Barrierefreiheit für Webseiten

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In diesem Gastartikel von Kerstin Schubert geht es um die Barrierefreiheit von Webseiten und welche Tools es zur Prüfung gibt.

Ein weiterer Aspekt der Nutzerfreundlichkeit ist die Barrierefreiheit.

Eine Internetseite ist nur dann benutzerzentriert, wenn sie auf die Zielgruppe zugeschnitten ist. Eine personalisierte und benutzerorientierte Internetseite ist demnach nur barrierefrei, wenn jeder Anwender die gewünschten Informationen in der erwarteten Weise erhält.

Artikel der Serie:
Wissen, was der Anwender wirklich braucht
Möglichkeiten einer Usability-Untersuchung
Barrierefreiheit für Webseiten
Usability-Schnelltest für die eigene Firmenwebsite

Barrierefreiheit

Das bezieht sich nicht nur auf Anwender mit körperlichen Einschränkungen, sondern auch auf Barrieren technischer Seite wie langsame Verbindungen oder die Verwendung von monochromen Bildschirmen.

Bei dem Thema Barrierefreiheit werden somit Aspekte wie Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Orientierung, Verständlichkeit und Nutzbarkeit berücksichtigt.

Anhand von repräsentativen Seiten aus dem Internetauftritt wird das Projekt auf Barrierefreiheit hin überprüft. Als Basis dient die Checkliste auf der Verordnung für barrierefreie Informationstechnik (BITV) vom Juni 2002.

Barrierefreiheit: Syntaktische Korrektheit – Codeinspektion

Zunächst wird die Oberfläche auf syntaktische Korrektheit überprüft. Die Richtlinien des W3C (World Wide Web Konsortium) erläutern neben der Zugänglichkeit auch die syntaktische Korrektheit.

Mit dem HTML- und CSS-Validator können HTML-Seiten hinsichtlich ihrer syntaktischen Korrektheit kontrolliert werden.

Die Validatoren sind Programme, die den Quelltext einzelner Seiten dahingehend überprüfen, ob dieser mit den formalen Vorschriften übereinstimmt. Gefundene Fehler werden mit der Fundstelle und der Art des Fehlers ausgegeben.

Barrierefreiheit: Zugänglichkeitsrichtlinien

Im nächsten Schritt wird die Internetseite nach den 66 Checkpunkten der WCAG1 getestet. Diese sind in 14 Themenpunkte gegliedert und bestehen aus einer Richtlinie und den zugeordneten Kontrollpunkten.

Jeder Punkt hat eine Priorität 1, 2 oder 3, je nachdem, wie schwerwiegend die Nichterfüllung des Kontrollpunktes für Menschen mit Einschränkungen ist.

Für eine barrierefreie Seite müssen mindestens Priorität 1 und 2 erfüllt sein.

Die wichtigsten Punkte für Barrierefreiheit auf einen Blick:

  • 1. Äquivalente Alternativen zu Audio- oder visuellem Material
  • 2. Keine Kodierung von Informationen allein über Farbe
  • 3. Auszeichnungen und Style Sheet-Angaben
  • 4. Verdeutlichung der verwendeten Sprachfassung
  • 5. Keine Verwendung von Tabellen zur Layoutgestaltung
  • 6. Alternativen für ältere oder andere Browsertypen anbieten
  • 7. Kontrolle des Anwenders über zeitabhängigen Inhalt
  • 8. Der Zugang zu eingebetteten Benutzerschnittstellen ist sicherzustellen
  • 9. Das Webdesign muss eingabegerätunabhängig sein
  • 10. Einsatz von Interimslösungen
  • 11. Einsatz von W3C Technologien und Richtlinien
  • 12. Informationen zum Kontext und zur Orientierung
  • 13. Klare Navigationsstrategien
  • 14. Einfachheit und Klarheit von Webseiten

 

Die Erfüllung der Prioritäten wird zusätzlich mit entsprechenden Konformitätsstufen ergänzt:

  • Konformitätsstufe A: Bei Erfüllung aller Checkpunkte der Priorität 1
  • Konformitätsstufe AA: Bei Erfüllung aller Checkpunkte der Priorität 1 und 2
  • Konformitätsstufe AAA: Bei Erfüllung aller 66 Checkpunkte
Barrierefreiheit: Accessibility Farbprüfung

Ein weiteres Kriterium für die Barrierefreiheit ist die Farbgebung und der Schriftgrad einer Oberfläche.

Vielen Menschen leiden unter eingeschränkter Sehfähigkeit. Mit der Accessibility Farbprüfung wird die Seite auf Leuchtkraft, sowie Farb- und Helligkeitskontraste geprüft.

Zusätzlich wird softwaretechnisch die Ansicht der Seite aus dem Blickwinkel der Anwender mit Sehhandicap simuliert.

Barrierefreiheit: Links

Ich habe zum Thema Barrierefreiheit eine Linksammlung auf meiner Internetseite zusammengestellt. Mit diesen kleinen Onlinetools kann schon einiges erreicht werden, um das eigene Projekt zu optimieren.


Target Grafix

Target Grafix ist ein „Full-Service-Netzwerk“, das im Jahr 2002 von Kerstin Schubert gegründet wurde.

Die Arbeiten konzentrieren sich auf Usability, Print- und Onlinemedien.

Dabei richtet Target Grafix den Blick auf Analyse, Konzeption, Beratung, Design und Evaluation.

Du hast Interesse einen Gastartikel hier auf “Selbständig im Netz” zu veröffentlichen? Dann einfach eine eMail mit kurzer Vorstellung und Artikelideen an autor@selbstaendig-im-netz.de senden.


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Kommentare

  1. Benni meint

    Der Informationsgehalt hält sich in Grenzen. Sorry, abe diese 14 Punkte stehen 1zu1 auf der zuvor verlinkten Seite: http://www.w3.org/TR/WCAG10/

    Übersetzt .. jo, aber das kann jetzt kein Grund sein, warum man mit dieser 14-Punkte-Liste den Artikel künstlich aufbläht.
    Ich bin ja gerne kritisch und schreibe nicht zu jedem Artikel “super Text!”, nur um etwas geschrieben und einen Link auf meine eigene Homepage zu erhalten (hab ihn extra dieses Mal nicht reingepackt, um Diskussionen vorzubeugen!) und hier muss ich es leider sein.

    Das Thema hat immenses Potential und ist es eigentlich nicht wert mit so einem kurzen 0815-Text, der auch auf einer Skriptkiddie-Codingseite hätte veröffentlicht werden können, abgespeist zu werden.

    @Kerstin: (ich sieze in Blogs nicht!)
    Nimms nicht persönlich, sondern als konstruktive Kritik.

    Da ich das hier lese

    Der Blog “Selbständig im Netz” ist unter der Internetadresse http://www.selbstaendig-im-netz.de zu erreichen und wird nun auch das Thema “Informationsdesign” den Lesern ein wenig näher bringen. In regelmäßigen Abständen wird Target Grafix dazu Artikel veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an den Diskussionen.

    muss ich leider zu bedenken geben, dass Artikel dieses Niveaus nicht auf SiN gehören! Der Blog hat Besseres verdient!

  2. meint

    Danke für die Infos und Linktipps.

    Falls jemand die Tools “A-Prompt” und “Farbkontrast-Analyzer” sucht:
    http://www.wob11.de/programme.html

    Wie sieht es eigentlich mit Links aus, die in einem neuen Tab geöffnet werden? Ich nutze z.B. immer bei externen Links target=”_blank” und ich find’s auch gut, wenn es andere Websites nutzen. Ich hab generell nicht so viele Tabs offen – von daher stört es mich nicht.

    Eher im Gegenteil – wenn ich mehreren Links in einem Tab folge, will ich nicht immer wieder mehrmals den Zurück-Button im Browser klicken, bis ich zur ursprünglichen Seite gelange. Schon gar nicht, wenn es auf einer der besuchten Seiten eine Weiterleitung gibt.

    Links in neuen Tabs scheint aber doch einige zu stören. Was ist allgemein sinnvoller?

  3. meint

    @ Benni
    Ich weiß doch, dass du eher der kritische bist. :grin: Das ist aber auch Okay. So lange es konstruktive Kritik ist, bin ich auch dafür sehr dankbar.

    Dieser Artikel ist nur als Einstieg in die Materie gedacht und deshalb geht er auch nicht so sehr in die Tiefe. Die Autorin wird hier noch einige Artikel schreiben und da sind dann auch welche dabei, die tiefer gehen bzw. einen praktischeren Ansatz haben.

    Und es gibt sicher Selbständige und Unternehmer, die zum ersten mal etwas von Barrierefreiheit hören. Schließlich ist dieser Blog auch nicht in erster Linie für Webdesigner gedacht.

    Danke für die Kritik.

    @ Maik
    Ich erstelle zwar auch Websites, bin aber nicht der Ultra-Barrierefreiheit-Verfechter.

    Ich achte schon darauf, dass eine Website keine zu großen technischen Hürden aufbaut und für möglichst alle nutzbar ist. Was die target=”_blank” angeht, so mögen es manche und andere eben nicht. Ich bin auch ein Tab-Fetischist, was meinen Firefox immer mal wieder zum abstürzen bringt.

    Ich nutze es, weil ich so verhindern möchte, dass jemand, der auf einen externen Link klickt, meinen Blog verlässt. Da bin ich ganz ehrlich.

  4. meint

    “Ich nutze es, weil ich so verhindern möchte, dass jemand, der auf einen externen Link klickt, meinen Blog verlässt. Da bin ich ganz ehrlich.”

    Ja das ist bei mir auch der Fall. Die Frage bezog sich natürlich auf die Leser/Besucher, denn ich hab schon oft gelesen, dass es viele Besucher einfach nur stört. Man kann das aber soweit ich weiß auch in den Browser-Konfigurationen einstellen (z.B. in Firefox mit about:config)

    Danke für die Antwort.

  5. meint

    Na gut, kein normaler Mensch nimmt Einstellung in der about:config vor. Das machen nur Nerds. ;-)

    Aber ich hatte auch schon User, die sich beschwert haben, dass kein target=”_blank” in den Links drin ist. Man kann es eben nicht allen recht machen.

  6. meint

    Hallo Benni,
    danke für dein ehrliches Wort. Wenn die Kritik stimmt, habe ich kein Problem damit :-) Nur was haben Leser davon, wenn ich sie gleich mit allem zutexte, was nur geht und am Ende verstehen sie nur Bahnhof? Für mich ist es erstmal wichtig, darauf hinzuweisen, dass es sowas gibt und grundsätzlich zu sagen, um was es geht. Ich finde das Thema auch superspannend und deswegen werde ich mit Sicherheit nicht bei der angekratzten Oberfläche bleiben. Aber das hat ja Peer schon erwähnt. :razz:

  7. meint

    Moin,
    ich verstehe die Argumentation schon. Also Informationen in Häppchen portioniert bereitstellen, um nicht zu viele Bahnhofsschilder zu erzeugen.

    Ich greife die Argumentation dann mal auf und fordere :shock: eine Artikelserie zu diesem Thema. Hat Peer doch oft genug geraten sich mit solchen Artikelserien mehr Zulauf zu ergattern. Das Thema wäre doch optimal für eine solche Serie geeignet? Natürlich nur, wenn der Bezug auf die Selbständigkeit nicht zu kurz kommt .. logisch.

    Wie gesagt, das ist keine Bitte .. sondern eine völlig hemmungslose und unverschämte Forderung. :mrgreen:

  8. meint

    Benni: Ich bin an der Serie dran ;-) Also schön mitlesen. Und nun Schreibhefte raus, stillsitzen, Diktat :grin:

    Maik: Ich finde ein _blank-Link sinnvoller, weil so gewährleistet ist, dass jederzeit zurück zur Ursprungsseite gefunden werden kann. In meinen Augen ist der _blank wegen den ganzen Popup-Dingern in Verruf gekommen, wobei das eine für mich mit dem anderen nichts zu tun hat. Ich persönlich setze Links, die auf der eigenen Seite verweisen, immer _top und Links auf andere Seiten _blank. Dann ist das inhaltlich auch sauber getrennt und man macht auch optisch deutlicher, dass auf einer neuen Seite navigiert wird.

  9. meint

    Interessanter Artikel. Ich hätte es allerdings noch besser gefunden, wenn Du beispielsweise noch erklärt hättest, wie man das alles in WordPress umsetzen kann.

  10. meint

    “Ich finde ein _blank-Link sinnvoller, weil so gewährleistet ist, dass jederzeit zurück zur Ursprungsseite gefunden werden kann.”
    Sehe ich ganz anders. Meiner Ansicht nach sollte jeder User selbst entscheiden, ob er eine Seite in einem neuen Fenster, einem neuen Tab oder im gleichen Tab aufmacht.

    Entscheidet man sich dafür den Inhalt im gleichen Browserfenster/Tab zu laden, so hat man immer noch die Möglichkeit via Browser-back-Button zum Ursprung zurückzukommen.
    Wobei mir gerade auffällt, dass das eventuell stark aus der Sicht eines internetaffinen Nutzers gesprochen ist. :???:
    Aber warum sonst sollte das target-Attribut in den strict-Varianten von HTML nicht enthalten sein, wenn nicht dem User die Möglichkeit der freien Wahl zu bieten?

    Hmm ..

  11. meint

    Naja, ich muss schon zugeben, dass ein _Blank-Link schon eine gewisse Bevormundung des Users ist. Man sorgt dafür, dass sich ein neues Fenster öffnet. Der User hat dabei keine Wahl

    Es stellt sich andersherum aber die Frage, ob das mit der “freien Entscheidung” in der Realität wirklich so ist.

    Wie viele Nutzer klicken einfach und sind mit der Reaktion (selber Fenster oder neues Fenster) zufrieden. Mich würde mal interessieren, wie viele User wirklich wissen, dass man mit einem Rechtsklick ein Menu aufrufen kann (mit der Option “In neuem Tab öffnen”) oder durch das Drücken der Steuerungstaste dasselbe erreicht.

    Dies ist kein einfaches Thema. Allerdings sehe ich auch kein Verbrechen darin, externe Links in einem neuen Fenster zu öffnen. Interne Links werden dagegen im selben Fenster geöffnet.

    Was denkt ihr darüber?

  12. meint

    Ich hatte es mal bei einer Usability-Studie mit weniger erfahrenen Internetnutzern zu tun und die waren wirklich sehr dankbar, dass sich die neue Seite in einem neuen Fenster geöffnet hat. Die Zurück-Funktion im Browser kannten sie gar nicht und andre fanden es lästig, zig mal klicken zu müssen, weil sie auf der neuen Seite weiternavigiert haben…

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