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Reputations-Management per Podcast – Interview mit dem SEOnaut
17. Juni 2009 - 13 Kommentare - Peer Wandiger

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Interview mit Radio4SEOPodcasts sind mittlerweile ein wichtiger Bestandteil des Web 2.0. So richtig im Mainstream angekommen sind sie aber (noch) nicht.

Vielleicht liegt es daran, dass mit Texten viel einfacher Geld zu verdienen ist, als mit Podcasts, wer weiß.

Allerdings betreiben die meisten Podcaster ihren Podcast auch aus anderen Gründen und nicht, um damit direkt Geld zu verdienen.

Ich habe ein Interview mit Marco Janck, vielen besser bekannt als der SEOnaut, geführt und mit ihm über seinen Podcast Radio4SEO, Zeitmangel, Reputations-Management und vieles andere gesprochen.

Viel Spaß.

1. Bitte stell dich und deinen Podcast “Radio4SEO” meinen Lesern vor.

Hallo Peer. Mein Name ist Marco Janck. Ich bin 40 Jahre jung und Betreiber der SEO Agentur SUMAGO. Ich bin also Suchmaschinenoptimierer.

Viele deiner Leser werden mich sicherlich besser unter dem “Szene”-Namen SEOnaut oder über den SEO Blog SEOnauten kennen.

Zum Podcasten kam ich durch die strategische Entscheidung mehr für mein Reputations-Management zu tun. Das bot sich bei der Größe und der Struktur meiner Agentur einfach an. Ich hatte keine Lust zur Kunden-Gewinnung große Posten in PPC Kampagnen zu investieren. Gerade mit dem Wissen, dass es da draußen deutlich mehr Agenturen mit deutlich größeren Werbe-Budgets gibt.

Also beschritt ich Sachen Selbstvermarktung den Weg, den viele als den “Web 2.0″-Weg bezeichnen würden. Bloggen und Podcasten. Ich habe mit dem Podcasten im Juli 2007 begonnen und bislang 45 Shows aufgenommen.

Seit etwas über einem Jahr habe ich mit Sammy Zimmermanns (Baynado) und Denis Maibaum (Linkmafia) noch zwei sehr erfahrende Mitstreiter bei Radio4SEO, die die Themen SMO und SEM abdecken.

2. Wie kamst du auf die Idee zu dem Podcast und wie sahen die Anfänge aus?

Interview mit Radio4SEO
Als ich mit SEO im Jahre 1999 anfing, gab es da noch nicht sehr viel von dem, was ich als die “jetzige Szene” bezeichnen würde. Es gab einen Pool an Leuten, die erklärten, viel Geld mit so genannten “Black Hat SEO”-Geschichten zu verdienen.

Als ich 2004 meine Agentur gründete, entwickelte sich die Szene für mein Empfinden so langsam. Der Weg zum eigenen SEO Podcast kam eher schleichend. 2006 wurde mit SEOFM der erste deutschsprachige SEO Podcast ins Leben gerufen und ich dachte mir, dass das ja jetzt nicht alles gewesen sein kann.

In den USA gab es zum gleichen Zeitpunkt bereits bestimmt 10 Podcasts zu dem Thema. Warum also hier nur einen?

Gedacht – Getan. Nach dem Motto: “Ich mach das – aber anders” ging es dann los und ich habe es bislang nur ein paar Mal bereut.
Seit dem verfolgen bis zu 6.000 Hörer pro Sendung unsere Gedankenbrühe. :-)

3. Wie sieht bei dir die Ideenfindung für eine Podcast-Folge aus? Wie erfolgt die Vorbereitung auf den Podcast?

Ich selber bekomme meine Ideen aus der täglichen Arbeit. Also der Arbeit mit Kunden, Projekten und aus dem Studium der Bewegungen der Szene. Es ist als SEO sehr wichtig am Puls der Zeit zu arbeiten.

Vorbereitung mit einem Anfangspunkt und einem Endpunkt gibt es bei mir eigentlich gar nicht. Ich habe so eine Kalender Schreibtisch Unterlage. Auf diese kritzle ich zwischen den Shows die wichtigen Themen und arbeite sie dann in der Show ab. Das Meiste kommt dann aber aus dem Bauch.

Mein Ziel war es nie den Podcast als echte Business Plattform zu nutzen. Es sollte immer ein Podcast sein, der mich als Person zeigt. Ich wollte nie in den “Nachrichtensprecher-Modus” schalten und jemanden darstellen der ich nicht bin. Der Podcast ist total authentisch und das betrifft alle Moderatoren.

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4. Deinen Podcast gibt es seit Mitte 2007. Gab es schon mal Probleme mit der Motivation oder ist diese noch wie am ersten Tag? Welche Tipps hast du für Podcaster bzgl. der Motivation?

Podcasten ist nicht so leicht, wie es sich vielleicht anhört. Bei mir hat es sich nach Jahren in dem Thema zum Glück deutlich vereinfacht. Das liegt aber sicherlich auch daran, dass ich doch eher ein “Quatschkopp” bin.

Wenn du mit Podcasten anfängst, legst du alles beim Recording auf die berühmte Goldwaage. Für die erste Show habe ich sicherlich 3 Tage gebraucht und immer wieder neu aufgenommen, weil mir dies und das nicht gepasst hat.

Irgendwann lernst du aber, dass es total egal ist wenn du Slang sprichst oder dich versprichst. Das macht die Atmosphäre des Podcasts aus. Sicherlich sollte man sich einen persönlichen Level setzen, aber mehr auch nicht.

Die Motivation in Sachen Podcasting wird von vielen Faktoren getragen. Oft habe ich 10 Themen im Kopf zu denen ich gleich losplappern könnte. Aber es kommen auch immer wieder Phasen, wo ich denke “Immer die selber Scheiße”. Zwischen den beiden Polen spielt es sich ab und meistens kann ich es in Sachen Motivation wieder auf die Mitte justieren.

Es ist so wie das Leben. Mal fühlst du dich gut, mal schlecht. Die Grundmotivation war und ist aber immer da und ich denke das hört man.

5. Du machst deinen Podcast allein. Was ist der Unterschied zum Podcasten im Team und was sind deine wichtigsten Tipps für Solo-Podcaster?

Dass ich den Podcast allein moderiere, war zu Anfang genau der Punkt, der von vielen kritisiert wurde. Inzwischen denke ich, dass die Leute das Format so wie es ist, also mit Musik und mit Solo-Moderator akzeptiert haben.

Sicherlich ist es organischer einen Podcast zu zweit zu machen, aber es hat auch Nachteile, die in meinem Fall problematisch gewesen wären. Wenn du zwei im Thema aktive Menschen hast, musst du die immer zu einem bestimmten Zeitpunkt an eine Leitung oder ein Mirco bringen. Das ist nicht leicht. So kann ich sagen: Heute passt es mir gut, ich nehme auf. Fertig.

Auch wenn ich inzwischen für jeden Podcast nicht mehr sehr viel Zeit benötige, ist es aber doch Zeit, die ich woanders abknapsen muss.

6. Wie läuft die Podcast-Aufnahme bei dir ab? Haben sich da bestimmte Routinen entwickelt?

Ja, das ist ganz einfach. Ich starte meine Software, suche mir lizenzfreie Musik raus und fange an zu labern. Das ist die Routine.

Interviews werden zurzeit per Skype-Recording mitgeschnitten. Da könnte man sicherlich noch was verbessern, da die Qualität von Skype Konferenzen oft unter aller Kanone ist.


7. Mit welcher Technik und Software nimmst du den Podcast auf? Was ist deiner Meinung nach die Grundausstattung für Podcaster?

Man kann die Sache sicherlich auch im Tonstudio machen. Ich sitze für meinen Teil im Büro und nutze schlicht ein Headset mit Micro.

Auf der Softwareseite nutze ich ein Podcasting-Produkt von Magix. Wichtig ist da auch nicht die große Ausrüstung. Du musst Spaß haben und die technische Möglichkeit bestimmte Sachen nachzujustieren. Das können aber alle Software-Pakete im Audio-Bereich. Also bleibt der Spaß übrig.


8. Es gibt 2 weitere Podcasts (SM Show und SEM Couch) bei euch. Planst du ein Podcast-Netzwerk mit weiteren Sendungen?

Das war die Grundidee. Leider ist das aber nicht so einfach. Ich habe schon genug Probleme diese Konstellation am laufen zu halten.

Beim Podcasten ist halt die Technik das kleinste Problem. Zeit, Zeit, Zeit und auch Zeit sind viel größere Probleme bei uns.

Aber klar, wenn jemand neben den Themen die wir bereits besetzt haben noch andere Bereiche als Moderator beglücken will, so kann er sich gerne dem Projekt anschließen. Mir fallen da aktuelle Bereiche wie PR-Arbeit und Guerilla-Marketing ein.


9. Hosting ist bei Podcasts eine wichtige Sache. Schnell kommen da GB an Traffic zusammen. Welche Hosting-Lösung nutzt du?

Ich nutze für den Podcast einen eigenen Server. Die Datenmenge der Files ist dabei mehr ein Problem als die Bandbreite des Load-Traffics. Da werden wir noch in diesem Jahr reagieren. Aber da will ich noch nichts drüber sagen.


10. Vermarktest du deinen Podcast aktiv im Web? Welche Maßnahmen waren erfolgreich und welche weniger? Was hat es mit “Hörer helfen Radio4SEO” aus sich?

Podcast ist ein WEB 2.0 Bereich, der sich nie richtig durchgesetzt hat und sich nie richtig durchsetzen wird. Die Zielgruppe ist allgemein gesehen groß, aber es ist nie so ein richtiger Hype entstanden. Das liegt aber mehr an der Unlust der Leute selber zu podcasten. Viele haben schlicht Angst davor, sich zum allseits bekannten Löffel zu machen.

Interview mit Radio4SEO
Zurzeit vermarkten wir Radio4SEO nicht im klassischen Sinne. Doch auch da wird sich bald etwas ändern. Die eigenen Vermarktungsmaßnahmen sind sehr beschränkt. Ich versuche durch Gastbeiträge auf anderen Podcasts, durch Verbreitung in Social Websites und durch Networking die Reichweite zu erhöhen. Die Bemühungen sind aber nicht massiv, da die Zielgruppe nicht sehr groß ist.

“Hörer helfen Radio4SEO” war ein Ansatz für virales Marketing. Hörer können Radio4SEO durch das setzten eines Banners in ihren Projekten unterstützen. Also macht mit ;-)


11. Siehst du Potential direkt oder indirekt mit Podcasts Geld zu verdienen?

Indirekt kannst du mit einem Podcast immer Geld verdienen. Bei mir geht das richtig gut.

Direkt kannst du auch Geld verdienen, aber nicht im Ansatz deinen Kühlschrank voll bekommen


12. Deine Podcasts sind oft sehr lang. Was ist deine Meinung zur optimalen Länge von Podcasts?

Wie ich es schon gesagt habe. Ich podcaste aus dem Bauch heraus. Ich mache mir keine Gedanken, um die optimale Länge. Wenn ich viel zu sagen habe, dann sage ich viel, wenn nicht, dann nicht.

Ich habe mir vor Jahren schon abgewöhnt mich an dem zu orientieren, was andere als Ideal ansehen. Mir muss es Spaß machen und der Weg muss der richtige sein. Arbeit muss Spaß machen. Geld ist nicht alles. Das sind auch Sätze, die ich im Podcasting umsetze.


13. Hast du zum Abschluß des Interviews noch ein paar wichtige Tipps für angehende Podcaster?

Es ist wie im Leben. Du musst es einfach machen wenn du es willst und erst aufhören, wenn du sicher sein kannst, dass es nichts wird. Nicht früher.

Du musst gut hinhören, um das unterscheiden zu können. Wer sich die Kommentare zu meiner ersten Show durchliest, wird schnell wissen was ich meine.

Wenn du Angst hast etwas Eigenes zu machen, nutze einen Träger, der dir helfen kann. So einer kann Radio4SEO sein ;-)

Danke dir für das Interview


Ich danke dir Marco

Das Beispiel von Radio4SEO zeigt sehr gut, dass man einfach mal loslegen sollte. Ein gewisses Grundkonzept sollte zwar vorhanden sein, aber das heißt nicht, dass man alles bis ins Detail ausgearbeitet haben muss.

Zudem sehe ich es ähnlich wie Marco, dass die Fehler, die Versprecher usw. einen Podcast erst richtig sympatisch machen. Das sollte natürlich auch im Rahmen bleiben, aber ein vorgelesener Podcast ohne Versprecher und im Business-Ton macht keinen Spaß beim Zuhören. Zumindest mir nicht.

Das Zeitproblem kenne ich. Das ist es auch, was mich bisher davon abgehalten hat, endlich loszulegen. :-(
Aber das wird noch werden.

Interessant ist auch noch der Punkt “Geld verdienen mit Podcasts”. Das ist bei 6.000 Zuhörern, wie in diesem Fall, direkt nur schlecht möglich. Werbung im Podcast bringt bei 6.000 Hörern nicht viel ein, auch wenn die Zielgruppe sehr genau ist.

Da bieten sich indirekte Wege schon eher an. Mit einem Podcast kann man sich in einer Szene einen Namen machen und das bringt oft viele neue Kunden.

Ich werde in einem späteren Artikel auf die Möglichkeiten eingehen, mit Podcasts direkt Geld zu verdienen, bzw. indirekt vom eigenen Podcast zu profitieren.

Am Ende muss es aber Spaß machen, das sehe ich genauso wie Marco.

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Kommentare

13 Kommentare und Trackbacks zu ' Reputations-Management per Podcast – Interview mit dem SEOnaut '

Kommentare zu 'Reputations-Management per Podcast – Interview mit dem SEOnaut' mit RSS oder TrackBack abonnieren.

  1. 1 Andy kommentierte am 17.06.2009 um 10:41 Uhr

    Schönes Interviews und eine klasse Sache mit den Podcasts.

  2. 2 Carsten kommentierte am 17.06.2009 um 10:42 Uhr

    Schönes Interview, klasse!

    Ich denke dass der Punkt Zeit der Grund ist, warum es nie zu einem echten Hype geworden ist eine Podcast zu machen. Ein Podcast benötigt wesentlich mehr Zeit als ein normaler Blog-Artikel, und die haben viele nicht.

  3. 3 Johannes kommentierte am 17.06.2009 um 12:57 Uhr

    Wird mal wieder Zeit für ein großes Lob zu Blog & Inhalten hier. Soviel für mich spannenden Content n finde ich nur selten auf einem Haufen. Bin schon seit langem & seit der Campixx erst recht treuer Podcast-Abonnent und find’s schön, hier auch mal einen “Blick von Außen” auf die Sendung zu bekommen (wobei die Metabeschäftigung auch beim Seonauten kaum zu kurz kommt :) ) Weiter so,

    Ciao
    Johannes

  4. 4 Constantin kommentierte am 17.06.2009 um 14:51 Uhr

    Hallo ihr beiden,

    schönes Interview! Ich kann mich noch gut an die erste Show erinnern und bewundere seit dem den Einsatz von Marco! Echt jemand, der was für die Szene tut…

    Liebe Grüße,
    Constantin

  5. 5 Sascha kommentierte am 17.06.2009 um 17:20 Uhr

    Danke für das Interview. Sind immer wieder super deine Interviews!

  6. 6 Coach Henri kommentierte am 17.06.2009 um 18:38 Uhr

    Toller Bericht, danke! Wenn jetzt noch ein Bericht über das Anfertigen von Podcasts in der Windowswelt folgen würde, wäre ich glücklich. Viele Podcastler, die ich kenne, nutzen den Mac.

  7. 7 Servervoice kommentierte am 18.06.2009 um 10:13 Uhr

    Ich höre Radio4seo immer wieder gerne. Ich finde es auch schön das es hier nicht so aufgemacht ist wie irgendwelche Nachrichten. Wie auch schon erwähnt wurde machen ein paar versprecher und so die Sendung richtig Menschlich. Ich finde es auch gut das einfach aus dem Bau raus zu den Themen gesprochen wird. Denn so bekommt man dann eine echte Meinung zu den Themen und nicht etwas das schon was weiß ich wie lange davor überlegt wurde.

  8. 8 Jens kommentierte am 18.06.2009 um 23:10 Uhr

    Ja das Interview ist echt interessant, gute Beiträge hier allgemein. Behaltet das bei :smile:

  9. 9 Gewinnspiel-Gewinner kommentierte am 19.06.2009 um 11:47 Uhr

    Schönes Interview! Danke dafür und danke auch an Marco für seine tolle Arbeit (ich höre regelmäßig zu) ….

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