam… da ich lange nach so einem perfekten Teil gesucht habe… bei dem man zudem nichtmal Werbung von den Entwicklern ausgeben muss, außer als Kommentar im Quellcode wo man es einbindet, jedoch nicht sichtbar für den Besucher,
Grüße,
Steve
ich muss gestehen, würde ich unsere daten des hosters hier auflisten würden wir damit den tatsächlichen zahlen von heise konkurrenz machen können
die tatsächlichen zahlen sind knapp dadrunter… google analytics ist etwas bodenständiger
Mh, also meiner Meinung nach stehen die Log-Auswertungen bei mir ganz weit oben. Es ist klar, dass die 30.000 Aufrufe nur Hits sind und somit eigentlich auch nicht als Besuche zu verstehen sind. Bei meinem Provider ist es nun so, dass diese in die Log-Files noch mehr Informationen schreib als nur Wer da war, so dass er auch Angaben zu Besuchern und unique Visits (alle unterschiedlichen IPs von einem Tag) geben kann. Aber im Vergleich (zu nem Stats-Plugin und Google) ist es dennoch die Obergrenze, leider… also sehr schwieriges Thema!
Hi Webguard,
die 30.000 werde schon explizit als PageViews ausgegeben. Es gibt noch eine Spalte Hits und die liegt nochmal deutlich drüber.
Da ich aber selber schon Logfile-Analyzer geschrieben habe, weiß ich dass die Logfile-Zahlen leider nur (sorry) Schrott sind.
Es mag dem ein oder anderen schwer fallen das einzusehen und die eigenen Zahlen nach unten zu korrigieren. Aber ich halte Google Analytics, Blogcounter.de und die WordPress-eigenen Stats für am zuverlässigsten. Diese geben ungefähr die selben Zahlen aus.
Ein immer wiederkehrendes Thema, will man eine Webseite bewerten oder Effekte mit Optimierungsmassnahmen einer Webseite z.B. auch gegenüber dem Kunden begründen.
Einen sehr umfassenden Artikel habe ich schon voriges Jahr im Blog von namics gefunden. Vielleicht für den ein oder anderen hier auch noch ergänzend zu Peers Artikel interessant.
http://blog.namics.com/2007/02/web_statistik_b.html
Gerade wenn man als Selbständiger im Netz Geld verdienen möchte, ist glaube ich auch eine Einschätzung der eigenen Aktivitäten und damit eine sinnvolle Statistik ziemlich wichtig.
Danke doktora für den Artikel. Der ist wirklich lesenswert und zeit das Dilemma bei den Webstatistiken gut auf.
Im Grunde geht es doch gar nicht um die richtige Webstatistik. Die wird es wohl niemals geben. Viel wichtiger ist die Vergleichbarkeit. Deshalb vertraue ich eher auf Analytics, als auf irgendein Drittanbieter-Tool, welches vielleicht besser ist, aber kaum jemand verwendet.
Schöner Artikel.
Ich verwende auch den chcounter und muß sagen, das der wirklich 1a ist. Ansonsten lasse ich bei den Blogs noch den counterize 2 laufen, welcher ebenfalls recht brauchbare Zahlen ausspuckt(meiner Meinung nach noch etwas genauer wie chcounter). Allerdings muß man bei counterize 2 öfter mal die Datenbank leeren, damit sich WP im Adminbereich nicht aufhängt. Google Analytics hatte ich testweise mal ausprobiert und muß sagen, das ich damit wirklich zufrieden war. Trotzdem können die Daten von Analytics mit ins Ranking einfließen und das muß nun wirklich nicht sein.
Gruß
Ein Grund, warum insbesondere bei Blogs diese Differenz so enorm ist, liegt an den RSS-Feeds.
Feed Abrufe werden von google Analytics (und auch den meisten anderen Stat-Tools) nicht erfasst. Sie tauchen aber wohl in den Logfiles auf. Und wenn ein Feedreader beispielsweise alle 20 Minuten abfragt, kommen da schnell größere Mengen zusammen.
Hallo Peer Wandiger,
vielen Dank für Ihren Link auf das WebHits Web-Barometer.
Viele Grüße,
Christian Asche (WebHits)
Naja m.E. handelt es sich bei Logfile-Analyse um ein etwas veraltetes System. Auch die Auswertungsmöglichkeiten sind damit leider beschränkt. Besser ist natürlich die Pixel-Methode, hat aber die Problematik das diese JavaScipt aktiviert sein muss. Da ich aber auch der Meinung bin das heute der größte Teil sowie JavaScipt aktivert hat, was auch die Statistik oben im Text sagt, ist dies eher zu vernachlässigen.
Wir setzten selbst auch für unsere Kunden auf die Pixel-Methode.
Das Problem mit den 30.000 Hits habe ich leider auch, jedoch sind diese bei einer Webseite von mir pro Tag, so dass ich auf Anraten meines Hosters letztens einen eigenen Server mieten musste. Die Logfile Analyse ergab letztlich das der Googlebot mit allein 10.000 täglichen Hits viel Performance beansprucht.
Hallo René,
Die Crawl-Rate von Google kannst du ja steuern. In den Webmaster Tools von Google gibt es die Möglichkeit einzustellen, wie oft der Google Crawler kommen soll. Du kannst die Crawling-Geschwindigkeit dort auf “Langsamer” stellen.