Tipps und Erfahrungen für englischsprachige Blogs

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KnowteBook - englisch bloggen
Heute habe ich ein weiteres Interview für euch, welches sich mit dem Thema “auf englisch bloggen” beschäftigt.

Sebastian vom Blog Knowtebook.com hat schon einige Erfahrung mit seinem englischsprachigen Blog sammeln können und gibt in diesem Interview einige Tipps und teilt uns seine Erfahrungen mit.

1. Bitte stell dich und deinen Blog “knowtebook.com” meinen Lesern vor. + 2. Wie kamst du auf die Idee zu knowtebook.com? Seit wann gibt es den Blog?

KnowTeBook ist ein starkwachsener sogenannter „Community Blog“ für Webworker wie ich es gern nenne, denn nur durch die Gemeinschaft und den Beitrag der Leser lebt und erblüht die Seite. KnowTeBook entstand ursprünglich aus der 2004 gegründeten deutschen Website „4Webworking.de“.

Die Idee dahinter war recht simpel. Warum sollten wir wertvolle Entdeckungen und Bookmarks nur lokal als Bookmark in einem Browser ablegen, sondern nicht auch andere davon profitieren lassen?

Der Vorteil: Nun konnte jeder auf die wichtigsten Seiten von überall zugreifen. Digg.com & Mister Wong gab es damals noch nicht in der Ausprägung.

Vor knapp einem Jahr standen wir vor der Entscheidung die Seite zu relaunchen und haben uns entschieden global zu gehen. Dies war sinnvoll wie sich bewiesen hat, denn die Anzahl potenzieller Leser vergrößerte sich so schlagartig. Dabei holte KnowTeBook sich im Online Marketing Unterstützung.

2. Wie verlief der Start von knowtebook.com und wie hast du diesen Blog bekannt gemacht? Welche Vermarktungsmaßnahmen waren besonders effektiv?

Der Start war überwältigend. Bereits in der ersten Phase wuchs die Seite monatlich teilweise um 600%. Für die Vermarktung haben wir mit mediaplana ein Konzept entwickelt, um möglichst wenig finanziellen Aufwand leisten zu müssen.

Bis heute hat KnowTeBook noch nie klassische Werbung betrieben. Ich war von Anfang an überzeugt, dass wenn die Beiträge interessant für die Leser sind und sich dieser Qualitätsstandard halten lässt, dann bringen unsere treuen Leser weitere Freunde mit.

Ausschlaggebend waren viele Social Networks wie Digg oder Stumbleupon über die sich KnowTeBook schnell etablieren konnte.

3. Gibt es Besonderheiten oder Probleme, auf die man beim Start eines englischsprachigen Blogs achten muss?

Ja, da gibt es schon einige ;-)

Zum Beispiel hatten wir lange vor KnowTeBook mit 4Webworking eine überwiegend deutsche Leserschaft aufgebaut, welche wir nicht einfach so verlieren wollten.

Wie schafft man es nun die Leserschaft auf eine neue Seite mit anderer Sprache zu führen? Ehrlich gesagt wir wussten es nicht ;-)

Ich habe mich damals in die Rolle des Lesers versetzt und hatte einen sanften Übergang beschlossen. Auf 4Webworking wurden von Zeit zu Zeit auch englische Beiträge veröffentlicht und auf KnowTeBook am Anfang auch deutsche.

Das 2. Problem, das schnell aufkam, war natürlich die Sprache selbst. Als Deutscher gutes Englisch zu sprechen reichte nicht aus. Oft waren es gerade kleinere Sachen wie der Klang oder der Slang, wodurch wir am Anfang nicht wie gehofft die Nähe zum Leser entwickeln konnten. Aber je länger man andere Blogs liest, umso eher gelingt einem der Spagat irgendwann.

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4. Wie hat sich dein Blog seit dem Start entwickelt? Kannst du uns ein paar Zahlen nennen?

Uff.. die tiefsten Geheimnisse einer Seite? Nun, da muss ich Euch leider enttäuschen, da ich letzten Herbst alle Analyse- und Statistiktools rausgeschmissen habe. Ehrlich!

Warum? Nun, KnowTeBook entstand in privater Natur und um anderen zu helfen und nicht um davon Profit zu schlagen. Als die Seite in den ersten Monaten so rasant wuchs und ich jeden Morgen die Klickraten analysierte, stellte ich schnell fest, dass ich anfing mehr Zeit dafür zu verbringen darüber nachzudenken, wie ich Geld machen könnte, anstatt mich auf gute Inhalte zu konzentrieren.

Bis dahin hatten wir über 40.000 treue Leser. Etwa 30 % kommen aus den USA, 15 % aus Deutschland und 10% sogar aus Indien.

5. Hattest du vorher schon Erfahrungen mit englischsprachigen Blogs/Websites? Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen, wenn man als deutsch sprechender Blogger einen englischsprachige Blog führen möchte?

Eigentlich hatte ich kaum eigene Erfahrungen mit einer englischsprachigen Website. So wie jeder irgendwann mal klein Anfing wuchs ich seit 2004 Stück für Stück dort herein.

Als das absolut Wichtigste erschien mir die Sprache. Auch wenn man gutes Englisch spricht, so sollte man sich einen Partner suchen, der von Natur aus die Sprache beherrscht und auch ein Gefühl entwickelt, wann welche Wörter am besten angebracht sind.

So gibt es zum Beispiel in der „Szene“ unzählige Ausdrücke für herausragend oder lohnenswert: Stunning, awesome, groundbreaking, most usefull, brilliant und noch tausend andere. Ein gutes Synonymwörterbuch wie www.dict.cc sollte da nicht fehlen.

6. Was ist das Geschäftsmodell von knowtebook.com? Wie verdienst Du mit diesem Blog Geld?

Nun, wie schon erwähnt, dient das nicht dem Zweck bei KnowTeBook. Wichtig war nur die Kosten wieder hereinzubekommen, damit die Motivation bleibt.

Dafür setzen wir zum großen Teil auf 3 Anbieter: Google, Linklift und BuySellAds. Für mich besteht das Geschäftsmodell eher darin, im Kontakt mit den anderen zu bleiben. Wer in den Medien arbeitet, muss sich jeden Tag extrem viel informieren, um am Ball zu bleiben.

KnowTeBook bietet mir diese Möglichkeit und ich kann vieles andere erst dort ausprobieren, bevor ich es auf anderen Seiten einsetze. Nennen wir KnowTeBook ein Trendlabor! Viele Erfahrungen werden dann dort auch publiziert.


7. Nutzt du Twitter? Wenn ja, warum und was sind die Vorteile von Twitter?

Twitter nutze ich vorwiegend als Kommunikations- und Vermarktungsplattform. KnowTeBook wurde auf WordPress entwickelt und hat ausgezeichnete Tools um Beiträge automatisch auf Twitter zu veröffentlichen.

Wenn die Vielzahl der Leser sich dort gern aufhält, wäre es fatal nicht auch diesen Kanal für den Kontakt zum Leser zu nutzen.

Allerdings sehe ich das ganze recht nüchtern und erwarte auch dort eine platzende Blase in diesem Jahr.


8. Welche Social Websites nutzt du zur Vermarktung deines Blogs? Was bringt das?

Social Media oder Twitter kann einen wertvollen Beitrag zum Erfolg der Seite beitragen – aber nicht der Ausschlaggebende, wie ich finde.

Oft entsteht der Eindruck, dass wenn man seine Inhalte bei solchen Seiten einreicht, automatisch auch der Erfolg kommt. Dass dem nicht so ist, merkt jeder in den ersten Wochen.

Die Fragen nach Twitter und Social Websites lenken zu sehr vom Eigentlichen ab. Wie bei jeder Seite, aber vor allem im immens großen englischsprachigen Markt, ist es wichtig ein Alleinstellungsmerkmal (USP – Unique Selling Point) zu haben.

Warum sollten die Leser auf meine Seiten kommen, wenn es auch genug andere mit dem selben Thema gibt? Über diese Frage muss man sich wirklich Gedanken machen. Welche Inhalte nützen den Menschen, was wollen Sie lesen und wie viel ist einem persönlich wichtig zu sagen?


9. Was planst du noch auf knowtebook.com? Auf was können wir uns in Zukunft freuen?

Ende diesen oder Anfang nächsten Jahrs wird es auf KnowTeBook einen großen Relaunch geben um den Lesern noch mehr Möglichkeiten für Ihre eigenen Inhalte zu bieten. Wir werden die Seite anders strukturieren um die Vielzahl eingesendeter Inhalte von jedem Tag lesbarer zu machen.

Neben neuen interessanten Partnerschaften, werden wir auch an der Performance arbeiten und die Seite schneller machen. Da hakt es bei WordPress, wie ich finde, immer noch ein bisschen. Mehr will ich gar nicht verraten.


10. Dein ultimativer Tipp für den Start eines englischsprachigen Blogs?

Nun, eine Sprache setzt man oft mit einem Land mit eigenen Eigenschaften der Menschen und der Kultur in Verbindung. Beim Englisch muss man viel globaler denken und muss allgemeingültiger bleiben. Argumente, die vielleicht auf dem deutschen Markt funktionieren, haben in Australien oder Indien ganz andere Besonderheiten.

Mein Tipp: Viel lesen um ein Gefühl für die Sprache zu bekommen und vorab mit ein paar Gleichgesinnten darüber sprechen, ob Sie in der Anfangsphase helfen würden. Nach dem Start ist wie vor dem Start: Viel rumgucken, aber nicht abgucken!

In diesem Sinne würde ich mich freuen Euch auch einmal auf KnowTeBook begrüßen zu können und zu erfahren wie Ihr darüber denkt.


Danke Sebastian

Englisch zu bloggen ist wirklich nicht einfach. Angefangen bei der Sprache, die man einfach nicht wie ein Muttersprachler beherrscht. Da kommt es oft auf Nuancen an, wie Sebastian auch beschreibt. Da hilft nur viel lesen und selber viel schreiben.

Zudem ist es in so einem großen Markt natürlich noch ein wenig schwieriger, die eigene Nische zu finden und ein USP zu entwickeln.

Doch das ist wichtig, um Erfolg zu haben. Und deshalb sollte man sich vor dem Start eines englischsprachigen Blogs genauestens vorbereiten. Auch den Aufwand sollte man nicht unterschätzen, da er zumindest in der ersten Zeit höher als bei einem deutschen Blog liegen dürfte.

Die Hilfe von Muttersprachlern bzw. Leuten, die sich auf dem englischsprachigen Markt auskennen, ist natürlich ebenfalls ein guter Tipp. Im Team kann man die Arbeitslast auch effektiv reduzieren. Das hat auch schon Michael Preuß im letzten Interview bestätigt.

Und dass englischsprachige Blogs nicht automatisch erfolgreich sind, zeigt auch meine aktuelle Auswertung der Einnahmen englischsprachiger Blogs.


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Kommentare

  1. meint

    Gutes Interview =) Habe mittlerweile auch einen Englischen Blog , an dem ich aber aufgrund von Zeitmangel noch nicht viel machen kann aber solche Interviews geben Anreiz und Mut =)

  2. Meinereiner meint

    Ein guter Artikel! Was aber noch bedacht werden sollte, ist die Tatsache, dass es sich nicht lohnt -jedenfalls laut meinen Erfahrungen- einen Blog in englisch zu erstellen mit deutschen Meta Tags! Diesen Fehler machen jedoch einige Webmaster.. Grüße

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