Es scheint in Mode zu kommen, Blogger für Viral Marketing Aktionen zu missbr…, ähm einzuspannen.
Nachdem vor ein paar Wochen viele deutsche Blogger ein Päckchen erhalten haben, gab es eine solche Aktion nun in den USA.
Ich möchte mal einen Blick auf beide Aktionen werfen und diese vergleichen. Was kann man daraus lernen und was besser nicht
Beide Aktionen kurz vorgestellt
Die Aktion in Deutschland wurde von Tchibo veranlasst. In den Päckchen fanden sich ein Nassrasierer, eine Zahnbürste und ein Billig-Handy von Motorola. Damit sollte auf ein neues Ideen-Portal aufmerksam gemacht werden.
Die US-Aktion von MarketLeverage.com beinhaltete deutlich mehr Dinge, die zudem von Blogger zu Blogger unterschiedlich waren.
Damit sollte auf dem Online-Marketing-Service von MarketLeverage.com hingewiesen werden.
Beide Aktionen scheinen auf den ersten Blick sehr ähnlich zu sein. Doch bei genauerem Hinsehen erkennt man deutliche Unterschiede.
Die Tchibo-Aktion
Ich habe auch ein Päckchen von Tchibo bekommen. Allerdings war die Aufregung und das Rätselraten deutlich wichtiger als der Inhalt des Päckchens.
Kreativität
Ich fand die Aktion in gewisser Weise schon ganz kreativ. Bloggern ein geheimes Päckchen mit recht rätselhaftem Inhalt zuzusenden, war schon kein schlechter Schachzug.
Viele Blogger haben über das Päckchen und dessen ausgefallenen Inhalt gebloggt. Der Inhalt an sich ist aber ehrlich gesagt Schrott gewesen.
Zielgruppe
Wonach genau die Blogger ausgewählt wurde ist mir nicht bekannt. Aber die meisten der angeschriebenen Blogger stehen in den deutschen Blogcharts oder sind auf andere Weise aufgefallen.
Es wurden anscheinend nur Blogs ausgesucht, die schon über eine gewisse Reichweite verfügen.
Wirkung
Die Wirkung der Aktion war gut. Viele Blogger haben darüber berichtet. Ob dies der neuen Website von Tchibo aber auch langfristig etwas bringt, bleibt offen.
Allerdings gab es auch ein paar säuerliche Reaktionen von Bloggern, die kein Päckchen erhalten haben.
Die MarketLeverage.com-Aktion
Die US-Aktion von MarketLeverage.com hat z.B. John Chow als Zielperson gehabt.
Kreativität
Ob diese Aktion auf dem US-Markt neu war oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Trotzdem scheint die Aktion bei den Bloggern gut angekommen zu sein.
Diese Aktion war insgesamt aber deutlich kreativer als die Tchibo-Aktion. Das lag daran, dass die Inhalte des Paketes an den Empfänger angepasst wurden. Hatte der Blogger Kinder, dann fanden sich auch Teddy und Spielzeug im Paket.
Zielgruppe
Die Zielgruppe war auch hier reichweitenstarke Blogger. Darunter so bekannte Blogger wie John Chow oder Shoemoney.
Sehr positiv und deutlich besser war die Individualisierung der Aktion. Man recherchierte vorher ziemlich genau über die angeschriebenen Blogger. Das resultierte dann darin, dass Blogger mit Kindern auch Kinderspielzeug bekamen und Kinder-Shirts in der (halbwegs) richtigen Größe.
Ein anderer Blogger bekam eine Gedenktafel für den gerade verstorbenen Hund. Und so weiter.
Wirkung
Die Wirkung der Aktion war sehr gut. Die Blogger freuten sich über die sehr stark individualisierten Geschenke und das führte dazu, dass selbst die Top-Blogger darüber berichteten.
Dieses “indirekte Marketing”, welches MarketingLeverage.com hier gezeigt hat, ist ein Musterbeispiel. Indem man so viel wie möglich über seine Zielgruppe/-person in Erfahrung bringt, umso besser kommt die Aktion dann auch an.
Welche Aktion war besser
Für deutsche Verhältnisse war die Tchibo-Aktion schon gut. Die Resonanz war in Ordnung und Tchibo wird nicht unzufrieden sein.
Die US-Aktion war insgesamt jedoch deutlich besser. Die Inhalte der Pakete war individualisiert und die Geschenke wirklich was wert, gegenüber dem Tchibo-Paket.
Zudem passte das Thema der Aktion einfach deutlich besser zu den (Geld verdienenden) Bloggern, da es sich um eine Online-Werbe-Plattform handelt, die zudem ein sehr attraktives Affiliate-Programm anbietet.
Alles in allem hat die US-Aktion gezeigt, was möglich ist, während die deutsche Aktion eher klassische Werbung mit der Idee des “Blogger ins Boot holen” verbunden war.
Was kann man als Selbständiger daraus lernen?
Es müssen ja nicht immer die Blogger sein, die die Zielgruppe sind. Andere (lokale) Multiplikatoren eignen sich genauso aus Ziel solcher Aktionen.
Aus der Tchibo-Aktion kann man den Rätsel-Effekt empfehlen. Die Unklarheit über Sinn und Zweck des Päckchens und dessen Inhaltes war sicher der Pluspunkt der Aktion.
Die US-Aktion hat vor allem gezeigt, wie wichtig es ist seine Zielgruppen/-personen genau zu kennen. Je genauer ich diese kenne, um so besser kann ich meine Marketing-Aktivitäten zuschneiden.
Zudem hat diese Aktion auch gezeigt, wie wichtig die Thematik der Aktion ist. Die US-Aktion hat ein deutlich passenderes Thema gehabt, als die deutsche Version.
Fazit
Beide Aktionen hatte ihren Erfolg. Insgesamt kann man sicher aus beiden Aktionen viel lernen.
Für Selbständige sind diese beiden Aktionen auf jeden Fall ein schönes Lernbeispiel, egal ob für zukünftige Online- oder Offline-Marketing-Aktionen.
weiterführende Artikel zu diesem Thema
- Rasierer, Zahnbürste und Handy – eine gut gemachte Marketing Aktion
- Offline Marketing für Selbständige – 1. Plakate
- Offline Marketing für Selbständige – 2. Flyer
- Republica 2008 – Die Blogger-Konferenz
- Wenn Blogger Bücher schreiben – Interview mit Frank Bueltge
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.









Wenn die Aktionen erfolgreich waren, dürfen wir Blogger uns auf einen wahren Ansturm an Paketen gefasst machen.
Ich hätte da gleich ein paar Wünsche:
- Apple Powerbook 1x
- ordentliches Handy (ab 200,- €) 2x
- …
-
Gerhard Zirkel
Hallo Peer,
ich bin da etwas anderer Meinung:
Die MarketLeverage Werbung hat gezeigt wie sinnvoll gezielte Werbung ist, dass der Effekt der daraus entsteht positiv ist. Bei der Tschibo aktion ist erstmal noch ein Trittbrettfahrer aufgesprungen der die Aktion auf seine Fahnen geschrieben hat, dann wurde diese Aktion auch noch sehr kontrovers in der Blogosphere diskutiert. Dementsprechend bleibt ein Fader beigeschmack übrig – nebenbei glaube ich kaum, dass außer Links Tschibo nennenswerte Anmeldungen durch die Aktion erhalten hat…
Von daher sollten sich Selbstständige überlegen wenn sie eigentlich genau ansprechen wollen – am Ende des Tages zählt nebenbei ob die Aktion auch in einem Auftrag mündet und da ist je nach Dienstleistung eine Marketingkampagne für Blogger totaler schwachsinn. Dann lieber aktiv vorhandene Kunden nochmal ansprechen – Folgeaufträge sind nämlich wesentlich leichter zu generieren.
Also , dass die Auflösung nicht der Burner war, habe ich ja nicht bestritten.
Das das anonyme Päckchen aber erstmal für viele Aufsehen gesorgt hat, kann man nicht abstreiten.
Insgesamt hätte ich aber auch deutlich lieber des US-Paket bekommen.
Das kann ich mir vorstellen
Besonders das Shirt für die kleine von John Chow ist cool – muss sowas auch mal für meine Nichte basteln.
Ein interessanter Vergleich, der mir zeigt, wie groß der Nachholebedarf hier in Deutschland ist. Wobei wir uns natürlich nicht mit den Amis vergleichen können.
Sowohl das Nachfassen bei bestehenden Kunden als auch die Neukundengewinnung müssen für den Unternehmer wichtig sein. Wobei der bereits bestehende Kundenstamm wesentlich effektiver ist und weniger Kosten verursacht. In Deuschland hat man das meiner Meinung nach noch nicht richtig verstanden, den Ausspruch von der Service-Wüste kennen wir alle.