Kindle DX – Ist die gedruckte Tageszeitung nun wirklich am Ende?

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Amazons eBooks Reader Kindle scheint in den USA gut angekommen zu sein.

Es wird geschätzt, dass allein 2008 rund eine halbe Million Geräte verkauft wurden. Und das, obwohl das Gerät mit rund 350 Dollar nicht gerade ein Schnäppchen ist.

Wären genug Geräte vorrätig gewesen, hätte laut Analysten Amazon rund 750.000 Geräte absetzen können.

Doch Amazon ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern legt mit dem Kindle DX nach.

Der Kindle läuft sehr gut

Derzeit befinden sich rund 275.000 eBooks im Kindle-Shop. Sehr interessant ist die Aussage von Jeff Bezos, Chef von Amazon, anlässlich der Präsentation des neuen Kindle DX.

Demnach erreichen die Kindle-eBook-Versionen 35% der Verkaufszahlen der gedruckten Bücher. Werden von einem Buch also 10.000 Stück bei Amazon verkauft, dann gehen nochmal 3.500 digitale Versionen über die virtuelle Ladentheke. Das sind schon beeindruckende Zahlen.

Ob die Verkaufszahlen der gedruckten Bücher durch den Kindle zurückgehen, wurde allerdings nicht bekannt gegeben.

Der Kindle DX kommt

Amazon hat mit dem Kindle DX eine neue Generation von eBook-Readern vorgestellt.

Das neue Gerät hat einen deutlich größeren Bildschirm (9,7 Inch = 1200 x 824 Pixel) und besitzt 3,3 GB Speicher. Für 489,- Dollar erscheint der Kindle DX im Sommer in den USA.

Das Format des Kindle DX richtet sich natürlich deutlich in Richtung Tageszeitungen etc. Und das ist auch Absicht von Amazon, denn man hat erkannt, dass der Vertrieb der Knackpunkt ist.

So wurde nun schon angekündigt, dass man den Kindle DX günstig zusammen mit Tageszeitungsabos bekommen kann. Das erinnert etwas an das Handy-Geschäftsmodell.

Und für die Tageszeitungen macht das auf jeden Fall Sinn. Die Druck- und Vertriebskosten für Tageszeitungen sind so hoch, dass sich das “Sponsoring” eines Kindle DX schon nach ein paar Monaten für die Verlage gerechnet hat.

Den neuen Kindle DX finde ich sehr spannend, da doch gerade Tageszeitungen viel Papier verursachen und durch das elektronische Format zum Beispiel auch viel später Redaktionsschluss sein könnte.

Ob es den Niedergang der Tageszeitungen letztlich aber aufhält, ist schwer zu sagen.

Keine Konkurrenz

Amazon betritt mit dem Kindle DX neues Terrain. So einen großen eBook-Reader gibt es meines Wissens noch nicht. Und so schnell wird da wohl auch keiner nachziehen.

Das liegt sicher auch daran, dass der Kindle DX, im Gegensatz zum normalen Kindle, wahrscheinlich auch nur durch eine Kooperation mit Tageszeitungen funktionieren wird.

Für normale eBooks (Romane, Fachbücher etc.) ist der kleine Kindle dagegen sicher ausreichend. laut Schätzungen wird Amazon rund 1.000.000 normale Kindle im Jahr 2009 absetzen.

Wie es in Zukunft weitergehen wird, scheint auch klar zu sein. Experten rechnen für 2010 mit der Ankündigung eines Farb-Kindle.

Mit dem Kindle Geld verdienen

Kindle - Mit Blog Geld verdienenEine interessante Sache hat Amazon in den letzten Tagen angekündigt. So erlaubt man nun das Abo von Blogs auf dem Kindle.

Jeder Blogger kann seinen Blog bei Amazon anmelden und in den Kindle Store eintragen lassen. Die Abo-Preise pro Monat liegen zwischen 0,99 und 1,99 Dollar. Davon bekommt Amazon allerdings 70%, was schon recht viel ist. Der Blogger erhält 30%.

Rechnet man mal mit 1.000 Abonnenten, dann erhält der Blogger bei einem Abo-Preis von 0,99 Dollar pro Monat 297,- Dollar.

Das hört sich nicht schlecht an, vor allem, da es eine zusätzliche Einnahmequelle ist. Ob das Geschäftsmodell aber überhaupt funktioniert und die Kindle-Nutzer Blogs abonnieren wollen, wird erst die Zukunft zeigen.

Wer seinen Blog dort anmelden will, der braucht zumindest ein amerikanisches Bankkonto. Sonst geht es nicht.


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Kommentare

  1. meint

    Also ich finde die Idee eines ebook readers einfach klasse. Ich lese sehr viel und kann leider nicht jedes Buch, das ich gerade lese, überall mitschleppen. Die Vorstellung, dass ich alle meine Bücher mit einem kleinen Gerät überall mitnehmen kann, gefällt mir sehr gut. Zur Zeit finde ich die Preis zwar noch zu hoch. Sobald aber ein vernünftiger Preisbereich erreicht ist, werde ich mir auf jedenfall einen ebook reader kaufen. :)
    Den Preis für ein Blogabo finde ich zu hoch, gerade wenn man bedenkt, dass man ihm im Internet kostenlos lesen kann.

  2. meint

    Die Frage ist halt, ob die 1000 Abonnenten überhaupt bereit wären für den Content zu zahlen. Ich wäre es nicht, für keinen meiner momentan über 300 abonnierten Feeds!

  3. meint

    Ja, die 1.000 haben sich nur besser gerechnet. :wink:

    Ich habe auch Zweifel, dass dieses Modell funktioniert. Vielleicht in den USA für die Top-Blogs, aber sonst?

  4. meint

    Also ich finde es besser, gemütlich auf der Terasse zu sitzen oder auf dem Denker-Thron und in einer Tageszeitung zu blättern.

    Wobei mit dem iPod Touch während der Entleerung zu Twittern ist auch nett. :lol:
    Aber Papier ist was greifbares und deshalb habe ich auch beim Das Buch der Blogger diese Ambitionen. http://buch-der-blogger.de Mitmachen!

    Was den Reader betrifft, man wird sehen wie das angenommen wird. Die Zukunft ist es es allemal. Und wer 1000 Leser bekommt hat ca. 220 € im Monat. Auch ein nettes Gimmick im Portemonaie.

  5. Patrick meint

    Wie m.o.m. schon sagte, bevorzuge ich es auch an einem herrlichen Sonntag erstmal die Zeitung zu studieren. Stell ich mir vor, dass ich anstatt des Papiers nur einen kleinen Kindle in der Hand hätte, verschwindet doch gleich das ganze Gefühl.

    Natürlich wird die Zeitung nicht ewig auf Papier bleiben, also die Zukunft sind diese kleinen Kindles allemal allerdings ist dies noch relativ früh. Bedenke man “die ältere Generation” zwischen 50 – 60 Jahren (Ich will jetzt keinen angreifen hier :mrgreen:) müsste sich damit abfinden, die Zeitung über so einen kleinen LCD Display zu lesen.

    Das Geschäftsmodell mit den Blogs, nunja ich kann es mir nicht vorstellen das ich für das Lesen von Blogs bezahlen würde, bei meinen über 150 abonnierten Feeds wär das ein teures Spielchen. Unverschämt finde ich auch wie Amazon dort verdienen will. Ich meine 50 / 50 wäre dort schon eher angemessen, schließlich muss der Blogger erstmal das Level erreichen das Leute für das Lesen Geld bezahlen, was sicherlich eine Menge Arbeit ist.

  6. meint

    Irgendwie verstehe ich die Zielgruppe nicht. Wer holt sich denn einen Kindle für viel Geld, wenn er von “Computern und dem neumodischen Zeugs” eh nichts hält oder schon ein Notebook oder Netbook hat? Wer also braucht ein Kindle?

    Und für ein Blog Abo zahlen, das ist doch nur ein schöner Wunschtraum der Blog-Betreiber.

  7. meint

    Ich sage mal so, wenn ich ihn hätte würde ich ihn sicherlich auch nutzen. Aber wenn ich ihn nicht habe, stört es mich auch nicht.

  8. meint

    Ich habe mal auf dem Blog eines Webdesigners gelesen, zu Punkto Visitenkarten, dass eine Karte eben auch den Tastsinn anspricht und auch über diesen soll die Message, die man vermitteln will, vermittelt werden.
    Wenn man das auf eine Zeitung umfunktioniert, so kann es durch aus sein, dass das Gefühl des “Ertastens” einer Zeitung,das wichtig ist für viele, bald mal, durch coole Effekte, Touchscreens, intuitive Handhabung und Swichten zwischen Themenbereichen, womöglich noch Vergleichen von Daten (“Wolfram Alpha?”) ersetzt wird und mehr dem entspricht, was es heißt “News” zu lesen und “Neuigkeiten zu suchen” als es lediglich eine gewöhnliche Papierzeitung schaffen kann. (Warum wohl setzen sich sonst auch Blogs, Onlinezeitungen, etc. durch?)

    Ich glaube, dass das eine Zukunft hat. Mich würden aber die kleinen Bildschirme stören, vorallem weil sie einen Rahmen haben. Ich hasse es beengt zu sein. Vielleicht kommen ja mal Hologramme, oder rollbare Screens ohne Rahmen, oder sowas.

  9. meint

    Immer wieder X Geräte für X Anwendungsmöglichkeiten, nicht mein Ding. :evil:

    Der Kindle DX mag schön aussehen, aber wie das Teil sich in der Realität schlägt davon habe ich bisher wenig gelesen oder gehört. ;)

  10. meint

    Ich find es eigentlich nicht schlecht. Zumindest wieder mal etwas neues.

    Denke aber nicht, dass sowas die gute alte Zeitung ersetzen könnte, denn die ist ja für viele andere Dinge gut. Sei es zum anzünden des Grills oder ähnliches. :-)

  11. meint

    Zwiespältige Sache, die man erstmal austesten müsste. Tageszeitungen lese ich eh nicht. Für Spiegel.de & Co reicht mein iPhone, wenn gerade kein Mac in der Nähe ist.

    Kritisch im Alltag: Wie handlich ist der Kindle beim Handling in der Badewanne?

    Im Büro, wenn die Bedienung stimmt (schnell mal zwischen Bookmarks in unterschiedlichen Büchern umschalten), könnte ich mir das Ding dagegen ganz gut vorstellen. Vor lauter Büchern sehe ich nämlich häufig meinen Schreibtisch nicht mehr. In dem Zug wäre Stifteingabe (uss nichtmal ne Schrifterkennung haben) absolutes Muss, um mal eben ein paar Wireframes zu scribbeln….

  12. meint

    Digitale Medien und Lesegeräte setzen sich durch. Bei MP3s haben wir das schon erlebt, jetzt sind die Bücher, Magazine, Comics etc. dran.
    Leider sind die Lesegeräte noch sehr primitiv, aber das wird sich sehr bald mit der Konkurrenz ändern.
    Aber was Amazon da preistechnisch macht ist Abzocke. Das ist so als würde ich heute ein s/w Tv Gerät ohne Scart Anschluß für 2000 Euro verkaufen und die Leute kaufen das auch noch…

  13. meint

    Also mir gefällt das Gerät sehr gut. Ich bin auch der festen überzeugung das es die Tageszeitung auf Papier ersetzen wird und somit die Zeitungsredaktionen rettet wird. Die Idee mit den Blogern finde ich durchaus auch sehr gut, somit könnten Nutzer zwischen einen Abo von einer Zeitung und einer kostengünstigere Variante von Abos bei Blogs wählen. Das würde die Zeitung erneut revolutionieren und sicherlich sehr viele Jahre weiterhin am Leben erhalten. Ich hoffe auf ein gutes durchstarten dieser Technik und dann werde ich sicherlich auch so ein Teil mir zulegen.

  14. meint

    Ich denke auch, dass es mittel- bis langfristig von Papier Richtung ePaper gehen wird. Aber das dauert nicht nur ein paar Jahre sondern wahrscheinlich 1-2 Generationen. Schließlich ist das Buch deutlich stärker in der Kultur verankert, als die CD. Da geht der Umschwung zu MP3 sicher schneller.

  15. meint

    Also das Zeitungen und das Buch an sich, früher oder später komplett verschwinden wird, ist klare Sache, ich rechne damit das es etwa 15-30 Jahre dauern wird, bis das Internet und deren Technologien das Papier komplett ersetzt hat.
    Das sind etwa 2-3 GEnerationen und sollte eigentlich reichen, bis dahin sind die heute noch Alten Leser, so Alt das deren Marktanteile im unteren einstelligen Prozentsatz liegen und es sich für diese selbst nicht mehr lohnt die Papierdruckmaschinen zum laufen zu bringen… ;-)
    In dieser Zeit werden auch etwa 50% aller Unternehmen aller Wirtschaftsbereich Pleite gehen, dank des Internet’s.
    Oder auch mit anderen Worten ausgedrückt, wer (Unternehmen) es nicht schafft ein festes Standbein (Absatzschiene) im Internet aufzubauen, wird früher oder später Pleite gehen.
    Prost Mahlzeit… Ist dann auch ein neuer Grund für eine Wirtschaftskrise… ;-)

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  1. Kindle DX – Ist die gedruckte Tageszeitung nun wirklich am Ende?…

    Kann man auf gedruckte Zeitungen verzichten ?…

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