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Diskussion zur Blogmonetarisierung
6. Mai 2008 - 10 Kommentare - Peer Wandiger

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Das Thema “Geld verdienen mit Blogs” sorgt weiterhin für Kontroversen. So gab es auf der Republica 2008 ja auch eine Diskussionsrunde zu dieser Thematik und es wurden die unterschiedlichen Standpunkte klar.

Ich durfte die Diskussion am Monitor mitverfolgen und fand es ganz interessant, wobei natürlich nicht immer die fachliche Ebene gewahrt wurde und es teilweise etwas in die Befindlichkeiten der Beteiligten ging.

Ist jegliches Geld verdienen gleich Manipulation?

Ich persönlich sehe die Monetarisierung von Blogs nicht negativ, kann aber auch ein paar Befürchtungen der Gegner nachvollziehen.

Wie überall besteht natürlich auch beim Bloggen die Gefahr nicht mehr objektiv zu berichten. Sei es, weil große Blog-Sponsoren ihre Produkte in einem positiven Bild sehen möchten (auch wenn es nicht offen gefordert wird).

Sei es, weil man per Affiliate-Links Produkte verkaufen möchte und diese ja nun auch nicht gerade herunter machen wird. Sonst klickt ja keiner auf den Affiliate-Link.

Ein eher aktuelles Beispiel dieser leichten Manipulation sind Trigami-Reviews. Auch hier ist man nicht automatisch blindes und willenloses Werkzeug der Auftraggeber. Aber es besteht natürlich die Gefahr, dass man für das Geld auch über Dinge (positiv) berichtet, die man sonst nicht und nicht so gut darstellen würde.

Generalverdacht kontra offene Blogosphäre

Was mich stört ist die Tatsache, dass das Geld verdienen mit Blogs anscheinend bei den meisten sehr kritisch gesehen wird. Sobald man Werbung in seinem Blog hat oder Affiliate-Links scheint man unter dem Generalverdacht zu stehen, nur noch das zu schreiben, was die Werbepartner hören wollen.

Folgt man diesem Standpunkt ist jedes halbwegs professionelle Informationsmedium in der Offline-Welt und in der Online-Welt korrupt und nicht unabhängig. Diese Ansicht werden evtl. einige zustimmen :-) aber ich sehe das durchaus realistischer.

Wir leben nun mal in einer Welt, wo der Kommerz sehr großen Einfluss hat und es ohne Geld kaum möglich ist, etwas aufzubauen oder zu verbreiten. Dies hat sich zwar mit dem Web etwas relativiert, aber machen wir uns nichts vor. Auch die großen Info-Websites und Portale verschlingen eine Menge Kohle, dass eben mit Werbung wieder reingeholt werden muss, plus etwas (mehr) Gewinn.

Warum nun ausgerechnet Blogs jungfräulich bleiben müssen und Werbung hier ein Tabu-Thema ist, bleibt mir leider etwas verschlossen.

Nur weil sich ein Teil der Blogger als Trigami-Huren outet und alles bloggt, Hauptsache es bringt Geld? Das ist nun mal der Fluch des Netzes, wo jeder mit fast null Kosten einen Blog starten kann.

Am Ende müssen die Leser entscheiden, wem sie vertrauen und was sie lesen möchten. In einer angeblich so freien Szene wie der Blogosphäre sollte soviel Toleranz vorhanden sein, um “Geld verdienende” Blogs nicht generell zu verurteilen.

Wie seht ihr das?

Da ich das Urteil der Leser am wichtigsten halte, möchte ich euch dazu natürlich auch mal befragen. Nun weiß ich natürlich, dass ihr mehrheitlich schon daran interessiert seid, Geld im Netz zu verdienen, sonst würde ihr das hier wahrscheinlich nicht lesen.

Aber trotzdem würde mich eure Meinung dazu interessieren.

Sind “Trigami-Huren” und ähnliche Blogs eine Gefahr für die Blogosphäre und ihre Ideale?
Gibt es eigentlich, bei mittlerweile hunderttausenden Blogs, noch so etwas wie eine Szene und Ideale?
Wo liegen bei euch die Grenzen zwischen “normalen Geld verdienen” und “ungesundem Geld scheffeln”?

Weiterführende Lese-Empfehlungen

Blogmonetarisierung » Soll, kann, darf man mit Blogs auch Geld verdienen? auf wissenswerkstatt.net
republica: Geld verdienen mit Blogs auf baynado.de
Republica-Panel: Geld verdienen mit Blogs auf cbschmidt.de
re:publica 08: Geld verdienen mit Blogs auf wiredearth.de

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Kommentare

10 Kommentare und Trackbacks zu ' Diskussion zur Blogmonetarisierung '

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  1. 1 Hans-Peter Manzenreiter kommentierte am 06.05.2008 um 13:48 Uhr

    Hab auch dazu einmal berichtet (http://www.dieliste.at/trigami-mediennutte/) IMO ist es okay und sehe es nicht als negativ, wenn es sich in grenzen haelt, bzw. auch wirklich sinnvoll gestaltet ist (fuer blogger und werbetreibenden). Aber wie ueberall gibt es natuerlich auch schwarze schafe, die es dann in verruf bringen.

  2. 2 Sebastian kommentierte am 06.05.2008 um 14:08 Uhr

    Also die Republica ist eine Veranstaltung wo ich garantiert nie hingehen werde. Manche Positionen errinnern mich eher an die Gründungsphase der Grünen. Monetarisierung gehört einfach dazu. Nahezu alle Lebensbereiche werden monetarisiert. Warum haben die meisten Apple-Notebooks etc.? Apple weiß sich gut zu vermarkten (neben Qualität). Ich denke, die Leute die solche Positionen vertreten sollten mal mitkriegen, dass im Prinzip alle Lebensbereiche manipuliert sind (Soziale Normen und Werte etc.). Warum soll das im Netz nicht so sein? Und außerdem, warum sollte ich anders bloggen nur weil Werbung drauf ist.

    Sorry, aber sowas finde ich Klammern an Dinge, die nicht mehr da sind. Blogs sind heute zunehmend kommerziell (monetarisiert etc.). Und da ändert eine selbsternannte sog. Blogelite auch nichts dran.

  3. 3 Gerhard Zirkel kommentierte am 06.05.2008 um 14:17 Uhr

    Diese Diskusion finde ich reichlich übertrieben. Wenn schon Blogs mit Werbung “schlecht” sind, was sind dann Corporate-Blogs? Ist mein Feng Shui Blog jetzt ganz böse, weil ich Aufträge darüber generiere?. Sind meine Buchrezensionen jetzt falsch, nur weil ich einen Amazon-Link daruntersetze?

    Oder ist es im Gegenteil so, dass ich sehr genau darauf achte was ich schreibe und dass es der Wahrheit entspricht, weil ich einen Ruf zu verlieren habe? Das wohl eher.

    Ich finde, jeder Blogbetreiber sollte selbst entscheiden was er mit seinem Blog machen möchte, genauso wie jeder Leser selbst entscheiden kann, was er lesen möchte und was nicht.

    Gerhard Zirkel

  4. 4 Gerhard Schoolmann kommentierte am 06.05.2008 um 14:31 Uhr

    Die Diskussion um Trigami verfolgend, habe ich mich, um darüber urteilen zu können, selbst mal angemeldet und auch eine erste Review geschrieben.

    Über das zu meiner Website passende Thema hätte ich, wenn ich selbst auf diese Idee gekommen wäre, auch ohne Auftrag per Trigami und ohne Bezahlung geschrieben. Und ich habe mich auch inhaltlich nicht zurückgenommen. Die Bezahlung ist ohnehin im Vergleich zum Zeitaufwand gering und macht auch nur einen Bruchteil meiner Gesamteinnahmen aus Provisionserlösen von Google Adsense und als Amazon-Affiliate aus.

    Lästig ist bei Trigami eher, dass ich viele Angebote erhalte, aber nur ein paar fuer mich thematisch in Frage kommen.

    Ich sehe Trigami fuer mich eher als Lieferant von Ideen für neue Beiträge und von ein wenig Taschengeld.

  5. 5 Burkhard Schneider kommentierte am 06.05.2008 um 15:37 Uhr

    Ich finde, dass wir Blogger eine einmalige Chance haben. Da wir mit dem Blog meist nicht unseren Lebensunterhalt verdienen müssen und der Blog keine hohen Kosten verursacht, könnten wir doch auswählen, wer bei uns Werbung macht. Dann würde es sich eher um Produkt- und Lösungsvorschläge handeln und nicht um Fremdkörper. Nach meiner Auffassung wird es genau in diese Richtung gehen. Einige StartUps haben das Potential, ihre Webseite zum Marktplatz für Werbeeinblendungen aller Art zu positionieren. Denn das fehlt noch, um Angebot und Nachfrage vernünftig zu matchen.

  6. 6 Frank kommentierte am 06.05.2008 um 23:07 Uhr

    Nun ja mal ehrlich, Printmedien leben im Grunde von Werbung in ihren Zeitungen und Broschüren und dort wird trotzdem weiterhin kritisch geschrieben. Sicher es gibt Ausnahmen, aber wo gibt es die nicht? Also ich selbst nutze Dienste wie Trigami garnicht und werde ich auch in Zukunft nicht nutzen, doch gegen Werbung als solches habe ich nichts. Am Ende muss man doch selbst entscheiden was man will oder wer glaubwürdig ist und wer nicht. Ich denke auch das Menschen mit wirklichem interesse an Beiträgen, merken schnell wenn etwas nur positiv ist der Werbung wegen.

  7. 7 khk kommentierte am 07.05.2008 um 12:00 Uhr

    Ich habe nichts dagegen, wenn jemand mit seinem Blog Einnahmen erzielt. Wahrscheinlich sind auch viel weniger Leser so dämlich wie einen manche glauben machen möchten. Und so sehe ich das auch bei den Blogbetreibern: diejenigen die wirklich langfristig Einnahmen erzielen möchten, werden nicht ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen.

    Die Bedenken, die ich gegen zügellose Monetarisierungswut ins Feld führen würde, sind viel allgemeiner und lassen sich nicht den Blogbetreibern anlasten. Ich nenne nur mal den fortschreitenden Verlust an Freiheiten für Internetnutzer aufgrund des hohen Sicherheitsbedarfs der im Internet tätigen Unternehmen und erinnere an die durch die Kommerzialisierung des Internet mitverursachte Schaffung vieler rechtlicher Fallen in die ahnungslose Nutzer bereits getappt sind und auch weiterhin tappen werden. Aus diesem Grund dreht sich für mich diese Diskussion nicht nur um die Frage nach den Idealen einer Szene.

  8. 8 Sascha kommentierte am 10.05.2008 um 09:49 Uhr

    Warum sollte man mit Blogs kein Geld verdienen? Schließlich sind die meisten Webseiten die wir jeden Tag im Internet besuchen so ausgelegt das damit Geld verdient werden kann. Wenn ich mir eine Auto Zeitschrift kaufe stehen dort auch teilweise negative Berichte über verschiedene Marken drin. Trotzdem buchen diese Marke aber immer wieder Werbung in der Zeitschrift.
    Solange man bezahlte Beiträge objektiv schreibt und die Kritik gerechtfertigt ist sehe ich kein Problem damit Aufträge von Trigami.

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