Dies ist ein Trigami-Review.
Das Bekleben von Laptops scheint ja derzeit wirklich IN zu sein. Da fühlt man sich ja fast ein wenig außen vor, wenn man nur ein normales graues Notebook hat.
Aber es gibt hier auch Unterschiede. Während die einen ihr Notebook “nur” verschönern wollen und möglichst kreative, bunte oder coole Designs auf ihren portablen Rechner kleben, nutzen andere diesen lieber als Werbefläche.
Nicht das dies so neu wäre, denn nicht umsonst haben die Notebook-Hersteller schon lange ihr Logo gerade deshalb auf den Deckel gedruckt, damit dieses immer schön von anderen gesehen wird.
Doch smaboo geht nun einen Schritt weiter und verknüpft den Guerilla Marketing Gedanken mit dieser Notebook-Werbefläche. Das kann sowohl für werbende Unternehmen, also auch für Notebook-Besitzer sehr interessant sein.
Wer ist smaboo?

“Beim Kaffee trinken Geld verdienen”. So wirbt smaboo derzeit unter den Studenten in Deutschland für ihr neues Werbeformat. Denn gerade Studenten sind einerseits viel in sozialen Gruppen unterwegs und oft noch offen für neue Produkte und Dienstleistungen. Das liegt sicher auch daran, dass die Studenten natürlich auf dem Sprung ins (finanziell oft besser gestellte) Berufsleben sind und sich da auch die Nutzung von Produkten und Dienstleistungen oft ändert.
Das ist als schon ein sehr guter Moment, diese junge Zielgruppe zu bewerben.
Ein weiterer Vorteil ist sicher, dass so eine Werbung auf dem Laptop eher wahrgenommen wird, als irgendwelche Print- oder TV-Werbung. Es ist noch sehr neu und erregt alleine damit Aufmerksamkeit. Aber es kommt auch etwas authentischer rüber, obwohl das sicher auch vom Inhalt der Werbung abhängt.
Zu guter letzt sind natürlich auch die Werbeträger, also die Studenten, denen die Laptops gehören, recht offen für solche Nebenverdienste.
smaboo selbst konzentriert sich auf das sogenannte “Embedded Branding”. Wieder ein englischer Begriff, der die Werbeart aber ziemlich gut beschreibt. “Eingebettete Werbung” könnte man es wohl übersetzen.
Und genau das ist das Ziel. Vertreter der Werbezielgruppe selbst dazu bringen zu werben. Sicher ein besserer und effektiverer Ansatz als die Gießkannen-Werbung in der heutigen TV-Landschaft.
Wie kann man werben?
Für Unternehmen ist diese Werbeform auf jeden Fall sehr interessant, wenn auch ungewohnt. Waren die Zeiten nicht schön, als man einfach einen Batzen Geld den Werbeagenturen in die Hand gedrückt hat und die haben daraus einen mehr oder weniger guten Werbespot gebaut und diesen im TV geschaltet. Das war einfach und es hat ja auch jeder gemacht.
Doch in Zeiten von Zapping und weniger TV- und Print-Konsum, müssen sich auch werbende Unternehmen umstellen.
Das Schöne an diesem “Embedded Branding” ist, dass auch kleinere Firmen hier mitmischen können. Denn die Zielgruppen lassen sich wunderbar und recht genau ansprechen.
Derzeit geht es zwar vor allem um Studenten, aber dabei muss es ja nicht bleiben. Andere Zielgruppen sind durchaus denkbar. So könnte man als Unternehmen doch die Besucher von bestimmten Konferenzen ansprechen wollen. Nehmen wir mal die “Internet World” in München. Dort trifft sich eine sehr genaue Zielgruppe. Für Unternehmen, welche für diese Zielgruppe (i.d.R. auch noch sehr gute Multiplikatoren) Produkte oder Dienstleistungen anbieten, wäre es doch bestimmt sehr erfolgreich, wenn man dort auf einer Reihe von Laptops mit Werbung auftaucht.
Aber auch unter den Studenten gibt es Unterschiede und so könnte man nur auf Laptops von Maschinenbau-Studenten werben, wenn man wollte.
Die Möglichkeiten sind jedenfalls recht vielfältig, da die aus dem Affiliate-Marketing bekannten Vergütungsmodelle angeboten werden. Neben der eigentlichen Werbung, bei dem der Promoter (also der Laptop-Besitzer) einen festen Betrag erhält, gibt es noch Lead- und Sales-Kampagnen. So hat auch der Werbetreibende die Sicherheit, dass die Kosten nur anfallen, wenn auch wirklich Kundeninteresse generiert wird.
Kreativ hat das zum Beispiel Hitflip.de genutzt, da auf der Laptop-Werbung jeweils ein anderer Bonuscode drauf steht. Man sieht dann also bei der Hitflip-Anmeldung direkt, von welchem Promoter man diese Bonuscode hat. Und dieser bekommt dann den Lead zugerechnet.
Was kann man verdienen?
Laut smaboo kann man als Student bis zu 150,- Euro verdienen und es sollen laut smaboo weitere Werbeflächen hinzukommen. Was das sein könnte, kann man nur spekulieren.
Aber 150,- Euro sind für einen Studenten nicht wenig und wenn man dafür nicht mehr tun muss, als seinen Laptop zu bekleben, warum denn nicht. Allerdings liegen die bisherigen Kampagnen deutlich unter diese Vergütungen.
Zugang zu smaboo gibt es derzeit nur auf Einladung. smaboo scheint hier eher auf langsames und natürliches Wachstum zu setzen. Dazu gehört auch, dass es an der Hochschulen jeweils Ansprechpartner gibt, die das organisieren und natürlich auch kontrollieren.
Es würde mich ja freuen, wenn smaboo erkannt hat, dass der Überraschungseffekt sehr wichtig für dieses Werbeformat ist. Laufen also zu viele Studenten mit solcher Werbung rum, verliert sich der Effekt.
Kritikpunkte
Im Grunde kann man diese Werbeform wie auch jede andere kritisieren. Natürlich sind diese Werbeflächen etwas aufdringlich, vor allem, wenn jeder dritte Student diese auf seinem Laptop hätte. Aber es sind ja verhältnismäßig wenig Studenten mit dieser Werbung. Zu sehr nerven sollte es also nicht (derzeit rund 1.100 Teilnehmer an 19 Hochschulen).
Aber da auf den Laptop-Deckeln sowieso immer Werbung drauf ist, nämlich das Logo des Laptop-Herstellers, finde ich es nicht so dramatisch hier andere Werbung drüber zu kleben. Die Laptop-Hersteller ärgern sich aber wahrscheinlich ein wenig.
Kritisch sehe ich eher die Werbung selbst. Einen Teil der Werbeanzeigen-Beispiele, die ich bisher gesehen habe sind eher lau und nicht witzig. Gerade so eine Werbefläche eignet sich doch eigentlich hervorragend dafür, etwas witziges und kreatives zu machen. Hier scheinen die alten Werbeagenturen einfach Printanzeigen verwendet zu haben und müssen noch dazulernen.
Einsatzgebiete für Selbständige und kleine Firmen
Für Selbständige und kleine Unternehmen ist diese Werbevariante ebenfalls durchaus interessant. Natürlich kommt es auf die Zielgruppe an. Wenn man aber Studenten als Zielgruppe hat, dann kann es sich durchaus lohnen.
Das liegt vor allem auch daran, dass man gezielt lokal werben kann, also z.B. nur an einer Hochschule. Vertreibt man also z.B. ein bestimmtes Modelabel für Jugendliche in einem Ort mit Hochschule oder Uni, dann kann sich solche Werbung durch aus lohnen.
Auch Werbung für bestimmte Freizeiteinrichtungen, Szene-Kneipen oder ähnliches wäre denkbar.
Sollte smaboo irgendwann mal andere Werbeträger als Studenten anbieten, z.B. das obige Beispiel mit den Konferenz-Teilnehmern, dann ist auch B2B-Werbung interessant und denkbar.
Also insgesamt finde ich es eine gute Idee, die mit Sicherheit erfolgreich sein wird, auch wenn die Idee noch wachsen muss und auch die Unternehmen sich noch darauf einstellen müssen.
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.









Ich finde die Idee wirklich innovativ, mal etwas ganz anderes. Klar werde ich mir keine Werbung auf mein Notebook kleben, aber die Zielgruppe scheinen ja auch Schüler und Studenten zu sein.
Bin wirklich gespannt, wie sich das Projekt entwickeln wird, wobei ich da eher etwas skeptisch bin.
WO ist diese Idee innovativ? Schon anno 1990 konnte man Schüler mit Aufklebern von Radiosendern o.ä. rumrunnen sehen, und wenn ein Scout diese in der Stadt sieht, bekam der Glückliche 100 Mark!
Die Grundidee wohl nicht, aber hinsichtlich “Werbung auf Laptops”.
Ich bezweifle einen großen Erfolg dieser Aktion — der Aufkleber ist nur effektiv, wenn er an den richtigen Stellen gezeigt wird. Klar ist die Mensa ein guter Ort mit viel Publikum. Aber das grenzt die Werbetreibenden auf Zielgruppe = Studenten ein. Daher finde ich EUR 150 schon recht viel an Sold.
Für Selbständige könnte es aber interessant sein, auf sein Notebook Werbung für sich bzw. für seine Dienstleistungen zu bringen — und wenn es nur die eigene Internet-Seite ist. Aber Vorsicht: Beim Beratungsgespräch beim Kunden könnte dies negativ kommen! “Dezent” ist mal wieder das unkonkrete Stichwort
Ich finde die Idee genial. Nur eben wie Stefan schon gesagt hat, eignet es sich nicht für eine Besprechung mit irgendeinem Partner.
Aber für den privaten Programmierlappy würd es sich auf jeden Fall lohnen.
Das Thema scheint ja wirklich interessant zu sein. Es kommt sicher auf die Umstände an. So lange es in Studentenkreisen bleibt, ist es sowieso nicht so interessant. Aber dezente und gut gemachte Werbung im richtigen Business-Umfeld sehe ich schon als ganz interessant an.
Nette Idee!
Schade, dass dies nur für Studenten ist. Ich würde da gerne mitmachen. BIn dauernd unterwegs auf Treffen, in der Stadt, auf Barcamps, Kongresse etc.
Typisch Deutschland. Während man in den USA schon längst diese Möglichkeit richtig nutzt, wird bei uns mal wieder rumgezickt, und keiner traut sich.
@ all vielen dank für feedback und kritik. wir haben jetzt die ersten kampagnen abgeschlossen. debitel war sehr zufrieden mit euer arbeit. freu mich auf das was noch kommt. bin seit anfang der woche dabei
http://www.blog.smaboo.de/2008/04/02/alex-und-marko-neu-im-team/
Andere Zielgruppen sind natürlich auch interessant und wir sind für ideen und feedback immer offen. allerdings geht alles meist nicht so schnell wie man sich das wünscht. lg marko