
Ich hatte ja vor ein paar Tagen einen neuen Online-Werbe-Markt vorgestellt.
AdLoft.de nennt sich dieses vielversprechende Portal. Ich habe mich deshalb mal mit dem Gründer von AdLoft.de, Philipp Petrescu in Verbindung gesetzt.
Er war so freundlich meine Fragen ausführlich zu beantworten.
1. Du bist erst 16 und AdLoft ist auch nicht dein erstes Projekt. Bitte stell dich meinen Lesern erstmal vor.
Mein Name ist Philipp Petrescu, ich bin 16 Jahre jung und komme aus dem wunderschönen Kempen am Niederrhein. Ich besuche derzeit 12. Klasse eines Gymnasiums und lege (voraussichtlich) 2010 das Abitur ab.
Mein Interesse an dem Internet und an dem Computer allgemein ist schon seit meiner Kindheit (bin ich ja eigentlich immer noch drin
) sehr groß. Mit zehn Jahren stellte ich meine erste Homepage online – einen Simpsonsfanclub.
Es folgten viele kleinere HTML Seiten zu diversen Themen. Mit 14 Jahren gründete ich dann die Internetagentur “Snakewood” und erstellte für kleinere Unternehmen und Vereine in der Umgebung Internetauftritte.
Wobei ich sagen muss, dass mit fortschreitendem Alter das Interesse am reinen Programmieren immer geringer wurde, so dass ich die Aufträge, die über Snakewood reinkamen, eigentlich nur geschickt an mein Netzwerk aus Designern und Programmierern weiterleitete und das Geschäft so sehr flexibel aber auf profitabel lief.
Wenn ich mal gerade nicht am PC tätig bin, spiele ich ganz gerne Tennis oder mache was mit Freunden. Durch die “Academy for Junior Managers”, einem Zusatzkurs, den meine Schule in Zusammenarbeit mit der IHK, der Hochschule Niederrhein, der Bischöflichen Akademie in Aachen und der Fontys in Venlo anbietet, konnte ich mir über die Dauer von zwei Jahren Grundkenntnisse in betriebswirtschaftlichen Prozessen aneignen. Ich war übrigens auch in der Academy der jüngste Teilnehmer.
2. Wie bist du auf die Idee zu AdLoft.de gekommen?

Ich hatte den Entschluss gefasst, dass ich mal ein größeres Projekt auf die Beine stellen will. Während ich ursprünglich eine ganz andere Idee hatte, stieß bei der Recherche zu dieser Idee in einem amerikanischem Blog auf einen AdBrite Werbebanner.
Ich habe mir die Plattform genauer angeschaut und gedacht, dass es so etwas noch nicht in Deutschland gibt. Als Webmaster war ich ja selbst mit dem Problem der ausreichenden Monetarisierung konfrontiert – ein Problem, welches es ja bei “advertismentbasierten” Internetprojekten immer gibt.
Dieses Problem möchte ich mit AdLoft lösen.
3. Wie hast du das Projekt umgesetzt? Da steckt einiges an Arbeit drin.
Nun, wo soll ich anfangen. Durch die vorangegangen Gründungen wusste ich in etwa, was man berücksichtigen muss und wie man die Dinge am Besten anpackt.
Es musste natürlich erst einmal ein Programmierer gesucht werden, der sich dem annimmt. Eher durch Zufall bin ich da auf ein Team in England gestoßen, welche an einer ähnlichen Idee arbeiteten und mit denen ich dann zusammen AdLoft entwickelt habe.
Parallel dazu entwickelte ein Designer, den ich noch von einem früheren Projekt kannte, das Logo für AdLoft sowie die Info Seite.
Als das abgeschlossen war, hab ich wieder selbst “aktiv” angepackt: Die Alpha bzw. Beta Tests mussten koordiniert werden und die Homepage und besonders die Info Seite mussten mit Inhalten gefüllt werden. Zahlreiche schlaflose Nächte später sind die Texte entstanden, die nun auf den Seiten zu sehen sind.
Dass einiges an Arbeit drinsteckt ist richtig, aber mir macht die Arbeit viel Spaß. Desweiteren sammele ich durch das Projekt extrem viele Erfahrungen, was mir später sicherlich helfen wird. Durch AdLoft, und besonderes durch den IdeaLab, habe ich schon jetzt sehr viele Kontakte geknüpft.
4. Welche Vorteile bietet AdLoft für Blogger? Warum sollte man AdLoft nutzen?
AdLoft bietet Bloggern viele Vorteile.
Zum einen ist da natürlich die “Blog Box” (125px x 125px), die wir sowohl als Textwerbung als auch als Bannerwerbung anbieten. Sie lässt sich sicher sehr gut in jeden Blog integrieren.
Desweiteren sind die Möglichkeiten neben die klassischen Werbeformen (Banner- und Textwerbung) sehr groß: Wenn man in einem Blog zum Beispiel viele embedded Video nutzt, kann man diese super mit unserer InVideo Ad vermarkten.
Oder einfach mal eine zum Thema des Blogs passende Video Werbung einbinden – dies wird von den Besuchern sogar als Mehrwert für die Seite wahrgenommen. Durch AdLoft bekommt man viele, teilweise innovative Werbeformen (neben den oben erwähnten auch die Full Page Ad, die InLine Ad und die PopUnder Ad) geboten und muss somit nicht auf mehrere Vermarkter zurückgreifen und bekommt quasi alles aus einer Hand.
Egal welche Werbeform – alle Codes können über unser Web Interface konfiguriert werden, so dass der Einbau der Werbung dann zu einem Kinderspiel wird.
Besonders für Blogger mit weniger reichweitestarken Blogs könnte es auch interessant sein, dass unser Auszahlungslimit mit 25€ im Vergleich zu anderen Anbietern sehr gering ist. Ein weiteres Feature speziell für Blogger kündige ich weiter unten an
5. Was macht AdLoft besser als die bisherigen Konkurrenten?
Wie bei der letzten Frage schon erwähnt: Wir sind bei den Werbeformen einfach viel breiter aufgestellt.
Sowohl Advertiser als auch Publisher können nahezu alle in Deutschland etablierten Werbeformen über AdLoft nutzen.
Darüberhinaus bieten wir mit der Full Page Ad auch einen “Exoten” an, der in Amerika sehr häufig eingesetzt wird. Doch unsere innovativen Werbeformen sind nicht das einzige.
Während man bei anderen Anbietern seine Werbeplätze nur nach tausend Klicks abrechnen kann ist man bei AdLoft sehr flexibel: Wir bieten neben dem Klickpreis auch die Möglichkeit, den Werbeplatz für eine bestimmte Laufzeit (z.B. 1 Tag) oder für 1000 Impressions anzubieten.
Neben dem Echtzeit Marktplatz Modell haben Advertiser auch die Möglichkeit sogenannte Netzwerk Ads zu kaufen. Advertiser teilen uns über ein Formular ein genaues Targeting (Keyword orientiert, Geografisch, Kategorisch) der Werbekampagne mit und sagen, was sie pro Klick ausgeben möchten.
Auf allen Seiten unseres Netzwerks, die zu dem angegebenen Targeting passen, wird nun die Werbekampagne angezeigt. Somit ist auch die bequeme und schnelle Buchung mehrerer Werbeplätze möglich und Publisher profitieren von einer weiteren Einnahmequelle. Die Publisher können übrigens von Werbefläche zu Werbefläche einstellen, was für einen mindest Klickpreis Netzwerk Ads aufweisen müssen, um dort angezeigt werden zu können.
Standards die die Konkurrenz gesetzt haben, wie zum Beispiel die Möglichkeit in ungebuchten Zustand seinen alten Werbecode (z.B. Google AdSense) vollautomatisch anzeigen zu lassen, erfüllen wir selbstverständlich auch.
6. Wie stellst du sicher, dass zum Start von AdLoft genügend Publisher und Advertiser zur Verfügung stehen?
Also zu 100% kann man so etwas nicht sicherstellen.
Durch den IdeaLab! sind sehr viele Kontakte entstanden und wir werden beim Launch sicherlich nicht bei 0 Starten – ein paar Partnerschaften habe ich im Blog ja auch schon angekündigt. Sowohl zu Publishern als auch zu Advertisern wurden schon konkrete Partnerschafte geschlossen.
Desweiteren habe ich selbst ein Budget eingeplant, um beim Publishern von AdLoft in der Startphase für meine anderen Projekte zu werben. Auf lange Frist wird sich zeigen, wie stark der Zuwachs an Advertisern und Publishern ist aber große Sorgen mache ich mir da eigentlich nicht.
Wir bieten (wie in Punkt 5 erläutert) einen riesigen Mehrwert und wer da noch zur Konkurrenz geht ist selbst schuld
7. AdLoft hat ja sehr viel Presseecho hervorgerufen. Wie bist du bei der PR-Arbeit vorgegangen?
Was PR-Arbeit im allgemeinen angeht, konnte ich sehr viel aus der Academy mitnehmen. Ich habe gelernt, wie man sich als Unternehmen repräsentiert, wie man Pressemitteilungen schreibt, etc. Auch wenn es nicht speziell auf Online PR ausgerichtet war, konnte ich mir die restlichen Techniken wohl sehr gut selbst aneignen.
Circa eine Woche vor dem IdeaLab! fing ich damit an, die Pressemappe zu erstellen. Desweiteren habe ich mir vorsorglich die obligatorischen Visitenkarten und Buttons drucken lassen. Vor dem IdeaLab! habe ich dann auch die einleitende Pressemitteilung an alle großen Onlineredaktionen herausgeschickt.
Auf dem IdeaLab! konnte ich dann sehr gut auf mich und AdLoft bei den Elevator Pitches aufmerksam machen. Auch wenn ich erst 10 Minuten vor den Pitches erfahren habe, dass ich selbst mitmachen kann wenn ich will und ich dementsprechend mir in noch 8 verbleibenden Minuten eine Präsentation überlegen musste, hat das ganze sehr sehr gut geklappt.
Es war ein sehr tolles Gefühl in einem Hörsaal vor so viel Publikum zu reden – daran könnte man sich glatt gewöhnen
Ich habe viel Applaus geerntet und nach dem Vortrag konnte ich mich nicht mehr vor Visitenkarten und Fragen retten.
PR technisch war das das Beste was passieren konnte. Habe mir dann während dem Kongress auch die Dame von Focus Online zur Seite genommen und sie war auch von der Tatsache begeistert, dass ich erst 16 Jahre alt bin und versprach mir mich zu erwähnen, was Sie dann auch tat.
Ich denke, dass der Schlüssel für die meisten anderen Veröffentlichungen an dem Artikel auf Focus Online liegt. Ansonsten war der IdeaLab! wirklich das Beste was in dieser Phase passieren konnte. Ich persönlich würde jedem Gründer empfehlen, solche Kongresse zu nutzen und selbstbewusst auf Leute zuzugehen.
Ansonsten denke ich, dass es für eine erfolgreiche Pressearbeit überaus wichtig ist, eine gut strukturierte Presseseite anzubieten. Eine Seite, auf der alle Pressemitteilungen, Materialien und Hinweise zu Veröffentlichungen gesammelt werden und auf welche auch immer wieder verwiesen wird.
8. Welche Tipps hast du für Blogger, die bei AdLoft erfolgreich Werbeplätze anbieten wollen?
Ich würde empfehlen, sich nicht auf einen Werbeplatz bzw. eine Werbeform zu beschränken, sondern auszuprobieren, welcher Werbeplatz bzw. welche Werbeform am effektivsten ist.
Desweiteren kann man von der Funktion profitieren, seinen alten Werbecode in ungebuchten Zustand beizubehalten – so gehen keine Umsätze verloren.
Es ist ratsam, den “Hier werben?” Link unter jeder Werbung von uns anzeigen zu lassen (lässt sich über das Userinterface konfigurieren und der Text lässt sich auch anpassen), so dass potentielle Advertiser darauf aufmerksam gemacht werden, dass man Werbung über den Werbeplatz schalten kann und dann schnell zu der Buchungsseite finden.
Auf jeden Fall würde ich auch einfach mal den Ad Code für die Full Page Ad integrieren und abwarten, wie diese sich entwickelt. In ungebuchten Zustand fällt sie ja praktisch nicht auf.
Auch könnte es ratsam sein bei Text Ads von dem Feature Gebrauch zu machen, das Layout der Text Ads individuell auf das Layout der Seite anpassen zu können.
Generell empfehle ich einen klaren Seitenaufbau, das genaue definieren von Zielgruppe und einen regelmäßigen Informationsnachschub.
9. Auf was kann man sich in Zukunft bei AdLoft freuen?
Wir ruhen uns natürlich nicht auf dem bevorstehenden Launch aus, sondern arbeiten im Hintergrund schon jetzt an weiteren, innovativen Features für AdLoft.
Leider kann ich da noch nichts genaues sagen aber ich denke, dass man sich bis zum Ende des Jahres noch auf ein paar Neuerungen freuen kann
Eines kann ich aber schon jetzt ankündigen: Für Blogger wird auf jeden Fall ein Add-On für WordPress kommen, mit dem man ganz einfach Werbung über das WordPress Admin Interface konfigurieren und in das Blog einbauen kann.
Ansonsten wird definitiv auch noch ein neues Design für die Plattform kommen. An neuen Ideen mangelt es mir derzeit nicht.
Danke für die ausführliche Antworten Philipp
Es ist schon erstaunlich mit welchem Geschäftssinn und Weitsicht ein 16 Jähriger ausgestattet sein kann. ![]()
In dem Alter habe ich mich noch für ganz andere Sachen interessiert.
Sehr gut finde ich seine Einstellung zur Arbeit im Team. Wer weiß wie lange er gebraucht hätte, wenn er versucht hätte alles allein umzusetzen. So macht Arbeitsteilung wirklich Sinn.
Ebenfalls sehr gut finde ich die PR-Arbeit. Da sieht man mal wieder wie wichtig es ist, aus seiner Bude heraus zu kommen und persönliche Kontakte zu knüpfen. Ansonsten wäre es wahrscheinlich nie zu dem Focus Online-Artikel und in der Folge zu weiteren Presse/Artikeln gekommen.
Ich warte jedenfalls gespannt auf den Start von AdLoft.de. Das WordPress-Plugin hört sich schon sehr interessant an.
weiterführende Artikel zu diesem Thema
- AdLoft – Der neue Online-Werbemarkt
- PR für Gründer und Selbständige
- Interview – Patrick Breitenbach – werbeblogger.de
- Interview – Werbung im eigenen Blog verkaufen
- Links der Woche – Gründer-Test, PDF-Mag, Digg-Tipps und mehr
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.









Sehr gutes Interview und ein sehr sympatischer Kerl.
Ein sehr interessantes Interview, es wird immer besser hier bei Peer!
Das IdeaLab! erscheint plötzlich im Interview, mit Google ist es jedoch kein Problem
Schade, dass kein genauer Starttermin bekannt ist, die Beta hätte ich gerne getestet.
Das Design ist derzeit bei mir zerschossen und etwas SEO kann man sicher auch bei einer Beta schon berücksichtigen.
Ich bin auf den Start gespannt.
Interessantes Interview, ADLoft dürfte sehr toll sein.
Philipp Petrescu dürfte auch ein sehr selbstbewuster, intellegenter, super Typ sein.
Toller Beitrag!
PS: Bitte Link zu Snakewood reparieren
Ups, hab ich gemacht.
Ich kann nur sagen: Respekt und ich bin gespannt auf den Launch!
Respekt, da bin ich sehr gespannt…
Ich wünsche Phil und seinem Team viel Erfolg, muss aber mal fragen, wo bei all der Euphorie über irgendwelche Werbeformante, die womöglich in Übersee gerade viel genutzt werden, der User bleibt.
Bei FullPage und PopUnder dreht sich mir doch als User der Magen herum. Mehr als eine Seite landete wegen sowas schon auf meinem persönlichen Index. Ich habe kein grundsätzliches Problem mit Werbung, aber man den User nicht dauernd mit dem Dampfhammer versuchen Werbebotschaften einzuprügeln.
P.S.:
Ja ich weiß, es gibt Ad_blocker Plugins. Die nutze ich aber bewusst nicht. Wenn eine Website ihren Credit bei mir verspielt, dann ganz.
@ Alexander
Ich mag einige dieser Werbeformen auch nicht. Aber es ist die Entscheidung der Publisher, welches Format sie anbieten.
Wer dann damit Leser verscheucht, der ist selber schuld.