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ADZINE Ausgabe 02/2010 »


Google Website Optimizer – Conversion-Optimierung im Online Marketing
Marco - 19 Kommentare - Conversion Rate, Google, Landing Page, Online-Shops, Web Analytics, Webdesign - Ähnliche Artikel


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Der heutige Gastbeitrag wurde von Marco verfasst. Marco ist seit einem Jahr im Affiliate Marketing tätig und führt unter anderem eine Webseite zum Thema Poker Strategie für Sit and Go Turniere sowie den Blog “Der Poker Profi“.

Er berichtet in diesem Artikel, wie Du mit dem kostenlosen Tool „Google Website Optimizer“ Deinen Umsatz deutlich steigern kannst.

Wenn Du Dich schon seit mehr als sechs Monaten mit Online Werbung und Affiliate Marketing beschäftigt hast, dann ist es Dir sicher auch schon so ergangen: Irgendwann bist Du an einem Punkt angelangt, an dem Du dachtest, dass Du „alles weißt, was Du für diesen Job wissen musst“.

Du liest in einem Forum oder auf dieser Seite über die Selbständigkeit im Web und denkst Dir “Super Artikel, aber eigentlich wusste ich das meiste schon und ich hätte die letzten 30 Minuten besser produktiv einsetzen können”.

Mir erging es schon mehrmals so, doch es dauerte nicht lange, bis ich eines Besseren belehrt wurde und eine neue Erleuchtung – einen Quantensprung – erlebte. Und über einen solchen Quantensprung dreht sich mein Gastbeitrag hier auf Selbständig im Netz.

Während Du wohl selbst Google Analytics verwendest oder zumindest sicher schon davon gehört hast, besteht eine reelle Chance, dass für Dich der Begriff “Google Website Optimizer (GWO)” noch unbekannt ist. Auf deutsch nennt sich das Tool “Google Website-Optimierungstool”

Wenn dies der Fall ist, dann lies weiter und lerne was der Google Website Optimizer ist, was er Dir bringt und wie Du damit Deine Website optimieren und Deinen Umsatz steigern kannst.

Die Formel fürs Online Business

Nehmen wir kurz die Vogelperspektive ein und betrachten unser Geschäftsmodell. Webseiten, die im Bereich Online Marketing angesiedelt sind, lassen sich alle auf die einfache Formel fürs Geldverdienen Visitors x Conversion Rate x Umsatz pro Kunde = Gesamtumsatz reduzieren.

Der Umsatz steigt, wenn

  1. mehr Besucher auf die Webseite kommen
  2. wenn der Anteil an Besuchern, die etwas bestellen, steigt
  3. wenn der Bestellwert, der Umsatz pro Kunde, steigt

Wenn ich also meinen Umsatz steigern will, dann kann ich bei diesen drei Hebeln ansetzen: Entweder sorge ich

  • für mehr Traffic auf meiner Webseite,
  • für mehr Conversions oder
  • ich erhöhe die Einnahmen pro Kunde

Den dritten Punkt möchte ich hier nicht vertiefen, da er je Geschäftsmodell sehr unterschiedlich sein kann. Und zum ersten Punkt, mehr Besucher, gibt es hier auf SiN bereits genügend ausführliche Artikel.

Wenn Du die Grundprinzipien der Suchmaschinenoptimierung (SEO) bereits umgesetzt hast, dann wird es schwierig sein, mit einigen wenigen Änderungen 20% oder 50% mehr Besucher und damit mehr Umsatz zu erzielen.

Dies ist jedoch mit dem zweiten Hebel “Conversion Rate” mit dem Google Website Optimizer relativ einfach zu erreichen.

Mit dem Google Website-Optimierungstool seine Conversion-Rate um 20% und mehr steigern

Wenn Du eine neue Seite erstellst, dann solltest Du immer die Conversions im Hinterkopf haben. Aber woher weißt Du, wie Du Deine Seite aufbauen musst, damit möglichst viele Besucher die von Dir gewünschte Aktion (Bestellung, Anmeldung Newsletter etc.) ausführen?

Viele von uns Webmastern verlassen sich hier aufs Gefühl, statt statistische Tests durchzuführen. Ein kostenloses Tool, mit dem man die Conversions auf seiner Webseite mit wenig Aufwand testen kann, ist der Google Website Optimizer.

Welchen Text soll ich für den Call to Action verwenden?
Soll ich zusätzlich einen Button platzieren?
Und wenn ja, in welcher Farbe?

Mit einem multivariaten Test im Google Website Optimizer lassen sich diese Fragen leicht empirisch beantworten. Der große Vorteil eines mulitvariaten Tests ist, dass man nur mehrere Varianten spezifizieren muss und das Google Website Optimierungstools dann selbst den Erfolg dieser Varianten misst.

Mit Erfolg sind die Conversions gemeint, beispielsweise der Anteil der Besucher, die eine Bestellung ausführen oder ein eBook herunterladen. So kann man mit einem Test z.B. folgende Varianten dieser Webseite testen:

Google Website OptimizerAnklicken zum Vergrößern

Einem Besucher wird nun eine zufällige Kombination der Webseite gezeigt:
Beispielsweise mit Foto 2, Call to Action 1 und dem Button in Farbe 1.

Aufgrund des Testdesigns mit 3 Fotos, 2 CTAs und 2 Buttons sind 3 x 2 x 2 = 12 Varianten möglich.

Nachdem der Test eine Weile gelaufen ist, kann man sich die Conversion Rate bei den einzelnen Varianten grafisch darstellen lassen.

Google Website OptimierungstoolAnklicken zum Vergrößern

Ich habe hier ein Beispiel eines meiner aktuell noch laufenden Tests eingefügt.

Ziel war es, einen möglichst hohen Anteil an Besuchern von einer Seite, die gut bei Google rankt, zu einer anderen Seite mit einem Produktvergleich zu bringen.

Gegenüber der ursprünglichen Variante mit einer Conversion Rate von 23.8% hat der GWO Kombinationen ermittelt, die Conversion Rates von über 50% versprechen – eine Steigerung um mehr als 100%.

Natürlich kann man nicht mit jeder Anpassung eine Steigerung von über 100% erreichen, aber 20% oder mehr sind fast immer drin.

Die obigen erfolgreichen Varianten bestanden übrigens aus einem Artikel (ursprüngliche Version) kombiniert verschiedenen Texten am Ende des Artikels sowie mit verschiedenen Buttons.

Bei diesem Experiment waren es die Buttons, welche die starke Verbesserung erbrachten. Dies kann daran liegen, dass der Text ausführlich war. Besucher, die nur diagonal lesen, schließen die Webseite offenbar öfters, wenn ihnen keine Alternative (ein Button zum darauf klicken) angeboten wird.

Voraussetzungen für einen Test mit dem Google Website Optimizer

Jetzt bist Du sicher interessiert daran, selbst einen Test auf Deiner Webseite mit dem Google Website-Optimierungstool durchzuführen.

Dazu benötigst Du folgendes:

  1. Einen Google Account, um den GWO nutzen zu können
  2. Eine Testseite, in die Du die Varianten einbauen willst. Das kann z.B. eine klassische Adsense-Landingpage, Deine Homepage oder eine Seite mit einer hohen Absprungrate sein
  3. Eine Zielseite, die von Deiner Testseite aus aufgerufen wird. Das kann z.B. eine Seite mit dem Warenkorb, die Bestätigung des RSS-Feeds oder ein Artikel mit weiterführenden Informationen sein
  4. Varianten, die Du testen willst. Hier kannst Du Deine Kreativität voll entfalten. Denkbar sind z.B.
    • Werbetexte in unterschiedlicher Länge und Form (Absätze, Aufzählungen oder Volltext)
    • Varianten von Überschriften
    • Verschiedene Bilder (oder keine Bilder)
    • Calls to Action in unterschiedlicher Länge, Grösse, Schriftart oder Schriftfarbe
    • Buttons in verschiedenen Farben und mit verschiedenen Aufforderungen

Wichtig ist zu verstehen, wie sich die statistische Aussagekraft des Tests zusammensetzt. Die statistische Relevanz der Resultate ist umso schneller gegeben,

  • Je mehr Kunden Deine Seite besuchen
  • Je weniger Varianten Du verwendest
  • Je höher die Conversion Rate der ursprünglichen Variante ist
  • Je grösser die erwartete Verbesserung ist
  • Je grösser der Anteil der Besucher ist, die am Test teilnehmen sollen

Bei 200 Seitenzugriffen pro Tag, 6 Varianten, 30% ursprünglicher Conversion Rate, einer erhofften Verbesserung von 25% und wenn alle Besucher am Test teilnehmen, dauert es rund zwei Wochen, bis aussagekräftige Resultate bereit stehen.

Beschränke Dich deswegen am Anfang auf wenige, echte Alternativen, um möglichst rasch sichtbare Resultate zu sehen. Einen laufenden Test kannst Du nicht mehr mit neuen Varianten erweitern. Es ist jedoch möglich, unrentable Varianten zu deaktivieren und einen Anschlusstest durchzuführen.

Starte jetzt und berichte von Deinen Erfolgen

Denkst Du, dass Deine Seite noch Verbesserungspotenzial aufweist? Dann lege jetzt los und fang an, Deine Webseite zu optimieren.

Berichte uns anschließend hier auf SiN von Deinen Erfahrungen und von Deinen erzielten Quantensprüngen!

Du hast Interesse einen Gastartikel hier auf “Selbständig im Netz” zu veröffentlichen? Dann einfach eine eMail mit kurzer Vorstellung und Artikelideen an autor@selbstaendig-im-netz.de senden.


Hier findest Du weitere Informationen zu diesem Thema:

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Kommentare
19 Kommentare und Trackbacks zu 'Google Website Optimizer – Conversion-Optimierung im Online Marketing'

Kommentare zu 'Google Website Optimizer – Conversion-Optimierung im Online Marketing' mit RSS

  1. 1 Simon kommentierte am 22.06.2010 um 13:06 Uhr

    Klasse Gastartikel!

    Das Webseiten-Optimierungstool hört sich richtig gut an, momentant habe ich auf meinem Blog keine Werbung geschaltet und setze auch noch keine Affiliate-Links ein, da sich der Blog im Anfangsstadium befindet und ich meine wenigen Leser nicht abschrecken möchte. Aber wenn das Projekt etwas länger läuft werde ich das Tool auf jedenfall einmal genauer ausprobieren.

    Gruß Simon

  2. 2 Benni kommentierte am 22.06.2010 um 14:39 Uhr

    Hi,
    du musst nicht unbedingt Werbung geschaltet haben o.Ä., um das Tool zu nutzen. So kann man es ja auch einfach dazu nutzen Besucher zu relevanten Stellen zu “leiten”. Das kann eine Registrierung für ein Forum sein oder auch das Top-Tool der eigenen Webseite, welches aber nicht die Startseite ist.

    Ich hab mich damit noch nicht so wirklich befasst .. ist halt ein Motivations- und Zeitding, aber vom Prinzip her ist das Tool mächtig.

  3. 3 Tomm kommentierte am 22.06.2010 um 14:44 Uhr

    Hallo,

    ich hab mal ne Frage
    Bekommt man eigentlich nur Google Gutscheine als Neukunde oder gibts die auch für bestehende Kunden ?
    Wenn ja, wo kann man die bekommen ?
    Gruß
    Tomm

  4. 4 Blubbel kommentierte am 22.06.2010 um 15:48 Uhr

    Klasse Artikel!

    Ich bin leider erst seit einigen Wochen im Online-Marketing tätig und kann daher nicht von mir behaupten, das Gefühl, das zu Beginn umschrieben wird, zu kennen.

    Vom “GWO” habe ich aber noch nichts gehört gehabt. Gerade weil meine Website erst am Anfang steht, werde ich mich in den nächsten Tagen nochmal umfassend damit befassen. Eignet sich das Tool auf für Blogs? Ich stelle die Frage deshalb, weil dort ja immer wieder neue Inhalte ganz oben stehen…

  5. 5 David's Bettwäsche kommentierte am 22.06.2010 um 16:17 Uhr

    Hey danke für die Tipps. Allerdings möchte ich erwähnen, dass das Google optimierungstool nur dann richtig greift, wenn man ordentlichen Traffic schon hat und nicht mehr viel für neue Besucher tun muss.

  6. 6 Peer Wandiger kommentierte am 22.06.2010 um 16:59 Uhr

    @ Tomm
    AdWords Gutscheine gibt es nur für Neukunden. Schließlich will Google damit eben genau diese gewinnen.

    @ David
    Einen gewissen Traffic muss man dafür haben, das ist richtig. Allerdings geht es auch mit weniger Traffic, aber dann müssen die Tests halt länger laufen.

  7. 7 Marco kommentierte am 22.06.2010 um 19:06 Uhr

    Hallo zusammen!
    Danke fürs Lesen und für euer Feedback zum Artikel!

    @ Simon: Genau wie Benni sagt, kannst Du damit so ziemlich alles testen, es muss nicht direkt Werbung sein. Es kann auch die Aufmachung eines Banner auf Deinem Blog sein, der für ein eBook von Dir wirbt.

    @ Benni: Für Seiten, die schon länger als 6-12 Monate online sind und deren Traffic nicht mehr gross wächst, bringt die Optimierung der Page oft deutlich mehr als der Versuch, den Traffic weiter zu steigern. Aber es stimmt, man benötigt etwas Zeit. Aber das sind auch Dinge, die man zB mal Abends ausprobieren kann, statt den 37. WM-Match zu schauen ;-)

    @ Blobbel: Es bringt nichts, eine Seite zu optimieren, die keine Besucher hat. Da musst Du zuerst versuchen, Besucher zu erhalten (Content und SEO). Aber klar kannst Du den GWO auch für Deinen Blog nutzen, zB für einen vielgelesenen Artikel (der zB Direktzugriffe über Google erhält).

  8. 8 Chris kommentierte am 23.06.2010 um 00:41 Uhr

    Mal wieder ein sehr verständlicher und hilfreicher Artikel, ich kannte das GWO nur vom hören und nun werde ich es mal selber ausprobieren. Mal schauen ob ich damit klar komme und was es bringt!

  9. 9 Kostenlose Backlinks kommentierte am 23.06.2010 um 05:31 Uhr

    Man sollte sich also vor Erstellung eines multivariaten Tests genaue Gedanken darüber machen, was man wie verändern möchte. Wenn man nicht jedes Mal das Rad neu erfinden will, sollte man sich gut vorbereiten, man kann zwar immer wieder besagte Tests starten, aber das ist dann sehr zeitintensiv. Schöner Gastbeitrag, nettes Tool. Google sammelt eben gerne Daten, bald weis Google, dank der empirischen Daten, was unter welcher Konstellation (statistisch gesehen) besonders gut zieht. don´t be evil :evil:

  10. 10 Simon kommentierte am 23.06.2010 um 07:54 Uhr

    Okay, werde mich wohl zuerst auf Trafficgenerierung konzentrieren.

    Wie schneidet die kostenfreie Alternative für Split-Tests von Google genüber professioneller und kostenfpflichtiger Software wie Vertstser oder Test&Target ab?

    Angeblich fehlen bei beim GWO Funktionen wie wie multiple Conversionspunkte oder Realtime-Daten??

    Gruß Simon :cool:

  11. 11 Phil kommentierte am 23.06.2010 um 12:51 Uhr

    Ich sach immer, das Wichtigste ist testen, testen, testen.
    Auch wenn sich Google manchmal komisch verhält, bin ich immerwieder begeistert, was für Tools die uns Internet Marketern zur Verfügung stellen.
    Danke für den Artikel.

  12. 12 Petra kommentierte am 24.06.2010 um 09:06 Uhr

    Super Beitrag! Wusst vorher nichts davon. Werde es auf jeden Fall jetzt ausprobieren. Danke.

  13. 13 Benni kommentierte am 24.06.2010 um 15:04 Uhr

    Wollte an dieser Stelle noch den aktuellen Artikel des SmashingMagazine verlinken.

    The ultimate Guide to A/B testing
    http://www.smashingmagazine.com/2010/06/24/the-ultimate-guide-to-a-b-testing/

  14. 14 Markus kommentierte am 25.06.2010 um 10:32 Uhr

    Hi
    guter Artikel ;)

    @Peer könntest du mal dein print.css anlegen? Dann könnte man sich mal die guten Artikel ausdrucken und im Zug und etc. lesen ;)

  15. 15 Peer Wandiger kommentierte am 25.06.2010 um 10:46 Uhr

    @ Markus
    Das notier ich mir mal für die generelle Layout-Überarbeitung.

  16. 16 kai kommentierte am 28.06.2010 um 15:40 Uhr

    Toller Artikel wie immer von diesem Autor. Mein Kompliment!

  17. 17 Nick kommentierte am 25.08.2010 um 12:13 Uhr

    Habe von dem Tool zwar schon gehört aber bisher immer gedacht, dass es ein wahnsinns Aufwand ist damit rumzuexperimentieren. Jetzt werde ich mich wohl auch mal mit ein paar Kleinigkeiten ranwagen. Danke für diesen Artikel.

  18. 18 René kommentierte am 30.08.2010 um 20:39 Uhr

    Klasse Beitrag, was mir vor allem gefällt, daß Du die relevante Formel als Fokus gebracht hast.

    “Visitors x Conversion Rate x Umsatz pro Kunde = Gesamtumsatz”. Anhand dieser Formel kann man leicht die bestimmten Variablen bearbeiten und im Endeffekt testen, wie Du es geschrieben hast. Durch diese Konzentration aufs wesentliche fällt es leichter, den richtigen Heben zu erkennen und anzusetzen. Vielen Dank !

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