Wie effektiv sind Videos auf einer Landingpage?

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Dieser Gastartikel wurde von Kai Renz geschrieben. Er betreibt unter anderem die Website Internet-Neukunden.de und hat sich intensiv mit der Erstellung von Videos beschäftigt. Dazu hat Kai auch eine Reihe von Anleitungen und Artikel geschrieben.

Lohnt sich der Aufwand für die Erstellung eines Videos wirklich ? Und kann man damit die Conversion-Rate auf einer Landingpage wirklich deutlich erhöhen ?

Ich habe einen Test gemacht und eine Landingpage mit und ohne Video erstellt und einen Splittest durchgeführt.

In diesem Video stelle ich den Test und die Ergebnisse vor:

Wie funktioniert die Splittest-Software

Ich verwende die Splittest-Software “Powersplittester.com“, die ich auf meinem Webspace installiert habe. Die Besucher werden dann immer abwechselnd auf einer der beiden Versionen geschickt.

Dieses parallele und gleichzeitige Testen ist wichtig, weil man nur bei ungefähr gleichbleibendem Traffic eine verlässliche Aussage über die Statistik bekommt.

Würde man hintereinander testen und dabei womöglich noch die Trafficquellen ändern (z.B. andere Keywords bei Google-Adwords oder andere Werbebanner von unterschiedlichen Webseiten) könnte es allein schon deswegen zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Um den Splittest durchzuführen, sind folgende Änderungen an dem HTML-Dokument nötig:

  1. Vor Beginn des Codes wird eine PHP-Funktion eingebunden die ein Cookie speichert, damit jeder Besucher auch nur wirklich eine Version zu Gesicht bekommt. (wichtig vor allem dann, wenn unterschiedliche Preise getestet werden).
  2. An den Stellen im HTML-Dokument, wo sich die Varianten unterscheiden sollen, wird eine PHP-Funktion eingefügt, die dort verschiedene Element-Blöcke einbindet. Diese Code-Blöcke werden dann direkt in der Software editiert. In meinem Fall ist das einmal der Code für das Video und bei der anderen Variante einfach Leerzeichen.
  3. Auf der „Danke-Schön“-Seite der Newsletter-Anmeldung, wird ein Tracking-Code eingefügt, damit die Anzahl der Anmeldungen ausgewertet werden kann.

Dann wird der Test gestartet und Traffic auf die Webseite geschickt.

Wie lange dauert der Test ?

Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten, sollte man nicht schon nach hundert Besuchern frühzeitige Schlüsse aus den Ergebnissen ziehen. Denn im frühen Stadium können die Ergebnisse noch stark schwanken.

Bewährt haben sich in der Praxis 50-100 gewünschte Ergebnisse (z.B. Newsletter-Anmeldungen oder Verkäufe). Danach tut sich meisten kaum noch etwas. In meinem Fall ist das in der Regel nach 2-3 Tagen erreicht.

Wenn man an absoluten Zahlen kein Interesse hat und nur Wissen möchte, welche der beiden Versionen die bessere ist, dann ist auch die Statistik-Funktion ganz hilfreich: Es wird angezeigt, sobald man mit 90%, 95% oder 99% Sicherheit sagen kann, welche der beiden Versionen die bessere ist. Das spart Zeit und vor allem Geld für den Traffic.

Die Testergebnisse im Detail

Wie Sie wahrscheinlich schon vermutet (oder im Video gesehen) haben, hat die Textversion die geringere Conversion-Rate.

Die Ergebnisse im direkten Vergleich:

  • Conversion-Rate der Text-Variante: 6,6 %
  • Conversion-Rate der Video-Variante: 11,8 %

Dabei möchte ich hinzufügen, dass es sehr günstiger und nicht besonders zielgerichteter Traffic war. Bei besserem Traffic ist man auch schnell bei 20% Conversion-Rate.

Damit hat die Video-Version immerhin eine 78% höhere Conversion-Rate als die Text-Variante. D.h bei gleichbleibendem Werbebudget kann hier ein 78% prozentiger Anstieg der Newsletter-Anmeldungen verzeichnet werden.

Und je nachdem wie viel man jeden Monat in Traffic investiert, kann sich die Erstellung eines Videos daher schnell rechnen. Vor allem, wenn es sich nur um eine einfache Videopräsentation handelt, die schnell aufgenommen ist.

Mein wichtiges Fazit

Nach vielen Tests mit Videos und Landingpages möchte ich aber nicht verschweigen: Nicht immer lohnen sich Videos ! Auch das haben meine Tests ergeben.

Zu meiner Überraschung gab es auch schon Landingpages mit Videos, die schlechter waren, als eine einfache Textversion. Daher kann ich am Ende des Artikels nur den einen Ratschlag mit auf den Weg geben:

Den Erfolg bringen nicht immer die Videos – sondern das ausgiebige Testen !

Du hast Interesse einen Gastartikel hier auf “Selbständig im Netz” zu veröffentlichen? Dann einfach eine eMail mit kurzer Vorstellung und Artikelideen an autor@selbstaendig-im-netz.de senden.


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Kommentare

  1. AffiliateHugo meint

    kenne einige Leute die ähnliche Erfahrungen gemacht haben… Videos auf Landingpages sind demnach sehr interessant … leider ist die Produktion für ein gutes Video i.d.R. sehr aufwendig und kostspielig (meine Erfahrung) …

    PS: danke für den softwaretipp … werd ich demnächst ausprobieren :)

  2. Gewinnspiel-Gewinner.de meint

    Hmm …. Joa …. Okay. Aber zu einem Test mit statistischer Relevanz gehört eben auch immer dazu, dass die beiden Testobjekte genau gleich sind. In dem Video kann man erahnen, dass die beiden Seiten, die du getestet hast schon etwas unterschiedlich aussahen (und damit vielleicht das Ergebnis beeinflußten) … Wäre schöner gewesen, wenns die exakt gleiche Seite gewesen wäre: Einmal mit Video und einmal mit gleich großem Bild ….

  3. meint

    Theoretisch müsste das Ganze dann auch mit thematisch passenden, eingebundenen Videos von Youtube klappen. Oder müssen es eigene Produktionen sein? Und hängt die Conversion-Rate nur mit dem Vorhandensein irgendeines Videos zusammen? Oder spielt die Qualität auch eine Rolle?
    Spannendes Thema…

  4. Teatime meint

    Also mich nerven sowohl auf der Landingpage, als auch auf anderen Seiten Videos, in denen sich die Blogger/Webseitenbetreiber mehr oder weniger professionell (naja – eher weniger) an Multimedia versuchen.
    Im Netz will ich lesen – keine Videos schauen.
    Besonders schlimm ist es, wenn man mal im Hintergrund eine Webseite aufruft und dann plötzlich mit Lärm beschallt wird. Ich habe mir ein Plugin für den FF installiert, der mich zumindest jetzt vorher darauf hinweist, dass da auf der Webseite ein Film läuft. Wie auch bei diesem Artikel.
    Das Video habe ich mir übrigens nicht angeschaut…

  5. meint

    Ein interessanter Test.
    “Im Netz will ich lesen – keine Videos schauen.” Also ich nicht, es gibt viele interessante Thematiken, die mit einem Video 1000 mal anschaulicher dargestellt werden können als nur mit Text, auch wenn sie nicht 100%ig professionell gemacht sind.

  6. meint

    Ich denke es kommt auch sehr stark auf das Produkt an. Es gibt Produkte, die sich in einem Video viel besser erklären lassen. Bei anderen Produkten wie z.B. Bücher wäre es wohl Unsinn.

  7. meint

    Spannendes Thema. Ich nutze das iPhone 3GS und habe mir die ersten Videos inklusive des Musikvideos, das komplett mit dem Telefon augenommen wurde angeschaut. Ich bin ziemlich beindruckt und werde mit Sicherheit demnächst auch etwas produzieren.

    Auf jeden Fall würde ich auf Seiten mit Videos auch mehr ansprechen, wenn ich eine Leistung suche. Gerade ist ein Maler hier, und es wäre doch schön, wenn man vorher schon mal sehen kann, wie der Maler sich verhält (also einzelne Arbeitsschritte kurz in einem Video anreißen.)

    Danke für den Beitrag.

  8. meint

    Also der Artikel an sich ist wirklich super. Etwas schockiert war ich von der benutzten Software, diesem Powersplittester oder wie das Ding heißt. 47$ für ein billiges Script, das ich innerhalb von 5 Minuten schreiben und anschließend als WordPress Plugin veröffentlichen könnte, unfassbar…
    Naja, ich werd ab jetzt aber sicherlich auch solche Tests durchführen =)

  9. meint

    Kai beschreibt einen typischen A/B-Test, der sich auch sehr einfach und ohne PHP-Kenntnisse (dafür mit geringen Java-Script Kenntnissen) mit dem von Google kostenlos zur Verfügung gestellten Website-Optimierungstool durchführen läßt. Das Tool gehört zu den Tools von Google Adwords.

  10. Joachim meint

    @10:
    Na ja, wenn man so einfach Geld verdienen kann, warum nicht? Gemessen am Gewinn, den ein vernünftiger Splittest dem Webseitenbetreiber einbringen kann, ist es doch kein zu hoher Preis, oder?

    Aber wenn Du das innerhalb von 5 Minuten programmierst und als WP-PlugIn, natürlich kostenlos, auf den Markt bringst, wären Dir sicher einige Leute dankbar :-)

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