The Long Tail – Wie das Internet die Wirtschaft verändert – Buch-Review

DirectAds
Werbung

Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als das Internet aufkam. Sofort riefen alle möglichen Leute, dass sich die Wirtschaft dadurch komplett verändert und völlig neue Regeln gelten.

Das dem nicht so ist und die wirtschaftlichen Grundregeln auch für das Internet-Business gelten, mussten viele Startups und Geldgeber schmerzhaft am Anfang des Jahrtausends feststellen.

Seit dieser Zeit bin ich skeptisch, wenn irgendjemand mal wieder die Änderung der Wirtschaft verkündet. Daher bin ich auch zurückhaltend an das Buch von Chris Anderson The Long Tail* herangegangen.

Mal schauen, ob dieser New-York-Times-Bestseller mit seinen mutigen Ausführungen zum “Geschäft der Zukunft” trotzdem recht hat.

Das Buch wurde vom Verlag für eine Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.

The Long Tail – Der lange Schwanz

Was sich auf deutsch ein wenig anzüglich anhört, beschreibt ein Phänomen aus dem klassischen Vertrieb.

Die meisten Produkte verkaufen sich relativ schwach und nur wenige große Bestseller ragen heraus. Ob Buch-Verlage, Filmstudios oder Musik-Verlage. Alle sind auf der Jagd nach neuen Bestsellern.

Wer kennt diese nicht. Wir alle bekommen diese Bestseller in der Presse und im TV unter die Nase gehalten.

Doch es wird immer schwieriger wirkliche Bestseller zu erschaffen. Gerade das Internet sorgt dafür, dass auch die “kleinen” Produkte eine gute Chance haben wahrgenommen zu werden.

Genau hier setzt das Buch von Chris Anderson an.

Nischen statt Massenmarkt

Ein großer Unterschied der neuen digitale Verkaufswege ist die “Verkaufsfläche”. Während in klassischen Geschäften die Verkaufsfläche begrenzt ist, steht im Internet theoretisch unbegrenzte Werbefläche zur Verfügung.

Theoretisch deshalb, weil der potentielle Kunde natürlich auch im Internet zu den Produkten finden muss und nicht unendlich Geduld hat.

Trotzdem ist dieser Vorteil so groß, dass ein Wandel in der Vertriebsphilosophie vieler Firmen eingesetzt hat.
Statt sich im Massenmarkt mit extrem viel Konkurrenz um die begrenzte Aufmerksamkeit zu streiten, setzen immer mehr Firmen auf Nischenangebote.

Chris Anderson, Chefredakteur des bekannten “Wired”-Magazins, beschreibt in seinem Buch, wie effektiv es sein kann, sich auf die kleinen Produkte zu konzentrieren.

Das ist möglich, da die Kosten für “Regalplätze” im Netz nahezu gegen Null gehen. Anders als in normalen Ladengeschäften, wo Regalplatz teuer ist und die Produkte einen gewissen Umsatz erzielen müssen, da sie sich sonst nicht rechnen.

Das öffnet den Weg für Nischenanbieter, die mit vielen Produkten zwar jeweils nur wenig Umsatz erzielen, aber in der Summe trotzdem ihren Schnitt machen.

Der Inhalt des Buches

Chris Anderson beschreibt in seinem Buch genau diese Änderung des Marktes und zeigt auf, dass die Zeiten der Hits und Bestseller zwar nicht zu Ende sind, aber deutlich an Bedeutung verlieren.

In den einzelnen Kapiteln beleuchtet er seine Theorie von verschiedenen Seiten und legt die 3 Grundpfeiler des Long Tails dar:

  • Demokratisierung der Produktion
  • Demokratisierung des Vertriebs
  • Verbindung von Angebot und Nachfrage

Er zeigt auf, dass der Rattenschwanz der Produkte in der Summe mehr Wert hat, als die im Rampenlicht stehen Produkte.

Eine universelle Formel

Das Prinzip des Long Tails ist faszinierend und auch auf andere Dinge übertragbar. Für Webmaster und Blogger ist dieser Ansatz z.B. bei der Suchmaschinenoptimierung wichtig.

Die Zeiten, in denen man seinen Blog nur auf wenige Top-Keywords optimiert hat, sind vorbei. Gerade der Long Tail der Keywords sorgt für viele Besucher.

So habe ich z.B. in meiner Mai-Statistik herausgefunden, dass mehr als 80% der in Google gesuchten Keywords (über die dann Besucher zu mir gekommen sind), nur einmal gesucht wurden. Würden nur die Top-Keywords zählen, hätte ich rund die Hälfte meiner Suchmaschinen-Besucher eingebüßt.

Fazit

Das Buch “The Long Tail” ist faszinierend und zeigt deutlich auf, wo die wirtschaftlichen Änderungen durch das Internet wirklich liegen.

Die wirtschaftlichen Basics ändern sich nicht, aber der neue Vertriebskanal Internet ändert ein paar Rahmenbedingungen. Wer dies erkennt, kann neue Umsatzpotentiale erschließen, ohne sich im Massenmarkt aufreiben zu müssen.

Diese interessante Lektüre aus dem Hanser-Verlag gibt es bei Amazon* für 19,90 Euro zu kaufen. Ohne Versandkosten!

Review-Zusammenfassung
Reviewer:
Peer Wandiger
Datum:
Artikel:
The Long Tail
Bewertung:
5

Werbung
Werbung

Kommentare

  1. meint

    Ja, der Long Tail – Effekt ist wichtig.
    Zunehmend wird neben der aus einem Wort bestehenden Suche nach Suchphrasen, bestehend aus zwei bis fünf Wörtern, gesucht. Das spricht meiner Ansicht nach auch wieder für das bekannte “Context is King”. Mit einem umfangreicheren Posting lässt sich der Long Tail besser bedienen.

  2. meint

    Das Buch war für mich eine Offenbarung, weil es mir gezeigt hat, was mit Nieschenmärkten alles funktionieren kann. Nur zu empfehlen!

  3. meint

    nette rezession, scheint sehr interessant zu sein das buch.
    werds mir mal im laufe der nächsten woche bestellen.

    grüße

  4. meint

    Naja, das Problem ist dann eher wenn man einen erfolgreiche seinen kleine Ecke gefunden hat, aber der Markt nicht groß genug ist. Dann hat man eher ein Problem :)

  5. meint

    So wie @Oliver das geschrieben hat, das ist genau das die Herausforderung. Ich selbst habe auch schon etwas im Netz gesucht um eine wirkliche Nische zu finden. Die gibt’s zu hauf, aber es sollen ja auch Nischen sein, in denen sich noch genügend “tummeln” :-)

  6. meint

    Da hilft nur ausprobieren. Ich versuch`s auch gerade und bin gespannt. Von der Nische sollte man auch Ahnung haben. Eine Nische war für mich z.B. Grillen, aber a) habe ich davon keine Ahnung und b) ist es sehr saisonell. :roll:

Trackbacks/ Pingbacks

Werbung