1.278 Artikel     20.317 Kommentare
«
»


Google Ad Exchange – Die Banner-Marktplatz Revolution?
22. September 2009 - 15 Kommentare - Peer Wandiger

Posten

Google AdWords/AdSense ist der mit Abstand am besten funktionierende Marktplatz für Textanzeigen.

Dort können Unternehmen Textanzeigen einstellen und mit Geboten steuern, wie oft und wo die Anzeigen angezeigt werden. Auch die Abrechnung erfolgt nach dem Auktionsprinzip.

Publisher, also Website-Besitzer und Blogger, können sehr einfach Geld mit AdSense verdienen.

Und dieses Grundprinzip will Google nun auch im Bereich der Display-Werbung im Web, also bei Bannern und Co. einführen.

Ich werfe einen Blick auf Google Ad Exchange, welches demnächst für alle Nutzer verfügbar sein soll.

Marktplatz für Banner

Während bei AdWords/AdSense der Schwerpunkt auf Textanzeigen liegt, will Google mit “Ad Exchange” (die Technik stammt von DoubleClick, welches Google 2007 für mehr als 3 Milliarden Doller gekauft hat) den Bannermarkt aufrollen.

Das ist aus Werber-Sicht auch keine schlechte Idee. Denn allein auf dem deutschen Markt gibt es eine fast unüberschaubare Zahl an Display-Vermarktern. Bekanntere sind sicher AdScale, AdJug, AdShopping und wie sie alle heißen.

Das Problem liegt bei so einer riesigen Anzahl kleiner Anbieter vor allem darin, dass nicht die notwendige Masse an Werbekunden und Publishern zusammen kommt. Welches Unternehmen, dass Werbung schalten will, meldet sich schon bei Dutzenden Display-Vermarktern an?

Da ist das Prinzip von AdWords natürlich viel interessanter für werbetreibende Unternehmen. Ein Anbieter, der eine leicht bedienbare und vollautomatische Oberfläche bereitstellt, in der ich in Minuten eine neue Kampagne starten kann. Und nicht nur das.

Es gibt auch sehr gute Optimierungs-Funktionen und Statistiken, die es sowohl kleinen Firmen ermöglichen schnell und effektiv Textanzeigen zu platzieren, aber auch professionelleren Nutzern viele Profi-Funktionen bietet.

Das folgende Video erläutert die Funktionsweise von “Ad Exchange”.

Vorteile für den Publisher

Für den Publisher würde Google Ad Exchange auch große Vorteile bieten. Er muss sich nicht mehr bei einem Dutzend Banner-Marktplätzen anmelden, die jeweils sowieso nicht voll ausgelastet sind.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Ich habe mich bei einige Banner-Marktplätzen angemeldet und es kam auch immer mal wieder eine Kampagne. Aber insgesamt war die Auslastung sehr schlecht und um zwischen den verschiedenen Anbietern zu wechseln, muss man jedes mal einen anderen Code in den eigenen Blog einbauen.

Würde es nun stattdessen ein AdSense-artiges Modell geben, bei dem ich nur einmal einen Code einbaue, dann wäre das eine super Sache. Von der wahrscheinlich viel besseren Auslastung gar nicht zu reden.

Erstellung einer Anzeige

Textanzeigen in AdWords sind sehr einfach zu erstellen. Dafür braucht man keine Zusatzsoftware oder spezielle Kenntnisse (auch wenn sehr gute Textanzeigen auch ein gewisses Know How benötigen).

Bei Werbebannern sieht das schon anders aus. Normalerweise benötigt man ein Grafikprogramm und entsprechende Kenntnisse.

Doch Google wäre nicht Google, wenn es dieses Problem nicht erkannt hätte. Und so hat man vor einer Weile den “Display Ad Builder” gelauncht. Dabei handelt es sich um ein Online-Tool, mit dem man einfach und bequem Banner gestalten kann. Inkl. Upload von Bildern oder Logos.

Hier ein Video, welches die Arbeit mit dem “Display Ad Builder” zeigt.

Dieses Tool wird sehr wichtig für den Erfolg von Ad Exchange sein, da ansonsten viele kleine Werbetreibende sicher nicht mitmachen würden, wenn sie vorher erst wieder einen Grafiker beauftragen müssten ein Banner zu erstellen.

Ersatz für Direktvermarktung?

Ich verkaufe auf meinem Blog keine Textanzeigen, sondern überlasse dies komplett AdSense.

Daher wird es interessant, ob ähnliches dann auch für die Bannerwerbung gelten wird. Ich sehe da einige Vor- aber auch Nachteile.

Positiv wäre sicher, dass man sich um nichts mehr kümmern muss. Man definiert die Werbeplätze, baut den jeweiligen Code ein und um den Rest kümmert sich Google. Ich müsste nicht mehr regelmäßig Rechnungen schreiben, manchen Beträgen hinterherlaufen und auch nicht immer wieder nachfragen, ob ein Werbekunde die Schaltung verlängern möchte usw..

“Ad Exchange” hätte auch den Vorteil, dass man nicht selber den Kontakt zu Werbekunden aufbauen müsste. Gerade kleinere Blogs und Website scheitern ja genau daran. Sie finden einfach keine Werbekunden.

Als Nachteil empfinde ich die Tatsache, dass man sich damit natürlich deutlich mehr in die Abhängigkeit von Google begibt. Wird man da aus irgendeinem Grund rausgeschmissen, dann steht man komplett ohne Einnahmen aus Banner-Werbung da. Meine Bannervermarktung mache ich selber und da ist das Risiko sehr gering.

Zudem stellt sich die Frage, ob ich genau so viel verdienen könnte, wie ich dies aktuell mit meinen Bannerplätzen mache (rund 1.000 Euro pro Monat). Schließlich will auch Google seinen Teil abhaben.

Nicht zuletzt hat sich durch den direkten Kontakt mit Werbekunden auch schon die ein oder andere Kooperation ergeben. Dies wäre dann sicher auch nicht mehr der Fall.

Folgen für Display-Marktplätze

Für die vielen kleinen Banner-Marktplätze könnte “Ad Exchange” ein Problem sein. Viele dieser Anbieter sind eh schon nicht gerade voll ausgelastet und wenn dann noch Advertiser und Publisher zu Google abwandern, könnte dies das Ende bedeuten.

Allerdings sehe ich trotzdem noch Potential. Gerade in bestimmten Themen-Nischen und mit exklusiven Vermarktungs-Deals wäre es möglich, dass sich solche Banner-Marktplätze ihre Nische sichern.

Für Restplatz-Vermarkter mit Billigstpreisen könnte “Ad Exchange” allerdings eine große Gefahr werden. Aber da wäre ich auch nicht wirklich traurig. Wenn “Ad Exchange” halbwegs so gut wie AdSense funktioniert, haben gerade kleine Blogs und Websites endlich Einnahmen durch Bannerwerbung.

Fazit

Man mag über die erneute Machtkonzentrierung bei Google diskutieren. Ich finde Googles Vorgehensweise einfach gut und “Ad Exchange” eine sehr positive Sache, die einen sehr zersplitterte Markt endlich auch für kleinere Blogs und Websites nützlich machen könnte.

Spezialisierte Banner-Marktplätze werden überleben und so wird es insgesamt sicher keine Auslöschung der Konkurrenz, aber sicher eine Marktbereinigung geben. Aber das ist nichts schlechtes.

Was denkt ihr über "Google Ad Exchange"?

View Results

Loading ... Loading ...

Der Eintrag hat Dir gefallen?
Dann abonniere den Blog-Feed!

Diesen Artikel weiterempfehlen:
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Infopirat
  • SEOigg
  • Technorati
  • Wikio DE
  • Linkarena
  • TwitThis
Affiliate Marketing Blog
Affiliate Marketing
Werbung

Ähnliche Einträge:


Kommentare

15 Kommentare und Trackbacks zu ' Google Ad Exchange – Die Banner-Marktplatz Revolution? '

Kommentare zu 'Google Ad Exchange – Die Banner-Marktplatz Revolution?' mit RSS oder TrackBack abonnieren.

  1. 1 Joerg kommentierte am 22.09.2009 um 12:20 Uhr

    Ich denke Ad Exchange wird keine Konkurenz für die Direktvermarktung werden. Als Blogger hat man dabei allerhand Vorteile. So kommt man in Kontakt zu anderen Seitenbetreiben. Aber auch finanziell hat Direktvermarktung eindeutige Vorteile. Geld bekommt man durchweg in Vorrauszahlung und die Werbebanner werden meist gleich über mehere Monate gebucht.

    Hier finde ich die bisherigen Display-Marktplätze fast aufwendiger da man fast ständig etwas moderieren muss und es kann dauern an die Auszahlungsschwelle zu kommen. Liegt aber auch daran, dass dort von mir eben nur die Reste landen die bei der Direktvermarktung liegen geblieben sind. Diese werden stark drunter leiden.

    Ich finds aber generell es macht auch grade den Charm von Blogs aus die direktvermarkten, dass man hier eben nicht die Banner sieht die man schon überall hat, sondern auch grade Werbung von Seiten die man sonst nie gefunden hätte weil sie selber noch nen kleines Projekt sind und grade dabei sind zu starten.

  2. 2 Daniel kommentierte am 22.09.2009 um 12:31 Uhr

    Bekommt der Advertiser (Werbekunde) mit Ad Exchange dann auch Werbeplatz auf relevanten YouTube-Videos (und/oder Orkut)?

    Ich versuch mich nämlich auch grad selbst mit Direktvermarktung, habe momentan jedoch noch NULL Kunden. Vielleicht kannst du (Peer) noch ein Wörtchen darüber verlieren, wie du zu Werbekunden kommst bzw. gekommen bist? Auf Anfragen warten? Themenrelevante Firmen anschreiben? Die Werbekunden anderer Blogs anschreiben? Irgendwelche Netzwerke/Dienste nutzen?

    Grüße Daniel :smile:

  3. 3 Carsten - Deutsche Filme kommentierte am 22.09.2009 um 12:46 Uhr

    Endlich mal eine gute Nachricht was die Display-Werbung angeht.

    Werden die Display-Ads dann genau so Content-Sensitiv angezeigt wie bei Adsense?
    Und soll das auch so schnell bei den deutschen Adsense-Betreibern einsätzbar sein oder erstmal nur in den USA?

  4. 4 Alex kommentierte am 22.09.2009 um 12:52 Uhr

    Ob diese Entwicklung wirklich so positiv ist, weiß ich noch nicht. Prinzipiell ist eine zentralere Vermarktung sicherlich nicht das Schlechteste, aber gerade wenn der Anbieter Google heißt, ist doch die Gefahr, dass eine Art Monopolstellung entsteht nicht zu unwahrscheinlich. Und ein Monopol kann niemals die bessere Lösung sein, von daher erst einmal abwarten, wie sich alles entwickelt.

  5. 5 mil kommentierte am 22.09.2009 um 13:35 Uhr

    Interessant. Wenn das so gut funktioniert wie Adwords/Adsense wird das sicher bei vielen Webseitenbetreibern seinen Einsatz finden.

    Ich hab vor einer Woche erst angefangen, Werbung auf meiner Webseite zu schalten und nur ein einziges kleines Bannerplätzchen dafür reserviert. Dafür benutze ich ich Project Wonderful. Bringt zwar nicht viel, aber für eine Webcomic-Seite wie meine gab´s da die passendste Werbung, vor allem, wenn man nur Banner- und keine Text-Werbung auf seiner Seite haben möchte.

    Bei Adwords/Adsense hab ich schon viele Comic- und Cartoon-Textwerbung gesehen. Wenn das beim Bannerwerbesystem von Google auch so wird, wäre sogar für spezielle Webseiten/Blogs wie meine eine gute Auswahl an möglicher Werbung vorhanden. Vor allem schnell und einfach, auch wenn es weniger bringt als sich selbst Werbekunden zu angeln. Aber das ist für die meisten von uns auch wesentlich schwerer zu bewältigen ;)

  6. 6 Andre kommentierte am 22.09.2009 um 14:06 Uhr

    Peer, ich muss ganz ehrlich sagen, mir ist dieser Artikel von dir viel zu einseitig geschrieben – mir kam es fast so vor, als wurdest du bezahlt (ich kenne dich aber ja besser).

    Beim naechsten Mal wuerde ich mir wieder einen ausgewogeneren Artikel mit der Gegenueberstellung der Vor- und Nachteile wuenschen.

  7. 7 Peer Wandiger kommentierte am 22.09.2009 um 14:34 Uhr

    @ Andre
    Ich habe die Vor- und Nachteile doch aufgezählt. Bitte verzeih mir, dass ich nicht in jedem Artikel auf den Datenschutz eingehe. Das wurde schon oft genug behandelt und ist in meinen Augen eben nicht so problematisch, wie es manch anderer darstellt.

    Ich habe über Ad Exchange das geschrieben, was ich darüber denke und ich freue mich darauf.

    Ich werde mir nicht künstlich Kritikpunkte ausdenken.

  8. 8 Christian - Internetgründung.de kommentierte am 22.09.2009 um 16:33 Uhr

    Hallo Peer, ich hatte mich darüber auch schon informiert, verstehe momentan aber noch nicht ganz den Unterschied zu AdSense. Bei AdSense ist es ja auch möglich, dass man nur Bannerwerbung einblenden lässt. So wie ich es verstanden habe, soll es dann allerdings möglich sein, dass die Kunden explizit Websites auswählen können, auf denen sie werben.

    Sehe ich das richtig? Also wenn jemand auf Selbständig-im-Netz werben möchte, kann er dies über Google direkt tun und muss hier nicht nach Keywords optimieren, sondern kann entsprechende Seiten direkt auswählen. Das wäre dann wirklich ein Vorteil. Ansonsten sehe ich diese noch nicht so richtig.

  9. 9 Peer Wandiger kommentierte am 22.09.2009 um 16:51 Uhr

    Die genauen Details sind mir zumindest noch nicht bekannt. Aber es ist davon auszugehen, dass auch die konkrete Auswahl von Seiten möglich sein wird, aber das gibt es ja in ähnlicher Form auch schon bei AdSense/AdWords.

    Der größte Unterschied wird wohl darin liegen, dass Banner in der Regel nach Views verkauft werden und nicht nach Klicks. Das bedeutet schon eine andere Softwarelösung bei Google. Zudem soll es Schnittstellen geben, die es Firmen und Vermarktern erlauben, Restplätze automatisch bei Ad Exchange anzubieten.

    Ich hoffe mal, wir wissen bald mehr und dann sehen wir die Vor- und Nachteile von Ad Exchange.

  10. 10 Peter kommentierte am 23.09.2009 um 17:27 Uhr

    Scheint mir bisher kein großer Unterschied zu Adsense/Adwords zu sein. Auch dort kann ich Bannerplätze anbieten und kaufen sowie nur auf definierten Webseiten schalten lassen. Ok, der DisplayBuilder ist nett, den hat Adwords imho nicht. Ansonsten sehe ich bisher nur vorschnell viel Rauch um Nichts.

  11. 11 Peer Wandiger kommentierte am 23.09.2009 um 20:03 Uhr

    Man muss sicherlich abwarten. Allerdings erwarte ich schon, dass Google keine halben Sachen macht. Und ich bin mir auch sicher, dass es sich von AdSense/AdWords unterscheiden wird. Wie werden sehen.

  12. 12 WebWork Ansgar kommentierte am 24.09.2009 um 15:53 Uhr

    Ich könnte mir vorstellen, dass das eine gute Wahl für die Anfangsphase eines Projekts ist. Wenn man also noch nicht ausreichend direkte Kunden hat, weil das Projekt noch nicht alt genug, groß genug oder was auch immer ist, dann kann man erstmal auf GAE zurückgreifen.

    Letztlich muß aber klar sein, dass Google sich mindestens 30% Provision, wenn nicht deutlich mehr einbehalten wird…

Trackbacks

  1. t3n.de/socialnews
  2. LinkBAR: 22. Sep. 2009 | F0BAR.de
  3. Linktracking und Zielgruppentargeting «

Leider ist die Kommentarfunktion zur Zeit deaktiviert.



Kommentare zu diesem Artikel per RSS Feed verfolgen




Affiliate Marketing
Traffic Tipps Newsletter


Wer schreibt hier?
Einen schönen guten Tag!
Peer Wandiger Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.

Auf "Selbständig im Netz" findest du mehr als 1.200 Artikel über alle Aspekte des Geld verdienens im Internet. Ganz oben findest du die besten Artikel aus 3 Jahren.

Follow Me - TwitterAuf Twitter (1,267 Follower) veröffentliche ich zudem interessante Links und Infos.

Werbung
Backlinkseller - SEO

Fotodepp.de

Professionelle Suchmaschinenoptimierung - axinio Internet Marketing

PKV Vergleich

Stromhexe

Links für Selbständige im Netz

Werbung

Die letzten Kommentare
Perdita
Danke, für die tollen Links. Mir hat das Video, wie das Geld wirklich arbeitet...
12. März 2010

Mirco
Wirklich wieder super Links fürs Wochenende! Ich kann mich aber leider nicht fürs...
12. März 2010

Michael Finger
Robert, es gibt auch Blog/Webseiten die nicht über Geld in Netz schreiben...
12. März 2010

Sonikoo
Einrichtung für Geeks, genial… ich danke dir..
12. März 2010

Sonikoo
Sehr hilfreicher Artikel besonders für Neulinge, wie meine Vorredner schon...
12. März 2010

Statistiken und Networking
XING
Werde Mitglied bei XING!

View Peer Wandiger's profile on LinkedIn

meine Facebook-Seite

Bloggeramt.de
blogoscoop
Blogging Blogs - Blog Catalog Blog Directory
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
Informationen
Themen-Kategorien