Heute habe ich ein weiteres Interview zum Thema “Newsletter” für euch.
Nico Zorn ist seit vielen Jahren als Referent, Dozent und Autor zu den Themen E-Mail-Marketing, Internet-Marketing Trends und Social Media Marketing aktiv und veröffentlicht Fachartikel und Gastkommentare zu diesen Themen.
Darüber hinaus veröffentlicht er seit 2003 das Email Marketing Blog.
Er war so nett, mir meine Fragen zum Thema “Newsletter*” zu beantworten.
1. Für wen ist ein Newsletter zu empfehlen? Lohnt sich das heute noch?

Ein Newsletter macht im Grunde für alle Unternehmen Sinn, die online Produkte verkaufen oder Traffic generieren möchten. E-Mail-Newsletter sind nach wie vor ein sehr effizientes und effektives Online-Marketinginstrument, wenngleich die (technischen) Anforderungen an das E-Mail Marketing gestiegen sind.
2. Was sind die wichtigsten Unterschiede zu einem Blog und seinem RSS-Feed?
Mit einem Newsletter können ganz gezielt Produkte und Dienstleistungen beworben werden – sofern sie für den Empfänger relevant sind. Ein Blog hingegen ist eher als PR-Maßnahme zu sehen und eignet sich in der Regel nicht, um direkte Abverkäufe zu erzielen. Hinzu kommt, dass die Inhalte eines Newsletters exakt und individuell auf die Interessen des Empfängers abgestimmt werden können – ein Blog bietet diese Möglichkeit nicht. Letztendlich ergänzen sich Newsletter und Blog aber ideal und die interessantesten Inhalte des Blogs können beispielsweise im monatlichen Newsletter verschickt werden.
Die Akzeptanz von RSS ist – leider noch immer – relativ gering, auch wenn sie kontinuierlich steigt. Natürlich nutzen Blogger, Journalisten und „Early Adopters“ RSS, „Otto-Normaluser“ hat davon jedoch oft noch nichts gehört. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, neben dem RSS-Feed auch einen Newsletter anzubieten und dem Empfänger die Wahl zu lassen, auf welchem Weg er über neue Inhalte informiert werden möchte.
3. HTML- oder Text-Newsletter? Was ist besser?
Im Vergleich zu reinen Textnewslettern erzielen HTML-Newsletter in der Regel wesentlich höhere Responseraten. Bei der Gestaltung von HTML-Newslettern müssen jedoch viele Aspekte beachtet werden, damit die E-Mail in den verschiedenen E-Mail-Programmen und Webmailern korrekt dargestellt wird. Es empfiehlt sich, ein Template von einem Profi erstellen zu lassen – zum Beispiel von einer Agentur, die sich auf E-Mail Marketing spezialisiert hat. Wer mit HTML vertraut ist kann alternativ auch auf kostenlose Newsletter-Templates zurückgreifen und an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verschickt den Newsletter im Multipart-Format. Bei dieser Variante wird gleichzeitig eine Text- und eine HTML-Version verschickt und beim Empfänger die Variante dargestellt, die vom E-Mail-Programm unterstützt wird.
4. Wie oft sollte man einen Newsletter versenden?
Die Frage lässt sich nicht allgemeingültig beantworten, da sie sehr von der Zielgruppe und dem Geschäftsmodell des Unternehmens abhängt. In erster Linie sollte man sich die Frage stellen, wie hoch das Informationsbedürfnis bei den Leser/innen ist und gegebenenfalls auch eine kurze Umfrage unter den Kunden durchführen. In vielen Fällen ist eine wöchentliche oder eine monatliche Frequenz empfehlenswert. Letztendlich kann man natürlich auch den Empfängern die Wahl überlassen und beide Varianten anbieten…
5. Was sind deine wichtigsten Design-Tipps für einen Newsletter?
Grundsätzlich sollten die wichtigsten Inhalte des Newsletters “above the fold” stehen, d.h. sie sollten sichtbar sein, ohne dass der User scrollen muss. Außerdem sollte der Newsletter auch mit deaktivierten Grafiken „funktionieren, da. Grafiken in vielen E-Mail-Programmen standardmäßig blockiert sind und vom Empfänger manuell aktiviert werden müssen. Ein weiterer Aspekt: Viele User lesen E-Mails im Vorschaufenster ihres Mailprogramms, weshalb man die Breite des Newsletters auf 550 oder 600 Pixel beschränken sollte. Weitere Tipps zur Gestaltung von Newslettern habe ich in einem Artikel veröffentlicht: Newsletterdesign: Die wichtigsten Aspekte für HTML-Mails
6. Wie schafft man es, möglichst viele Abonnenten zu gewinnen?
Grundlage ist natürlich ein prominent platziertes Anmeldeformular auf der eigenen Website. Das Formular sollte auf jeder Seite und gut sichtbar eingebunden werden, beispielsweise direkt unterhalb der Navigation oder in einer rechten Spalte. Zudem sollte der Nutzen des Newsletters klar kommuniziert werden. Mit einem Satz wie „Abonnieren Sie unseren kostenlosen monatlichen Newsletter und profitieren Sie von Tipps, Gutscheinen und exklusiven Angeboten“ überzeugt man einen potentiellen Abonnenten natürlich eher als mit einem lapidaren „Newsletter abonnieren“.
Zusätzlich kann man in E-Mails, Briefen oder am Telefon auf den Newsletter hinweisen. Eine weitere Möglichkeit: Eine Landing Page speziell für den Newsletter erstellen und mit Google Adwords oder mit Banneranzeigen bewerben. Tipps hierzu habe ich in einem Artikel zusammengestellt: Wie Sie mit Google AdWords neue Abonnenten generieren.
7. Sollte man eMail-Listen kaufen?
Davon ist unbedingt abzuraten, denn: Seriöses und rechtlich einwandfreies E-Mail-Marketing funktioniert nur mit Erlaubnis, die vorab von den Empfängern eingeholt werden muss und nicht weiterverkauft werden kann. Die gekauften E-Mail-Adressen wären also wertlos, da die Erlaubnis fehlt, diese Adressen zu beschicken. Man kann jedoch Anzeigen buchen, die von dem Adresseigner an den jeweiligen Verteiler geschickt werden (so genannte Standalone-Mails) oder Anzeigen in Newslettern schalten.
8. Welche Software ist für die Verwaltung und den Versand der Newsletter zu empfehlen? Online-Tool, Offline-Software, Outlook?
Für den Versand von Newslettern sollte eine professionelle Lösung eingesetzt werden. Es gibt zwar Lösungen, die man für einige Euro kaufen und sich auf dem eigenen PC installieren kann, diese Tools haben aber den Nachteil, dass sie zwar E-Mails versenden, die Zustellung der Mails jedoch oft Probleme bereitet.
So ist der Versand von Rechnern mit einer dynamischen IP-Adresse für viele Provider beispielsweise ein typisches Spamkriterium (die meisten DSL-Provider vergeben jedoch dynamische IP-Adressen). Hinzu kommt, dass Abmeldungen in der Regel nicht automatisch bearbeitet werden können, da die Software hierfür permanent mit dem Internet verbunden sein müsste.
Aus diesem Grund ist in den meisten Fällen die Nutzung einer E-Mail Marketing Software als ASP-Variante empfehlenswert. Hierbei wird die Software auf monatlicher Basis gemietet und im Browser bedient. Der Anbieter kümmert sich dann um den reibungslosen Versand und die Zustellung der Mails. Zum Leistungsumfang gehört oft auch die Teilnahme an einem Whitelisting-Projekt, wie beispielsweise der Certified Senders Alliance, wodurch die Zustellung ebenfalls verbessert werden kann.
9. Gibt es empfehlenswerte kostenlose Lösungen oder nur kostenpflichtige?
Aus den oben genannten Gründen ist der Einsatz einer kostenlosen Software auf dem eigenen Rechner in der Regel nicht empfehlenswert. Wer einen eigenen Server besitzt und sich um die Zustellung der Mails kümmern möchte, kann beispielsweise auf die Open Source Lösung OpenEMM der Firma Agnitas zurückgreifen.
10. Was gibt es bei den Newslettern zu beachten, damit sie nicht im SPAM-Ordner landen?
Neben den technischen Aspekten, die ich zum Teil oben geschildert habe, gibt es auch inhaltliche und gestalterische Aspekte, die beachtet werden sollen. Beispielsweise sollte man auf vollständig großgeschriebene Wörter, mehreren Ausrufezeichen und auf eine sehr werbliche / reißerische Sprache verzichten. Ein Newsletter sollte zudem nicht nur aus Grafiken bestehen, sondern in jedem Fall auch einen Textanteil besitzen.
Wichtig ist auch, dass der Newsletter ausschließlich an Nutzer verschickt wird, die sich ausdrücklich angemeldet haben und das Abo auch jederzeit problemlos stoppen können. Wer diese Aspekte nicht berücksichtigt, riskiert nicht nur Abmahnungen und unzufriedene Kunden, sondern auch die Zustellung seiner Mails. Viele Provider, wie beispielsweise GMX oder Google Mail, bieten ihren Kunden nämlich Buttons an, mit denen sie E-Mails als Spam kennzeichnen können. Wird dieser Button von mehreren Empfängern geklickt, landet der Newsletter anschließend bei allen Kunden im Spamordner.
(Nicht nur) aus diesem Grund sollte man sich im Vorfeld genau über die rechtlichen Grundlagen im E-Mail Marketing informieren, zumal die rechtlichen Bestimmungen derzeit noch recht häufig geändert werden.
11. Wie nutzt man seine Newsletter-Liste am besten?
Man sollte sich immer darüber im klaren sein, dass der Empfänger sein Einverständnis über den Empfang des Newsletters jederzeit zurückziehen kann. Spencer Kollas schrieb dazu kürzlich treffend: “What’s often forgotten is that there are actually people at the other end of the email address who want to be treated with respect.”
Überlegen Sie vor jedem Versand, ob der Inhalt der Mail tatsächlich für die Empfänger relevant ist und werten Sie jeden Newsletters aus, um die Erkenntnisse für künftige Kampagnen zu berücksichtigen. Auf diesem Weg lässt sich das E-Mail Marketing permant optimieren und auf die Bedürfnisse der Empfänger anpassen.
12. Wie kann man mit Newslettern an besten Geld verdienen?
Natürlich kann man mit einem Newsletter eigene Produkte oder Dienstleistungen bewerben und auf diesem Weg Verkäufe generieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Vermarktung eines (redaktionellen) Newsletters. Voraussetzung dafür ist aber ein ausreichend großer Verteiler.
Einmal mehr gilt: Wer sich auf ein Thema spezialisiert, wird leichter Anzeigenkunden finden – auch dann, wenn der Verteiler noch überschaubar ist. Nicht zuletzt kann man den Newsletter natürlich auch nutzen, um den Traffic auf der eigenen Website zu erhöhen – Umsätze erzielt man dann mit den Werbepartnern auf der Website.
13. Dein ultimativer Tipp für den erfolgreichen Newsletter-Einsatz?
Noch viel zu selten werden so genannte Trigger-Mails genutzt. Hierbei wird der Versandzeitpunkt ganz individuell auf den Empfänger abgestimmt. So kann der Empfänger beispielsweise zu einem Geburtstag einen Gutschein erhalten oder aber 14 Tage nach seinem Einkauf automatisch eine Mail mit Angeboten für passendes Zubehör bekommen.
Danke für die Antworten
Nico gibt hier sehr viele Tipps für einen erfolgreichen Newsletter. Sein Blog ist natürlich auch zu empfehlen, da er dort regelmäßig interessante Artikel veröffentlicht.
In den nächsten Wochen werde ich eine kleine Serie zum Thema Newsletter* veröffentlichen.
Darin wird es um alle Aspekte eines erfolgreichen Newsletter-Einsatzes gehen. Von der Technik bis zu den Inhalten.
Solltet ihr spezielle Fragen oder Wünsche haben, dann schreibt sie in die Kommentare und ich baue diese dann in meine Artikel ein.
weiterführende Artikel zu diesem Thema
- Mit eigenen eBooks Geld verdienen – Interview mit Burkhard Heidenberger
- Tipps für den optimalen Newsletter-Einsatz? – Interview mit cleverreach.de
- Geld 2.0 – Das Buch über das “Geld verdienen” im Web 2.0
- Overblog – Ganz einfach Geld verdienen mit Blogs?
- Schreibend Geld verdienen
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.









Trigger-Mail, gute Idee!! Der Artikel gefällt mir sehr, danke!
Supper Interview, auch wenn die Preise bei der Certified Senders Alliance nicht gerade als günstig zu Bezeichnen sind.
Ansonsten äußerst informativ, zumindes für Leute wie mich, die sich mit Marketingthemen noch nicht so außführlich auseinander gesetzt haben.
Es ist aber auch nicht umsonst die Certified Sender Alliance. Die Vorteile eines professionellen Versandes sind in meinen Augen den Preis wert. Besonders wenn man mit Newslettern Geld verdienen will.
Hmm, vielleicht wären ja Beispiele von Verdienstmöglichkeiten ganz interessant. Solch ein Newsletter (der dann vor allem auch noch Geld einbringen soll) wird mit Sicherheit ziemlich viel Zeit, Mühe (und bei einer kostenpflichtigen Lösung auch Geld) kosten. Nur um zu sehen, was es da für In- und Outputs gibt
echt guter Beitrag zu Newslettern
klasse sehr gute Tips werd mir den Artikel nochmal verinnerlichen
GRüße
DeRBoZz
Ich sehe es ähnlich wie @wired. Der Aufwand für einen Newsletter erscheint mir hoch, ab welcher Empfängerzahl lohnt sich dieser?
@Trends: Das kommt auf Dein Geschäftsmodell an – wenn Du zum Beispiel Luxus-Yachten verkaufst, kann sich schon ein Verteiler mit 20 Interessenten lohnen
Wenn es nur um die Traffic-Generierung geht, ist Suchmaschinenoptimierung kurzfristig sicherlich effektiver. Trotzdem empfiehlt es sich, möglichst früh mit dem Aufbau eines Verteilers anzufangen – der Start des Newsletters kann dann auch etwas später erfolgen (wobei der Abstand nicht zu groß sein sollte, damit sich die Empfänger noch an ihre Anmeldung erinnern)
interessant, besonders der Tip mit den Trigger-Mails!
Muss mal ausprobieren, ob OpenEMM das kann…