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Die Mini-GmbH kommt
23.04.2008 - Peer Wandiger - 16 Kommentare - Selbständig - Ähnliche Artikel


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Axel Schröder
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Die neue Mini-GmbH kommt nun zwar wahrscheinlich erst zum dritten Quartal 2008, aber sie kommt.

Wie hier im Blog vor einer Weile bereits berichtet, hat sich die Bundesregierung entschlossen der englischen Limited etwas gleichwertiges entgegen zu setzen.

Die Limited wurde in den letzten Jahren immer beliebter und das vor allem, weil man dort mit deutlich weniger Stammkapital starten kann und trotzdem einen GmbH-Ă€hnlichen Schutz hat.

Ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, möchte ich ein paar Eckpunkte des neuen GmbH-Gesetzes, wie es wahrscheinlich kommen wird, hier mal kommentieren.

Änderungen an der klassischen GmbH

Die bisherige GmbH wird es weiter geben. Es wurden nur ein paar nicht unwichtige Änderungen vorgenommen. So wurde das erforderliche Stammkapital fĂŒr die GrĂŒndung einer GmbH auf 10.000 Euro gesenkt. Bisher waren 25.000 Euro notwendig.

Zudem muss man in Zukunft wohl nur noch 5.000 Euro sofort einzahlen, wenn man eine GmbH alleine grĂŒndet.

Hier sollte man sich aber im Klaren darĂŒber sein, dass man die restlichen 5.000 Euro spĂ€ter noch auffĂŒllen muss. Wie genau die Regelung ist, kann ich zwar nicht sagen, aber 10.000 sind insgesamt auch fĂŒr die 1-Mann-GmbH notwendig.

Die neue Mini-GmbH

Genau genommen heißt diese neue Gesellschaftsform “Unternehmergesellschaft (UG)”. Man muss hier auch immer das Wort “(haftungsbeschrĂ€nkt)” verwenden. Das ist vorgeschrieben und man darf es auch nicht abkĂŒrzen

So sollen potentielle Kunden sofort sehen, dass es sich um eine haftungsbeschrÀnkte Gesellschaft handelt, auch wenn man nur als Einzelperson auftritt.

Das kann natĂŒrlich durchaus abschreckende Wirkung auf potentielle Kunden haben, wenn man diese Gesellschaftsform wĂ€hlt. Dessen sollte man sich bewusst sein.

Schnelligkeit
Von Vorteil ist auf jeden Fall, dass eine Mini-GmbH quasi an einem Tag gegrĂŒndet werden kann. Das wird dadurch erreicht, dass man in der Regel keinen Notar mehr benötigt und die Bundesregierung die notwendigen Unterlagen fĂŒr die GrĂŒndung als Muster bereitstellen will.

Das ist natĂŒrlich ein klarer Vorteil gegenĂŒber der alten GmbH. Da dauerte die GrĂŒndung mit allen Unterlagen und Behördenwegen schon mal “etwas lĂ€nger”.

Allerdings haben individuelle Gesellschafter-VertrĂ€ge natĂŒrlich auch Vorteile und die Mustervorlagen gehen nicht auf individuelle Anforderungen ein.

Stammkapital
Mit nur einem Euro ist man zum Start der Mini-GmbH dabei. Das ist natĂŒrlich sehr verlockend. Allerdings muss man dann jedes Jahr 25% seines Firmengewinns in das Stammkapital investieren, um so nach und nach auf 10.000 Euro Stammkapital zu kommen.

Das sollte man nicht unterschĂ€tzen, denn viele SelbstĂ€ndige kommen in den ersten Jahren mit Ihrem Gewinn gerade so hin. Wenn man dann noch 25% zurĂŒcklegen muss, kann das sehr wehtun.

Trotzdem ist dies natĂŒrlich verlockend und man kann ja gerade in den ersten Jahren auch einiges tun, um seinen Gewinn nicht zu hoch werden zu lassen. ;-)

Fazit

Die Mini-GmbH ist sicher nicht das Allheilmittel. Es gibt strenge Transparenzvorschriften und man hat z.B. auch eine Insolvenzantragspflicht. Von der Bilanz gar nicht zu sprechen.

Deshalb eignet sich eine Mini-GmbH sicher vor allem fĂŒr SelbstĂ€ndige, die alleine tĂ€tig sind und keine kritischen Besonderheiten im GeschĂ€ftsmodell haben. Dann kommt man auch mit den Mustervorlagen gut hin.

FĂŒr alle, die sowieso etwas grĂ¶ĂŸeres planen ist die geĂ€nderte bisherige GmbH sicher attraktiver. Mit nur 5.000 Euro startet man hier mit der vollwertigen GmbH. Allerdings kann man die Mini-GmbH (Unternehmergesellschaft) bei Erreichen des 10.000 Euro Stammkapitals auch in eine klassische GmbH umwandeln.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie die neue Mini-GmbH in der 2. JahreshÀlfte ankommen wird und wie sie sich gegen die Limited, die bei allem Vorteilen auch einige wichtige Nachteile hat, behaupten wird.


Hier findest Du weitere Informationen zu diesem Thema:

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Kommentare
16 Kommentare und Trackbacks zu 'Die Mini-GmbH kommt'

Kommentare zu 'Die Mini-GmbH kommt' mit RSS

  1. 1 Toni kommentierte am 23.04.2008 um 13:53 Uhr

    Super Beitrag, so eine Mini GmbH scheint eine gute Sache zu sein.
    Mal sehen was man darĂŒber noch so erfĂ€hrt.
    Gruß Toni

  2. 2 Peter kommentierte am 23.04.2008 um 14:15 Uhr

    Ich finde die Regelung a la mini GmbH gut und lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig. FĂŒr viele einmann SelbststĂ€ndige ist so eine Regelung sicher gut. Nur wird es so glaube ich Ă€hnlich sein wie bei der Limited. Wer ein grĂ¶ĂŸeren Kredit will, wird wohl dem Kreditgeber gegenĂŒber persönlich haften mĂŒssen. Kein Bank gibt nĂ€mlich eine Ein Pfund Limited einen Kredit von 50 000 Euro einfach so.

    Gruß Peter

  3. 3 Julian kommentierte am 23.04.2008 um 14:59 Uhr

    Ich finde das super und werde es wohl auch machen. Gibt es denn eine genaue Frist dafĂŒr? Wann ist das Datum, ab dem man grĂŒnden kann?

  4. 4 Tom Schultz kommentierte am 23.04.2008 um 15:21 Uhr

    Klingt auf jeden Fall interessant und ich hab das schon in ErwĂ€gung gezogen, aber oft wird vergessen das es neben dem Grundkapital noch andere Aspekte gibt bei denen die GmbH nicht unbedingt ratsam ist. Ein Beispiel wĂ€re z.B. die Auflösung, die wesentlich langwieriger ist und wohl auch bleibt als z.B. bei der GbR (ich weiß Äpfel mit Birnen).

  5. 5 Ansgar kommentierte am 23.04.2008 um 15:22 Uhr

    2 Dinge möchte ich anmerken:

    1. Auch wenn das Ding die Haftung beschrĂ€nkt, so ist man als GrĂŒnder und Inhaber in gewissem Maße immer in der Haftung. Das ist auch bei einer “normalen” GmbH so.

    2. bzgl. “25% vom Gewinn abgeben” ist zu beachten, daß man als GmbH sich selbst ein Gesellschafter-Gehalt auszahlt. D.h. im Zweifel betrĂ€gt der Betriebsgewinn eben null, wenn alles fĂŒr die eigenen LebensfĂŒhrung, sprich: das Gesellschafter-Gehalt, draufgeht.

  6. 6 Ansgar kommentierte am 23.04.2008 um 15:26 Uhr

    noch vergessen:

    Ich habe mich auch erst gefreut, als ich von der Mini-GmbH gehört habe. Aber die Haftungs-rechtlichen Vorteil sind gar nicht sooo groß und viel wichtiger: eine GmbH macht sehr viel mehr Verwaltungsaufwand als ein einfaches Einzelunternehmen. Vor allem die BuchfĂŒhrung ist aufwendiger, weil dann nicht mehr die einfache BuchfĂŒhrung und die EÜR ausreicht (!).

    Deshalb sollte man sich auf jeden Fall vorher fachkundig beraten lassen und sich diesen Schritt sehr genau ĂŒberlegen.

    FĂŒr viele EinzelkĂ€mpfer dĂŒrfte sich dieser Schritt nicht lohnen.

    Trotzdem ist es eine feine Sache fĂŒr kleine und mittellose GrĂŒnderteams.

  7. 7 Isabell kommentierte am 23.04.2008 um 15:36 Uhr

    @Ansgar: Ich denke, jeder ist gut beraten, wenn er sich vorher intensiv mit der Thematik auseinandersetzt. Ob es sich im Einzelfall lohnt, nun, das wird man sehen mĂŒssen. Aber ich denke auch, dass es fĂŒr die kleineren und finanziell nicht so Starken ein Weg ist, der gangbar wĂ€re.

  8. 8 Rob kommentierte am 23.04.2008 um 16:28 Uhr

    fallen denn bei der mini-gmbh die gleichen kosten an wie bei der normalen gmbh? also z.b. eintrag ins HR etc. bei der limited sind diese kosten und vor allem die zeit bis die ltd endlich startbereit viel geringer und somit der entscheidene faktor.

    innerhalb von max einer woche grĂŒnden mit ltd oder innerhalb 3 wochen mit einer gmbh. das ist schon ein unterschied.

  9. 9 Oliver kommentierte am 23.04.2008 um 16:43 Uhr

    Man sollte auch berĂŒcksichtigen, dass bei einer GmbH (egal ob groß oder klein) auf jeden Fall Gewerbesteuer fĂ€llig wird. Bei einem SelbststĂ€ndigen (Freiberufler) ist das unter bestimmten Voraussetzungen z.B. nicht der Fall.

  10. 10 Constantin kommentierte am 23.04.2008 um 16:52 Uhr

    Hallo Oliver,

    es gibt immernoch gewerbesteuerfreie Gebiete in Deutschland. :wink:

    Constantin

  11. 11 Peer Wandiger kommentierte am 23.04.2008 um 18:03 Uhr

    Eine spontane Entscheidung sollte es auf keinen Fall sein. Es wird sicher möglich sein, sich bei der IHK oder Àhnlichen Stellen beraten zu lassen.

    Auch die Mini-GmbH ist eine GmbH und das ist, wie Ansgar schon sagt, mit relativ viel Aufbau verbunden. Aber es gibt natĂŒrlich Branchen wo es Sinn macht. Der kleine Webdesigner wird mit einer Mini-GmbH wahrscheinlich eher nicht glĂŒcklich.

  12. 12 Peer Wandiger kommentierte am 24.04.2008 um 10:13 Uhr

    @ Rob
    Da ein Notar normalerweise nicht mehr notwendig ist und auch die Vertragsvorlagen genutzt werden können geht es schneller und es ist natĂŒrlich auch gĂŒnstiger.
    Was es genau kosten wird, kann ich nicht sagen.

  13. 13 DavidG kommentierte am 25.04.2008 um 00:41 Uhr

    Ich halte die Mini-GmbH fĂŒr eine gute und billige Möglichkeit zur HaftungsbeschrĂ€nkung. Bisher gab es in diesem Volumen ja nur die Limited. Nun ist es auch mit einem relativen geringen Etat möglich sich vor etwaigen unvorhergesehenden/unberechtigten Forderungen zu schĂŒtzen. Zwar ist dann die GmbH Pleite, aber es kann danach wieder weitergehen. Wer den Verwaltungsaufwand (BĂŒrokratie, Rechnungslegung etc.) nicht scheut, sollte ruhig diesen Schritt gehen. Aber Vorsicht, solltet ihr hohen Kapitalbedarf haben. Die Banken vergeben nur Kredite, die in diesem Falle mit einer selbstschuldnerischen BĂŒrgschaft abgesichert sind. Somit ist die HaftungsbeschrĂ€nkung dahin!

  14. 14 holger kommentierte am 25.04.2008 um 09:15 Uhr

    Ich frage mich nur was die 10.000 Euro Regel soll. Denn sind wir mal ehrlich, man muß eh mehr als ein Euro als Stammeinlage hinterlegen. Ansonsten ist man nach dem Kauf von zwei Briefmarken insolvent und macht sich prinzipiell sogar noch der Insolvenzverschleppung schuldig. Also zahlt man eh mehr ein. Wenn dann noch eine Bank oder ein Kunde den Nachweis ĂŒber die Einlage X haben will, zahlt man auch mehr ein.

    Ob diese Einlage dann nun bei 5469 Euro, 9999 Euro oder 25000 Euro liegt, sollte egal sein.
    Das man nach außen hin erkenntlich machen will, hui ich habe 10.000 Euro auf der hohen kannt, ist in der RealitĂ€t dann meißt doch eher verwĂ€ssert. Gerade kleine Unternehmer/SelbststĂ€ndige fĂŒr die das Model gedacht ist, leihen sich eh von “ihrer” GmbH das Geld zurĂŒck wenn es benötigt wird.
    Eine gewisse Aussage ĂŒber SeriösitĂ€t und BonitĂ€t ist damit eh kaum möglich, egal ob GbR, Mini-GmbH oder AG

  15. 15 trends kommentierte am 25.04.2008 um 11:48 Uhr

    Ich habe da auch die Bedenken wie Ansgar.
    Wichtig ist aus meiner Sicht zunÀchst das GeschÀftsfeld! Als Freiberufler hat man schon Vorteile, nur kann man das nur in wenigen FÀllen sein.
    Wer ist wohl fĂŒr eine Beratung der beste Partner? Die IHK??

  16. 16 Harald Kern kommentierte am 22.05.2008 um 15:47 Uhr

    Ich bin Steuerberater und halte die neue Rechtsform fĂŒr sehr hilfreich, zumindest in bestimmten Situationen. Von der GrĂŒndung einer Limited als Alternative rate ich dagegen ab. Die Risiken und Folgekosten rechtfertigen nicht den möglichen Nutzen der schnelleren GrĂŒndung und des niedrigeren Kapitaleinsatzes.



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