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Tipps für das eigene Website/Blog-Imperium
20. Mai 2008 - 18 Kommentare - Peer Wandiger

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Eine Frage, die sich früher oder später jedem ernsthaften Webmaster oder Blogger stellt ist:
Viele kleine oder wenige große Websites/Blogs?

Mit der Zeit wächst die eigene Website oder der eigene Blog und es stellt sich die Frage, wie man sich insgesamt weiter entwickeln möchte.

Ich möchte mal einen Blick auf 2 Strategien werfen und deren Vor- und Nachteile beleuchten.
Zudem gebe ich natürlich auch einige Tipps.

Wenn ich im weiteren Verlauf des Artikels von Websites rede, meine ich auch Blogs. Sie unterscheiden sich zwar vom Aufbau und vom Pflegeaufwand, aber für die Vor- und Nachteile macht es nur wenig Unterschied.

Strategie “viele kleine Websites”

Eine gängige Strategie ist es, viele kleine Nischen-Websites zu erstellen. Da hat man zwar für jede Website nur wenig Zeit und das sieht man den Websites natürlich in gewisser Weise auch an. Aber hier macht es eben die Summe aller Websites.

Vorteile vieler kleiner Websites:

  • In letzter Zeit gab es wieder sehr viele Hacker-Angriffe. Heise.de hat darüber z.B. ausführlich berichtet (1, 2 und 3).
    Mit vielen kleinen Websites hat man da 2 Vorteile. Erstens steht man mit kleinen Websites nicht so im Fokus solcher Angriffe. Zweitens ist der Schaden für den Webmaster geringer, wenn nur einzelne Websites ausfallen.
  • Viele kleine Websites kann man auf vielen Hostern verteilen. Damit ist es möglich sich untereinander Links zu spendieren und damit die Nischen-Websites zu pushen. Allerdings sollte man das vorsichtig tun und nicht übertreiben.
  • Es gibt unendlich viele kleine Nischenthemen, die aber auch nicht so viele Besucher haben. Mit vielen kleinen Websites kann man diese Themen ohne zuviel Aufwand abdecken und zudem noch gut in Google dafür ranken.
  • Es ist auch denkbar, dass man mit mehreren kleinen Nischen-Websites ein Mehrfachranking zu bestimmten Themen schafft. Das bedeutet, dass man zu bestimmten Suchbegriffen mehrmals in den TOP 10 bei Google auftaucht.
  • Die Einnahmequellen sind über viele Websites verteilt und damit einfach sicherer. Zudem kann man auf unterschiedliche Einnahmequellen setzen.
  • In der Summe ist es bei vielen kleinen Websites möglich mehr Traffic zu bekommen, als auf einer einzigen Website.
  • Man muss auch nicht so viel Rücksicht auf eine kritische Community nehmen. Das kann schon von Vorteil sein.

Nachteile vieler kleiner Websites:

  • Viele kleine Websites zu erstellen und zu pflegen ist insgesamt anstrengender, als sich um eine Website zu kümmern. Hier sind Stress und ein möglicher Burnout sicher ein Risiko.
  • Die Anpassungen von vielen kleinen Websites ist deutlich aufwändiger. Wenn ich z.B. daran denke, was es für einen Aufwand macht, WordPress auf X Domains zu updaten …
  • Kleine Websites haben insgesamt weniger Möglichkeiten Geld zu verdienen. Viele Einnahmequellen werden erst zugänglich, wenn man eine gewissen Website-Größe erreicht hat.
  • Kleine und nicht so intensiv aktualisierte Websites genießen weniger Vertrauen bei Google, aber auch bei den Besuchern.
  • Mit einem Netzwerk von vielen kleinen Websites ist man vor allem von Suchmaschinen-Traffic abhängig. Kleine Nischenwebsites haben selten eine größere Community oder Stammleser. Auch in Social Websites kann man kleine Nischen-Sites schlechter pushen.

Weitere Infos findet ihr auch in einem Artikel auf lostartofblogging.com

Strategie “eine große Website”

Eine andere Strategie ist es, alles auf eine Karte zu setzen und eine große Website zu bauen. Dies hat ebenfalls Vor- und Nachteile, die ich folgend mal anspreche.

Vorteile einer großen Website:

  • Mit nur einer Website kann man alle Energie in diese stecken. Man kann auch sehr aufwendige Dinge realisieren und sich damit von anderen Websites zu diesem Thema absetzen.
  • Da das reziproke Linkbuilding eh tot ist und man durch Social Websites etc. viele Links bekommen kann, spricht vieles für nur eine Website.
  • Mit einer größeren Website stehen einem mehr Verdienstmöglichkeiten offen. Bestimmte Einnahmequellen öffnen sich erst ab bestimmten Nutzerzahlen.
  • Diese große Website schafft es i.d.R. eine größere Community aufzubauen. Damit wird man nicht mehr so abhängig vom Suchmaschinen-Traffic und kann Social Websites besser nutzen.
  • Die technische Wartung (z.B. Updates) ist bei nur einer Website deutlich weniger aufwendig.
  • Nicht zu unterschätzen ist das Herdenverhalten. Viele Internet-Nutzer wenden sich eher schon populären Angeboten zu.
  • In Social Websites funktionieren populäre große Sites besser als Nischensites. Die eigene Community pusht einen da deutlich weiter, als das bei kleinen Websites möglich ist.
  • Mit einer großen Website wird vieles einfacher. Man erhält einfach deutlich mehr Aufmerksamkeit. Frei nach dem Motto “Die zweite Million ist einfacher als die erste”.

Nachteile einer großen Website:

  • Jedes Thema erreicht irgendwann seinen Peak. Wenn es in den Suchergebnissen nicht mehr hoch geht und kaum noch Besuchersteigerungen erreicht werden, hat man evtl. schon das Limit mit eine Website erreicht.
  • Große Website müssen sich auch mit Themen beschäftigen, die populär sind. Diese Massenthemen sind aber meist schon so sehr umkämpft, so dass es schwer ist, gegen die etablierten Websites zu gewinnen.
  • Es ist sehr zeitaufwändig, eine große und treue Community aufzubauen. Das dauert viel länger, als Suchmaschinentraffic auf Nischen-Websites zu bekommen.
  • Wenn etwas mit der einen Website passiert (Hack, Server down, starke Konkurrenz) dann brechen die Einnahmen komplett ein. Man hat nur dieses eine Standbein.
  • Man läuft mit einer großen Website natürlich Gefahr in das Visier von Neidern zu gelangen. Man fliegt sozusagen über dem Radar und nicht darunter, wie bei den kleinen Nischen-Websites.

weitere Infos über die Strategie “eine große Website” findet ihr auf netbusinessblog.com

Eine Kombinationslösung

Natürlich sind die Vor- und Nachteile nicht unbedingt komplett. Aber diese zeigen schon sehr gut, wo die Probleme und Chancen der beiden Ansätze liegen.

Ich habe für mich einen dritten Ansatz gewählt, der beide Strategien kombiniert.

Dazu baue ich im Zentrum meines Netzwerkes 1-2 große Websites auf, die wirklich viel Traffic bekommen sollen und auch relativ viel Arbeit erfordern. Diese großen Websites sollen dann auch eine Community aufbauen und entsprechen also der Strategie “eine große Website”.

Zusätzlich baue ich mir dann aber viele kleine und schnell erstellte Nischen-Websites auf. Diese werden quasi um die großen Websites herum aufgebaut und drehen sich jeweils um ein Thema, welches ich auf einer der großen Websites nur anschneiden konnte. Diese Websites erhalten dann entweder Links von den großen Websites oder sie verlinken zu einer großen Website.

Diese Modell vereint die Vorteile beider Strategien. Man verringert das Risiko und schafft sich zudem viele weitere Einnahmequellen / Standbeine.

Generell muss man sagen, dass man von einer starken großen Website aus natürlich viel einfacher weitere themenverwandte Websites aufbauen kann. Man hat schließlich schon viele Leser, die sich auch für die verwandten Themen interessieren.

Weitere Infos zum Aufbau eines Website-Netzwerkes findet Ihr bei seo.imblickpunkt.com und befused.com.

Kein Königsweg

Wie ihr seht, kann man keine abschließende und eindeutige Antwort geben. Beide Strategien “viele Kleine” und “eine Große” haben Vor- und Nachteile.

Diese sollte jeder Webmaster bzw. Blogger abwägen, bevor er sich für einen Weg entscheidet. Evtl. ist der gezeigte Zwischenweg eine Lösung, um die Vorteile beider Strategien möglichst zu vereinen und dabei die Nachteile zu verringern.

Welche Strategie fahrt ihr?

Mich würde es natürlich interessieren, welche Strategie ihr fahrt. Deshalb folgt nun noch eine kleine Umfrage.

Welche Website- bzw. Blog-Strategie verfolgt ihr?

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Kommentare

18 Kommentare und Trackbacks zu ' Tipps für das eigene Website/Blog-Imperium '

Kommentare zu 'Tipps für das eigene Website/Blog-Imperium' mit RSS oder TrackBack abonnieren.

  1. 1 Constantin kommentierte am 20.05.2008 um 11:45 Uhr

    Hallo Peer,

    wirklich schöner Artikel.

    In die Betrachtung sollte allerdings noch das Zukunftsmoment mit einfließen. Die Entwicklungen in den vergangenen Monaten haben gezeigt, dass insbesondere große Portale einen Bonus bei Suchmaschinen (insb. Google) erfahren.

    Daher würde ich momentan empfehlen, ehr eine große Website aufzubauen. Ist das Vertrauen einmal da, hat man es geschafft. Ob das in Zukunft aber so bleibt und Google diese Strategie weiter verfolgt, bleibt abzuwarten.

    Constantin

  2. 2 Robert kommentierte am 20.05.2008 um 12:35 Uhr

    Ich betreibe ca. 40 Nischenseiten und versuche jede einzelne langsam nacheinander auszubauen. Das mag auf den ersten blick nach viel klingen, ist aber mit nachhaltigen engagement machbar.

  3. 3 Peter kommentierte am 20.05.2008 um 12:42 Uhr

    Eigentlich scheint die dritte Möglichkeit eine große Seite/Blog plus ein bis zwei kleinere Seiten/Blogs auf dauer die beste Lösung zu sein. Hier hat man dann als vorteil ein Haupt Seite/Blog den man entsprechend pushen /pflegen/ erweitern kann, behält sich aber die Möglichkeit durch “Nebenprojekte” noch raum zu lassen für Entwicklungen. Wer weis ob ein gute gehende Hauptthema der heute noch ein Renner ist, in zwei Jahren überhaupt noch Besucher hinter die Ofenbank holt?

    Sich aber zu verzetteln in vielleicht 10 oder mehr kleine Randthemen und dann auf den großen Erfolg zu hoffen scheint ein wenig der falsche Ansatz zu sein. Mag sein das andere die Sache anders sehen….

  4. 4 Der-überall-Gast kommentierte am 20.05.2008 um 15:45 Uhr

    Eine weiter Methode, die zwar intuitiv aber selten bewußt angewendet wird, ist es, mehrere unabhängige Projekte auf einer Domain laufen zu lassen. Für den Besucher, der innerhalb eines Projektes bleibt, mag dies ohne Bedeutung sein, ob noch andere Inhalte auf der Domain liegen – für die Suma sieht es aber anders aus. Hier wird die Domain als ganzen gesehen. Kann u.U. einen Boost für Domainpop bedeuten.

  5. 5 Uwe kommentierte am 20.05.2008 um 16:48 Uhr

    Die Frage ist doch auch immer, was für den Leser dabei rumkommt. Ich stelle mir einfach mal den armen Nischennutzer vor, der für sein Interesse am Thema mit einer dünnen Site belohnt wird, die obendrein noch sichtlich selten gewartet wird. Bei 40 Sites könnte das der Regelfall sein, oder? Nichts für ungut…

  6. 6 Frank kommentierte am 20.05.2008 um 18:54 Uhr

    Meine Strategie: kleine, mittlere und große Seiten. Von unten nach oben können die Seiten aufsteigen. In die großen Seiten wird anteilsmäßig am meisten investiert. Ziel: viele kleine, viele mittlere und viele große Seiten zum Geld verdienen. Yeah!

  7. 7 Geldkrieg kommentierte am 20.05.2008 um 19:19 Uhr

    Im Augenblick konzentriere ich mich noch auch einen Blog. Möchte aber in Zuknuft einige kleine Seiten starten. Nur die Zeit fehlt mir :cry:

    Mich würde interessieren wie wenig Zeit man in eine Website stecken bzw. wie stiefmütterlich man sie behandeln kann, so dass sie trotzdem einen ansprechenden Gewinn abwirft.

  8. 8 Mirco kommentierte am 21.05.2008 um 23:20 Uhr

    Ich konzentriere mich auf eine grosse, eine mittlere und einige kleinere, die je nach Traffic mal mehr mal weniger bearbeitet werden, oder auch mal gar nicht, wenn ich keine Lust hab. Die grosse Seite bringt dabei soviel Traffic wie der Rest zusammen.

  9. 9 Udo kommentierte am 22.05.2008 um 22:03 Uhr

    Hallo!
    Viele kleine Webseiten sind leicht zu handhaben, wenn man sich auf WordpressMU mit dem Sitemanager stützt.
    Hier langt EINE Installation und man kann 100 verschiedene Projekte unter eigenständigen Domains betreiben… und im Updatefall hat man nur eine Installation zu korrigieren…
    Gruß

  10. 10 virtuelle touren berlin kommentierte am 24.05.2008 um 18:09 Uhr

    bei mir geht das sehr drucheinander, und ich rate gerade denjenigen, die das Internet nur so nebenbei nutzen, sich vorher genau zu überlegen, wie sie ihre ARbeit Strukturieren. Ich z.B. bin Fotoraf und habe mit einer Homepage angefangen. Bald hatte ich einen Schwerpunkt im Bereich Hotelfotografie. Darauf gabs es gleich auf der STartseite eine WEiche in Hotels und nciht-Hotels. weil sich die Hotels nciht immer all den anderen Kram anschauen sollten. Irgendwann habe ich dann gemerkt, das es besser ist, für die Hotels eine komplett eingene SEite zu haben, also getrennt, neu aufgebaut, neu beworben. Und so ging dsa weiter und es wurden mehr….

  11. 11 Peer Wandiger kommentierte am 25.05.2008 um 10:38 Uhr

    Die Planung des Aufbaus einer Website ist sicher ein Kapitel für sich. Einerseits ist Planung wichtig und nützlich. Aber oft ändern sich die Rahmenbedingungen im Laufe der Zeit, so dass kaum eine Website am Ende so aussieht, wie bei der Planung.

  12. 12 Andi Meyer kommentierte am 28.05.2008 um 07:17 Uhr

    Sehr guter, anregender Beitrag. Mein Fazit: Für unterschiedliche Themen werde ich unterschiedliche Websites aufbauen. Dazu verwende ich Subdomains meiner Domain. Zusätzlich gibt es ein Portal mit einer Uebersicht. – Wer meine Website besucht, wird sehen: Da ist noch viel arbeit nötig.

  13. 13 skhor kommentierte am 09.06.2008 um 09:40 Uhr

    Bei mir ist eine klare Entscheidung gefallen. Ich habe drei Themen: Medizin, Linux und ein allgemeines Blog. Ein kurzer Versuch mit drei getrennten Sites wurde schon abgebrochen, da schon bei drei Installationen für private Hobby-Webmaster viel zu aufwendig zu administrieren. Jetzt ist wieder alles unter einem Dach!

  14. 14 Wor kommentierte am 21.06.2008 um 02:32 Uhr

    Interessanter Artikel.
    Mir geht eine dritte Alternative ab.
    Wie ist es mit dem Versuch etwas komplett neues anzufangen – also kein Nischenthema oder grosse Site aufzubauen, sondern etwas aussergewöhnliches, noch nie dagewesenes…
    Ich versuche mit meinen Projekten genau das zu suchen, ob das dann eine grosse oder kleine Site wird, kann ich ja nicht sagen, wichtig ist mir nur etwas anzufangen was es bisher nicht gab… :wink:

  15. 15 Peer Wandiger kommentierte am 21.06.2008 um 02:39 Uhr

    Na dann bin ich ja mal gespannt was das wird. Evtl. meldest du dich einfach mal, wenn du soweit bist.

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