Mit einem oder mehreren eigenen Blogs genug Geld zu verdienen, um davon leben zu können, ist nicht einfach.
Es dauert auf jeden Fall eine ganze Weile, das eigene Blog-Einkommen soweit zu steigern.
Um trotzdem vom Bloggen leben zu können, bieten sich Auftragsarbeiten an. Bloggen für Geld steckt zwar noch in den Kinderschuhen, aber es geht voran.
Heute führe ich ein Interview mit Andreas Gerads über solche Bloggerjobs, aber auch darüber, wie man Web-Projekte grundsätzlich erfolgreich machen kann.
1. Bitte stell dich und deine Website “www.bloggerjobs.de” meinen Lesern vor.

Hallo Peer, mein Name ist Andreas Gerads, ich bin 26 Jahre alt, wohne in Aachen und habe im März 2008 bloggerjobs.de online gestellt.
Bloggerjobs.de ist ein Job Board für Stellenangebote rund um Bloggen, Podcasting, Blog-Design und Beratung.
2. Welche Idee steht hinter der Website und wie bist du darauf gekommen?
Die Idee kam mir, als ich selber für eines meiner Blogs einen Co-Blogger gesucht habe. Mir war damals keine Stelle bekannt, wo ich gezielt hätte nach jemandem suchen können.
Das Problem konnte ich auch bei vielen anderen Bloggern beobachten und so entschloss ich mich schnell ein ganz simples Job Board zu bauen und Abhilfe zu schaffen.
Anfangs noch auf Wordpress laufend, arbeitet das Board heute auf der Open Source Software jobberbase. Ein Glück war natürlich, dass die Domain noch frei war.
Bloggerjobs positioniert sich heute als eine Art “Schwarzes Brett”. Es ist erstmal offen für alle möglichen Angebote, die etwas mit Blogs zu tun haben.
Immer mal wieder tauchte die Kritik auf, dass so viele schlecht bezahlte Jobs dort zu finden seien. Ich sehe es aber nicht in meiner Verantwortung für tolle Jobs zu sorgen, sondern ich schaffe nur den Raum wo Angebot und Nachfrage zusammentreffen.
3. Wie verlief der Start deiner Website und wie hast du sie bekannt gemacht? Welche Vermarktungsmaßnahmen waren besonders effektiv?
Ich habe mir viele, sehr viele Gedanken darum gemacht, wie ich es schaffen kann das Projekt bekannt zu machen. Diese Frage habe ich so lange vor mir hergeschoben bis die Seite online war und dann hat der Zufall zugeschlagen.
Ich habe 20 Leute die ich nicht kannte via Xing angeschrieben, weil Sie in Ihrem Profil angegeben haben Blogger zu suchen. Meine Idee war: Wenn die doch Blogger suchen, dann können Sie doch auch eine Anzeige bei Bloggerjobs schalten.
Von den 20 hat natürlich nie jemand eine Anzeige bei mir geschaltet, aber einer von ihnen hat darüber getwittert. Das hat dann Jan Tißler von Upload gelesen, eine Kurznachricht darüber in seinem Blog verfasst und dann ging es ab wie Schmitz´ Katze.
Das Thema Bloggen für Geld polarisiert natürlich und so landete Bloggerjobs dann auch bald im virtuellen Reisswolf von Don Alphonso.
Insgesamt habe ich beim Marketing also viel Glück gehabt. Neben dem viralen Effekt habe ich kurze Zeit Google Adwords und Werbung auf einigen Blogs geschaltet, beides aber nicht gezielt genug, um den wirklichen Erfolg messen zu können.
4. Was ist das Geschäftsmodell hinter deinem Job Board? Auf welche Art “verdienst” du etwas?
Über ein Geschäftsmodell habe ich mir bei Bloggerjobs am Anfang keine Gedanken gemacht. Mein wichtigstes Ziel war es ein gute Webseite zu schaffen die Menschen hilft. Gleichzeitig wollte ich aber auch erreichen, dass die Seite keinen großen organisatorischen Aufwand für mich bedeutet.
Als mir das durch die technische Umsetzung gelungen war, kam mir schon irgendwann der Gedanke, ok wie könnte man mit der Seite noch ein paar Euros verdienen.
Von Anfang an wollte ich keine Gebühren für das Einstellen von Jobs verlangen und so blieb dann eigentlich nur der indirekte Weg der Vermarktung, sprich über Werbung und Affiliate Programme.
Direktvermarkung habe ich mal versucht, aber es war zu aufwendig passende Partner zu finden, obwohl Bloggerjobs der ideale Ort ist, um zum Beispiel Produkte zu bewerben. Ich versammle schließlich eine Menge Meinungsmacher auf der Webseite.
5. Kannst du uns ein paar statistische Eckdaten für den heutigen Stand deines Job Boards verraten?
Klar Peer. Ich freue mich immer sehr, wenn Blogger etwas über Ihre Statistiken Preis geben, bei dir im Blog kann man ja auch immer sehr viel dazu lesen, da will ich gerne auch ein paar Zahlen nennen.
Aktuell liefert das Board rund 16.000 Page Impression pro Monat. Nicht besonders viel mag man auf den ersten Blick vermuten, aber dafür, dass es eine vergleichsweise kleine Gruppe von Menschen anspricht eine ganz gute Zahl denke ich.
Die meisten Besucher kommen über Verlinkungen und Blog-Einträge. Mein Glück war ja, dass das Thema polarisiert und die Leute gerne darüber diskutieren, das hat enorm geholfen und ohne diesen Schub wäre Bloggerjobs auch nicht da wo es heute steht.
Der monatliche Umsatz liegt im niedrigen dreistelligen Bereich.
6. Welches Potential sieht du für den Blog-Markt in Deutschland?
Schwer zu sagen. Irgendwie habe ich seit einem halben Jahr das Gefühl, es findet keine besondere Weiterentwicklung statt, jedenfalls ist es recht still geworden.
Die Chance als Profi-Blogger von einem oder mehreren Blogs leben zu können sehe ich trotzdem weiter gegeben, es ist nur ein sehr weiter und steiniger Weg bis dahin.
Dem deutschen Markt fehlt so ein bisschen der Held wie man ihn aus Geschichten kennt, zu dem man heraufschauen kann und den anderen den Weg weist.
In den USA gab es recht schnell Leute, die sich als Held positioniert haben und für viele Blogger ein Wegweiser geworden sind. Da gibt es im deutschen Markt noch viel zu tun, ich bin aber zuversichtlich.
7. Betreibst du auch einen Blog? Wenn ja, warum und was bringt er dir?

Neben Bloggerjobs betreibe ich eine Reihe von Blogs, woraus ja auch die Idee zu Bloggerjobs entstanden ist.
Angefangen habe ich im Januar 2007 mit EASN – everything a StartUp needs, einem Blog für Unternehmensgründer. Das habe ich in den vergangenen fast 2 Jahren zu einem kleinen Netzwerk ausgebaut mit einem Board um Mitgründer zu suchen, sowie Profile von Investoren.
Kurz nachdem Bloggerjobs online ging, habe ich dann auch noch das Stilblog gestartet. Viele andere Blogs habe ich zwar aufgesetzt, habe aber noch keine Zeit gefunden sie zu füllen.
Mein Ziel ist es ein eigenes kleines Blog-Netzwerk zu schaffen mit dem sich Geld verdienen lässt. Allerdings und das ist ganz wichtig: Geld verdienen darf aus meiner Sicht nie der erste Gedanke sein wenn man ein Blog starten möchte.
Wenn die Gedanken daran Geld verdienen zu wollen, Besucherzahlen zu steigern und bekannt werden zu wollen, den eigenen Spaß am Bloggen überlagern, dann gerät man in eine Falle aus der man nicht leicht herauskommt.
Ich habe das bei einem hier nicht genannten Projekt festgestellt, wo es mir absolut darauf ankam ein Blog zu schreiben das Cash abwirft, was aber absolut schief gegangen ist.
Nach einem halben Jahr habe ich es eingestampft. Die Projekte, die ich aber aus Lust am Thema gestartet habe sind alle auf einem sehr guten Weg und entwickeln sich so wie ich es mir wünsche.
Neben viel persönlicher Anerkennung, guten Kontakten und einer Menge neuen Wissens, kommen dann auch ein paar Euros bei den Blogs rum.
8. Welche Tipps kannst du anderen geben, die ein ähnliches Projektes starten wollen wie www.bloggerjobs.de?
Einfach ausprobieren.
Es gibt mittlerweile so viel Open Source Software im Netz, dass man wirklich alles bauen kann was man sich vorstellt.
Wenn man wie ich kein großes Budget für Entwicklung und Marketing hat, dann muss man halt selber ran und sich ein paar Nächte um die Ohren schlagen.
Es ist heute einfacher denn je ohne große Vorkenntnisse ein Web-Projekt zu starten. Man muss natürlich den Willen haben viel zu Lernen und auch Geduld mitbringen.
Am wichtigsten ist aber, dass man einen konkreten Nutzen schafft, der Menschen dazu bewegt den Service erstens zu nutzen und zweitens darüber zu erzählen und drittens wiederzukommen.
Wer gerne ein professionelles Projekt starten möchte, der sollte diese Grundregel unbedingt beachten!
9. Dein ultimativer Tipp für Blogger?
Mein ultimativer Tipp für Blogger ist, sich ein Thema zu suchen für das man wirklich brennt und auf das man Lust hat.
Leser merken sehr schnell, ob jemand nur so vor sich hin bloggt, weil er gerne Suchergebnisse bei Google erzeugen möchte, oder ob jemand mit Leib und Seele in dem Thema steckt und sich und andere dafür begeistern möchte.
Fehlt das Feuer sollte man sich die Zeit sparen und lieber mit Familie und Freunden verbringen.
Danke Andreas für deine interessanten Antworten
Das Beispiel von Bloggerjobs.de zeigt meiner Meinung nach sehr schön, was ein guter Gedanke zur richtigen Zeit bewirken kann.
Statt irgendetwas in den Markt zu drücken, was es schon zur genüge gibt, war die Idee von Bloggerjobs.de aus dem Fehlen eines solchen Angebotes entstanden.
Dabei hilft es grundsätzlich sehr, wenn man ein Blog-/Website-Thema hat, welches polarisiert und die Leute zur Diskussion anregt.
Das führte auch dazu, dass das Viral Marketing funktioniert hat und viele Blogger darüber berichtet haben, unter anderem ich.
Sehr interessant finde ich auch den Ansatz von Andreas, nach und nach ein eigenes Blog-Netzwerk aufzubauen. Das ist sicher eine gute Idee, anstatt nur auf ein Projekt zu setzen.
Zu guter letzt vertritt Andreas eine Ansicht, die ich voll teilen kann. Man muss Spaß am Bloggen haben. Wer täglich seinen Blog mit Leben füllen “muss”, der sollte Spaß daran haben.
Das merken die Leser natürlich sehr schnell und honorieren dies. Aber auch das eigene Leben wird dadurch einfach.
Und meist kommt dann auch der Erfolg.
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.









Super Interview! Das sollten sich mal einige “Ich-kanns-zwar-nicht-ich-weiß-aber-wie-man-ganz-viel-geld-im-Internet-verdient”-Blog-Betreiber ganz genau durchlesen.
Bei Bloggerjobs habe ich 2 Mails an Anbieter losgeschickt, jedoch nie eine Antwort erhalten.
Jawohl, so geht’s! Das dritte Interview, bei dem der Spaß-Faktor genannt wird.
Wenn nur das “Makemoney” die Motivation ist, dann ist eben nach den ersten Monaten ohne Money der Riemen runter von der Orgel und die Luft raus!
Ein kleines Netzwerk ist sicher auch für einige das Ziel, nur wenige ziehen es konsequent durch!
Ohne Spaß-Faktor verkommt *jedes* Bloggen zur leeren Hülle. Das muß man fast als Grundsatz sehen.
Lieber Gruß
Rata
mmmh…ziehmlich viele Interviews in letzter Zeit…nicht dass diese uninteressant wären, denn durchlesen tue ich sie alle, nur kommt bei mir der Wunsch nach wieder etwas “härteren” Content auf…
Hi Geldkrieg,
ich versuche eine gute Inhalts-Mischung in meinem Blog zu veröffentlichen.
Dazu gehören Interviews, allgemeinere Artikel (wie z.B. zur Produktivität etc.), Blog- und Designartikel und Beiträge zum Geld verdienen.
Ich hoffe für jeden ist da was dabei.
Johmei Geldkrieg,
den “härteren” Content findest du doch derzeit auf den großen News-Seiten und in den Charts! Wenn das mal nicht hart ist!!
PS: @Peer: Im 9.51 Opera habe ich seit heute den Footer rechts?!
Ja, auch im Firefox, IE und Chrome
Ich bastele doch so gern am Layout und da ich mal meine Blogroll überarbeiten will, habe ich sie wieder weiter nach oben genommen.
@Peer:
war ja auch nicht böse gemeint…ich finde Interviews auch toll, nur find ich diese Tipps&Tricks Artikel etwas toller (ist wie mit der Note 1 und der 1+)….
Ist mir nur aufgefallen, dass in den letzten 4 Wochen viel mehr Interviews hier zu finden sind als vorher (gefühlte 3 pro Woche). Früher waren es deutlich weniger…
Wollt ja nur ein Feedback geben: Ich wünsche mir wieder mehr 1 plus’n und weniger 1′er
Ich bin doch nicht auf meine Stammleser böse
Die vielen Interviews sind das Ergebnis meines Aufrufes. Ich hatte vor einer Weile ja mal dazu aufgerufen, dass sich Blogger und Website-Betreiber bei mir melden sollen.
Da sind eine Menge Interviews entstanden. Das wird aber wieder abnehmen und auf ein normales Maß zurück gehen.
1a Interview und trifft den Nagel auf den Kopf.
Die Motivation am Anfang ist immer da und ein Blog schnell aufgesetzt, aber wer seinen Schweinehund nicht überwindet, der wird auf Dauer scheitern. Die Erfahrung musste ich auch machen und hat mir geholfen anders an die Dinge ran zu gehen.
Ein sehr cooles und Informatives Interview, immer wieder Klasse was es hier an Interviews zu lesen gibt. Immer neue Informative Sachen rund um das Web, gefällt mir vorallem die Interview Sektion!
Der Peer bringt immerhin mehrere Artikel am Tag raus. Das müssen andere erst mal nachmachen, vor allem die konstant hohe Qualität. Ich fand alle Interviews gut und habe bei allen was gelernt. Am besten fand ich natürlich den mit mir.
Ich finde super, das die auch alle so ehrlich sind. Ist echt ne super Seite hier.
Und es werden so viele unterschiedliche Themen behandelt.
Ja spass an der Sache sollte auf jedenfall immer dabei sein.
zum Thema Blognetzwerk:
Ich finde, dass kann man auch von einer anderen Seite betrachten. Ist es vielleicht nicht sinnvoller EIN Projekt mit aller Kraft zu betreiben, anstatt an 20 Seiten aufeinmal zumzuschrauben? Gerade wenn man das Ganze nur nebenberuflich betreibt?
Ich will nicht sagen, dass das eine richtig oder falsch ist. Ich stelle mir die Frage, welches der richtige Weg ist, oft genug selbst…
@Markus:
Für rein private Seiten ist das sicher nicht relevant. Sobald jedoch irgendwo der “Makemoney”-Gedanke und Besucher über Google aufkommt, würde ich zumindest an ein Netzwerk denken
Es gibt sicherlich auch eine Menge Blogger und Webmaster da draußen, die nur ein Projekt haben dun das ist auch Okay. Man kann dann sicher in das eine Projekt noch deutlich mehr Energie investieren.
Aus Business-Sicht wäre es mir aber zu riskant. Wenn diese eine Site aussteigt, dann hat man nichts mehr.