Für Selbständige im Netz gibt es ja eine Vielzahl an möglichen Geschäftsmodellen.
Man kann Online-Plattformen für den Verkauf von Produkten nutzen oder einen eigenen Shop starten. Man kann seine Dienstleistungen online bewerben oder Support für Kunden anbieten. Und es gibt noch viele andere Geschäftsmodelle.
Eines der häufigsten Geschäftsmodelle scheint aber “Webdesign” zu sein.
Doch wie sinnvoll ist dieses Geschäftsmodell heute noch?
Früher war alles besser
In den guten alten Zeiten der dot.com Blase Anfang des Jahrtausends war das Leben für Webdesigner noch deutlich angenehmer.
Wenn man sich heute anschaut, was damals für Stundensätze gezahlt wurden, bekommt man heute schon feuchte Augen.
Natürlich schwankten die Preise damals auch schon, genauso wie heute, aber insgesamt waren die Verdienstmöglichkeiten damals im Zuge des Internet-Rausches besser.
Und es gibt noch ein paar andere Faktoren, die heutzutage die Frage aufkommen lassen, ob “Webdesign” noch ein sinnvolles Geschäftsmodell ist.
Hinweis: Dieser Artikel ist aus Sicht eines selbständigen Webdesigners geschrieben. Natürlich gibt es auch große Web-Agenturen und manch einer wird die Argumente hier anders sehen. Ich würde mich auf jeden Fall über eure Meinung freuen.
Was spricht gegen das Geschäftsmodell “Webdesign”?
Fangen wir erstmal mit den Gründen an, warum man sich vielleicht nicht unbedingt ins Webdesign-Geschäft begeben sollte.
- billige Konkurrenz
Das ist oft eines der Hauptprobleme in diesem Bereich. Im Endeffekt kann jeder von sich behaupten Webdesigner zu sein und entsprechend überlaufen ist der Markt. Das bedeutet, dass die Preise fallen und viele Kunden schauen eben erstmal vor allem auf das Geld. - sich unterscheiden
Es ist oft schwierig, sich in den Augen der Kunden von der Konkurrenz abzusetzen. Es gibt eben dutzende Webdesigner aus denen ein Kunden wählen kann und wenn er fachlich kaum Unterschiede sieht, dann wird er den Preis noch stärker zu Rate ziehen, als er das eh schon macht. - Kundengeschmack
Das mag den Einen nun stören und den Anderen nicht. Aber es kann manchmal schon recht frustrierend sein, was Kunden so als Geschmack an den Tag legen. Da fragt man sich manchmal wirklich, was man da eigentlich macht. - fertige Lösungen
Es gibt mittlerweile Out of the Box-CMS Systeme, die eigentlich weder einen Webdesigner, noch einen Programmierer mehr erfordern. Viele Hoster installieren auch gleich das CMS, den Blog oder den Shop inklusive Template. - Templates
Riesig ist die Auswahl an fertigen Templates. Sei es für den Blog oder die eigene Firmen-Website. Warum jemanden teuer dafür bezahlen, dass er etwas bastelt, was man kostenlos oder zumindest günstig aus dem Netz bekommt? - Online-Generatoren
In letzter Zeit gibt es auch immer mehr Online-Generatoren, die im gewissen Rahmen individuelle Layouts erzeugen können. - Viele brauchen gar keine eigene Website mehr
In Zeiten des Web 2.0 brauchen viele kleine Kunden gar keine eigene Website mehr. Diverse Online-Plattformen ermöglich von der Darstellung der eigenen Firma, bis hin zum Verkauf von Produkten alles mögliche. - Aufwand steht oft nicht im Verhältnis zum Ertrag
Der Webdesigner selbst steckt oft viel mehr Arbeit in ein Projekt, als er am Ende vergütet bekommt. Oder wer arbeitet schon von 8 bis 5?Hier eine, nach meiner Erfahrung, sehr gute Darstellung, in welchen dunklen Kanälen die Zeit von Webdesignern verschwindet.
Die oben genannten Gründe sind in meinen Augen die wichtigsten, um das Geschäftsmodell “Webdesign” in Frage zu stellen.
Doch es gibt auch eine Reihe von Pro-Argumenten, die für dieses Geschäftsmodell sprechen.
Was spricht für das Geschäftsmodell “Webdesign”?
- Kunden die wissen worauf es ankommt
Viele Kunden haben schon Erfahrungen mit “günstigen Webdesignern” gemacht und sind nun bereit mehr Geld in die Hand zu nehmen. - Profitieren von der Krise
Gerade in solchen Krisenzeiten wie jetzt, sind viele Unternehmen auf der Suche nach neuen Kunden. Das Internet ist da sehr attraktiv und vergleichsweise günstig. - man hat schnell Einnahmen
Als Webdesigner hat man relativ schnell seine ersten Einnahmen. Der Aufbau einer eigenen profitablen Website dauert in der Regel deutlich länger. - Kundenstamm
Als Webdesigner hat man die sehr gute Möglichkeit, sich einen Kundenstamm aufzubauen. Deshalb ist es für viele auch Okay, wenn sie am ersten Projekt mit dem Kunden gar nicht so viel verdienen. Langfristig zahlt sich das dann aus. - Referenzen funtionieren perfekt
Webdesign ist ein Geschäft, dass es sehr einfach macht, potentiellen neuen Kunden seine Referenzen zu zeigen. Und Referenzen sind wichtig! - Freiheit
Als selbständiger Webdesigner hat man viele Freiheiten, die man als Angestellter oder z.B. als Ladenbesitzer nicht hat. Wer also lieber nachts arbeitet, ist als Webdesigner genauso geeignet. - Spaß an der Arbeit
Hat man Spaß an dem was man täglich macht, kann das viele Nachteile ausgleichen. - Man lernt sehr viel und knüpft viele Kontakte
Als Webdesigner verbringt man zwar viel Zeit vor dem Rechner, aber man lernt auch viele Leute kennen. Und die Arbeit ist auch nie gleich und man erlebt immer was neues.
Es gibt also auch genügend positive Argument, die für das Geschäftmodell “Webdesigner” sprechen.
Im Folgenden ein paar Tipps, wie man als Webdesigner noch erfolgreicher werden kann.
So kann man sich als Webdesigner etablieren
- Spezialisierung
Es ist sehr hilfreich, wenn man sich spezialisiert. Z.B. nur auf Shops oder WordPress-Blogs. Dann kann man in der Regel mehr als die “vielseitigen” Webdesigner und ist damit auch mehr Geld wert. Zudem seid ihr so effektiver und schneller, als wenn ihr bei jedem Auftrag erstmal was neues lernen müsst.Ein gutes Allgemeinwissen in allen Webdesign-Bereichen (und auch sonst), sollte aber vorhanden sein.
- Klare Zielgruppe
Überlegt euch genau, wen ihr als Kunden wollt. Darauf baut sowohl euer Marketing, als auch eure Preisgestaltung auf. - Referenzen
Die Präsentation der eigenen Referenzen ist extrem wichtig und das sollte man nicht zwischen Tür und Angel auf der eigenen Website machen. - Kundenempfehlungen
Die meisten Kunden bekomme ich über Kundenempfehlungen. Wenn man schon etwas länger im Geschäft ist und viele zufriedene Kunden hat, ist das die beste “Versicherung”. - Als Experte positionieren
Je nach Zielgruppe kann es sehr viel Sinn machen, sich als Experte für ein bestimmtes Themengebiet zu positionieren und z.B. Fachartikel zu veröffentlichen oder zu bloggen. (siehe auch Spezialisierung) - Auf dem neuesten Stand bleiben
Natürlich solltet ihr auf dem neuesten Stand bleiben und wissen, wie sich die Branche entwickelt. Aber man sollte auch nicht allen neuen Hypes hinterher rennen. Auf dem neuesten Stand sollte man auch bleiben was die Wettbewerber so treiben. - Business-Blick für Webdesigner
Ganz wichtig ist es, dass sich Webdesigner auch einen “Business-Blick” aneignen. Die meisten Kunden wollen vor allem Websites, Shops und Blogs, die Geld einbringen und nicht nur schön aussehen. Gerade in der heutigen Zeit. - “Nein” sagen
Man muss auch lernen “Nein” zu sagen. Man muss nicht jede vom potentiellen Kunden verlangte Preissenkung mitmachen. Am Anfang mag das manchmal vielleicht noch sinnvoll oder notwendig sein. Insgesamt sollte man aber nicht versuchen, jeden Kunden zu bekommen.
Alternative Einnahmemöglichkeiten für Webdesigner:
Um als einzelner Webdesigner erfolgreich zu sein, sollte man sich mehrere Standbeine aufbauen.
Neben den neuen Projekten, die man natürlich benötigt, sollte man nicht seine Bestandskunden vergessen. Regelmäßige Infos über Neuerungen und Entwicklungen im Web tragen dazu bei, dass man auch durch bestehende Kunden immer wieder Geld verdient.
Für Webdesigner bietet es sich auch an, Webspace als Reseller an seinen Kunden zu vertreiben. Dass sind regelmäßige Einnahmen ohne viel Aufwand.
Der Verkauf von anderen “Produkten”. Gerade wenn man sich sehr spezialisiert hat, könnte man in diesem Bereich auch Consulting anbieten oder z.B. ein eBook verkaufen.
Zudem sollte man als Webdesigner auch eigene Websites haben. Nicht nur, dass man damit auch Geld verdienen kann und damit ein weiteres Standbein hat, man lernt auch extrem viel aus eigenen Projekten. Vor allem der Business-Blick auf Websites wird dadurch geschärft.
Sind Webdesigner vom Aussterben bedroht?
Es gibt sicherlich profitablere Branchen, als das Webdesign. Trotzdem kann man als Webdesigner erfolgreich sein, wenn man sich von der Masse abhebt, einen treuen und zufriedenen Kundenstamm aufbaut und auch ein paar andere Einnahmequellen erschließt.
Was ist eure Meinung dazu?
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.






Hallo Peer, eine sehr schöne Zusammenstellung hast du hier geschnürt!
Einen weiterer positiver und wichtiger Faktor, der FÜR das Geschäftsmodell “Webdesign” spricht, wären meiner Meinung u.U. noch “kontinuierliche Einnahme” durch regelmäßige Weiterentwicklung und/oder Contentpflege von Kundenwebsites.
Beste Grüße!
Nicht automatisierbar bzw. vorinstallierbar ist die Beratung, welche mit dem Webdesign immer einhergehen sollte. Angefangen natüclich bei optischen Aspekten über Usability und auch technische Standards.
Wer einen Anzug von der Stange kauft, ganz ohne Beratung, sieht hinterher auch meist nicht gut gekleidet aus. Die vermeintliche Ersparnis rächt sich hinterher, wenn die Freundin den Anzug sieht … äh ich meine, wenn der Besucher den Blog oder Shop sieht. Und die Kunden, welche genügend Geschmack und Verständnis besitzen, sich einen Blog / CMS / Shop von der Stange zu installieren oder auszusuchen sind ausgesprochen rar.
Ja Dennis, das stimmt. Bekommt man feste Betreuungs-Aufträge ist das natürlich sehr positiv.
@ Phil
Diese soften Skills sind natürlich wichtig. Aber genauso wichtig ist, wie viel Wert der Kunde dem beimisst.
Oft genug denken Kunden, dass jede Website gleich ist und verstehen nicht, warum die Preise so unterschiedlich sind. Und so ist nicht jeder Kunde bereit mehr Geld zu bezahlen, da er einfach nicht den Wert einer guten Beratung und Betreuung versteht.
Beim zweiten Anlauf sieht das dann schon oft anders aus.
Die Darstellung mit Bill Gates’ Explorer ist leider wahr. Der Zeitaufwand für die IE-Anpassungen ist beträchtlich und dem Kunden kaum zu vermitteln, geschweige denn abzurechnen.
Nach meiner Erfahrung hat jeder Kunde, auch wenn er zuerst sagt, er habe keine besonderen Wünsche, doch genaue Vorstellungen was er NICHT will. Meistens fallen dann fertige “Out of the Box” ohne Anpassungen von vornherein raus. Also kommt man nicht um einen Dienstleister (sprich Webdesigner) herum.
Und was die Billigkonkurrenz angeht, kommt es natürlich auch auf die lokale Konkurrenz an. Auch wenn überall von Globalisierung gesprochen wird, so wollen die meisten Kunden doch lieber einen Webdesigner, der um die Ecke wohnt und auch mal eben vorbeikommen kann, um ein paar Sachen persönlich durchzusprechen. Zumindest sind das meine Erfahrungen.
Und genau die Konkurrenz ist auch genau der Punkt, der dann bestimmt, ob man sich im Webdesign spezialisiert und sich auch als diesen darstellt oder nicht.
Es kann nämlich passieren, dass ein PHP-Spezialist nicht für eine einfache HTML-Seite überhaupt erst kontaktiert wird – Was sehr schade wäre, wenn es vielleicht nur einen lokalen Mitbewerber im Webdesign gibt
Wie sagen die Leute im Smashing Magazin immer?
“get a crazy killer portfolio you don’t need to care about the other stuff”
Kenne durchaus Leute die müssen nur 1-2 Designs im Monat machen und können davon leben – sind aber die wenigsten. Ich bevorzuge auch lieber “billige” Designer. Warum auch nicht? Viele haben Talent und brauchen nur etwas Übung und da ich häufig was zu machen hab bekomm ich auch gerne mal 50% Rabatt =).
@Der Softwareentwickler Blog
PHP-Spezialist? Wo? Brauch ich :p!
Guter Spruch. Ja Referenzen und Kundenempfehlungen sind unschlagbar.
@ Software-Entwickler
Meist gibt es aber auch regional genug Konkurrenz. Ich sage ja auch nicht, dass alle Kunden nur nach dem Preis schauen. Deshalb sollte man auch nicht um jeden Preis jeden Kunden haben wollen.
So unheitlich wie der Markt ist, ist auch das Angebot. Es gibt den Markt für diejenigen, die mal eben was in Fusion zusammenklicken, basierend auf fertigen Vorlagen. Die können mit reltiv geringem Skillevel eine passende Klientel bedienen.
Es gibt auch den Markt der großen Agenturen, deren Designer dir wunderbar jedes Pixel ihres Screendesigns in einer Präsentation schmackhaft machen. Du kommst dann aus dem Pitch raus und bist völlig hin und weg. Wenn du in einem halben Jahr das Ganze nochmal anschaust, weißt du nicht mehr, was dir gefallen hat, aber bis dahin ist der Auftrag lang erteilt und abgerechnet.
Und dann gibt es eine riehieeesige Bandbreite irgendwo dazwischen. Da ist Platz für die reinen Designer, die reinen CSS-Gurus, die reinen Progger, die Flash-Spezis, .. und alleleri Mischformen wie meinereiner. Nicht vergessen darf man den Anpassungsaufwand moderner Systeme, d.h. Programmierung, d.h. auch entsprechende Stundensätze. Dann gibt es gerade noch die Typo3-Spezialisten, die sich ähnlich wie SAP-Berater eine goldene Nase mit Schulungen verdienen, weil das Ding sonst kein Mensch versteht.
Letzten Endes setzt sich Qualität immer durch und jeder bekommt, wofür er zahlt bzw. was er wert ist.
BTW:
Auch das reine Grafikdesign ist nicht ganz ohne, weil bereits dort Usability, Grids und Möglichkeiten / Fertigkeiten in Flash, JavaScript, CSS, etc. bedacht werden müssen. Das dollste Design bringt ja nüscht, wenn es nicht, bzw. nicht in vertretbarem Aufwand umsetzbar ist und völlig am Web und den Usern vorbeigeht. Und ob das die Heerscharen von billigen Umschülern hinbekommen, die die Arbeitsämter völlig braun jahrelang am Markt vorbei produziert haben?
Ich glaube nicht das es sich noch lohnt. Wer einmal etabliert ist, hat seinen Kundenstamm und wird empfohlen. Ala “Der ist nicht billig, aber gut”
Entweder startet man heute direkt von der Schule und macht nebenbei die ersten Seiten oder man hat es sehr schwer. Es gibt ja viele Anbieter die den Preis nach unten drücken.
btw: deine Seite ist arg langsam die letzten Tage
@ Rob
Ja ich weiß. Ich suche auch schon nach einer Alternative und werde wohl über Weihnachten den Blog umziehen.
Wie immer und überall ist hier der Start wahrscheinlich schon entscheident. Zu Beginn existiert sicher die Gefahr, dass man versucht aus jeder Ecke Aufträge zu bekommen. Frei nach dem Motto: Besser wenig verdient, als gar nichts.
Das Problem sehe ich dann nur darin, dass man von Beginn an einen billigen (preislich gesehen) Ruf hat, den man dann auch nicht mehr so schnell wegbekommt.
Denn obwohl man sich voll mit dem Netz befasst, ist die Zielgruppe zu Beginn doch zumeist regional und eben “offline” angesiedelt.
Da kann man dann wohl nur gegensteuern, wenn man ein Produkt entwickelt, welches sich zum Beispiel auf eine gewisse Branche spezialisiert. Dann kommt man sicherlich auch aus der eigenen Region heraus.
Man kann ja nicht damit rechnen, dass man einen Anruf aus München bekommt, wenn man in Hamburg sitzt. Eher unwahrscheinlich!
Für den Kunden, der ja meist noch keine Erfahrung hat, ist meist nicht erkenntlich, was ein Webdesigner kann oder können sollte. Auch die Referenzen spielen nach meiner Erfahrung eine geringere Rolle, als man mein(oder hofft). Das Thema Geld spielt eine grosse Rolle, aber wer mit seiner Webseite Geld verdienen oder Umsatz generieren will, muss einfach investieren und dauerhaft mit einem guten Webdesigner zusammen arbeiten, sonst ist die Seite überflüssig. Wenn man dazu noch weitere Dienste wie Webhosting anbietet, kann man (noch!) überleben.
Ist sicher auch eine Frage, wie man es aufzieht. Man fällt ja nicht vom Himmel und will aus dem Nichts Kunden gewinnen und Aufträge generieren – stelle ich mir jedenfalls utopisch vor. Vermutlich hat man mal fest irgendwo gearbeitet und hat daher noch Kontakte zu Gleichgesinnten und (ehem.) Kunden. So fängt man nicht ganz bei Null an, hat die eine oder andere Referenz, etc.
Die Mär vom gesättigten Markt funzt immer nur so lange, bis wieder irgendwo ein Nobody auf der Bühne erscheint, dem Kunden das Vertrauen schneken, weil sie ihn irgendwoher kennen (und sei es nur entfernt privat) und lieber mit ihm / ihr arbeiten, als mit jemand Wildfremden.
Irgendwie haben wir ja alle mal angefangen.
P.S.:
Bin mal gespannt wo Peer die Reise hinführt. Ich kann mir auch ein entspannteres Fest vorstellen als eines, das von nem Websiteumzug überschattet wird. Aber über die Feiertage bekommt die Zipperlein zum Glück kaum wer mit. Ich drück die Däumchen!
Ich würde den Begriff schon abschaffen – Webdesigner klang noch gut als sich kaum ein Kunde mit der Materie ernsthaft auseinandersetzen musste – aber heute?
Da klingt es wirklich nach dem Schüler/Student/Umschüler, die sich für maximal 30EUR/h engagieren…
Der Markt ist noch lange nicht gesättigt – man kann sich z.B. über den IE/IX aufregen, aber er schafft viel Arbeit. Wenn man die nicht verkauft bekommt, ist das ja eher ein Problem des Vertriebs und nicht des IE/IX
Außerdem sind alle 1-2 Jahre Relaunches gefragt und mit weiteren Systemen wie Blogs und anderen kommen weitere Nutzungen.
Es gibt meiner bescheidenen Meinung nach drei Wege für “Webdesigner”:
Spezialisieren (Berater, Gestalter, Programmierer) und den Rest als Zusatz verkaufen
Netzwerken mit passenden Partnern und deren Angebote als Zusatz verkaufen
Agentur aufstellen – ob real oder virtuell ist heutzutage eh nicht mehr zu unterscheiden; ein echtes Unternehmen mit einem realen Umsatz wird aber schwerlich zu einem “Webdesigner” finden…wenn derselbe unter “Wandinger Communications” firmiert und die Kommunikation entsprechend klar ist, geht da schon mehr…
Also ich bekomme meine Kunden meist durch Mundpropaganda. Ich mache das auch nur nebenbei. Für einen Studenten ist es ein schönes Zubrot und man muss sich nicht im Call-Center herum quälen. Die Bezahlung ist auch wesentlich besser, obwohl ich hier wohl auch zu der Billig-Fraktion gehöre. Und ich bin nur lokal im Raum Magdeburg unterwegs. Wie schon gesagt wurde, wollen die meisten Kunden einen Ansprechpartner vor Ort.
Aber wenn man sich manche Agenturen ansieht verstehe ich schon, warum für manche da nichts mehr zu holen ist. Die bewegen sich auf dem Wissenstand zur Jahrtausendwende und sehen Frontpage immer noch als Wundermittel an. SEO, was ist das? Viele ruhen sich auf den Lorbeeren aus und wundern sich dann über das böse Erwachen.
Ich denke für den Nachwuchs ist immer noch genug Platz. Ein gutes Portfolio (auch mit eigenen Projekten) hilft da wunder. Und wer gut ist, sowie auf dem aktuellen Wissenstand, der kann auch immer noch gut verdienen. Allerdings wollen viele Kunden alles so billig wie möglich. Die Rosinen werden immer weniger. Früher habe ich solche Kunden noch angenommen, da ich jeden Cent während des Studiums gebrauchen kann. Nun lehne ich zunehmend Anfragen ab und investiere die Zeit lieber in langfristige eigene Projekte. Im Moment habe ich genug von Kunden, die nicht wissen was sie wollen und dann wenn alles steht mit den Spezialwünschen rausrücken. Dann passt natürlich das CMS nicht mehr oder sonst was. Das schont die nerven.
@Peer: 1blu ist wohl doch nicht so erste Sahne.
Die zahlreichen Bewertungen in den ganzen einschlägigen Foren können einfach nicht irren. Ich kann dir nur all-inkl.com ans Herz legen, wenn du nicht eh schon Projekte zu liegen hast. Ist unspektakulär, aber zuverlässig und auch günstig. Bei diesem Projekt würde ich aber auf ganz sicher gehen und zu df umziehen. Die Einnahmen sollten es ermöglichen.
@sebastian:
Ist zwar off-topic, aber ich kenne genug die sowohl von All-Inkl als auch DF weg sind. So pauschal kann wohl keinen Anbieter in jedem Fall empfehlen oder von ihm abraten. Dafür gibt es gerade beim Shared Hosting zu viele Unwägbarkeiten auf Kundenseite.
@Alexander:
Natürlich kann kein Anbieter zur Zufriedenheit aller Kunden agieren. Persönlich hatte ich mit 1blu monate lang Zoff, weil man offensichtlich schlampig organisiert war, was Besucher vor Ort bestätigten. Bei Neue Medien Münnich kann ich nichts negatives Berichten. Kurze Aussetzer gab es aber natürlich auch dort und auch mal einen großen Aussetzer. Dort kann man aber sicher sein, dass dort Profis am Werk sind. df wird z.B. bei webhostlist immer gepriesen. Aber du hast völlig recht, dass solche Eindrücke immer in hohem Maße subjetiv sind.
Hey Sebastian (Namensvetter
)
wegen Hosting bin ich immer noch bei Ackermedia und da auch sehr zufrieden.
Die machen auch auf Anfrage Pakete abseits der Angebotsseite
@Rob (Namensvetter
)
Ich gehe nicht mehr zu kleinen Anbietern. Oft genug habe ich erlebt, dass von einem Tag auf den anderen da die Lichter ausgehen. Im Moment läuft bei mir alles über HE und all-inkl.com (NMM). Natürlich sollte man nicht unbedingt Strato oder 1&1 ansteuern.
P.S. @Rob: “befreundete Seiten”. Diese Umschreibung kannte ich noch nicht.
Sorry für diesen ganzen OT bezüglich Hoster.
Hehe ja. Blogroll kann ich nicht lassen, da es ja keine blogs sind
und Links klingt naja
Schöne Zusammenstellung der vor allen eines aufzeigt. Es kommt darauf an was man selber daraus macht!
Vor allen wer sich spezialisiert und vor allen hier zeitgemäße Lösungen anbietet, kann heute noch als Web Designer sicherlich überleben.
Vorsicht vor Hobby Designer die zwar vieles reden aber nichts können..
Also ich denke auch, dass viele Kunden sich nicht mehr nur über den Preis entscheiden. Es spielt einfach eine große Rolle, was man wirklich kann, habe selbst mal eine Seite in Auftrag gegeben, unglaublich günstig, aber auch unglaublich schlecht. Nie wieder, wenn eine Webseite, dann richtig und ordentlich gemacht.
Ich denke auch, dass es ganz wichtig ist, dass man ein Gespür für “Design” hat. Ich zum Beispiel bin Programmierer und tue mich immer verdammt schwer, wenn es darum geht ein ansprechendes Design/Layout zu erstellen.
Dann wird es schon sehr problematisch, da man einfach auf Partner angewiesen ist bzw. es gleich sein lassen kann.
Lieber Peer, vielen dank für diese detailreiche Übersicht. Besonders die neuen Webdesigner werden es schwer haben, denn ihnen fehlt das entsprechende Netzwerk. Einen zufriedenen Kundenstamm baut man sich erst über Jahre auf, und den müssen sich neue Webdesigner mit niedrigsten Stundensätzen aufbauen, was wiederum in Frustration enden kann.
Danke für den interessanten Artikel … da ich selbst in dieser Branche tätig bin und tagtäglich ähnliche Erfahrungen machen (muss) …
Mein Hauptproblem sind die “billig Anbieter”, die den vielen kleinen Unternehmen in meiner Region “Billig-Lösungen” anbieten. Die Kunden dieser Anbieter wollen “nur im Netz sein” und realisieren erst Monate später, dass die Aktion ein Griff ins Klo war. Das bedeutet für mich sehr viel Beratungsaufwand und trotzdem stoße ich immer wieder auf Leute, die nur auf den Preis schauen …
Naja, zum Glück gibt es ja noch Unternehmer, die investieren um dadurch etwas zurück zu bekommen und nicht einfach nur um “drinnen” zu sein
Einen schönen Mittwoch wünsch ich euch,
Mario Hieber
Ein ganz klares Ja! Es gibt fast keine anderen Berufe, die es einem so leicht machen, mit Null Talent so schnell aufzusteigen.
Ich muss den Leuten mit dem Preis widersprechen.
Ich komm aus der Verkaufsbranche und verkaufe Einrichtungen für Hotellorie und Gastronomie. D.h. vom Konzept her bis zur schlüsselfertigen, kompletten Einrichtung samt allen dazu notwendigen Gewerken. Die Aufträge sind in der Regel mehrere 100.000 € Wert.
Wenn es um solche Summen geht, meint man, … naja, da wird der Preis schon entscheidend sein. Das stimmt aber nicht, das ist nur das Endurteil. Man muss immer eins begreifen, dass das eigene Produkt, was man verkauft, nicht die Endstation für das Vorhaben eines Kunden darstellt(selbiges gilt auch für Websites). Ich verkaufe oft Möbel ohne mit den Kunden über diese im Detail zu reden.
Der Kunde will z.B.: kein Tischler werden, wenn er Gastronom ist. Ihn interessieren diese Details nicht. Ebenso wenig will ein Kunde Webdesigner, CSS-Profi, PHP-Profi, etc. werden.
Was ihn interessiert ist, was für ein Nutzen ihm dein Produkt letztendlich bringt.
“Der Kunde vertraut dir, deswegen kommt er zu dir.” Was man machen muss, ist ihm seinen Traum schamckhaft zu machen. Man verkauft Träume / Eindrücke und vorallem sich selbst.
Die Kaufentscheidung kommt aus einer inneren Überzeugung heraus, die zu mehr als 82 % auf subiektive Wahrnemungen beruht. Wenn der Kunde meint, er kann dir trauen, dass das was du ihm da erzählst für ihn stimmt, kauft er. Ansonsten kann man noch soviel Ahnung haben und noch so gut sein.
Die Preismasche ist nur ein Zeichen für schlechtes Verkaufen
Leider stimmt die Faustregel “Techniker sind die schlechtesteten Verkäufer.” Solltet mal mehr Bücher zu Rate ziehen, kann euch da was empfehlen von einem österreichischen Verkaufstrainingsistitut.
Viel Glück euch allen und lasst euch nicht unterkriegen
@ Humanity
Ja, da kann ich dir nur zustimmen. Die persönliche Beziehung zum Kunden und das Vertrauen, was dieser zu dir aufbaut ist sehr wichtig.
@Peer Wandiger:
man kann das mit deinem Blog vergleichen: Die Informationen, die du lieferst und die Richtigkeit derer sind dein Produkt.
Den ersten Eindruck schaffst du durch das ganze drumherum (Design des Blogs).
Was aber deinen Blog ausmacht und von vielen anderen abhebt, ist deine persönliche Note in den Texten und der ganzen Umsetzung. (ohne der wärst du eine Newsseite, wies wohl be robert.basic´s blog derzeit rennt.)
Dein langfristiger Erfolg ist aber durch die Kundenbindung (Lesebindung) gegeben.
Persönliche Beziehung zu einem Kunden ist ein Ding für die Beständigkeit eines Kundenstamms. Je besser man darin ist, desto mehr macht man sich einen Namen und wird empfohlen (gute Arbeit vorausgesetzt).(so wie du hier einen guten Kontakt zu deinen Lesern aufrecht hälst)
Das hilft dann, bei den darauf folgenden Erstgesprächen, wenn die Kunden einen gleich von Anfang an “mit anderen Augen” sehen. (weil sie Positives über einen Wissen)
Neukunden gewinnt man durch Sympathie (Erster Eindruck). Am meißten zählt, was man ausstrahlt, dann, wie man was sagt und am Schluss was man sagt. Es mag zwar irgendwie billig / zu einfach klingen, aber das ist das um und auf.
In meinem Job z.B. muss ich Planungsaufträge verkaufen beim Erstgespräch. D.h. aus einem Gespräch heraus, ohne dass der Kunde überhaupt einen Strich sieht, muss er einen Auftrag von (1.500 – 7.000 in der Regel) unterschreiben. Selbe Situation dürften Webdesigner auch haben.
Da geht es nun darum ihn in wenigen Minuten, vielleicht Stunde(n) zu überzeugen, dass man fachliche Kompetenz hat ist Voraussetzung, aber da in so einem Gespräch nur einer Profi ist in seiner Materie (nämlich wir), geht´s darum den Kunden richtig zu “lesen” und darauf passend zu reagieren. Man muss richtig zuhören können und an der passenden Stelle einhaken können. Den Kunden ausreden lassen, aber trotzdem das Gespräch dominieren und führen durch richtiges Erfragen. “Wer fragt, der führt.”
Wenn ihr als Webdesigner besser und nützlicher seid als die ganzen Preisdumper, die herumlungern und gleichwertig gegenüber den Mitbewerbern, dann hängts von einem persönlich ab, ob man sein Produkt verkauft. Stichwort: Subjektive Wahnehmung.
(Der Gang, die Aufmachung, Kleidung, Sitzart, Gestikulation, Mimik, etc.) So wie man an der Sitzhaltung von Kunden sehen kann, wie sie zu einem stehen und zu dem was man gerade sagt, so kann der Kunde auch persönlich subjektiv “lesen” und sehen, wie wichtig ist das was man gerade sagt und wie glaubwürdig ist es.
Ach,.. da gäbs vieles zu sagen, auf jeden Fall ist der Preis nur Nebensache
mfg
humanity
Sicher gibt es auch Kunden, die sofort und als erstes nach dem Preis fragen.
Aber grundsätzlich hast Du recht.
Wir haben sicher alle schon mal erlebt, dass jemand erfolgreich ist und wir uns gefragt haben warum. Diese Person war weder der Günstigste, noch der Beste.
Genau hier wird klar, dass die persönliche Ebene so wichtig ist. Die ganzen Softskills spielen hier rein und reicht es oft nicht, einfach der Günstigste zu sein.
Mal ganz abgesehen davon, dass dies in der Regel auch nicht lange funktioniert.
Der Kunde, der reint kommt und nach dem Preis fragt, hat meißt keine Ahnung, was er will. Wenn man ihn nicht vorher beratet, bevor man ihm einen Preis sagt, hat man keine Chance einen Abschluß zu machen.
Als erstes muss der Kunde seine Vorteile sehen und dann muss er den Preis (am besten Investitionsumme oder Investitionshöhe nennen, dann klingt es nicht so als müsste er dafür bezahlen, oder noch sclimmer, dass es ihn etwas kostet.) erfahren. Er muss verstehen, warum es das und das kostet.
Wenn er kein Interesse hat dafür, will der auch keine Topleistung,… dann will der auch nicht dein Topprodukt, sondern sollte wirklich zu den billigen Mitbewerbern gehen. Das ist dann nicht dein Klientell.
Ein Webdesigner hat keine Schüler als Kunden, die mal ne “clanhomepage” haben wollen, aber ebensowenig solche, die nur irgendwie dahin arbeiten und ausm nichts ne Firma haben und für diese eben mal eine Page brauchen.
Ich zum Beispiel rede mit meinen Kunden mehr über ihr eigenes Geschäft (übers Restaurant / Wirtshaus etc.) und was die neue Einrichtung an wirtschaftlichen Vorteilen ihm bringt, als über die Möbel / Farben / Materialien etc. selbst. Ich erkläre Ihnen warum es besser ist hohe statt niedrige Tische einzusetzen, warum was wo stehen muss, was ihm das bringt und seinen Gästen. Aus einer psychologischen Blickrichtung und vorallem aus der wirtschaftlichen.
Wenn ein Kunde eine Website als Investition sieht, dann muss er auch sehe, wie sich das reinvestiert und wie er sogar dadurch einen Mehrwert erhält. Am besten würds denke ich durch Zahlen / Beispiele und Statistiken gehen. Der Kunde muss wissen, warum ihm etwas gefällt (nicht nur rein das Design / Farben etc.), worauf ein guter Webdesigner eben Wert legt (Blickführung, SEO, CI, Zielgruppenmarketting, die Werbetexte, etc.). Sogar verglichen mit anderen “Medien” oder Zugangsformen. Für viele ist das noch Neuland, aber das Potential ist ja riesig im Netz.
Wenn man sowas gut rüber bringt und auch anhand von eigenen Beispielen belegen kann, sollten ein paar Hundert-euro für einen Unternehmer mehr oder weniger keine Rolle spielen.
Was mir auffällt (und ich kenne doch sehr viele Firmen) ist, dass die Leute, die zu viel im Netz hängen schon etwas entfernt sind von der “Realität”. Ein Preis für eine homepage ist doch für eine Firma ein Klax, oder was sonst noch da an Kosten in dieser Richtung anfallen. Sowas kann sich jeder leisten und vor dem Preis braucht man sicht nicht fürchten. Ein Werbbudget, das einige Prozent des Firmenumsatzes erfasst, kann immer locker den Preisunterschied für eine qualitativ bessere Homepage einstecken und die daraus folgenden Vorteile.
Was man da machen könnte ist sich von der wirtschaftlichen Seite mal hersetzen und die Vorteile statistisch / kalkulatorisch mal zu ermitteln für die verschiedensten Zielgruppen, die man hat. So wie man mittels des ROI eine Werbekampagne überprüft und vergleicht, kann man sicher auch so den Nutzen einer Webpage ermitteln und man würde sich, um einiges leichter tun beim Verkaufen und man wäre sicherer auf sich selbst.
mfg
humanity