5 Gründe, wieso Geldgier Selbständige scheitern lässt

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Im heutigen Gastartikel analysiert Artur von 30tausend.de, warum es auch nach hinten los gehen kann, wenn man auf Teufel komm raus versucht Geld zu verdienen.

Selbstständig sein ist sicher kein Zuckerschlecken. Man hat ungeregelte Arbeitszeiten, weiß selten, welcher Gewinn am Ende des Monats herauskommt und muss sich um Dinge kümmern, die sonst andere Mitarbeiter erledigen würden.

Für all die Arbeit möchte man am Ende natürlich auch belohnt werden. Treibt man es mit dem Wunsch nach Geld jedoch zu weit, macht man langfristig Verlust.

Hier die Gründe wieso:

1. Man zerstört das Vertrauen der Kunden

Wer dem Kunden irgendein Produkt andrehen möchte, bloß um selbst Geld zu verdienen, setzt die Beziehung zu ihm aufs Spiel. Früher oder später kommt jeder dahinter, dass Sie nur Kasse machen wollten.

Jeder Kunde wird dieses Verhalten persönlich nehmen und Ihr Lesezeichen aus seiner Sammlung löschen. Ob man es glaubt oder nicht: Kunden können häufig Ihre wahren Absichten spüren.

Anzeichen für Geldgier können beispielsweise viel Werbung, aber wenig Inhalt oder penetrante Anfragen, aber keine kostenlosen Leistungen sein. Manch einer nutzt sogar jeden einzelnen Artikel, um explizit auf seine Produkte aufmerksam zu machen.

Auch wenn manche Leser es anfangs tolerieren, werden Sie niemals zu einem echten Fan Ihrer Marke werden.

2. Man bietet schlechte Qualität

In einem Unternehmen, welches nur Geld machen möchte, ohne dem Kunden einen echten Nutzen zu bieten, sind keine qualitativen Beiträge oder guten Produkte vorzufinden.

Die Unternehmer haben eben einfach keine Lust sich großartig anzustrengen und Abende damit zu verbringen, beispielsweise an einem E-Book zu arbeiten. Falls ein solches Unternehmen sich doch dazu überwinden kann, ist die Qualität dementsprechend miserabel.

Kunden und Leser werden merken, dass sich die Produktqualität langfristig verschlechtert. Dies führt dazu, dass Leser nur ab und zu „reinschauen“, nicht mehr kommentieren, man selbst öffentlich kritisiert wird oder kaum Stammleser hat.

3. Man ist frustriert und verärgert

Wer ein Unternehmen aus vollkommen egoistischen Gründen gestartet hat und es dann nicht schafft damit erfolgreich zu werden, wird die Frustration am eigenen Leibe spüren. Mit diesem angestauten Frust, hat man noch weniger Lust auf das ganze Projekt.

Die Produktqualität verschlechtert sich noch weiter und man entscheidet sich aus Verzweiflung vielleicht weitere, blinkende Banner in die Seitenleiste einzubauen, um vielleicht doch irgendwie die Verkaufszahlen anzukurbeln. Dadurch zerstört man die vertrauliche Bindung zu den Lesern erneut und kommt der Pleite immer näher.

4. Man zerstört seinen Ruf

Schon von Anfang an, gab es keinen wirklichen inneren Anreiz sich mit diesem Produkt und Thema zu beschäftigen, außer das Geld – und alle Kunden haben es letztendlich gemerkt. Nach mehreren recht erfolglosen Monaten, blickt man zurück und sieht die verärgerten Leserbriefe oder die Kundenrückgänge bei Google Analytics.

Auch Mitbewerber reden schlecht über Sie und Ihren Namen. Kaum jemand nimmt Sie noch ernst und Sie können nur schwer etwas dagegen tun. Natürlich kann man ein neues Projekt starten, der eigene Name ist jedoch unter Umständen vorerst ruiniert.

Wer versucht die neue Marke mit ähnlicher Geldgier aufzubauen, wird ähnliche Dinge wieder erleben.

5. Man vergeudet seine Zeit

Nach all den Strapazen, Problemen und letztendlich der Resignation, wird man zum Entschluss kommen, dass man seine Zeit vergeudet hat. Man hat sich mit einem Thema beschäftigt, dass einem nur halbwegs am Herzen lag, bloß weil man glaubte damit Gewinn machen zu können.

Die Monate der ertraglosen Arbeit sind vorbei und nüchtern schaut man auf die Dinge zurück, die man auslassen musste – für etwas, dass eigentlich keinen persönlichen Wert hatte.

Wieso hat man die Zeit nicht in eine Tätigkeit investiert, die einen wirklich interessiert?

Welche Einstellung zum Unternehmen ist hilfreich?

Eins ist klar: Wer von einem Internetunternehmen leben möchte, hat es nicht leicht. Es braucht viel Zeit, Energie und eine eiserne Disziplin. Denn der Erfolg kommt meist nur langsam.

Auch Giganten wie Google, Facebook oder Twitter haben mehrere Jahre gebraucht, um auf das jetzige Niveau zu kommen. Deshalb sollte man sich wirklich überlegen, mit welchem Thema man sich beschäftigen möchte.

Fest steht, dass dies etwas sein sollte, das einen selbst wirklich interessiert und berührt, etwas, mit dem man sich auch beschäftigt, wenn man keinen Cent damit verdient – die eigene Leidenschaft.

Über uns:

30tausend.de zeigt Wege, wie man sein Leben nach eigenen Wünschen gestaltet.

Anmerkung des Blog-Inhabers

Die eigene Einstellung zum Unternehmen oder zur eigenen Website ist tatsächlich ein wichtiger Faktor. Wer einen Blog oder eine Website zu einem profitablen Thema startet, für das er sich eigentlich gar nicht interessiert, wird irgendwann die Lust daran verlieren.

Ich sehe immer wieder Blogger, die “Geld verdienen”-Seiten aufbauen, nur um dann nach kurzer Zeit die Dinge wieder einzustampfen. Der Erfolg kam nicht über Nacht und dann verlieren sie die Motivation.

Stattdessen sollte man sich ein Thema schnappen, dass einen brennend interessiert und einen Blog oder eine Website aufbauen, die wirklich Mehrwert bietet und was besonderes ist. Dazu habe ich auch schon mal was in dem Artikel “Nicht an Geld denken, um Geld zu verdienen” geschreiben.

Und ähnliches gilt natürlich auch für Offline tätige Selbständige. Wer Spaß an seiner Arbeit hat und die Erwartungen seiner Kunden nicht nur erfüllen, sondern übererfüllen will, der wird auch Erfolg haben. Natürlich ist es immer eine Frage der Balance und man sollte auch wirtschaftlich denken und nicht alles umsonst machen.

Ein schlechtes Beispiel habe ich vor Jahren in einem griechischen Restaurant erlebt. Da waren wir häufig essen und da die Portionen groß sind, haben wir immer den Rest einpacken lassen und mitgenommen. Man muss auch sagen, dass die Preise dort nicht gerade niedrig sind.
Eines Tages war es wieder so und da wollte man von uns doch 20 Cent für die Mitnehm-Verpackung. Selbst wenn dies wirtschaftlich gerechtfertig gewesen wäre, waren die Auswirkungen katastrophal. Wir waren dann eine ganze Zeit dort nicht essen, da es einfach das gute Verhältnis zerstört hat und die Balance zwischen Service und Geld durchbrochen hat.
Mittlerweile gibt es das nicht mehr, da man wohl gemerkt hat, dass der Schaden größer ist als die zusätzlichen Einnahmen.

Fazit: Die Balance zwischen Spaß, Leidenschaft und Geld ist wichtig für den eigenen Erfolg. Online wie Offline.

Du hast Interesse einen Gastartikel hier auf “Selbständig im Netz” zu veröffentlichen? Dann einfach eine eMail mit kurzer Vorstellung und Artikelideen an autor@selbstaendig-im-netz.de senden.


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Kommentare

  1. meint

    Ein sehr interessanter Blog, der hier vorgestellt wird. Passt thematisch zum Teil sehr gut zu meinem eigenen Blog. Werde sicher in Zukunft öfter mal vorbeischauen. Danke

    Zum Thema Geldgier gibt es nicht viel hinzuzufügen. Langfristig führt das nie zum Erfolg, das ist eigentlich nichts neues.

  2. meint

    JA dem kann ich mich nur anschliessen, egal ob Offline oder Online, die Motivation selbst oder der Hauptgrund sollte nie das grosse Geldverdienen sein, wenn man auch im Internet oft mehr Verdienen kann als im realen Leben, sollte dies nie und nimmer der Hauptgrund sein etwas Online zu machen, denn sonst scheitert man früher oder später an sich selbst.
    Wichtig ist, das man etwas tut, egal was, was man dann auch mit grosser Leidenschaft, Liebe und Zuneigung macht, nur dann wird die eigene Arbeit zum Hobby und man kann glücklich und zufrieden besser und erfolgreicher sein und leben.

  3. Mathias meint

    Toller Beitrag und alle Punkte kann ich nach über 4 Jahren Selbstständigkeit nur bestätigen. Wir haben viele Gründer betreut und auch festgestellt, dass die meisten an erster Linie an sich selbst scheitern (Gier, Faulheit, Pfusch). Auch wenn man Ziele hat und schnell wachsen möchte, eine solide Grundlage gepaart mit Fleiß, Verzicht und Ausdauer sind unumgänglich. Schnell viel Geld verdienen ist keine Kunst, sich langfristig zu etablieren ist schwieriger. Und da sich schlechte Leistungen schneller herumsprechen als eine 1a-Qualität ist man schneller weg als man denkt.
    Weiterhin empfehlen wir nie zufrieden zu sein und neue Mitbewerber als Chance zu sehen, noch besser zu werden. Wenn man dies beherzigt, ist der eigene Wohlstand meistens die Konsequenz.

    Viele Grüsse

    Mathias

  4. meint

    Toller Artikel. Also ich denke, dass es schon teilweise sehr heavy ist, als Blogger hauptberuflich zu arbeiten. Man muß da wohl aufpassen, dass man sich nicht zu sehr zu Hause verkriecht.

    Kenne ja nun doch schon einige hauptberufliche Blogger und viele arbeiten da locker 12-14 Stunden pro Tag an ihrem Blog.

    Es sieht von außen hin halt immer alles schöner aus, als es dann wirklich ist. :-)

  5. meint

    Alles was man macht sollte einem selber überzeugen. Hierbei geht es nicht darum was ich vielleicht wünsche, weil ich meine damit wäre das Geld verdienen am einfachsten. Im Gegenteil auch mit vermeintlich nicht so gute Themen und Produkte kann man ein gute auskommen erzielen. Vorausgesetzt man steht selber hinter diese Sache.

  6. meint

    Besonders Grund 1 empfinde ich immer als das größte Übel. Die darin beschriebene kurzfristige Denkweise mancher Unternehmer begegnet mir in letzter Zeit leider immer häufiger.

  7. meint

    Ein schwieriges Thema. Einerseits möchte man schon, dass sich die ganze Arbeit lohnt, andererseits verliert man schnell die Lust, wenn man nur ans Geld denkt oder sogar etwas nur angefangen hat um möglichst schnell ans große Geld zu kommen.

    Aber, ich selbst habe einige Projekte erst gar nicht angefangen, weil ich davon ausging, dass es einfach zu lange dauert, bis es sich rentieren könnte. Und das obwohl mir das Thema sehr lag.

    Aber die Einschätzung der eigenen Zeit-Ressourcen und Fähigkeiten, und zwar auf die ganze Entwicklungszeit hin betrachtet, sollte auch ein nicht unwesentlicher Faktor sein.

    Deswegen habe ich es bei mir so gemacht, 1. ein von mir zu schaffendes Projekt in 2. einem recht fest definierten Zeitrahmen 3. mit dem Gedanken an zukünftige Einnahmen 4. Spaß zu haben um die Motivation langfristig aufrecht erhalten zu können.

    Gerade Punkt 4 ist natürlich eine Unbekannte, zumindest das mit dem langfristigen und kann auch von Punkt 3 irgendwann mal abhängig sein ;)

  8. meint

    Wichtiger Artikel, ich seh es immer wieder bei Leuten, die nur die Dollarzeichen im Auge haben. Genauso wichtig ist es allerdings auch umgekehrt: Menschen, die mit Herzblut an eine Sache herangehen, aber scheitern, da sie die wirtschaftliche Denke vernachlässigen. Wie immer ist also eine ausgewogene Herangehensweise wichtig.

  9. meint

    Auch wenn es mir etwas unangenehm ist, so muss ich doch
    aus eigener Erfahrung bestätigen, dass der Blick aufs Geld
    gerade am Anfang viel kaputt machen kann. Wie so oft gehört,
    gilt hier der Satz: mach es weil es dir Spass macht und nicht wegen dem
    Geld.

  10. meint

    Hallo zusammen! Vielen Dank für die netten Kommentare und euer Lob.
    Sicher muss man auch an den wirtschaftlichen Faktor denken, aber ohne die nötige Leidenschaft kann man nicht die nötige Ausdauer aufbringen, um wirklich etwas Fantastisches zu erschaffen.
    Vor allem investiert man seine Lebensqualität und Zeit in Dinge, die man eigentlich gar nicht will.

    Viele Grüße
    Artur

  11. Webmastr meint

    Wirklich sehr großartiger Beitrag, endlich bringt es mal jemand auf den Punkt ;)
    Ich kenne sehr viele Leute die nur das Geld sehen, das sie verdienen können, allerdings sehen sie nicht den Weg dahin um das besagte zu erreichen.

    Echt super Beitrag.

    Beste Grüße,
    K

  12. meint

    Bei mir war die Gefahr eines Burnouts in der Anfangszeit meines Unternehmens äußerst präsent. Man muss sich also auch in erster Zeit um seine Gesundheit sorgen und diese nicht ganz außer Acht lassen. Mir haben Kneipp Pauschalen (schwaebische-baederstrasse.de/index.shtml?kneipppauschalen) hier sehr gut weiter geholfen.

  13. meint

    Sehr guter Artikel, diesen Blog habe ich mir zum durchlesen vorgemerkt.
    Alle Punkte + viele Kommentare hier sprechen mir aus der Seele. Auch ich habe Personen so erlebt. Viele davon haben leider komplett aufgegeben.

    Meine Meinung nach sind folgende Dingen ganz wichtig um erfolgreich zu sein und es auch lange zu bleiben.

    Zeit, Geduld, Disziplin, Anstrengung, Einsatz, Ausdauer, Erfahrung, und immer Realistisch bleiben (Hochmut kommt vor dem Fall). Und was mir noch einfällt: Schuster, bleib bei deinem Leisten. Viele dieser Dinge kann man aber nur halten wenn man auch wirklich Spaß an der Sache hat.

    Danke nochmals für den interessanten Artikel.

    Grüße Rafael

  14. meint

    Es gibt aber auch Projekte die eigentlich aus purem Interesse an der Materie als Hobby-Projekt angefangen haben und mit der Zeit so “groß und stark” wurden daß die Betreiber dann auch Geld damit verdienen können. Solche Projekte finde ich persönlich sehr sympathisch.
    Wenn dieser Betreiber dann auf “dezente” Art und Weise mit der Seite Geld verdient “stört” mich das überhaupt nicht, und ich hab kein Problem die Seite immer wieder zu besuchen.
    Wenn ich allerdings z.B. auf ein Webprojekt surfe bei dem mir schon gleich erstmal Popups um die Ohren fliegen, und mir dann vielleicht noch riesige Werbebanner die von der Seite einfliegen die Sicht auf die Seite versperren, dann bin ich genau so schnell wieder verschwunden wie ich da war und ward nie wieder gesehen.
    Also kurz gesagt: Wer sich an Seiten orientiert die einem selber gefallen läuft kaum Gefahr die eigene Seite so zu bauen das sie Besucher vergrault.

  15. meint

    Schöner und informativer Artikel. Je mehr Zeit und Energie man in ein Produkt steckt, desto besser wird es in der Regel. Dennoch sollte man nicht vergessen, auch an den Vertrieb des Produkts zu denken. Es kam schon mehr als einmal vor, dass gute und auch innovative Produkte eingestampft wurden, weil die Interessenten für das jeweilige Produkt nicht erreicht wurden.

  16. meint

    Der Artikel gefällt mir!

    Ich frage mich manchmal, wie die Leute immer sofort viel Geld verdienen wollen ohne etwas zu tun. Und dann tun sie gar nichts, weil sie den Supertrick noch nicht gefunden haben. Sie scheinen nicht zu begreifen, dass man langfristig etwas tun muss, das anderen Menschen nützt.

  17. meint

    Wie immer ein schöner Artikel.
    Und stimmt auch, man sollte sich etwas Zeit für ein Projekt nehmen.
    Vielleicht auch nebenher was richtiges Arbeiten und an seinem Traum nur Abends arbeiten. So ist man auf der sicheren Seite, da man bereits nen Job hat. Und wenns mit dem Projekt klappt, schaut man weiter. ^_^
    Und vielleicht auch erstmal kleine Ziele setzen… zu sagen “ich muss ganz schnell die 3k Netto raus holen wie der und der Blog” bringts net *g*

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