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Geschäftsmodelle abseits von AdSense und Werbung – Interview
- 20 Kommentare - Peer Wandiger | Nischen, Selbständig



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Partyprofi Nischen Website
Es gibt im Web viele, viele erfolgreiche Websites, die ihren Weg abseits von AdSense, Werbung und Co. gefunden haben.

Diese Websites haben ihre Nische gefunden und ein Geschäftsmodell entwickelt, welches funktioniert. Im Idealfall handelt es sich um ein Geschäftsmodell, welches allen Beteiligten Vorteile bringt.

Eine solche Website stelle ich euch heute in einem Interview vor.

Frank Reinecke von Partyprofi.com habe ich vor einer Weile im Internet kennen gelernt. Er ist selber seit mehr als 20 Jahren DJ und hat irgendwann erkannt, dass man die Vermittlung von Künstlern mit einer Website verbessern könnte.

Ich habe selbst bei meiner Hochzeit vor ein paar Jahren gemerkt, wie wichtig ein Unterhalter ist. Allerdings ist es auch nicht so einfach, sich einen Überblick zu verschaffen.

Mit seiner Frohnatur und seinem Eifer hat er das Künstler-Portal Partyprofi.com aufgebaut und erfolgreich gemacht. Aus ganz Deutschland gibt es Anfragen nach Musikern und anderen Künstlern.

Frank war so freundlich, mir ein paar Fragen zu seinem Projekt zu beantworten.

1. Hallo Frankie. Stell doch bitte dich und deine Website Partyprofi.com meinen Lesern vor.

Partyprofi Nischen Website
Hallo Peer. Partyprofi.com ist ein Nachfrageportal, welches Veranstalter und Künstler (Band, DJ, Alleinunterhalter) zusammenführt.

Künstler-Suchende können gratis anfragen. Die Musiker bezahlen für die Kontaktinformationen.

2. Wie bist du auf die Idee zu Partprofi.com gekommen? Haben eigene Erfahrungen eine Rolle gespielt?

Natürich ist Partyprofi.com ein Ergebnis eigener Erfahrungen. Ich bin selbst bereits seit 20 Jahren DJ in München. Das Problem war immer das Gleiche: Entweder gibt’s wenig Aufträge oder ich könnte die Termine 3-5fach belegen.

So ist die Idee von Partyprofi geboren. Wir sammeln alle Anfrage in Deutschland und geben sie an professionelle Musiker weiter.

3. Hast du dir vorher Gedanken gemacht, ob eine Nachfrage nach diesem Service vorhanden ist? Welche Planungen und Vorbereitungen hast du gemacht und kannst du anderen empfehlen?

Einige Testläufe habe ich schon gemacht und den Markt genau beaobachtet.

Die Nachfrage war auf jeden Fall da, denn jeder kann oder will nunmal nicht stundenlange SEO Arbeit betreiben. So haben wir dieses Portal entwickelt. Dies nach dem Motto “einer für alle, alle für Einen”.

Es ist nicht einfach, alle Musiker unter einen Hut zu bekommen. Jeder hat nun verstanden, dass Partyprofi von Musikern für Musiker gemacht wurde.

4. Wie verlief der Start deiner Website und wie hast du sie bekannt gemacht? Welche Vermarktungsmaßnahmen waren besonders effektiv?

Nun gut, die ersten Monate sind immer eine Art “saure Gurkenzeit”. Ausserdem war ja immer die Angst vor dem Scheitern da, auch wenn man es mir nicht angesehen hat. Mit weit über 30.000 € Investition hat man nicht immer eine ruhige Nacht.

Mit guten Keywordplatzierungen in Adwords und natürlich bodenständiger SEO Arbeit geht das Ding langsam nach oben und schreibt auch schwarze Zahlen.

5. Was ist das Geschäftsmodell hinter deinem Service? Auf welche Art “verdienst” du etwas?

Wie bereits gesagt, die Musiker bezahlen für die Kontakinformation der Veranstalter, das sind ca. 2-5€ pro Kontakt.

6. Wie wird dein Service angenommen? Kannst du uns Besucherzahlen nennen?

Die Resonanz ist sehr gut, wir haben ca. 40.000 Seitenzugriffe im Monat. Die Kundenmeinungen auf der Startseite sind alle real, das sagt doch schon einiges aus.


7. Wieviel Aufwand bereitet dir Partyprofi.com? Mit der Technik, der Vermarktung, dem Kontakt zu Musikern und Käufern usw. kommen bestimmt viele Stunden zusammen.

Das ist ein Full-Time-Job geworden. So 60 Stunden in der Woche bringe ich schon zusammen. Da hast Du auch kaum mehr Zeit für etwas anderes. Aber am Wochenende bin ich natürlich selbst als Discjockey für Hochzeiten und Firmenfeiern unterwegs.


8. Du bist mit Partyprofi.com ja bundesweit aufgestellt. War das von Anfang an so geplant und warum hast du es nicht regional begrenzt?

Nun gut, wenn Du so ein Portal entwickelst, dann musst Du auch das maximale herausholen.

Ich habe schnell gemerkt, dass ich nicht nur Bayern abdecken kann, sondern die Möglichkeit habe, ein flächendeckendes Musiker-Künstlernetz in Deutschland aufzubauen. Dies ist mir gelungen.


9. Der Service auf Partyprofi.com ist ja angenehm sinnvoll. Viele heutige Startups sind das in meinen Augen nicht. Wie wichtig ist es in deinen Augen, dass man einen konkreten Bedarf befriedigt und nicht irgendein 10.Klon einer Website nachbaut?

Das Stichwort heisst Segmentierung. Ich meine damit, man sollte sich eine Nische aussuchen und nicht alles von A-Z anbieten.

Wenn Du viele Produkte anbietest, dann stehst du spätestens bei der Werbung für Deine Seite vor einem grossen Problemhaufen.

Klar haben es manche auch geschafft z.B. Ebay oder Myhammer, aber die waren auch die Ersten der Zunft. Aber mit einem grossen Werbebudget halte ich immer noch alles für möglich.


10. Welches Potential sieht du für deinen Service in der Zukunft? Hast du Pläne für weitere Websites?

Wir werden natürlich expandieren. Mit Partyprofi.at sind auch mittlerweile auch in Österreich erfolgreich.


11. Was sind deine wichtigsten Erfahrungen aus dem Start und dem Aufbau von Partyprofi.com? Was würdest du heute anders machen und was genau so?

Ich habe immer an Partyprofi.com geglaubt, habe mich nie davon abhalten lassen, einen Schritt weiter zu gehen.

Mit Werbung/SEO/SEM immer am Ball bleiben. Vielleicht würde ich für die Werbung etwas mehr Geld in die Hand nehmen und außerdem viel mehr Zeit für die Suchmaschinenoptimierung nehmen.


Danke für deine Antworten.

Es ist schon interessant, wie man in so einer Nische doch so erfolgreich sein kann. Hier sieht man einfach das Erfolgsgeheimnis vieler erfolgreicher Websites.

Es wird eine Win/Win-Situation geschaffen. Die Suchenden können kostenlos Künstler suchen. Die Musiker erhalten gegen eine überschaubare Gebühr neue Aufträge.

Dieses Prinzip kann man auf sehr viele andere Branchen übertragen und selbst ein profitables Projekt starten.

Interessant ist für euch sicher auch, dass Partyprofi.com ein Affiliate-Programm anbietet. Das lohnt sich, da man 30% des generierten Umsatzes des geworbenen Künstlers für einen Zeitraum von 30 Tagen erhält (die 30 Tage laufen ab dem Moment, wo der Künstler den ersten Auftrag erhält).

Wer also eine passende Website oder einen Blog sein eigen nennt, kann sich ja bei Partyprofi.com anmelden.

Das Angebot an Werbemitteln ist auch in Ordnung und zeigt, dass sich jemand hier wirklich Gedanken gemacht hat. Wie z.B. dieses Werbebanner, in dem man gleich seine Anfrage genau angeben kann:

Insgesamt ein interessantes und lehrreiches Beispiel für ein Nischen-Projekt.



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Kommentare

20 Kommentare und Trackbacks zu ' Geschäftsmodelle abseits von AdSense und Werbung – Interview '

Kommentare zu 'Geschäftsmodelle abseits von AdSense und Werbung – Interview' mit RSS

  1. 1 eisy kommentierte am 19.02.2009 um 09:50 Uhr

    Die Idee hinter Partyprofi ist so simpel und doch so gut. Was ich besonders positiv finde: Man ist von Beginn an von dem Projekt überzeugt gewesen. Das zeigen ja die 30.000 Euro Investition, die man auch nicht einfach mal so in etwas reinpumpt.

  2. 2 Peer Wandiger kommentierte am 19.02.2009 um 10:52 Uhr

    Ja, die meisten guten Geschäftsmodelle wirken simpel und naheliegend.

    Man sieht an diesem Beispiel auch sehr gut den Unterschied zwischen “Ich drücke meine Idee in den Markt” und “Mein Projekt löst ein dringendes Kundenproblem”.

    Letzteres ist deutlich erfolgsversprechender.

  3. 3 Henri kommentierte am 19.02.2009 um 11:40 Uhr

    Superidee: Das Problem ist ja schon länger bekannt. Wie bekommen Veranstalter Künstler und umgekehrt. Das Internet macht`s möglich. Viel Erfolg damit!

  4. 4 Jan kommentierte am 19.02.2009 um 11:42 Uhr

    Das Keyword-Stuffing auf der Startseite ist ja schon einigermaßen mutig. Ansonsten ne tolle Sache.

  5. 5 Flo kommentierte am 19.02.2009 um 12:53 Uhr

    Den vollgestopften Footer finde ich auch abenteuerlich, ansonsten ein gutes Beispiel für ein kommerzielles Projekt fernab von AdSense und Co.

    Ich denke es war auch wichtig, dass die Betreiber an ihr Baby geglaubt haben und mit 30.000 Tacken den Ofen mächtig angeheizt haben.

  6. 6 Peter kommentierte am 19.02.2009 um 13:40 Uhr

    Gut umgesetzte Idee, die vor allen an die Bedürfnisse der Kunden orientiert ist.

    Sicherlich haben die 30 000 Mäuse an Kapital ein gewissen Schub vorgeben, aber Geld alleine ist nicht alles.

  7. 7 Stefan kommentierte am 19.02.2009 um 16:13 Uhr

    Zitat aus dem Artikel: “Es ist schon interessant, wie man in so einer Nische doch so erfolgreich sein kann. ”

    Und woran macht du diesen Erfolg fest? Seitenzugriffe?

  8. 8 Aktentaschen kommentierte am 19.02.2009 um 17:31 Uhr

    Ich finde die Idee sehr gut und auch die Umsetzung ist super. Ich könnte allerdings keine 30.000,- Euro so eben mal auf den Tisch legen.

  9. 9 Pfefferspray kommentierte am 19.02.2009 um 21:08 Uhr

    Verrückte Idee – aber Marktlücke gefunden! Jetzt muss sich das nur noch Monetarisieren…

  10. 10 Peer Wandiger kommentierte am 19.02.2009 um 21:27 Uhr

    @ Stefan
    Mit genauen Zahlen wollte Frankie nicht an die Öffentlichkeit. Aber er hat mir ein wenig erzählt. Und laut seinen Schilderungen ist man in den schwarzen Zahlen. Es lohnt sich also.

    Was aber genau “Erfolg” bedeutet hängt natürlich immer davon ab, was man sich als Ziel gesetzt hat.

    Und wenn Frankie sagt, das die Website ein Erfolg ist, dann muss er das ja wissen.

  11. 11 Trends kommentierte am 20.02.2009 um 10:37 Uhr

    Das Konzept ist gut und ansprechend umgesetzt.
    Der Nutzen für den Anwender ist das was zieht, viele sehen erst den Verdienst und nicht die Dienstleistung. Und das klappt dann schlecht.

  12. 12 Micha kommentierte am 21.02.2009 um 01:21 Uhr

    Keine schlechte Geschäftsidee, aber 30.000 Euro muss man erst einmal aufbringen und eine Idee besitzen, wo man selber zu 100 Prozent überzeugt ist. Aber wie man sieht gibt es in letzter Zeit immer mehr Geschäftsideen, wo es eigentlich nur darum geht als “Vermittler” zwischen Nachfragenden und Anbieter tätig zu sein.

    Das Interview gefällt mir, auch die Fragen sind gut ausgewählt, das sei mal am Rande erwähnt. :wink:

  13. 13 Phil kommentierte am 21.02.2009 um 10:33 Uhr

    Servus…

    Eine Nische sehe ich da in jedem Falle. Zumal die meisten Seiten von den ganzen “Entertainern” aussehen, wie die Seiten die von 1995. ZUmindest die meisten. .partyprofi.com/ sieht ja schon mal gut aus und vor allem für den Nutzer hilfreich!

    Viel Erfolg von hier!

    Gruß
    Phil

  14. 14 Heiko kommentierte am 04.03.2009 um 13:43 Uhr

    Es lohnt sich für die Anbieter. Es lohnt sich für die Nachfrager. Die Preise sind OK. Jeder hat etwas davon. Die besten Ideen sind immer so einfach dass es wehtut.

  15. 15 Musicolo kommentierte am 29.03.2009 um 22:01 Uhr

    Die besten Ideen sind immer so einfach dass es wehtut. …

    So war es schon immer.. bestes letztes “Gross Beispiel” ist da Twitter!

  16. 16 Entertainer kommentierte am 15.05.2009 um 12:07 Uhr

    Naja, ob es sich um eine Marktlücke handelt, finde ich fraglich. Es gibt schließlich noch ein paar andere Porale, die die Vermittlung von Künstlern usw. weiter anbieten.. Aus Erfahrung weiß ich, dass die Monetarisierung funktionieren kann.

  17. 17 abwehrspray kommentierte am 30.06.2009 um 00:13 Uhr

    Eine sehr gute Idee und sehr hilfreich wenn man nach sänger oder Animateur, etc. sucht. Hatt das Problem gehabt eine Band zu finden für die Hochzeit. Mit so einer Seite erleichtert man die Suche enorm. Die Idee ist aber nicht neu, es gibt schon Seiten mit gleichen Dienstleistungen, zumindest in anderen Ländern ;-)

  18. 18 Enthaarung kommentierte am 24.09.2009 um 12:04 Uhr

    Denke, dass so ein Service gerade in großen Städten immer mehr an Bedeutung gewinnt. Im regionalen Bereich kennt immer irgendwer irgendjemanden, der irgendwo mal ne Band oder nen Künstler engagiert hat. In großen Städten fällt die Mund-zu-Mund-Werbung eher flach, da die Leute eher von Werbung (auch persönliche Werbung) überflutet werden und daher selbst aktiv werden wollen in der Suche nach Bands, etc. Dafür eignet sich die Seite hervorragend! Bewertungssystem und Soundproben wären noch gut als AddOn.

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