Wer kennt sie nicht, die lila Kuh. Eine Schokoladen-Marke hat sich damit ein Denkmal gesetzt und sich deutlich von der Konkurrenz abgesetzt.
Auch wenn die Amerikaner die lila Schokoladen-Kuh wahrscheinlich gar nicht kennen, trĂ€gt das Buch von Seth Godin den Namen “Purple Cow” (die “lila Kuh”) nicht umsonst. Es geht in diesem Business-Buch um die geĂ€nderten Spielregeln des modernen Marketing und wie man als Unternehmen dabei nicht nur ĂŒberleben, sondern seiner Konkurrenz voraus sein kann.
Und das betrifft nicht nur groĂe Unternehmen, sondern auch kleine SelbstĂ€ndige.
Purple Cow – Die lila Kuh
“The old ways of marketing are dead – and being safe is now too risky” prangt auf der RĂŒckseite des Buches und verspricht viel, wie die meisten BĂŒcher heutzutage. Das Buch selber fĂ€llt schon durch das lila Kuhmuster sehr auf.
Dass die deutschen Ăbersetzer die Grundaussage des Buches anscheinend gar nicht verstanden haben, zeigt das langweilige deutsche Cover. Aber das nur nebenbei.
Ich habe die englischsprachige Variante gelesen, da die deutsche Ausgabe gerade vergriffen ist. Doch das sollte kein Hinderungsgrund sein, da das Englisch von Herrn Godin sehr gut zu lesen ist.
Doch um was genau geht es denn nun in diesem Buch?
Das Marketing Àndert sich
Auf 144 nicht zu vollen Seiten fĂŒhrt Seth Godin uns in seine Definition von Marketing ein. Zu Beginn wirft einen Blick zurĂŒck auf die traditionellen Marketingformen. Da wĂ€re natĂŒrlich vor allem das Fernsehen, dass in den vergangenen Jahrzehnten das Kaufverhalten wesentlich bestimmt hat. Aber auch Print-Anzeigen sind einer dieser Klassiker.
Er zeigt auf, dass Massen-TV-Werbung zwar immer noch wirkt, aber bei weitem nicht mehr so effektiv ist, wie frĂŒher. Die Kosten fĂŒr TV-Werbung steigen dagegen stĂ€ndig an, so dass TV-Spots fĂŒr neue Marken und neue Produkte hĂ€ufig nicht mehr rentabel sind.
Warum immer noch so viele Unternehmen TV-Werbung machen? Gerade die etablierten Weltmarken mĂŒssen ja “nur” ihr Image pflegen und dafĂŒr taugt das Fernsehen noch immer. Doch die Verweigerung vieler TV-Zuschauer, das sogenannte Zapping, lĂ€sst die meisten TV-Spots ins Leere laufen. Schaut man dann noch, wie viele andere Informationen heute auf einen Menschen einflieĂen (z.B. durch das Internet), wird klar, dass die GieĂkannen-Werbung vergangener Zeiten nicht mehr unbedingt die erste Wahl fĂŒr Unternehmen sein sollte.
Er vertritt deshalb eine andere Ansicht von Marketing, die er sehr anschaulich darstellt und mit vielen Beispielen hinterlegt. Er fordert vor allem Mut, gerade in Zeiten, in denen die meisten Unternehmen “auf sicher gehen”.
Und Marketing sollte seiner Meinung nach nichts sein, was ein fertiges Produkt nimmt und versucht dieses zu vermarkten. Marketing, nach Seth Godin, ist Teil der Produktentwicklung. Das Produkt selber trÀgt das Marketing in sich.
FĂŒr wen ist das Buch?
Das Buch richtet sich nicht nur an Marketing-Leute. Im Gegenteil, gerade die Entwickler und Produktdesigner mĂŒssen umdenken und den Marketing-Gedanken verinnerlichen. Nur dann besteht die Chance auf “lila KĂŒhe”.
Die Chance?
Ja, denn im Gegensatz zu vielen anderen Buchautoren verkauft Seth seine Ansichten nicht als “Das einzig Wahre”. Er redet nicht alles tot was einmal war. Er ist ehrlich und weiĂ, dass auch Purple Cow Produkte nicht planbar sind. Alles was man machen kann ist, die Chancen auf Purple Cow Produkte im Unternehmen zu erhöhen. Und er zeigt wie man das machen kann.
Das Buch ist aber auch fĂŒr SelbstĂ€ndige interessant, da es auch im regionalen Wettbewerb um Marketing geht. Hier spielen nicht die TV-Spots eine Rolle, aber die Print-Anzeigen sind auch nicht mehr so effektiv wie noch vor Jahren.
Um sich von seiner Konkurrenz zu unterscheiden und neue Kunden auch in schwierigen Zeiten zu gewinnen, ist es notwendig aus der grauen Masse hervorzustechen. Eben eine Purple Cow zu sein oder Purple Cow Produkte zu haben.
Inhalt
Nachdem er die Wandlung des Marketing erklÀrt hat, geht er auf die Aspekte von Purple Cow Produkten und Unternehmen ein. In vielen Fallbeispielen zeigt er anschaulich was er meint und das hilft oft beim besseren VerstÀndnis.
Aber nicht nur Produkte oder Unternehmen können Purple Cows sein. Auch Menschen können dies sein. Das ist zwar in Deutschland noch nicht so verbreitet, wie z.B. in den USA, wo man viele Dienste und Angebote mit Personen verbindet. Aber auch im Kleinen kann man aus sich selbst eine Purple Cow machen und damit fĂŒr Kunden (oder Arbeitgeber) deutlich interessanter werden.
In der zweiten HĂ€lfte des Buches geht er auf die Methoden ein, wie man Purple Cows wahrscheinlicher machen kann.
Zum Ende hin bringt er nochmal eine Reihe von sehr guten Beispielen, die man auch als EuropÀer sehr gut nachvollziehen kann.
Seht Godin
Seth Godin ist relativ bekannt. Seine meist sehr guten BĂŒcher stellt er unter anderem in seinem Blog und auf seiner Website vor.
Er hat eine Reihe weiterer BĂŒcher geschrieben, die ich zumindest teilweise kenne. Die BlogbeitrĂ€ge sind auch sehr gut und man bekommt immer den ein oder anderen DenkanstoĂ.
Fazit
Das Buch kann ich allen SelbstĂ€ndigen, die nicht in der Masse untergehen wollen bzw. nicht ihr Budget fĂŒr ineffektive klassische WerbemaĂnahmen rausschmeiĂen wollen, nur empfehlen. Es ist nicht zu lang und Seth kommt schnell auf den Punkt.
Des englischen sollte man halbwegs mÀchtig sein. Ansonsten lohnt es sich auf die deutsche Ausgabe zu warten, die hoffentlich bald wieder lieferbar ist.
Allerdings findet man hier keine “10 Schritte zum Erfolg”-Regeln. Seth ist ehrlich und verspricht keine Allheilmittel zum garantierten Erfolg. Es kommt vor allem darauf an, seine Einstellung zum Marketing zu Ă€ndern.
Sehr empfehlenswert!
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.










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Es gibt ĂŒbrigens auch ein WordPress-Plugin, das “What would Seth Godin do?” heiĂt. Na jetzt weiĂ ich endlich auch einmal warum!
Und nicht zu vergessen, die Firma mit dem genialen BĂŒroequipment namens “purple cows”, z. B. der lila-farbigen Schneidemaschine. Echt kuhl!!
Stimmt Monika,
der lila Laminator gefÀllt mir aber noch besser