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Studie über Grafik-Designer in Deutschland
Peer Wandiger - 17 Kommentare - Selbständig - Ähnliche Artikel


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Das liebe Geld spielt für selbständige bzw. freiberufliche Designer natürlich eine wichtige Rolle. Denn hier gibt es keine festen Monatslöhne bzw. -gehälter.

Um so wichtiger ist es deshalb, sich Gedanken über die eigenen Stundensätze zu machen und richtig zu kalkulieren. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Was der Markt bereit ist zu zahlen, steht auf einem anderen Blatt. Und zudem müssen Freiberufler und Selbständige auch all die anderen Aspekte ihres Privat- und Berufslebens geregelt bekommen.

Um mal ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, hat der Bund Deutscher Grafik-Designer (BDG) eine Studie unter Grafik-Designern durchgeführt. Diese umfasste 30 Fragen und umfasste Themen wie Arbeitsumstände, Preiskalkulation, Projektablauf, Risikoansicherung usw.

Insgesamt haben sich rund 600 selbständige Grafik-Designer an der Umfrage beteiligt und das ergibt doch schon mal einen interessanten Überblick.

Grafik-Designer in der Analyse

Die Auswertungsgrafiken der Studie (PDF) sind gewöhnungsbedürftig, haben aber auch einen gewissen Charme.

Neben interessanten Daten zu der Qualifikation der Grafik-Designer (z.B. haben 50,4% ein Diplom und 16,8 % sind Quereinsteiger) werden natürlich auch konkrete Zahlen abgefragt.

Stundensätze
So ist die Auswertung der Stundensätze sehr interessant. Der Großteil (53,3 %) verlangt zwischen 30 und 50 Euro die Stunde.

1,8% verlangen weniger als 15 Euro, was natürlich Wahnsinn ist. Selbst die 11,6%, die zwischen 15 und 30 Euro verlangen, liegen eigentlich zu niedrig. Schließlich muss ein Freiberufler eine Menge selber bezahlen (Krankenkasse, Altersvorsorge etc.). 19,1 % verdienen 70 Euro oder mehr.

Kunden
Nicht wirklich überraschend ist die Frage nach der Herkunft der Aufträge. Mehr als 2/3 der Befragten (68,9%) erhalten ihre Aufträge über Empfehlungen. Nur 13,8% über aktive Akquise.

Interessant ist auch die Auswertung, für wie viele Auftraggeber die Befragten gerade arbeiten. Der Großteil arbeitet derzeit für 3-5 Kunden. Immerhin knapp 10% arbeiten für mehr als 10 Kunden, was natürlich auch in Organisationsstress ausarten kann.

Spannend finde ich auch die Dauer der Projekte. Ich bin ja auch eher ein Freund kurzer Projekte. Bei 31,8 % dauert ein normales Projekt zwischen 1 und 2 Wochen. Bei 43,7 % rund 1 Monat. Immerhin 2,1% haben Projekte, die im Schnitt 1 Jahr dauern.

Familie
Laut der Studie sind die meisten Grafik-Designer Ende 20. Doch nur 18,7 % haben Partner und Kind. So eine freiberufliche Tätigkeit ist wohl doch nicht so einfach mit einer Familie zu verbinden. Bei mir funktioniert es zwar, aber es ist nicht ohne.

Erschreckend ist da eher die Auswertung über die Altersvorsorge. Nur 54,5 % sorgen für das Alter vor.

Einkommen
Das passt auch zur Auswertung, ob die Befragten von ihrer Designer-Tätigkeit leben können. Nur 37% antworten mit “Ja”. Immerhin 45% meinen “geht so” und das deutet schon darauf hin, dass das Geld knapp ist.

Entsprechend niedrig sind auch die Jahreseinkommen bei vielen Designern. 29,4 % liegen unter 14.000 Euro pro Jahr, so dass weitere Einnahmen aus anderen Tätigkeiten notwendig sind.

Die meisten Grafik-Designer starten auch recht schlecht vorbereitet in die Selbständigkeit, was natürlich nicht gut ist. Besonders die kaufmännischen Aspekte werden stark vernachlässigt. Das ist dann sicher auch ein Grund, warum viele Designer finanziell nicht auf die Beine kommen.

Start in die Selbständigkeit

Viele Grafik-Designer starten relativ unvorbereitet in die Selbständigkeit. Das trifft sicher auch auf andere Designer, wie etwa Web-Designer zu.

Dabei ist es gar nicht so schwer, z.B. die Preiskalkulation ordentlich und fundiert durchzuführen. Dazu gibt es z.B. sehr gelungene Stundensatz-Kalkulatoren im Web.


Hier findest Du weitere Informationen zu diesem Thema:

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Kommentare
17 Kommentare und Trackbacks zu 'Studie über Grafik-Designer in Deutschland'

Kommentare zu 'Studie über Grafik-Designer in Deutschland' mit RSS

  1. 1 Olli kommentierte am 09.07.2009 um 11:38 Uhr

    Mal wieder ein sehr interessanter Beitrag. Eine Frage habe ich jedoch.

    Das Jahreseinkommen von 14.000€ Brutto oder Netto? Wenn das Einkommen Brutto ist, dann gute Nacht. Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

    Gruß
    Olli

  2. 2 eisy kommentierte am 09.07.2009 um 11:45 Uhr

    Ich hoffe doch Olli, dass es sich um Nettolöhne handelt. Sonst verdient man ja mehr, wenn man das ganze Jahr Pfandflaschen auf der Straße sammelt. :) Aber selbst als Nettolohn sind 14k Euro pro Jahr für einen Designer sehr, sehr mager. Aber sind ja zum Glück auch nicht alle Designer mit solch einem Hungerlohnt bedient. Viele verdienen ja doch wieder viel mehr :)

  3. 3 Olli kommentierte am 09.07.2009 um 11:47 Uhr

    Alles klar hat sich erledigt. Hab den Link zur Studie übersehen :) Scheint wirklich Brutto zu sein…

  4. 4 eisy kommentierte am 09.07.2009 um 11:54 Uhr

    Schlaf gut :) :cry:

  5. 5 Peer Wandiger kommentierte am 09.07.2009 um 12:07 Uhr

    Ich denke eigentlich, dass es sich um Netto-Löhne handelt, aber das wird nicht ganz klar.

    Allerdings muss man sicher auch unterscheiden, ob jemand gerade ein Jahr selbständig ist oder seit 5 Jahren. Die ersten Jahre sind oft mager. Es muss sich halt positiv entwickeln.

  6. 6 Schnappido kommentierte am 09.07.2009 um 12:38 Uhr

    Die Loehne sind wirklich so gering weil es so viele Grafiker gibt. Die richtig guten verdienen hier aber richtig gut.

    Uebrigens ist dein iPhone Plugin super, Peer. Schreibe davon gerade. Wie heisst es?

  7. 7 Peter kommentierte am 09.07.2009 um 12:40 Uhr

    14 000 Euro auch Netto sind aber wirklich wenig. Ein Selbständig muss um halbwegs über die Runden zu kommen und damit der ganze Stress sich auch lohnt, sicherlich mindestens €24 000 Netto im Jahr haben. Und erst ab €30 000 Netto im Jahr kann man vom Erfolg sprechen.

    Da kann jeder ausrechen dann ein Stundensatz von 15, 20oder 30 Euro zu gering ist, weil selbst in Top Monate sicherlich nicht mehr wie 80 bis 100 Stunden aktiv an Projekte gearbeitet werden kann. Der andere Kram wofür man nicht bekommt muss ja auch noch erledigt werden.

  8. 8 fresh sam. kommentierte am 09.07.2009 um 13:21 Uhr

    Deswegen lieber mit Festanstellung und Ausgebildet.

  9. 9 Torsten kommentierte am 09.07.2009 um 16:30 Uhr

    Interessante Studie – wobei 600 Befragte nicht unbedingt eine repräsentative Masse darstellen. Außerdem wäre es noch eine geografische Auswertung interessant – dazu habe ich leider nichts gefunden.

    Torsten

  10. 10 Ben kommentierte am 09.07.2009 um 23:07 Uhr

    Hm hätte ich vorher gewusst, dass die Burschen so günstig arbeiten, dann hätte ich mir mal einen gemietet für ein neues Logo ;-) Naja vielleicht in ein paar Monaten dann mal wieder.

  11. 11 Katja kommentierte am 10.07.2009 um 03:25 Uhr

    Interessanter Beitrag.

    Viele Designer arbeiten sehr günstig. Dies hat zur Folge, dass von manchen “normalen” Kunden erwartet wird, dass man auch solche Preise hat. Gerade auf Portalen wie my-Hammer herrschen wahre dumpingpreise, da dort auch viel von Laien erledigt wird. Leider trägt das dazu bei, dass wir Designer uns für unsere Preise rechtfretigen müssen, dabei wollen wir ja auch nur Leben. Viele wollen ein günstiges Design haben, legen dabei leider keinen Wert mehr auf Qualität.

    Und @fresh Sam: nicht jeder möchte ewig Angestellt sein. Eine eigene Firma ist halt immer noch der wunsch vieler.

  12. 12 Jimi kommentierte am 10.07.2009 um 22:26 Uhr

    Ich hab manchmal das Gefühl, der Beruf des Grafikers bzw. Webdesigners ist ein Job
    für einen, der Single ist, keiner Kinder und Freunde hat und noch bei Mami wohnt. Eine Familie zu ernähren können nur die wenigsten als Freiberufler. Ich hab 2001 als Webdesigner mit einem Kurs beim TÜV angefangen. Also aus dem Hobby raus, bin gelernter Industriekaufmann. Wenn ich überlege, was ich bis heute an Wissen mir
    angeeignet habe, um am Ball zu bleiben und besser zu werden und womit ich mich heute rumschlagen muss an Stundensatz-Anekdoten, sowohl Kunde als auch Agentur, dann hätte ich besser die Zeit in was anderes investiert. Dazu kommt diese große Masse an Billiganbietern und das Unverständnis für das Produkt selber. Ob ich jetzt für 2000 EUR ne Webseite habe oder das halbe Haus verputzt habe steht für viele in keiner Relation. Also entweder Nachbarsjunge, der in der Schul-AG schon ein Web gebaut hat oder selber wurschteln mit dem Programm vom Provider (GoLive) oder zusammengeklickt im Baukasten.

  13. 13 Denis kommentierte am 12.07.2009 um 14:59 Uhr

    Wer Stundensätze von 15 Euro anbietet, der macht damit den Markt kaputt. Dafür kann kein Selbständiger gewinnbringend arbeiten. Aber leider gibt es zu viele, die es trotzdem tun. Und dann kommen die Kunden und erzählen, dass sie die Leistung aber woanders auch für die Hälfte bekommen können.

  14. 14 Frank kommentierte am 20.07.2009 um 04:44 Uhr

    Ich dachte das Grafik-Designer, zu dem Stundensatz noch eine hohe Vergütung bekommen, um die Rechte an den Auftraggeber abzutreten. Ich hab für ein Logo für die vollständigen Rechte 7000 Euro bezahlt + den Stundensatz

  15. 15 Frank Neuhaus kommentierte am 15.10.2009 um 16:48 Uhr

    Auf meiner Website präsentiere ich eine umfangreiche Übersicht neutraler Honorar-Empfehlungen für werbliche Projekte, die lt. “Lutz Hackenberg”, dem geschäftsführenden Vorstand der AGD – Allianz deutscher Designer e.V. sogar “… beispielhaft und sehr informativ sowie die wahrscheinlich umfangreichste Übersicht im Internet …” ist: http://www.adthink.de/honorar

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