Dieser Gastartikel wurde von Steffen Kessler geschrieben. Er ist Leiter für OM und Innovationsmanagement bei der FranchisePORTAL GmbH mit Sitz in Lohmar (NRW).
In Deutschland existieren rund 1.000 Franchisesysteme. Franchising gilt mittlerweile als die Vertriebsmethode der Zukunft.
Auch das World Wide Web wird von dieser Tendenz nicht verschont, im Gegenteil: Immer mehr internetbasierte Geschäftsideen werden als Lizenzangebote vertrieben und bieten angehenden Existenzgründern so die Chance zur Selbständigkeit.
Im Folgenden soll das Franchising kurz vorgestellt werden, auch hinsichtlich seiner Bedeutung für das Internet.
Vertriebsmethode des Franchising
Die Vertriebsmethode des Franchising ist nicht neu, dennoch wissen viele Menschen immer noch nicht, was damit gemeint ist. Kompliziert ist es nicht: Jemand hat eine Geschäftsidee und möchte Sie vermarkten. Nach einer Phase der Erprobung und Etablierung verkauft er dazu Lizenzen an Partner, die das Konzept vor Ort umsetzen. Sie werden zu Franchisenehmern, der Lizenzverkäufer zum Franchisegeber. Er erhält von seinen Partnern Gebühren, im Gegenzug bietet er verschiedene Unterstützungsmaßnahmen, z.B. bei Einkauf, Marketing, Finanzierung usw.
Die Franchisenehmer wiederum setzen das Konzept genauso um, wie es vom Franchisegeber konzipiert wurde. Dazu werden sie in der Regel geschult. Von dieser Einschränkung abgesehen sind sie unternehmerisch selbständig.
Vorteile des Franchising
Franchising bietet den Existenzgründern große Vorteile: Zunächst benötigen sie keine eigene Geschäftsidee. Gerade für Gründer, die in der Selbständigkeit einen Ausweg aus der Arbeitslosigkeit suchen, liegt hier eine Chance. Wer sich mit dem Franchising selbständig macht, überspringt zudem die Erprobung und Etablierung eines eigenen Konzepts.
Bei ausreichender Bekanntheit bietet die Marke, mit der die Selbständigkeit verwirklicht wird, eine große Kundenbindung vom ersten Tag an. Durch die vielfältigen Unterstützungsmaßnahmen kann sich der Gründer außerdem auf Kerntätigkeiten konzentrieren. Das unternehmerische Risiko der Selbständigkeit ist durch diese Vorteile meist deutlich geringer als bei einer „normalen“ Unternehmensgründung.
Nachteile des Franchising
Franchising hat jedoch auch Nachteile: Der Existenzgründer macht sich zwar selbständig, ist jedoch an die Vorgaben seines Franchisegebers gebunden. Dieses enge Korsett empfinden manche Franchisenehmer als belastend, und zweifellos ist Franchising nicht das Richtige für Menschen, die „sich selbst verwirklichen“ wollen. Wie streng und umfassend die Regeln des Lizenzgebers sind, hängt unterdessen sehr stark vom Unternehmen ab.
Ausdrücklich nicht als Nachteil anzusehen sind die Franchisegebühren, die vom Franchisenehmer gezahlt werden müssen. Sie sind lediglich eine Gegenleistung für die Unterstützung, die der Existenzgründer von der Systemzentrale erhält. „Kostenlose“ Franchiseangebote sind daher mit viel Vorsicht zu genießen, denn eigentlich kann es so etwas gar nicht geben.
Die goldene Regel des Franchising
Bei allen Vor- und Nachteilen gilt die goldene Regel des Franchising: Wer sich für ein bestimmtes Konzept entscheidet, sollte dieses intensiv prüfen.
- Welche Verdienstmöglichkeiten ergeben sich?
- Wie hoch und angemessen sind die Gebühren?
- Passt das Konzept zu mir?
- Welchen Arbeitsaufwand habe ich?
- Welche Erfahrungen haben andere Franchisenehmer des Systems gemacht?
Quellen zur Information gibt es zahlreiche, allein im Internet sind mehrere Portale zum Thema Existenzgründung und Selbständigkeit im Franchising zu finden, die ausführliches Wissen bereitstellen und zum Teil auch Systeme präsentieren und eine direkte Kontaktaufnahme ermöglichen.
Beispiele für Internet-Franchises
Franchiseangebote finden sich in fast jeder Branche. Bekanntestes Beispiel für ein Franchiseunternehmen ist McDonald’s, aber auch Nachhilfeinstitute, Bäckereien oder Fitnessstudios sind zahlreich vertreten. Lizenzangebote von Internet-Unternehmen sind zurzeit noch rar gesät, doch die Tendenz ist klar steigend. Drei Beispiele aus der Branche seien hier genannt:
- Zu den erfolgreichsten Angeboten in diesem Bereich zählt das Franchiseunternehmen city-map. Die Internetagentur bietet ihren Kunden die professionelle Präsenz und Vermarktung der eigenen Website, dazu zählen z.B. Homepage-Erstellung und Suchmaschinenoptimierung. Die Franchisenehmer profitieren hier von technischem Know-How und einer geballten Marketing-Kraft, die man als Einzelunternehmer wohl nie aufbringen könnte. city-map gehört darüber hinaus zu den Franchiseunternehmen mit relativ geringer Investitionssumme, die vor dem Beginn erbracht werden muss. Außerdem haben Franchisenehmer die Möglichkeit, sich nebenberuflich selbständig zu machen.
- Das Lizenzsystem freizeit-ebooks ist ein Portal, das e-books zu den Bereichen Theater, Freizeit, Wellness sowie Gastronomie anbietet. Diese „elektronischen Bücher“ werden von den Lizenznehmern für deren Region erstellt und im Internet vermarktet. Über Anzeigen, Banner und Links in der Broschüre ergeben sich die Verdienstmöglichkeiten. Auch hier liegen die Lizenzgebühren im eher niedrigen Bereich.
- Markensonnenbrillen24.de ist nur ein Beispiel für die vielen verschiedenen Online-Portal, die mit einem Franchisepartner eröffnet werden können. Das Themenspektrum ist dabei enorm breit, es reicht von Freizeitgestaltung über Erotik bis hin zu Arbeitsvermittlung oder Partnerbörse. In diesem Fall geht es um den Vertrieb von Sonnenbrillen über einen Online-Shop. Einzige Aufgabe des Lizenznehmers ist hier das Marketing, Versand und Rechnungswesen übernimmt der Lizenzgeber.
Die Vorteile der Internet-Franchises sind offensichtlich: Sie erfordern relativ geringe Anfangsinvestitionen, bieten einen schnellen Einstieg und können häufig von zu Hause aus und auch als Nebenerwerb betrieben werden, z.T. auch ohne intensive IT-Kenntnisse.
Wie bei allen Franchiseangeboten muss aber auch hier eine Ermahnung zur ausgiebigen Prüfung erfolgen, denn schwarze Schafe gibt es auch im Franchising.
Gerade bei den Internet-Systemen steht vielfach noch der Beweis für den Erfolg noch aus. Wie so oft im World Wide Web finden sich auch hier unausgegorene Ideen, die zu schnell an den Markt gebracht wurden oder eigentlich gar nicht dorthin gehören.
Insgesamt bietet das Franchising dennoch große Möglichkeiten, mit zunehmender Tendenz auch für Menschen, die sich im Internet selbständig machen wollen.

Die FranchisePORTAL GmbH ist Betreiber und Herausgeber mehrerer Portale und Publikationen zum Thema Franchising, darunter die führenden Plattformen www.franchiseportal.de und www.franchisekey.com.
Auf diesen Seiten finden Interessenten zahlreiche Franchiseangebote aus den verschiedensten Branchen sowie weitere Informationen rund um die Themen Franchising und Selbständigkeit. Herr Kessler ist außerdem Begründer des neuen Blogs www.franchise-treff.de.
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger. Ich blogge seit einigen Jahren und erstelle Websites seit Mitte der 90er.








Sehr interessanter Artikel
besonders City-Map jedoch ist die Seite voll mit Informationen die sehr die Übersicht rauben.
der Link auf http://www.franchsieportal.de ist falsch müste http://www.franchiseportal.de lauten.
da ist ein Typo drin: http://www.franchsieportal.de
Danke, danke. Ich habe es behoben.
So richtig hab ich Deine Beispiele nicht verstanden. Wo ist denn da jetzt Franchising?
Mal abgesehen davon, dass die Frage eher an den Autor des Artikels gehen sollte, kann ich dazu aus eigener Erfahrung etwas sagen. Ein Bekannter ist auch bei einem Internet-Franchising eingestiegen. In der Regel handelt es sich dann um regional ausgerichtete Websites. Man bekommt einen gewissen geografischen Bereich exklusiv und natürlich die Software etc. Da es oft regionale Internet-Websites sind, gibt es oft auch Offline-Werbematerial.
Dieser Bekannte interessiert sich zwar für das Internet und nutzt es selber auch sehr gern. Aber er wollte da nicht von Null anfangen. Er ist aber ein guter Verkäufer und Vermarkter, also ist er Franchise-Nehmer geworden und fährt damit recht gut bisher.
Meiner Ansicht nach kann das nicht wirklich klappen, denn Internet (=global) und Franchise (=lokal, da Mutterkonzern nicht in jeder Ecke präsent sein kann/will) passt einfach nicht zusammen. Wenn, dann handelt es sich eher um hypride Modelle. Zusammenfassend: ich denke das Wort “Internet” kann man aus dem Artikel streichen, für mich ist das eher ein allgemeiner Franchise-Artikel.
Danke für die ersten Anmerkungen und auch kritischen Fragen! Warum es sich hierbei um Franchise- oder Lizenzsysteme handelt, kann je nach System unterschiedlich sein. Ein Aspekt ist die von Peer angesprochene regionale Ausrichtung, die auch bei Internetseiten möglich ist. Von daher ist die Antwort im Grunde korrekt, gilt nur nicht zwingend für alle Konzepte.
Sehr häufig handelt es sich hierbei um die Preisgabe einer entsprechenden Software und/oder Nutzungserlaubnis einer bereits bestehenden Datenbank durch den Franchise- oder Lizenzgeber.
So übernimmt der Franchisegeber bei Markensonnenbrillen.24 beispielsweise den gesamten Vertrieb etc. Man muss sich also ausschließlich um die Pflege und Bekanntmachung des “Shops” kümmern, der Rest geschieht zentral.
Als anderes Beispiel sei DE.KA.WE. genannt, wo der Lizenznehmer den Zugriff auf eine große Online-Datenbank erhält und mit dieser seinen Kunden das richtige Auto anbieten kann. Ähnlich verhält es sich bei sexdatingnetzwerk, wo Erotik-Communities aufgebaut werden, die auf eine gemeinsame Datenbank zurück greifen.
Man erhält also etwas vom Franchisegeber, was man sich als “normaler” Selbständiger erst mühsam aufbauen müsste oder man bekommt Arbeit abgenommen, die zentral ablaufen.
Als kleine Anmerkung: Lizenzsysteme unterscheiden sich grob gesagt dadurch, dass die Unterstützung mit Systemhandbuch etc. nicht so umfangreich ist, wie im Franchising (dafür ist die Gebühr i.d.R. günstiger. Außerdem kann, muss aber nicht, der Lizenznehmer seine Selbständigkeit unter dem jeweiligen Markennamen aufbauen.
Wie Steffen Kessler schreibt, steckt das Thema Franchising im Internet noch in den Kinderschuhen. Aber der Trend zu lokalen/regionalen Angeboten im Internet ist erkennbar. Und da wird auch das Thema Franchising eine Rolle spielen. Entweder als alleinstehende Website oder in Verknüpfung mit einem Offline-Geschäft.
Schöner Artikel, die Gegenüberstellung der Vor und Nachteile finde ich sehr gut. Denn da sieht man schnell ob sich ein Franchising lohnen würde oder nicht.
Sehr schöner Artikel.
Da kann man sich genau die Gedanken machen, worauf man achten sollte.
Solche Artikel lese ich bessonders gerne.
Ahja, besucht mich auch mal, auf meinem Geek-Blog: http://www.blogprog.org
Viele Grüße!
Der Artikel bringt mich auf Ideen. Danke für die Inspiration.
Sehr interessanter Artikel. Aber bin auch eher der Meinung das Franchise vorallem regional besonders gut funktioniert. So dass der Franchisenehmer vorallem Vorteile aus seinem Standort mit einbringen kann.
@Peer: Die Frage war auch an den Autor gedacht. War ein bisschen irreführend von mir formuliert
@skessler: Zur Kontrolle ob ich Dein Beispiel richtig verstanden hab: Du bekommst gegen Lizenzgebühr einen Online-Shop (was hier die ganze Zeit als Software bezeichnet wird) gestellt und kannst damit auf eine Datenbank mit Produktdaten (z.B. Sonnenbrillen) zugreifen. Dort kannst du dann Dein individuelles Produkportfolio zusammenstellen.
Hab ich das richtig verstanden?
@Softwareentwickler Ja, ich denke das Konzept ist verstanden
Der spezielle Fall von Markensonnenbrillen24 ist ein Lizenzkonzept. Hier ein Auszug aus der Systembeschreibung zum besseren Verständnis (Quelle: http://www.franchiseportal.de/virtuelle-franchise-messe/Markensonnenbrillen24-D-.htm):
“Für unsere Online-Shops gilt das Konzept des Dropshipping. Bestellwesen, Rechnungswesen und Versandwesen verbleiben bei uns, Ihre Aufgabe besteht lediglich im Marketing für Ihren Shop und in der Kundengewinnung. Für jeden Verkauf erhalten Sie eine Provision. (…) Unser Sonnenbrillenshop ist sowohl eine ideale Ergänzung zu jedem anderen Shop als auch zum alleinigen Betrieb geeignet. Als Lizenznehmer profitieren Sie von unseren modischen und preisgünstigen Angeboten – vom ersten Tag Ihrer Selbständigkeit an!”
@Joerg Es ist richtig, die Grundidee des Franchising ist die Kombination der Vorteile eines großen Konzerns (Marke, Einkaufspreise, weitreichendes Marketing etc.) und die Vorteile eines einzelnen Unternehmers (Flexibilität, Kundennähe, Lokalkenntnisse, Engagement, Kapital…). Entsprechend ist es in der Regel eine gute Möglichkeit für erfolgreiche Geschäftskonzepte zu expandieren – meist eine Region neu abdeckend.
Doch genau deshalb ist es schön, dass dieser Artikel auch auf die Möglichkeit der reinen “Online-Expansion” aufmerksam machen konnte. Ich gebe allerdings zu, dass nicht bei allen Konzepten der Unterschied zu Astores von Amazon oder ähnlichen “Bau-Dir-Deinen-Shop”-Angeboten nicht klar zu sehen ist.
klingt ja schon ziemlich verlockend. Durch diese Schulungen bekommt man ja wirklich alles wichtige mit und zumindest außerhalb des Internets sind Franchise-Nehmer in der Regel ja auch recht erfolgreich, da sie von der geballten Erfahrung des Mutter Konzerns profitieren können. Ob sich das auch auf das Internet übertragen wird, bleibt abzuwarten.
Auf jeden Fall ein richtig interessanter Artikel, da ich von dieser Möglichkeit bisher ja noch überhaupt keine Ahnung hatte.
@Florian Na sowas liest man ja gerne
Ich freue mich, dass ich neue Facetten in diesen Blog bringen konnte und durfte!
Bin gerade auf einen thematisch verwandten Artikel mit weiteren Links gestoßen: http://www.geld-online-blog.de/online-geld-verdienen/weitere-konzepte/geld-verdienen-mit-internet-franchises/