Ein neuer Trend im Social Web macht die Runde und nicht alle sind damit glĂŒcklich.
Die Rede ist von den sogenannten Bars. Um was genau handelt es sich dabei und sind diese neuen Features von Yigg, Digg und Co. nĂŒtzlich fĂŒr Blogger und Website-Betreiber oder nicht?
Die Diggbar
Das gröĂte Social News Portal der Welt ist Digg.com, welches in Kalifornien sitzt. Wer dort mit einer Nachricht auf die Startseite gelangt, sollte schon mal die Telefonnummer zum Hoster raussuchen, da die Wahrscheinlichkeit sehr groĂ ist, dass die Website bzw. der Blog in die Knie gehen wird.
Tausende Besucher innerhalb kurzer Zeit liefert Digg und liegt damit weit vor den Dimensionen, die Yigg, Webnews und Co. in Deutschland verteilen.
Anfang des Monats, am 2. April, hat Digg nun ein neues Feature veröffentlicht, welches auf sehr zwiespÀltige Reaktionen getroffen ist.
Im Grunde handelt es sich bei der Diggbar um ein Frameset, welches es ermöglicht, dass am oberen Rand der Seite eine neue Toolbar stehen bleibt, wenn jemand von Digg aus zu einer Website klickt.
Das ermöglicht es, dass Leser so immer einen Votingbutton zur VerfĂŒgung haben, selbst wenn die Website oder der Blogs keinen Voting-Button selber eingebaut hat.
Die Diggbar bietet darĂŒber hinaus noch ein paar andere Features, wie z.B. die Anzeige Ă€hnlicher Artikel und den Punkt “Random”, welcher einfach das Prinzip von StumbleUpon ĂŒbernimmt und zufĂ€llige Artikel anzeigt.
Der Hauptzweck dieser Diggbar ist es natĂŒrlich, dass User nicht einfach Digg verlassen, sondern ĂŒber die Diggbar wieder zurĂŒck zu Digg gelangen. Zudem will man damit versuchen, die Zahl der Votes zu steigern.
Die Yiggbar
Die Yiggbar funktioniert im Grunde genauso und sieht wie ein Klon aus, auch wenn Yigg selbst betont, dass sie die Idee selber hatten und die Yiggbar schon fertig war, als die Diggbar veröffentlicht wurde.
Auch hier wird die Anzahl der Votes angezeigt und einige Features mehr. So ebenfalls das “Stolpern”-Features. Also nicht wirklich neue Ideen, aber das sind wir ja von deutschen Social Websites gewohnt. ![]()
Die Vorteile
FĂŒr den Nutzer solcher Social News Dienste wie Yigg und Digg bieten die neuen Bars durchaus Vorteile. So kann er auf Links innerhalb dieser Social News Sites klicken und kommt nach dem Lesen des Artikels einfach und schnell wieder zu der Social News Site zurĂŒck.
Auch das Voten wird einfacher, da man nicht mehr darauf angewiesen ist, dass der Blog-Betreiber einen Voting-Button eingebaut hat. Einfach oben in der Yiggbar oder Diggbar auf den Voting-Button klicken.
Das ist natĂŒrlich auch ein Vorteil fĂŒr die Website- oder Bloginhaber. So ist es wahrscheinlich, dass User etwas öfters voten, als vorher.
Die Diggbar hat zudem ein Feature, welches aus der Ursprungs-URL gleich eine verkĂŒrzte URL macht, wie sie z.B. gern fĂŒr Twitter eingesetzt wird.
Einige Blogger sind auf jeden Fall recht positiv angetan von diesen neuen Features.
Die Nachteile
Doch es gibt auch viel Kritik und das meiner Meinung nach zurecht.
Denn wie gesagt basieren Diggbar und Yiggbar auf einem Frameset. Das bedeutet, dass die eigene Artikel-Seite innerhalb von Digg bzw. Yigg angezeigt wird. Das sieht man oben an der Adressleiste, wo nicht die eigenen URL steht, sondern die von Digg bzw. Yigg.
Das bedeutet, dass die Leser z.B. keinen Favoriten anlegen können von der betreffenden Seite. Es taucht oben im Browser auch kein Feed-Button auf, den man zum schnellen Abonnieren des RSS-Feeds nutzen könnte.
Und wenn jemand per Twitter oder Mail eine Seite weiterempfehlen will, dann schickt er auch die Yigg- bzw. Digg-URL.
Am schlimmsten ist jedoch, dass man so Backlinks verliert. Wenn jemand so eine URL in eigenen Blog verlinkt, dann hat Yigg und Digg was davon, aber dem Blog- oder Websiteinhaber nutzt der Backlink nichts.
Insgesamt sind die Nachteile fĂŒr alle Beteiligten, auĂer den Social News Sites, gröĂer als die Vorteile. Deshalb gab es besonders in den USA schon viel Kritik. Digg ist auch schon etwas zurĂŒck gerudert und blendet die Diggbar nur noch bei angemeldeten Usern ein. Diese haben zudem die Möglichkeit die Diggbar zu deaktivieren.
Und auch an der Yiggbar gibt es Kritik, auch wenn hierzulande der Aufschrei nicht so groĂ ist.
Lösungen
Einige Leute haben schon reagiert. So hat z.B. der Spiegel einen Frameset-Killer eingebaut, welcher prĂŒft, ob eine Spiegel-Online-Seite in einem Frameset, wie z.B. der Yiggbar, geladen wird. Wenn ja, dann sorgt der Code dafĂŒr, dass die eigentliche Seite mit der richtigen URL angezeigt wird.
Wie das aussieht, kann man sehen, wenn man auf diese URL klickt.
Auf Medien-Gerecht.de findet sich ein Aufruf “Fight the Diggbar” mit ein paar nĂŒtzlichen Links und auf texto.de gibt es den Code, um aus der Yiggbar oder Diggbar zu entkommen.
Es gibt auch schon einige WordPress-Plugins, die das Laden in der Diggbar bzw. Yiggbar verhindern.
Ich werde mir die Tage auf jeden Fall so ein Plugin installieren, da ich die Yiggbar fĂŒr sehr negativ halte und hoffe, dass die Social News Sites andere Lösungen finden, die Votes zu erhöhen.
Was ist eure Meinung?
Was haltet ihr von Yiggbar, Diggbar und Co.?
Ist dies ein richtiger Schritt, um die Nutzung von Social News Sites zu erhöhen und z.B. auch die Schnittstelle zu Twitter zu erleichtern?
Oder ist es nicht Okay, dass eure Inhalte innerhalb einer Social News Site angezeigt werden, mit all den genannten Nachteilen?
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.










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Wir entwickeln die Features ja in erster Linie fĂŒr unsere Benutzer. So wie es bei uns technisch gelöst ist, behĂ€lst du deinen Backlink bei uns, denn die Links sind ganz normal geblieben und die YiGGBar öffnet sich einfach, wenn der Benutzer Javascript hat.
Durch die Stumble-Funktion habe ich auf meinem privaten Blog jedenfalls um die 20 Besucher bekommen ohne, dass ich geyiggt habe – das gab es vorher nicht.
Das YiGG in der URL-steht ist technisch leider nicht anders möglich (es sei den man schreibt spezielle Plugins, die dann nur in einzelnen Browsern funktionieren).
Einen Frameblocker ist natĂŒrlich dein gutes recht – andererseits machst du den YiGG-Benutzern damit auch ihr YiGGBar-Feeling kaputt
Um es zusammenzufassen: Ja es gibt durchaus Probleme mit dem Ding (die eher technischer Natur sind) die wir da auch sehen, die aber auch nicht wirklich super lösbar sind. Auf der anderen Hand sollte die Bar aber Vorteile fĂŒr jeden bringen, die meiner Meinung nach ĂŒberwiegen
Ich persönlich finde es störend und ich wĂŒrde serh gerne darauf verzichten.
Ein absolutes “NoGo”!
Vielleicht hÀtte der Titel:
Yiggbar, Diggbar, furchtbar … heiĂen sollen.
In diesem Interview http://www.techcrunch.com/2009/04/20/interview-with-diggs-kevin-rose-the-state-of-the-union/ sagt Kevin Rose das schon 60% aller Diggs ĂŒber die Diggbar kommen.
Die Absicht ist allerdings nicht nur das die User nicht wieder zu Digg zurĂŒckkehren, sondern auch um die Zeit der Nutzer auf der Seite zu verlĂ€ngern.
Ich finde die Diggbar absolut scheisse und frage mich warum Yigg bei solchen Sachen immer nachziehen muss, aber es scheint so zu sein als wolle Yigg gar nicht “eigenstĂ€ndig” werden, sondern immer das zu machen was Digg auch macht.
Jegliche Bars dieser Art sind fĂŒr mich absolut störend und das man damit böses anstellen kann weiss wohl auch schon jedes Kind.
GrĂŒsse
FĂŒr Werbeschaltungen sind halt PageViews und Aufenthaltsdauer wichtig. Damit versuchen diese Portale sich einfach nur besser zu finanzieren.
Andere Portale teilen ihre Artikel in 20 Teile auf und versuchen so attraktiver fĂŒr Werbekunden zu werden.
Am Ende geht es doch nur ums Geld. Die Interessen der Nutzer und vor allem der Blogger/Webmaster sind nicht so wichtig. Und das, obwohl Yigg, Digg und Co. ohne letztere gar nicht existieren wĂŒrden.
@ Robert
Danke fĂŒr deine Stellungnahme.
Wie gesagt, einige Vorteile bringt das System schon mit, aber ich sehe doch mehr Nachteile.
Und die Reaktion in den USA hat ja auch ganz klar gezeigt, dass der Spaà aufhört, wenn Inhalte einfach geframt werden.
Ziemlicher Quatsch. Nervt mich als Nutzer bei Facebook auch immer. Ich dachte eigentlich Framesets wÀren auf dem Web1.0-Friedhof. Und jetzt sowas.
Ich habe mir die Yiggbar jetzt nicht genauer angesehen, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass man sich damit in DE aus rechtlichen GrĂŒnden (analog zum Framing fremder Inhalte) auf recht dĂŒnnem Eis bewegt…
Ich fand das Framing zu Zeiten als diese noch Gang und Gebe waren schon ziemlich störend. – FĂŒr mich stecken in dem ganzen auch mehr Nachteile als Vorteile. Aus Sicht von Nutzer dieser Portale und Seitenbetreiber in einem.
Wie #12 schon schrieb; Damals fand ich Framesets in Seiten schon sehr unschön vondaher habe ich mir beim anlegen von Templates / Webseiten noch von frĂŒher angewöhnt immer ein Frameset “zerstör” Script einzubauen. Damals gab es eine Zeit als Altavista als Suchmaschine Ergebnisse mit solch einer Bar darstellte.
FĂŒr WP User ist es recht leicht dem zu entkommen einfachmal nach dem Plugin “Frame Buster” suchen. Braucht keine Einstellungen und funktioniert wie es soll, wird ein Frameset erkannt wird die Seite auf die Permalink umgeleitet.
Generell finde ich es nicht schön da man wiedermal versucht auf anderer Personen Kosten das eigene Netzwerk zu beleben bzw, unterm Strich Geld zu verdienen ohne die Seiten Authoren zu Fragen ob sie dies denn möchten. Was der nÀchste Schritt wÀre ist Werbung in solch einer Bar einbleden *hust*
Nein Danke.
Was das Rechtliche anbetrifft: Wenn ich mich recht erinnere, gab es diesbezĂŒglich sogar mal (Rechts-)streitigkeiten zu Zeiten der guten alten HTML-Framesets. Leider kann ich mich nur noch vage daran erinnern. Meine aber, daĂ damals darauf abgestellt wurde, der Framebetreiber mache sich die eingebundenen Inhalte zu Eigen. Das berĂŒhrt schnell Haftungs- als auch Urheberrecht!
Also ich hab auch schon darauf reagiert und mir ein nettes Gimmick fĂŒr meinen Blog einfallen lassen. Wenn ein User von yigg kommt, dann wird dem sofort nen BegrĂŒĂung angezeigt, mit der Adresse meines Feeds zum bookmarken drinne
GrĂŒĂe
Andreas
Es gibt zwei Arten guter Bars: Die Nachtbar und “Browser Update”-Bar. Beides natĂŒrlich ohne Framework.