Wenn der eigene, mühsam erstellte Content auf anderen Websites ungefragt eingebunden wird, ist das schon sehr ärgerlich. Nicht nur, dass der Andere damit Geld verdient, es kann auch meinen eigenen Rankings in Google schaden.
Denn was passiert, wenn Google 2 Websites mit gleichem Content findet? Es könnte passieren, dass eine davon schlechter oder gar nicht mehr im Google Index angezeigt wird. Und das könnte auch die eigene Website sein.
Content-Dieb aus der Nachbarschaft
Immer wenn ich kurz davor stehe, meinen Blog-Feed als Fulltext zu veröffentlichen, kommt irgendetwas dazwischen. Diesmal waren es rund 15 Pingbacks, die mich gestern Abend erreicht haben. Es dauerte einen Moment, bis ich realisiert habe, dass da jemand meinen RSS-Feed ausgelesen und die Texte bis zum “more” Text in seinen Blog eingebaut hat. Und dort finden sich ausschließlich Artikel von mir. Sogar die Links zu “Webnews” und “Yigg” wurden einfach übernommen.
Gut, man könnte es als Kompliment sehen, aber irgendwie ärgerte es mich doch.
Heute existiert dieser Blog anscheinend schon nicht mehr.
Damit auch Ihr euch wehren könnt, im Folgenden ein paar Tipps zum Umgang mit Content-Klau.
Content-Klau finden
Zu allererst müsst ihr überhaupt erstmal herausfinden, dass euer Content geklaut wurde. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Ganz einfach ist es, bei Google nach den eigenen Artikeln zu suchen. Also am besten nach einzelnen Sätzen aus euren Texten. Da die meisten Content-Klauer den Text 1:1 übernehmen, kann man hier schon fündig werden.
Komfortabler, aber dafür auch kostenpflichtig bietet Copyscape einen Service an, der im Internet nach dem eigenen Content sucht. Man kann Copyscape zwar auch kostenlos testen, aber dann zeigt es nur die ersten 10 gefundenen Stellen im Internet an. Eine deutsche Alternative dazu wäre www.docoloc.de.
Eine weitere Möglichkeit für WordPress-Blogs ist der Einbau eines speziellen Plugins. Es nennt sich CopyFeed und versieht jeden Post mit einem einzigartigen “Fingerabdruck”. Nach diesem sucht es dann auch im Internet und nennt Fundstellen. Es tolles Plugin von Frank Bueltge, dessen Blog ich sowieso jedem Blogger nur wärmstens empfehlen kann.
Manchmal melden sich die Content-Klauer netterweise auch selber. So war es ja bei mir. Ein automatischer Pingback macht auf den geklauten Content aufmerksam. So war es vor einer Weile auch mal bei John Chow, wenn ich mich richtig erinnere.
Wenn man dann einen Blog oder eine Website gefunden hat, die den eigenen Content enthält, dann sofort ein Bildschirmfoto machen. Das habe ich leider gestern Abend vergessen. Oder man lädt gleich die ganze Website mit einem Offline-Reader herunter.
Die Content-Klauer identifizieren
Hat man so eine Scraper-Website gefunden, geht es ans Identifizieren. Es gibt für jede Domainendung dieser Welt eine WhoIs-Website. Dort kann man Informationen zu der Domain abrufen.
In meinem Fall war es eine EU-Domain. Im WhoIs Eintrag habe ich dann eine eMail-Adresse der Person gefunden, die diese Domain registriert hat. Anstatt irgendeine Freemailer-Adresse anzugeben, die nicht zurückzuverfolgen ist, hat diese Person intelligenter Weise eine eMail-Adresse angegeben, zu der es einen Denic-Eintrag gibt.
Also habe ich bei der Denic nachgeschaut, wem diese Domain gehört. Die Internet-Seite zu dieser eMail-Adresse hatte zudem netterweise ein Impressum, so dass ich auch gleich den Namen und die Adresse sehen konnte. Witzigerweise wohnt diese Person auch nur 25 km von mir entfernt. Das Internet ist doch ein Dorf
Maßnahmen gegen Content-Klau
Da ich kein Freund davon bin, gleich mit dem Anwalt zu kommen, habe ich erstmal eine nette, aber deutliche eMail geschrieben. Darin habe ich den Admin dieser Site aufgefordert, die geklauten Inhalte umgehend zu entfernen und vom zukünftigen Scrapen meiner Texte abzusehen.
Dies scheint es auch gewirkt zu haben, denn bereits heute finden sich ganz andere Inhalte dort wieder..
Wenn das nichts bringt kann man z.B. in der eigenen htaccess-Datei die Domain des klauenden Blogs sperren. Da solche Scripte i.d.R. auf dem selber Server laufen wie der betreffende Blog, kommt das Script nicht mehr auf meinen Blog drauf.
Habe ich allerdings meinen RSS-Feed über Feedburner laufen, so reicht das nicht. Feedburner bietet aber die Möglichkeit direkt mit dem Support Kontakt aufzunehmen und solche Scraper zu melden. Dann sperrt Feedburner diesen Domains den Zugriff.
Ein weiteres Tool, welches ich aber selbst noch nicht eingesetzt habe, ist SpiderTrap. Wer daran interesse hat, sollte sich auf deren Homepage genauer informieren.
John Chow hat zum Beispiel in seinen RSS-Feed eine Fußnote integriert, die gleich richtig mit dem Anwalt droht. Wenn alles andere nichts nützt, ist dass sicher eine Option.
Man kann aber auch Google informieren und die klauende Website melden. Allerdings sollte man das schon überzeugend rüberbringen und nicht mit einer zu schnellen Antwort rechnen.
Für meine bisherigen Fälle von Content-Klau hat eine eMail an den Webmaster gereicht. Danach wurden die Inhalte wieder entfernt.
Die positiven Seiten von Content-Klau
Es gibt durchaus auch positive Seiten des Content-Diebstahls. Manche Blogger haben auch gar nichts dagegen, dass die eigenen Artikel woanders auftauchen.
Wenn man clever ist, baut man Links zu anderen Beiträgen des eigenen Blogs ein. So erhält man kostenlos Bachlinks, wenn die Artikel woanders auftauen.
Genauso gut ist es, Affiliate-Links einzubauen. Diese werfen weiterhin Geld ab, auch wenn sie auf anderen Websites oder Blogs eingebaut sind.
Alles in allem ist solch ein Content-Klau schon sehr ärgerlich. Allerdings in der heutigen Zeit auch fast nicht vermeidbar. Leider lohnt es sich für die meisten nicht, damit zum Anwalt zu gehen. Oft reicht ein eMail aus, um zumindest “experimentierende” Scriptkiddies dazu zu bringen, den Diebstahl des eigenen Contents einzustellen.
Hier noch 2 Links zu interessanten Websites zu diesem Thema:
www.contentklau.de
www.art2digital.com
Ich werde mir das mit dem Fullfeed auf jeden Fall nochmal gut überlegen.
In diesem Zusammenhang würde mich ja interessieren, ob Ihr schon mal Opfer von Content-Dieben geworden seid:
weiterführende Artikel zu diesem Thema
- rechtliche Betrachtung von Content- und Design-Klau
- Lohnt sich ein Online-Shop noch?
- Lohnen sich bezahlte Blogbeiträge zur Vermarktung der eigenen Website? –
Trigami und Co. 2 - Warum neu starten? Kaufen Sie sich einen Online-Shop!
- Selbständig im Netz nun auch per eMail
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.









Kein Ahnung, dass habe ich noch nicht geprüft.
So what? Ich habe zum Glück keine Duplicate-Content Paranoia.
[kleingedrucktes]Dies ist kein Aufruf, meinen Content zu klauen[/kleingedrucktes]
In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende!
Hi Constantin,
du bist SEO-Blogger und interessierst dich nicht für Duplicate Content? Sachen gibts
@ Peer Wandiger
^^
Du hast was vergessen und zwar das man Sich vor solchen Pings schützen kann. Man kann diese Blogs bei Akismet melden und schützt somit auch andere Webseiten
Hallo Paul,
ich dachte, wenn ich diese als SPAM in Askimet markiere, wird das automatisch bei Askimet registriert. Aber danke für die Info.
Ich betreibe eine Schnäppchen-Seite mit Referlinks und finde “meine” Schnäppchen gerne (ehrlich gesagt: ungerne) etwas zeitversetzt auf andern Nachahmer-Seiten wieder. Die können die Angebote natürlich auch selbst gefunden haben, aber wenn das immer wieder passiert, geht es einem doch auf den Keks, da die dann für meine Arbeit Geld einstreichen…
Naja, muss ich halt weiterhin der erste sein, Qualität zahlt sich doch am Ende immer aus…
Das man sich auf anderen Blogs informiert und Informationen in seinem eigenen Blog einbaut sehe ich noch nicht mal so als Problem. So ist das halt im Internet. Ich sehe es eher als Problem, dass einfach der Text 1:1 übernommen wird.
Informieren ist eine Sache, einfach 1:1 übernehmen ist aber nicht in Ordnung. Aber hier hat sicher jeder auch seine eigene Meinung.
Einen habe ich mal erwischt – meine gesamte Seite wurde geklaut. Es waren Fachartikel über die Geschichte eines Konsumproduktes. Der Kerl hatte einen Online-Shop zu dem Produkt und war tatsächlich so dreist, meinen gesamten Text zu klauen und bei ihm Online zu stellen.
Ich war aber so nett und hab ne E-Mail geschrieben – wurde dann ja auch sofort entfernt.
Ich denke ja auch, dass manche das gar nicht mal mit böser Absicht tun. Die denken einfach “Internet = alles meins”.
Aber es gibt natürlich auch genug “Profis”, die genau wissen, was sie da tun.
Hallo Ihr,
…ich bin oft in der Zwickmühle. Wenn ich mich auf meiner Seite kritisch zu bestimmten Inhalten anderer Seiten melde, die ich anderenortes aufgestöbert habe, zitiere ich daraus und lege einen Backlink dahin. Trotzdem wurde mir auch schon “Kontentklau” unterstellt. Ich finde dies albern. Ich denke, eine saubere Quellangabe sollte ausreichend sein um geistiges Eigentum ordentlich zu markieren.
Hier ist solch ein Beispiel:
http://blog.filago.de/archives/254
Ist dies eurer Ansicht nach auch Kontentklau?
Beste Grüsse,
Felix
Also zitieren ist erlaubt. Es ist allerdings ein schmaler Grad. In der aktuellen Internet Word Business ist dazu ein Artikel. Da ging es um auch um Zitate aus anderen Websites.
Es ist alles sehr schwammig, aber grundsätzlich sind Zitate dann erlaubt, wenn sie im Verhältnis zum eigenen Content stehen, zumindest habe ich das so verstanden. Wahrscheinlich sowohl auf den eigenen Post bezogen, als auch auf die Website insgesamt.
Dein Beispiel ist sicher grenzwertig, da dein eigener Text etwas kurz ist im Vergleich zum Zitat. Aber das ist wie gesagt alles nur meine Meinung, da sich hier selbst die Gerichte nicht einig sind.