Zum Abschluss meiner lockeren Interview-Reihe “Blogger schreiben Fachbücher” folgt heute noch ein Interview mit Steffen Dralle von der Redline GmbH.
Er hält die Programmleitung für “bhv” und “mitp” in Händen. Beides Verlags-Namen, die den IT- und Internet-Leuten wohlbekannt sein dürften.
Auch Herrn Dralle habe ich darüber befragt, wie man am besten Autor wird und welche Perspektiven dies gerade für Blogger haben kann.
Weitere Interviews in der Reihe “Blogger schreiben Fachbücher”:
Die bisherigen Interviews mit Buch- und eBook-Autoren:
Mit eigenen eBooks Geld Verdienen – Burkhard Heidenberger
Fachbücher schreiben – Dr. Mario Fischer
Wenn Blogger Bücher schreiben – Frank Bueltge
Ein Fachbuch schreiben – Vladimir Simovic
Das eigene Buch als Print-on-Demand – Interview mit BoD
Autor werden bei Markt+Technik und Addison Wesley
1) Stellen Sie doch bitte Ihren Verlag vor.
Die Redline GmbH – zum Medienkonzern Süddeutscher Verlag gehörend – zählt mit Ihren diversen Buchreihen der Marken bhv-Buch und mitp zu den führenden IT-Verlagen Deutschlands.
Wir publizieren IT-Literatur zu allen wichtigen Themen. Schwerpunkte bilden dabei zur Zeit Programmierung, Grafik/Foto und Open Source.
2) Gehen Sie auf potentielle Autoren zu oder sollten diese sich bei Ihnen melden?
In den meisten Fällen definieren wir Programm und Strategie und leiten daraus einzelne Titel ab, für die wir dann Autoren suchen. Gelegentlich werden uns aber auch Manuskripte / Ideen / Konzepte angeboten. Neue Autoren und deren Ideen sind uns immer willkommen.
3) Was sollten angehende Autoren “mitbringen”? Idee, Inhaltsverzeichnis, erste Texte?
Auf jeden Fall eine Idee, ein Konzept oder eine grobe Gliederung. Der Rest wird dann in Zusammenarbeit mit dem Verlag unter Berücksichtigung der jeweiligen Buchreihe erarbeitet.
4) Wie interessant sind Fachblogger für Sie und schauen Sie sich in dieser Szene selbst um?
Sehr interessant. Blogs gehören neben Herstellerinfos, Fachzeitschriften und Newslettern zu den wichtigen Informationsquellen
5) Wie groß ist der Markt im Bereich IT-Fachbücher? Was kann man als Autor verdienen?
Die goldenen Zeiten sind leider auch für die Autoren vorbei. Vom Bücherschreiben kann man heutzutage nur noch sehr eingeschränkt leben. Der Antrieb ist oft mehr die Reputation bzw. die damit “sichtbare” Qualifikation
6) Welche Vermarktungsaufgaben kann und sollte der Autor selbst übernehmen?
Idealerweise ist der Autor Multiplikator und/oder Meinungsbilder durch Mitgliedschaft in einer Community, einer Firma oder als Dozent. Ist aber keine Voraussetzung …
7) Wie lange hat ein Autor Zeit ein Buch zu schreiben und wie wird er in dieser Zeit vom Verlag unterstützt?
Siehe auch Punkt 8, zwischen 6 Wochen und einem Jahr. In dieser Zeit arbeiten Lektor und Autor meist eng zusammen, stimmen Inhalte und Konzepte ab, klären Formatierungen, Werbemaßnahmen, Texte für Buchumschlag, Anzeigen, Internet, …
8 ) Wie lange dauert es in der Regel von der ersten Idee bis zum veröffentlichten Buch?
Das ist sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab: Umfang, Thema, Marktentwicklung, … Kann man nicht pauschal sagen. Zwischen 6 Wochen und einem Jahr.
9) Welche Buchthemen sind denn derzeit besonders gefragt und mit welchen Ideen muss man Ihnen derzeit nicht kommen?
Zur Zeit haben wir gute Erfolge mit Themen rund um Web 2.0, CMS, Bloggen. Außerdem im Bereich Zertifizierung, Grafik und Linux. Weniger gefragt sind z.Zt. Breitenthemen wie Office und Windows.
10) Haben Sie noch einen guten Tipp für alle, die gern ein Fachbuch schreiben würden?
Potentielle Autoren sollten sich nicht scheuen, mit Ihren Ideen auf die Verlage zuzugehen. In jedem Fall vor dem Beginn der Arbeit mit dem Verlag sprechen und erörtern, ob das angedachte Werk ins Programm passt und in der gedachten Form verlegbar ist.
Danke für die Antworten.
Hier geht es zu den Verlagsseiten der Redline GmbH.
Die Antworten sind zwar knapp, aber dafür auch präzise. Diese unterstützen die bisher schon gemachten Aussagen der anderen Interviews und zeigen, dass der Weg zum eigenen Buch eigentlich fast immer auf 2 Arten zustande kommt.
Entweder man hat schon einen gewissen Namen oder Status und die Verlage kommen auf einen selbst zu oder man wendet sich mit einer Idee und idealerweise einem Inhaltsverzeichnis an die thematisch passenden Verlage.
Alles in allem ist das Schreiben eines IT-Buches aber wohl nur in Ausnahmefällen ein Weg das große Geld zu verdienen. Zumindest wird es selten gelingen direkt mit den Bucheinnahmen reich zu werden.
Interessanter ist da schon der Image-Gewinn, der durch solch ein Fachbuch entstehen kann. Wenn man es schafft zu einem aufstrebenden Thema zeitlich passend ein wirklich gutes Buch zu veröffentlichen, dann kann dieses quasi zum Standard-Werk werden (zumindest für eine gewisse Zeit).
Ein gutes Beispiel dafür ist das Buch “Website Boosting” von Dr. Mario Fischer, welches im Bereich der praktischen SEO meiner Meinung nach das beste derzeit erhältliche deutsche Fachbuch zu diesem Thema ist und sich wohl auch sehr gut verkauft.
Das strahlt dann natürlich innerhalb der Zielgruppe auch auf den Autor ab und wirkt sich positiv auf dessen Business aus.
In den nächsten Tagen werde ich die Erkenntnisse der diversen Interviews dann nochmal zusammenfassen und als Artikel hier veröffentlichen.
weiterführende Artikel zu diesem Thema
- Autor werden bei Markt+Technik und Addison Wesley – Interview
- Ein Fachbuch schreiben – Interview mit Vladimir Simovic
- Das eigene Buch als Print-on-Demand – Interview mit BoD
- Interview – Contentworld.com – Andreas Conrad
- Interview – Textbroker.de – Jan Becker-Fochler
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.









6 Wochen für ein Buch? Oh mein Gott…
Darf der Autor da auch mal schlafen?
Dann kommt bestimmt sowas wie bei Ha**n G**f raus.
P.S.: Ist nicht böse gemeint.
Schön das ein Interview mit einem Verlag folgte. Danke!
Ja 6 Wochen sind natürlich etwas enggggg.
Aber vielleicht meinte er so ein kleines Pocket Book.
So als Urlaubsbeschäftigung zum Chillen mit einem kleinen Verdienst, wenn man es locker sieht, geht das doch
Danke für den Artikel. Seit längerem beschäftige ich mich schon mit diesem Thema, bekäme aber Panik, wenn ich mir vorstelle, in sechs Wochen ein fertiges Buch abliefern zu müssen.
Ja 6 Wochen sind wirklich nicht die Regel, denke ich
Aber manche Themen sind evtl. so aktuell, dass man schon mal Vollgas geben muss und 200 Seiten zu einem bestimmten Thema schnell auf den Markt zu bekommen.
Ich kann mir schon vorstellen, dass das mal vorkommt.