Die folgenden Beispiele kenne ich allerdings schon etwas lÀnger und bisher wurde da nichts dran verbessert (zumindest bei 5 der 6).
Damit geben diese Seiten aber auch schöne Beispiele ab, wie man es nicht machen sollte.
NatĂŒrlich gibt es im Web sicher viel, viel mehr Beispiele fĂŒr Fehler von Business-Websites. Aber die folgenden 6 sind mir in letzter Zeit aufgefallen und im GedĂ€chtnis geblieben.
Alle 6 Websites sind Beispiele fĂŒr einen anderen Fehler, den man auf der eigenen Website machen kann. Und damit sind sie sehr gute Lernhilfen.
Flyerwire.de

Wenn man die Website des ansonsten sehr guten Online-Druck-Dienstleisters Flyerwire.de aufruft, dann bekommt man nur dann die richtige Site angezeigt, wenn man das “www” nicht vergisst.
Gibt man nur “flyerwire.de” ein, dann erscheint die nette Meldung “Bad Request (Invalid Hostname)”. Das ist natĂŒrlich nicht akzeptabel, gerade in Zeiten, in denen immer mehr User mit dem Internet vertraut sind und wissen, dass sie in aller Regel das www weglassen können.
Ich hatte Flyerwire.de schon mal auf das Problem hingewiesen, geĂ€ndert hat sich aber nichts. Sehr, sehr merkwĂŒrdig, dass hier jemand wissentlich einen Teil seiner potentiellen Kunden verĂ€rgert.
Webnews.de

Webnews.de ist eine der gröĂten Social News Plattformen. Um dort einen Artikel einzureichen, muss man am Ende des Melde-Prozesses noch ein Captcha lösen, damit sichergestellt ist, dass dort wirklich nur Menschen News anmelden.
Leider hat dieses Captcha hin und wieder Aussetzer, so dass man trotz der Eingabe des korrekten Codes wieder eine Seite zurĂŒckgeworfen wird. Dann geht es trotz mehrmaligem Probieren nicht mehr und man muss nochmal von vorn anfangen.
Das ist natĂŒrlich ein Ă€rgerlicher Fehler. Teilweise lĂ€sst sich das Problem beheben, in dem man das Captcha einfach neu lĂ€dt. Dazu muss man einfach auf das Captcha klicken. Allerdings ist dies nirgendwo erklĂ€rt und damit ein weiterer groĂer Usability-Fehler.
Mephisto.name

Das Magazin Mephisto ist eine Fan-Zeitschrift aus dem Dark Fantasy und Science Fiction Bereich. Auf der dazugehörigen Website gibt es immer wieder nette Downloads oder auch Gewinnspiele. So zum Beispiel ganz aktuell ein Gewinnspiel, bei welchem man an einer Umfrage teilnehmen muss.
Allerdings scheint da der verantwortliche Redakteur oder Marketing-Mitarbeiter den Hals nicht voll gekriegt zu haben. Insgesamt 52 Fragen auf rund 10 Seiten warten auf eine Beantwortung.
Da passieren nun 2 Dinge. Entweder der Gewinnspielteilnehmer bricht irgendwann ab und hat keinen Bock mehr auf so viele Fragen. Oder er kreuzt einfach irgend etwas an, nur um an der Verlosung des Preises teilzunehmen.
So oder so ist es nicht das, was man mit der Umfrage eigentlich erreichen wollte. Solche Umfragen sollte man kurz halten, damit diese schnell und ehrlich von möglichst vielen Teilnehmern beantwortet werden.
Anonym
Ein Kunde von mir, den ich hier nicht nennen möchte, hatte einen eigenen Designer, der das fertige Layout fĂŒr die neue Firmenwebsite erstellt hat.
Das Layout sah auch sehr gut aus und passte zur Firma. Wo ich allerdings groĂe Bauchschmerzen hatte, war die Navigation. Mal abgesehen davon, dass eine bestimmte Schriftart verwendet werden sollte und die Navigation deshalb aus Grafiken bestehen musste (was nicht so optimal ist, aber noch okay), war vor allem die Bezeichnung der einzelnen Seiten in der Navigation ein groĂes Problem.
Die Namen der Unterseiten waren vom Firmenname abgeleitet. So hatte jede Unterseite einen aus Unternehmersicht sehr passenden und stimmigen Namen. Das wĂ€re so, wie wenn ich hier im Blog die Unterseiten “SiNvoll”, “SiNhaft”, “SiNlos” etc. benennen wĂŒrde.
Es klang jedenfalls sehr gut und es sah im Design auch sehr gut aus. Das einzige Problem war, kein potentieller Kunde wĂŒrde sich auf der Website zurecht finden.
Es hat einiges an Ăberzeugungsarbeit gekostet, hier eine Lösung zu finden, die gut aussah und trotzdem fĂŒr neue Besucher Sinn machte.
Die eigene Navigation sollte selbsterklĂ€rend sein und fĂŒr jeden neuen Besucher sofort offenbaren, wo er was findet.
ESPNamerica.com
Ich bin groĂer Sportfan und deshalb habe ich neben Premiere auch den US-Sportsender ESPNAmerica (frĂŒher NASN) abonniert.
Um zu schauen, was so in den nÀchsten Tagen dort lÀuft, gehe ich gern mal auf die Website von ESPNAmerica.de. Doch da gehen die Probleme schon los.
Obwohl ich die DE-Adresse eingegeben habe, muss ich mich erst durch die LĂ€nderabfrage kĂ€mpfen. Also erst auf “Europe” klicken und dann auf “Germany”.
Wer denkt, dass es damit geschafft ist, liegt aber falsch. Nun erwartet mich trotzdem die Website in englischer Sprache. Also oben noch auf “Language: German” geklickt und dann erscheint zumindest ein Teil der Seite in deutsch.
Und das Beste ist. Das darf ich jedes mal wieder so machen!
Hier scheint auch jemand seine Besucher Ă€rgern zu wollen. Wenn ich schon die DE-Domain eingebe, dann sollte es kein Problem sein, sofort zur deutschsprachige Startseite zu gelangen und nicht jedesmal 3 Schritte machen zu mĂŒssen. Unbegreiflich.
Omniture.com

Ăhnlich wie bei den Umfragen, tendieren Firmen auch bei Formularen zur Informations-Gier.
Oft werden viel zu viele Fragen in Formulare eingebaut, wenn es um einen Download oder Àhnliches geht. Ein gutes Beispiel ist der eBook-Download von Omniture.com, bei dem insgesamt 13 Informationen abgefragt werden. Wem das noch nicht genug ist, der kann in einem Textfeld noch mehr von sich preisgeben.
Wenn das alles optionale Felder wĂ€ren, wĂŒrde ich ja auch fast gar nichts sagen. Aber nein, es sind alles Pflichtfelder.
Sorry, aber damit fordern es solche Firmen ja geradezu heraus, dort falsche Angaben zu machen. Andere Anbieter machen es deutlich vernĂŒnftiger und fragen nur nach den unbedingt notwendigen Infos (Name, eMail) und fragen dann evtl. spĂ€ter weitere Informationen ab.
Fazit
Es gibt viele Websites, die Verbesserungsbedarf besitzen. Und da sind die genannten 6 nur ein kleiner Einblick. Viele der oben genannten Fehler sind vor allem deshalb entstanden, weil sich niemand in die Rolle der User versetzt hat. Niemand hatte die Usability und das Kundenverhalten beachtet.
Dort haben Programmierer, Marketingleute, GeschĂ€ftsfĂŒhrer oder wer auch immer ausschlieĂlich die eigenen Interessen im Auge gehabt. Und das ist ein groĂer Fehler.
Habt ihr noch Beispiele fĂŒr Business-Websites, die einen offensichtlichen oder nicht ganz so offensichtlichen Fehler in euren Augen gemacht haben? Dann bitte in die Kommentare schreiben. ![]()
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.









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Mit mehr oder weniger dem selben Thema beschĂ€ftigt sich ein aktueller Artikel (“Der groĂe Webseiten-Vergleich deutscher DAX-Unternehmen – Teil 1″) von uns. Hier werden die Webseiten der DAX-Unternehmen mal etwas unter die Lupe genommen und miteinander verglichen.
Interessanter Artikel mit interessanten Vergleichen.
@Peer: Danke. Die anderen Teile sind nicht minder interessant, also am Ball bleiben ;o) Im nĂ€chsten Teil gibt es sogar einen Auftritt der ausschlieĂlich die “Note 1″ bekommt. es ist also möglich.
Besonders der Teil mit der Umfrage ist gut beobachtet. Ich fĂŒlle selbst hĂ€ufiger Umfragen aus, und bei zu vielen, teilweise arg kleinschrittigen und sich ĂŒberschneidenden Fragen geht die Motivation arg in den Keller.
Technische Probleme wie das der fehlenden Umleitung findet man leider immer wieder mal, das entlockt mir nur noch ein gemurmeltes “StĂŒmper”… Nett von dir, sie darauf hinzuweisen – und adnn erst recht unverstĂ€ndlich, dass das Problem nicht behoben wird.
also zu 1.) Entweder einfach nur unwissende Inkopetenz *hÀhh???* oder grenzenlose Arroganz (hÀufiger anzutreffen als man glauben mag)
zu 2.) Captchas?? Ohhh ja teilweise erheblich nervtötend diese psychedelischen Muster/Zahlen/Was auch immer…
zu 3.) Mehr wie 10 Fragen sind einfach zuviel.
Apropos ESPN-America….
Wundert mich nicht das der “neue” Sender das Chaos von NASN fortsetzt. abgesehen davon, warum der Sender ESPN-America, statt ESPN-Europe heiĂt ist mir jetzt auch nicht so verstĂ€ndlich.
liest mal das hier durch bezĂŒglich captchas:
http://www.1ngo.de/web/captcha-spam.html
es geht auch ohne
Ja, ESPN America wĂŒrde auch mehr Sinn machen. Aber solange ich mein Football schauen kann.
wahre worte … die anfrage pflichtfelder sind echt nen hammer krampf. Wir stellen nun auch bei den relevanten seiten auf “Quickanfrage” Felder um. Ohne seitenwechsel, nur name und email oder optional rĂŒckrufnummer. Keine barrieren halt. Den rest richtet dann der Vertrieb
Ach ja. Wie oft habe ich mit Usability argumentiert, freilich ohne diesen fĂŒr Kunden völlig unverstĂ€ndlichen Begriff zu benutzen. Bis vor 1,5 Jahren hatte ich sogar etliche Seiten mit den dicksten Patzern groĂer (und bekannter) Markenartikler als Argumentationshilfe auf meiner kleinen Agenturseite (man benutze die Waybackmachine…). Interessiert hat’s keinen. Viele Kunden sind einfach beratungsresistent. Besonders jene aus dem öffentlichen Sektor. Die schreiben immer ganz fett “barrierefrei” ins Pflichtenheft (weil sie es mĂŒssen), watschen aber nachher alles ab. CI ist wichtiger.
Das “WWW-Problem” haben einige groĂe Seiten, auch Websites von Banken. Aber am meisten nerven mich Captchas die sich nicht lesen lassen und wenn man sie falsch eintippt alle Formularfelder danach wieder leer sind.
Au ja, das kenne ich auch. Man schreibt einen relativ langen Text oder fĂŒllt viele Felder aus und dann kommt eine Fehlermeldung samt leerem Formular zurĂŒck. Da bleibt es von meiner Seite meist bei einem Versuch.
Danke fĂŒr den Tipp…nicht:wink: schlecht..