Alles neu macht der September, könnte man meinen.
Zumindest die Social News Site Hype.Yeebase.de hat nicht nur einen neuen Anstrich bekommen, sondern auch gleich mal einen neuen Namen samt neuer Domain.
Warum wurde die doch recht erfolgreiche Social News Site umbenannt und was sind die Vor- und Nachteile dieser Aktion?
Gewachsenes Chaos
Yeebase.com ist die Unternehmens-Website der Firma “yeebase media”. Dies ist die Firma hinter dem t3n Magazin, der Social News Site Hype und diversen anderen Angeboten.
2005 wurde “yeebase media solutions” gegründet. Nach und nach stelle sich heraus, dass man gar keine “solutions” anbietet und man strich diesen Teil.
“yeebase media” konzentrierte sich ab sofort auch eigene Projekte und dazu gehörten das Entwickler-Magazin t3n und auch die Social News Site “Hype”.
Mit der Zeit ist auch die Domain-Benennung mitgewachsen. So entstanden Domains wie t3n.yeebase.com und hype.yeebase.com. Aber auch Domains in der Form “t3n.yeebase.com/magazin” oder “yeebase.com/shop” sind dazu gekommen. Alles in allem eine nachvollziehbare Entwicklung, die in den Jahren aber auch etwas unübersichtlich geworden ist.
Hinzu kam die Tatsache, dass mache Projekte einfach zu groß geworden sind und eine Subdomain, wie etwa t3n.yeebase.com einfach nicht mehr angemessen ist.
Also hat man sich nun hingesetzt und überlegt, wie man sich in Zukunft nennen möchte Hier scheint man sich allerdings zu sehr auf sich selber konzentriert zu haben. Zumindest die Aussagen in t3n-Artikeln lesen sich so, als hat man allein auf die eigenen Wünsche und Ziele Rücksicht genommen.
Natürlich ist so ein Rebranding eine wichtige Entscheidung über die eigene Zukunft. Man sollte aber auch genau hinschauen was aktuelle und potentielle Kunden/Leser sich wünschen und was diese brauchen. Aber ich denke, dass dies auch beim Rebranding von t3n mit eingeflossen ist, auch wenn man es nicht explizit erwähnt.
Gute Planung
Und genau dies ist schon mal der erste wichtige Schritt. So ein Rebranding im Web, also die Umbenennung etablierter Domains und Namen, ist eine heikle Angelegenheit und auch nicht so einfach wieder rückgängig zu machen.
Deshalb sollte man sich von der täglichen Arbeit lösen und einmal strategischere Überlegungen führen:
- Wer bin ich?
- Mit welchem Marke will ich im Markt auftreten?
- Wie will ich in ein paar Jahren wahrgenommen werden?
- Was erwartet meine Zielgruppe und welche Bedürfnisse hat diese?
- Welche Entwicklungen plane ich für die nächsten Jahre?
- usw.
Die Jungs und Mädels von yeebase sind zu dem Schluss gekommen, dass die Internet-Projekte am besten mit der Marke “t3n” zu erfassen sind. Also hat man sich entschieden in Zukunft auf diese Marke zu setzen und yeebase nur noch für die eigentliche Firmenwebsite zu verwenden.
So wird aus “t3n.yeebase.com” nun “www.t3n.de“. Und aus der Social News Site “hype.yeebase.com” wird “www.t3n.de/socialnews“.
Man geht also weg von den Subdomains und nutzt in Zukunft eine Ordner-Struktur. Ob dies nun besser als die Verwendung von Subdomains ist, sei mal dahingestellt. Beide Varianten findet man zur Genüge im Web.
Zumindest ermöglicht diese Variante einen konstanten Anfang aller URLs. “t3n.de” wird damit sehr stark betont und das war auch das Ziel dieser Veränderung.
Risiken
Natürlich sind mit so einem Rebranding auch Risiken verbunden. Schließlich ist man nicht erst seit gestern am Markt und die bisherigen Namen und Domains haben sich, trotz der nicht immer konstanten Benennung, bei sehr vielen Nutzern eingeprägt.
Ein Brand wie “hype.yeebase.com” einfach in “t3n.de/socialnews” umzubenennen und den prägenden Begriff “hype” einfach komplett wegfallen zu lassen ist eine gewagte Entscheidung. Schließlich gibt es hunderte “SocialNews” Angebote, aber nur wenige “Hype’s”.
Es wäre sicher auch möglich gewesen mit “t3n.de/hype” weiterzumachen, aber das war den Verantwortlichen wohl nicht klar genug. Das ist aber für mich persönlich auch der einzige Punkt, den ich anderes gemacht hätte.
Insgesamt ist so eine Umstellung auch aus technischer Sicht nicht so einfach. Schließlich sind die alten Domains und URLs im Web stark verlinkt und auch in Google stark indexiert. Hier muss man darauf achten, dass die alten Links möglichst auf die richtigen Seiten mit den neuen URLs weitergeleitet werden. Sonst droht erstmal ein massiver Backlink-, Ranking- und damit Traffic-Verlust.
Um die Risiken gering zu halten empfiehlt es sich in relativ kleinen Schritten vorzugehen und das hat die Crew von t3n.de auch gemacht. Man hat sich erstmal nur um die Umstellung der Domains und Links gekümmert und nur leichte Anpassungen am Layout vorgenommen. Neue Features sucht man erstmal vergebens. Das ist aber auch vollkommen in Ordnung, haben sich doch schon viele Websites beim Relaunch einfach übernommen und sind sehr fehlerhaft gestartet.
Chancen
So ein Rebranding bietet aber natürlich auch Chancen, sondern hätte man es sicher nicht gemacht.
Heterogen gewachsene Link- und Domainstrukturen können geordnet werden. Damit tritt man nicht nur kräftiger unter einer Marke auf, sondern sorgt auch für eine bessere Ausgangsbasis für das zukünftige Wachstum.
Ein Rebranding sollte auch nicht allein auf den eigenen Wünschen basieren. Dieser Schritt bietet die große Möglichkeit, die Bedürfnisse und Wünsche der Zielgruppe einfließen zu lassen.
T3n wechselte in diesem Zusammenhang auch gleich den Hoster, was sich anbietet, wenn man mit dem Gedanken eh schon mal gespielt hat.
Alles in allem liegen die Chancen einer solche Veränderung nicht unbedingt im kurzfristigen Zeitraum. Diese Aufräumaktion wird sich vor allem längerfristig auszahlen.
Die Fall t3n
T3n.de ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein solcher Relaunch gut umgesetzt werden kann. Man hat sich im ersten Schritt auf die wichtigen Dinge konzentriert und die Navigation, Domainstruktur und bestehende Fehler in Angriff genommen. Funktioniert dies alles reibungslos will man später mit neuen Features antreten.
Einfach und problemlos ist so ein Relaunch trotzdem nicht. Wenn man, so wie ich, bisher eigentlich nur den Social News Service “hype” genutzt hat, dann ist die Bezeichnung “t3n.de” schon eine starke Umgewöhnung. Auch an die neuen Voting-Buttons muss ich mich erstmal gewöhnen. Hype war bisher grün und ist nun im Einheits-Rot.
Aber dass man es bei einem solchen Schritt nicht jedem recht machen kann, ist auch nachvollziehbar.
In diesem Screencast wird das neue Layout vorgestellt und etwas zu den Änderungen und Beweggründen erzählt:
Weiter Erläuterungen zum Rebranding finden sich auch im Firmenblog.
Fazit
Ein Rebranding ist nichts, was man mal so nebenbei machen sollte. Dies will gut überlegt sein und man sollte vor allem längerfristig denken und die Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft legen.
Wer nur kurzfristig denkt und z.B. irgendwelche aktuellen “Google-Vorteile” mit einer Domain und URL-Umbenennung ausnutzen will, der wird nicht lange daran Freunde haben.
Vor allem aber sollte die eigene Zielgruppe im Fokus stehen. Wie will man in Zukunft wahrgenommen werden und wie sieht einen die Zielgruppe heute.
All das sind wichtige Entscheidungen, die jedoch hin und wieder getroffen werden müssen. Schließlich entwickelt sich gerade das Web sehr schnell weiter.
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.









Ich bin nun kein Experte, aber ich halte das Vorgehen für gelungen und vor allem auch für konsequent durchgezogen.
Dein Einwurf bzgl. des Begriffs “Hype” ist sicherlich nachzuvollziehen, wobei ich mir denken könnte, dass die Marktposition da einige Probleme mehr lösen, als schaffen kann, oder?
hallo peer!
wir hier bei yeebase haben deinen artikel gerade parallel verschlungen. total spannend mal so eine betrachtung von außen zu sehen. wie du dir sicher denken kannst war die hype-umbenennung der kritischste punkt bzw. die schwerste entscheidung. letztendlich hat der punkt “onebrand” also, die idee mittelfristig nur einen namen und eine marke pushen und bekannt machen zu wollen überwogen.
ein paar unsicherheiten gab es noch bei thema startseite. t3n.de leitet aktuell auf unsere newssite t3n.de/news um. t3n.de hat bereits einen pr7 und soll irgendwann zu einer aggregierten startseite werden. alle neuen startseiten links werden also nicht auf t3n.de/news sondern auf t3n.de zeigen.
da der redirect auf t3n.de/news aber sauber sitzt, sollte das SEO mäßig kein Problem sein. Seht Ihr das auch so?
Weiter denken wir darüber nach wieviel Sinn es macht den vielen alten t3n.yeebase.com oder auch hype.yeebase.com Backlinks nachzugehen. Sollten wir tatsächlich alle Blogger und Webmaster mit der bitte um Änderung anschreiben oder reichen perfekte Redirects und die z.b. 30 wichtige Linkänderungen?
besten gruß vom yeebase team aus hannover!
@ Benni
Sicher ist es hilfreich, wenn man es kommunizieren kann. Aber die Social News Sites sind ja nicht gerade am Boomen in Deutschland, zumindest im Vergleich mit den USA. Bei Hype kann man froh sein, wenn man mehr als 10 Votes bekommt.
Aber insgesamt ist es schon eine subjektive Sache von mir, dass ich “hype” lieber behalten hätte. SocialNews ist so
@ Andy
Ich denke nicht, dass es praktikabel ist, in der Blogosphäre um Linkänderungen zu bitten.
Mit 301 Redirects sollte das aber relativ problemlos funktionieren. Allerdings bin ich hier auch nicht unbedingt der absolute SEO-Spezialist. Da sollte man evtl. nochmal einen Experten konsultieren und die genauen Umstände besprechen.
Das Hype auf die neue Domain t3n.de umgezogen ist bietet aus SEO Sicht doch einige Nachteile.
Doch auch der Schritt auf die t3n.de Domain ist meiner Meinung nach nicht der richtige. Schon damals hat mich gestört, dass hype nicht ein eigenständiges Portal ist, das nicht mit anderen Portalen gekoppelt ist. Dies ist jetzt mit t3n.de nicht anders geworden.
Trotzdem ist es ein sehr gutes Social News Projekt, dass in Deutschland noch mehr Unterstützung finden sollte. Aber wir wissen ja, Social News ist in Deutschland leider immer noch ein totes Geschäft.
@Sebastian: “Aber wir wissen ja, Social News ist in Deutschland leider immer noch ein totes Geschäft.”
-> Genau so ist es, und ich glaube mittlerweile, dass sich Social News in Deutschland auch nicht mehr etablieren wird. Ich denke der Social News Trend wird an uns vorüberziehen, ohne dass wir ihn – bspw. ggü. den USA – jemals richtig genutzt haben.
Zum Hype / T3N / SocialNews Rebranding: Ich persönlich hätte – wenn ich nicht zufällig den Artikel von Peer gelesen hätte – nichts von der Umfirmierung mitbekommen, und hätte mir höchstens in ein paar Wochen gedacht: “Socialnews? Aha, schon wieder ein NEUER Anbieter”.
Von daher gehört meiner Meinung nach zum Rebranding auch die Überlegung, wie ich die Tatsache der Markenänderung möglichst schnell durch alle Informationskanäle jage. Sei es dass ich 50 Blogger beauftrage, über das Theme zu berichten, die Thematik mit einem Link- oder Tweetbait kopple, oder ein entsprechendes Rebranding-Gewinnspiel ausschreibe.
Schöne Grüße,
Sascha