Die Komfortzone der Anstellung – Wie und warum Du sie verlassen solltest

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Im heutigen Gastartikel von Sascha Ballach geht es um den Mut zum Jobwechsel und was dafür spricht und was dagegen.

Natürlich auch und besonders im Hinblick auf die Selbständigkeit. Ich selber habe viele Leute getroffen, die sich gewundert haben, warum ich damals die Selbständigkeit einem Jobangebot vorgezogen habe. Viele sehen in einer Anstellung das Nonplusultra. Und natürlich habe ich auch selbst eine Zeit darüber nachgedacht. Den heutigen Gastartikel finde ich auch deshalb gelungen.

Laut einer Gallup-Studie hat fast jeder vierte Angestellte (23 Prozent) innerlich schon gekündigt. Weitere 66 Prozent machen nur Dienst nach Vorschrift und nur 11 Prozent lieben ihren Beruf.

Da stellt sich mir die Frage, wieso bleiben 89 Prozent der Angestellten in dieser Situation, obwohl sie sie nicht glücklich macht und welche Alternativen hätten sie?

Die nahe liegende Lösung – Jobwechsel

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Thema Komfortzone. Anfang September habe ich zu diesem Thema auch mein erstes Buch* veröffentlicht.

Während meiner Arbeit mit unterschiedlichsten Menschen ist mir immer wieder aufgefallen, dass es besonders schwierig für die Meisten ist ihre Komfortzone zu erkennen und zu verlassen. Irgendwie spüren die Menschen zwar, dass sie mit der Situation, wie sie im Moment ist, nicht glücklich sind, aber sie finden keinen Weg sie zu verändern.

So habe ich viele Angestellte kennen gelernt, die schon öfter Ihren Arbeitgeber gewechselt haben, so richtig geändert hat sich aber nichts, die Unzufriedenheit blieb oder kam nach einigen Monaten zurück.

Es ist viel mehr möglich

Mal angenommen die angestellte Tätigkeit ist keine Alternative mehr, welche Alternativen gibt es dann und welche Gründe sprechen für oder gegen diese Alternativen?

Genau da liegt vermutlich einer der Gründe, warum so viele ihre Komfortzone der Anstellung nicht verlassen, denn die Möglichkeiten sind vielfältig und die Übergänge fließend. Das wird Thema eines anderen Artikels sein.

Mir geht es in diesem Artikel erstmal darum herauszufinden, welche Vor- und Nachteile es hat sich aus dem Angestelltenverhältnis zu lösen und auf welche Dinge Du dabei grundsätzlich achten solltest.

Was spricht eigentlich dafür die Komfortzone der Anstellung zu verlassen?

Du lebst vollkommen selbst bestimmt.

Das bedeutet:

  1. Du bist selbst für Dein Einkommen verantwortlich.
    Du bestimmst direkt und indirekt wie viel Du verdienst. Du triffst jede strategische Entscheidung. Du bestimmst wie viel Zeit und Aufmerksamkeit Du investieren und welchen Themen Du Dich zuwenden möchtest. Auch entscheidest Du, ob und wie Du Dich weiterbilden möchtest.
  2. Du bist für Deine Zeiteinteilung selbst verantwortlich.
    Du kannst jederzeit Urlaub machen, Dir einen oder mehrere Tage frei nehmen und Dir Deine Arbeitszeit frei einteilen. Ich lege mich zum Beispiel öfter für ein Mittagsschläfchen hin.
  3. Du kannst mehr oder weniger das machen, wozu Du Lust hast.
    Zu Selbstständigen sagt man oft selbst und ständig. Das muss und sollte aber nicht so sein. Wie schon gesagt triffst Du jede strategisch Entscheidung und kannst auch entscheiden wem Du welche Aufgaben delegierst. Es gibt in fast jedem Bereich, Menschen, die das besser können als Du. Selbst wenn Du Dich das erstmal Geld kostet. Du sparst erstens sehr viel Zeit und dadurch im Endeffekt Geld und zweitens bekommst Du meistens auch eine bessere Qualität.
  4. Du bestimmst wo Du arbeitest.
    Je nachdem für welche Tätigkeit Du Dich entscheidest bist Du mehr oder weniger Orts unabhängig. Spätestens die Rechnungen kannst Du überall schreiben.
  5. Du kannst Dich selbst verwirklichen.
    Du kannst Deine Ziele und Träume leben.

Und was spricht dagegen und wie kannst Du damit umgehen?

  1. Deine Strukturen gehen verloren.
    Du musst nicht mehr morgens aufstehen und pünktlich im Büro sein. Das hört sich erstmal gut an, aber schnell ist ein Tag, eine Woche ein Monat vorbei und Du hast nichts gemacht. Deshalb empfehle ich jedem, der sich aus dem angestellten Verhältnis löst am Besten die Struktur beizubehalten. Sich morgens ordentlich anzuziehen und pünktlich wie immer an den Schreibtisch zu setzen und zu arbeiten. Wenn das gut funktioniert kannst Du die Struktur nach und nach lockern.
  2. Deine automatische Kontakte gehen verloren.
    Durch Deine Beruf hast Du automatisch jeden Tag Kontakt zu Deinen Kollegen. Diesen Punkt solltest Du nicht vernachlässigen. Ich habe einige kennen gelernt, die voller Elan in die Selbstständigkeit gestartet sind und dann festgestellt haben, dass sie dadurch sehr viel allein sind. Manche können damit sehr gut umgehen und mögen das sogar. Andere sollten von Anfang an dafür sorgen, dass sie regelmäßig unter Menschen kommen. Ich arbeite zum Beispiel in einem Gemeinschaftsbüro wo wir regelmäßig gemeinsam kochen und zusammen essen gehen. Andere haben einen Arbeitsplatz in einem sogenannten Hub gemietet. Das ist günstiger als ein Büro und man hat auch zusätzlich Zugriff auf Meetingräume.
  3. Du weißt nicht mehr am Anfang des Monats, was Du am Ende auf dem Konto hast.
    Das ist gerade am Anfang schwer. Deswegen empfehle ich jedem, der sich in die Selbstständigkeit begibt entweder ein Polster zu haben, das mindestens ein Jahr reicht, oder die Selbstständigkeit nebenbei aufzubauen. Natürlich geht es auch anders, es erhöht allerdings den Druck sehr und führt oft zu nicht ganz so guten Entscheidungen. Wenn sich das alles eingespielt hat, dann kannst Du auch ziemlich genau abschätzen, was Du verdienen wirst. Ich empfehle Dir aber immer etwas Geld in der Hinterhand zu haben, denn manchmal kommt es anders als man glaubt.
  4. Du verdienst nichts mehr wenn Du krank oder im Urlaub bist.
    Das stimmt einerseits, andererseits auch nicht. Für den Krankheitsfall kannst Du Dich absichern, einerseits mit Krankentagegeld und andererseits indem Du Dir ein passives Einkommen generierst. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass Du auch im Urlaub Geld verdienst. Mein Buch, Seminare und andere Produkte verkaufen sich auch, wenn ich durch die Welt reise und manchmal habe ich nach der Reise mehr Geld als vorher. Schon dafür lohnt sich all der Aufwand.
  5. Du bist nicht mehr durch Arbeitslosengeld abgesichert.
    Auch dagegen könntest Du Dich versichern. Arbeitslosengeld gibt es aber auch nur eine beschränkte Zeit und dafür hast Du ja die Rücklagen. Auch Dein passives Einkommen wird nicht von heute auf morgen versiegen und selbst noch da sein, wenn Du gar nichts mehr dafür tust.
  6. Du bist nicht mehr automatisch durch eine Rente im Alter abgesichert.
    Das ist ein Punkt, bei dem Du zumindest teilweise auf eine Versicherung zurück greifen solltest. Viele sehen ihr Unternehmen als Absicherung an und sind dann überrascht, dass sich die Zeiten ändern.
    Du siehst, es gibt ein paar Gründe, die gegen eine Selbstständigkeit sprechen, aber auch genügend dafür. Für jeden Grund, der dagegen spricht gibt es aber auch eine oder mehrere einfache Lösungen. Meine Empfehlung an Dich ist es daher Dir für den Anfang einen erfahrenen Coach zu nehmen, der Dich auf Deinem Weg in die Selbstständigkeit unterstützt und Dir hilft Hindernisse zu erkennen und zu umgehen. Dann ist es ganz einfach die Komfortzone der Anstellung zu verlassen und Dich in einer größeren und schöneren Komfortzone wiederzufinden. Ich bin jetzt seit 6 Jahren selbstständig und freue mich über jeden Tag.
Der Unterschied:

Komfortzone “bewusst” verlassen mit Hilfe von Struktur
Das war aber nicht von Anfang an so. Ich habe meine Stelle als Informatiker damals gekündigt, weil ich im Mai schon keine Urlaubstage mehr übrig hatte, aber noch eine Menge Seminare und Reisen machen wollte. Den Mut dazu hat mir das Überbrückungsgeld und die Gewissheit, dass ich immer wieder einen Job finden werde, gegeben. Andererseits war das auch ein Hindernis. Ich wusste ich bin noch für über ein Jahr abgesichert und habe mich darauf ausgeruht. Zum Glück hatte ich einen Mentor, der sich meiner angenommen hat und eher beiläufig dafür gesorgt hat, dass ich die oben angesprochenen Strukturen habe. So hat er mir nahe gelegt mit ihm und seinem Assistenten gemeinsam ein Büro zu teilen. Damals habe ich noch nicht geahnt, dass das sehr wichtig für mich ist. So hatte ich weiterhin eine Struktur, die dafür gesorgt hat, dass ich gegen 9 Uhr im Büro war und bis 17 Uhr mehr oder weniger gearbeitet habe. Ich hatte so auch jeden Tag Kontakte und saß nicht einfach nur hinter dem Rechner und habe youtube Videos geschaut oder im Netz gesurft. Nach dem, was ich jetzt weiß, war das eine sehr wichtige Basis dafür, dass ich den Schritt in die Selbstständigkeit geschafft habe. Ich habe meine Komfortzone erfolgreich verlassen, auch wenn das Bewusste eher durch meinen Mentor kam.

Komfortzone unbewusst verlassen und auf Struktur verzichten
Wie es auch hätte gehen können sehe ich gerade bei einem Freund. Er hat seinen Job aufgegeben und ist nach Berlin gezogen, ohne wirklich einen Plan zu haben, wie es dann weiter geht. Erst war er hoch motiviert und wollte ganz viel machen. Genauso wie ich hat er auch staatliche Unterstützung bekommen und wusste, dass er für über ein Jahr locker abgesichert ist. Er hatte also keinerlei Druck sofort los zu legen. Erstmal stand Urlaub an, was ja auch vollkommen ok ist. Dann kam noch dies und das und die Wochen und Monate gingen ins Land. Immer wieder habe ich ihm geraten sich eine Struktur zu schaffen, denn inzwischen wusste ich, wie wichtig diese ist. Er hat nicht gehört und inzwischen verbringt er seinen Tag vor dem Computer, schaut irgendwelche Serien und trinkt im Laufe des Tages 8 Flaschen Bier. Das geht jetzt schon seit Monaten so. Was noch viel schlimmer ist, er ist in diesem Zustand mehr oder weniger gefangen und kommt da allein nicht wirklich raus. Selbst als Freund kann ich ihm da nur teilweise helfen. Die entscheidenden Schritte muss er selber machen. Er hat zwar seine Komfortzone verlassen, hat es aber nicht geschafft sich durch geeignete Strukturen wieder eine größere Komfortzone zu schaffen. Im Moment rate ich ihm sich wieder einen Job zu suchen, obwohl ihm noch eine Weile Geld zu steht, damit er erstmal wieder in eine Struktur kommt, denn eine Anstellung zwingt ihn dazu am stärksten. Und von da aus kann er dann den nächsten Anlauf wagen.

Meine Empfehlung

Überlege Dir genau wie Du Deinen Tag gestalten willst, noch bevor Du Deine gewohnten Strukturen verlässt. Schaffe Dir vorher ein Umfeld, welches dafür sorgt, dass Du diese Strukturen auch einhältst. Vielleicht mietest Du Dir mit Freunden ein Büro und besprichst mit denen auch, wann Du jeden Tag kommen und gehen möchtest. Das musst Du für Dich selber entscheiden. Sei am Anfang lieber ein bisschen zu strukturiert als zu wenig. Wir Menschen machen ganz viel aus Gewohnheit und wenn wir zum Beispiel erstmal die Gewohnheit haben die erste Hälfte des Tages zu verschlafen und die zweite surfend vor dem Computer zu verbringen, dann wird es mit jedem Tag, an dem wir diese Gewohnheit stärken auch schwerer sie wieder los zu werden. Wenn sich die Strukturen erst einmal eingespielt haben, dann kannst Du sie auch lockern und probieren wie es Dir ohne diese geht. Wie produktiv bist jetzt ohne oder mit weniger Struktur? Vielleicht gehörst Du zu den Menschen, die das alles nicht brauchen, weil sie einfach die Disziplin haben, sich hinzusetzen und zu arbeiten. Aber auch das solltest Du Dir erst beweisen. Meine Empfehlung ist, gehe lieber auf Nummer sicher, bevor Du in Gewohnheiten kommst, aus denen Du nur schwer wieder rauskommst.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von Sascha Ballach. Er ist Autor, Trainer, Coach, Blogger und Unternehmer. Informationen zu ihm und seinen Projekten kannst Du auf seinem Blog über Persönlichkeitsentwicklung und Komfortzone “Immer mehr Leben” finden.

Du hast Interesse einen Gastartikel hier auf “Selbständig im Netz” zu veröffentlichen? Dann einfach eine eMail mit kurzer Vorstellung und Artikelideen an autor@selbstaendig-im-netz.de senden.


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Kommentare

  1. meint

    Hallo,
    mir fällt auf, dass immer wieder gesagt wird, dass die eigene Verantwortung in Sachen Zeiteinteilung positiv ist. Meiner Ansicht nach ist das oftmals ein gravierendes Eigentor. Einfach, weil der Großteil der Menschen das doch gar nicht kann.
    Früher haben die Eltern die Zeit eingeteilt, dann die Schule, dann eventuell die Ausbildung/das Studium und dann der Job.
    Wieso wird es immer so dargestellt, dass das jeder einfach so machen könnte? Strukturen hin oder her. Auch im Büro kann man den ganzen Tag am Ziel vorbei arbeiten.

    Ich kenne sehr viele, die froh sind, dass sie “Dienst nach Vorschrift” machen können. Morgens hin, arbeiten, am Monatsende Geld auf dem Konto. Fertig.
    Natürlich wird die Zielgruppe, die den Artikel hier liest, eher die andere Ecke besetzen, allerdings finde ich, dass diese Aussage so nicht passend ist

    Da stellt sich mir die Frage, wieso bleiben 89 Prozent der Angestellten in dieser Situation, obwohl sie sie nicht glücklich macht und welche Alternativen hätten sie?

    Wer sagt denn, dass die genannten 66% mit dem Dienst nach Vorschrift allesamt nicht glücklich sind?

    Ich finde die Herangehensweise in diesem Artikel gut, allerdings halte ich es, nicht nur in diesem Text, für problematisch den Weg in die Selbständigkeit als “Allheilmittel” (das ist eventuell etwas überspitzt ausgedrückt) zu benennen.

    Was ich sehr interessant finden würde wäre ja mal ein Artikel/Erfahrungsbericht von einem, der es nicht geschafft hat erfolgreich selbständig zu werden.
    Von dieser Art gibt es nämlch wohl mehr als von den Erfolgreichen!

    Gruß Benni. :)

    PS:
    Der Hinweis, dass das sture Arbeiten daheim durchaus negativ sein kann find ich gut, wobei der Hinweis auf einen “Freund” mit Alkoholproblemen wohl eher konstruiert ist. Als “Freund” würde man so etwas niemals bekannt machen, auch nicht mehr oder weniger anonym.

  2. meint

    Da muss ich Benni Recht geben. Freie Zeiteinteilung ist schon toll, weil man dann mal eben zum Arzttermin verschwinden oder einen Nachmittag frei machen kann, ohne irgendwen zu fragen. Aber man muss sich schon auf den Hintern setzen. Wer jeden Tag erstmal bis 10 Uhr im Bett liegt und danach wild im Internet surft, der wird sein Pensum wohl nur noch mit Mühe schaffen.

  3. meint

    Hi,
    noch ein kleiner Nachtrag bzw. eine Frage.
    Du sprichst von einem Mentor. Wie genau muss ich mir das vorstellen? Weil so wie du es beschreibst war das ja dein großes Glück bzw. der Schubser in die richtige Richtung.

    Danke. :)

  4. Brain McFly meint

    Ein interessanter Artikel. Im Moment befinde ich mich zwischen zwei jobs und bin mehr oder weniger zufällig aus Langeweile zum bloggen gekommen. Neben dem ganzen Spaß merke ich, dass sich damit tatsächlich geld verdienen lässt und es eigentlich genau der Schuh ist, der mir passt. Aber als angestellter bin ich voller ängste, ob sich alles so verwirklichen lässt. Komfortzonen sind echt lästig. Wobei es bisher immer so war, dass das verlassen einer solchen Zone für mich immer ein Gewinn war und echte weiterentwicklung bedeutete, die nicht zuletzt auch zu einem zufriedenheitsgewinn geführt hat.

  5. meint

    Hallo,

    ehrlich gesagt will ich gar keine Negativbeispiele sehen. Warum – auch?

    Ich finde, “Selbständig im Netz” ist für solche Menschen gedacht, die an der Selbständigkeit interessiert sind. Ich möchte motiviert werden und ich möchte sehen, mit welchen Hilfsmitteln andere Erfolgreich sind, bzw. wie sie erfolgreich geworden sind.

    Gut, was noch interessant wäre, Infos zu erhalten wie man Fehlerquellen umgehen kann, Hindernisse umschifft und Probleme angeht. Also Lösungen oder Lösungsansätze für immer wieder auftretende Probleme und Fehlerquellen.

    Das es sehr viele Menschen mit der Selbständigkeit nicht schaffen ist mir schon klar. Deshalb will ich auch lieber über “Winner” etwas lesen und nicht über “Looser”.

    Wie gesagt, ich möchte lesen wie etwas funktioniert und nicht wie man verliert.

    Gruß

    Volker

  6. Blogger-Seo meint

    Hallo,

    also ich denke mal es gibt, wie überall, auch hier zwei Seiten der Medaille. Und ich bin der Meinung, man kann das nicht verallgemeinern. Ich kenne beide Seite, die der Abhängichkeit und die der Unabhängichkeit… Wenn ich darüber nachdenke, welche die Bessere wear oder ist, dann mag ich zu keinem klarem Ergebnis kommen. Es hat alles Vor- und Nachteile.

    Wenn es also um das Brötchenverdienen geht, dann sollte man vorher darüber im klaren sein, welche Seite man wählt…

  7. Oliver meint

    Hallo,

    ein gelungener Artikel wie ich finde. Volker deine Ansicht kann ich leider so nicht teilen :) Ich finde gerade Berichte vom Scheitern besonders hilfreich. Oft sind es schleichende Prozesse die nicht gravierend auffallen und in die man als Selbständiger auch mal schnell geraten kann. Wenn man dann von anderen lernen kann, die diesen Fehler gemacht, erkannt und darüber geschrieben haben, ist es für mich mehr Wert als jemand der immer erzählt das alles super läuft.

    Gruß
    Oliver

  8. webwork meint

    Ich muss Benni und Texterela zu 100% recht geben. Der Artikel ist gut – keine Frage aber trotzdem stelle ich in letzter Zeit vermehrt fest, dass die Selbständigkeit als eine Art Allheilmittel gepriesen wird. Das ist sie definitiv nicht.

    Für die Selbständigkeit muss man geboren oder erzogen worden sein. Nur die wenigsten schaffen es, sich in späteren Jahren quasi zur Selbstständigkeit zu erziehen. Ich kenne beide Seiten und muss sagen, dass mich das selbständig sein in all den Jahren mehr gebremst als gefördert hat.

    Ohne Übertreibung kann ich sagen, dass ich meinen Job gut mache. Das geht aber nur, weil ich ihn auch ausüben kann. Wenn ich an meine Jahre als Selbständiger zurückdenke, dann habe ich mehr negative Erinnerungen als positive. Das einzig positive war das Geld. Ein Umstand, der sich aber sehr schnell relativiert, wenn man erstmal bemerkt, dass überhaupt keine Zeit da ist, um es zu genießen.

    Familie, Freizeit, Hobbys – alles bleibt auf der Strecke. Dann kommen noch administrative Bereiche der Selbständigkeit hinzu. Buchhaltung, Steuern, Recht. Abgaben und Verordnungen. Immer wieder neue Richtlinien und Änderungen. Meldepflichten hier, Parkplatzabgabe an die Stadt da und gewerblicher Müll(!) dort. Darunter hat mein workflow und so manches Mal auch die Kreativität und Motivation gelitten.

    Das ist nicht meine Welt. Dafür bin ich viel zu extrem in meiner Art zu arbeiten (ganz oder gar nicht -Typ). Den Spagat zwischen der eigentlichen Arbeit, der Buchhaltung und dem Privatleben habe ich nie gemeistert, bzw. immer das Privatleben zugunsten der anderen beiden geopfert.

    Erkenntnis daraus => zumindest ich bin für die Selbständigkeit nicht geeignet. Womit wir wieder bei “man muss dafür geboren oder dazu erzogen worden sein” wären. Mittlerweile bin ich Angestellter und habe wieder ein Privatleben. Aber das beste daran ist, ich kann mich während meiner Arbeitszeit zu 100% auf meine Arbeit konzentrieren. Am Wochenende mache ich nicht die Buchhaltung, sondern widme mich meiner Familie.

    Dasselbe sagte mir neulich übrigens ein Freund, der ebenfalls viele Jahre selbständig war und nun wieder angestellt ist: “ich bin froh, dass es vorbei ist.” Und das @Volker, ist eben kein Looser. Er hat sich mit seiner Selbständigkeit sein Haus finanziert und ein nettes Polster fürs Alter geschaffen :wink:.

    Aber jeder muss selbst herausfinden, was gut für ihn ist. Der Weg dahin führt eben manchmal über Versuch und Irrtum. Pauschal die Selbständigkeit als Allein-Glückseeligmachend zu preisen halte ich jedoch für bestenfalls bedenklich.

    Das hier geschriebene zielt übrigens nicht auf den Artikel ab. Dort stehen neben den Vorteilen ja auch genügend Nachteile drin. Ich wollte das geschriebene nur schon lange mal loswerden aber auf unseren Blog passt das nicht, da wir uns nicht mit der Selbständigkeit beschäftigen. Hier hat es jetzt endlich mal Verwendung gefunden :grin:.

  9. meint

    Hallo,

    ich möchte betonen, dass ich nicht für oder gegen Selbständigkeit spreche. Ich denke auch nicht, dass die Selbständigkeit für alle erstrebenswert ist. Ganz im Gegenteil, für sehr viele Menschen ist die Festanstellung sicherlich die bessere Wahl.

    Ich finde nur, dass “Selbständig-im-Netz” für Selbständig oder eben für die Menschen, die sich Selbständig machen möchten, gedacht ist. Und da interessieren mich die schon angesprochenen Themen.

    Die Vorteile eines Angestellten interessieren mich in dem Zusammenhang überhaupt nicht.

    Schöne Grüße

    Volker

  10. meint

    Hallo,

    ich sehe es ähnlich wie Volker. Ich habe diesen Blog abonniert, weil ich ihn sehr motivierend finde.

    Ich glaube von heut auf morgen kann niemand der perfekte Selbstständige sein. Dazu wurden wir die ersten 20 Jahre unseres Lebens zu stark geführt. Ich verbinde die Selbstständigkeit zusätzlich mit einer Persönlichkeitsentwicklung. Wer versucht, diese Entwicklung zu überspringen, wird auch als Selbstständiger scheitern.

    Das Thema Struktur von Sasche finde ich sehr gut. Mir hat es keiner geizeigt und ich habe viel Lehrgeld und Zeit geopfert. Inzwischen erfreue ich mich darüber, dass ich mich mittags auch gerne mal wieder ein Stündchen auf’s Ohr legen kann. Aber dafür musste ich auch über 2 Jahre reinklotzen, lernen, strukturieren und delegieren. Nachdem ich das alles gelernt hatte, konnte ich mich endlich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren.

    Schöne Grüße
    Alexander

    PS: Wer von euch hat noch das Glück eine 38,5 Std. Woche zu schieben. Ich habe vor einiger Zeit ein interessantes Jobangebot erhalten. Habe es aber ausgeschlagen, weil die Tätigkeit in der Ausschreibung nicht in der vorgesehen Zeit möglich ist. Man kann mit einer Festanstellung auch viel Glück oder Pech haben.

  11. meint

    Theoretisch ist das ja auch alles richtig. Jedoch gibt es einen Grundsatz aus der Verhaltenstherapie: Ein Mensch ändert sich erst, wenn der Leidensdruck unerträglich geworden ist, ansonsten jede Veränderung nur kurzweilig bzw. das alte Verhaltensmuster kehrt garantiert wieder ein.

    Viele Angestellte haben zwar innerlich gekündigt. Das ist für mich jedoch kein Argument, warum sie sich ausgerechnet deshalb selbständig machen sollten. Entweder haben sie einfach den falschen Beruf, Arbeitgeber oder sind von Haus aus demotiviert. Aber was solls, wenn sie keine Anstalten machen selbst etwas zu ändern, kann diese Unzufriedenheit doch gar nicht so schlimm sein.

    Mein Tipp: Nicht jammern -> handeln!

    Gruß Mario

  12. meint

    Ein Guter Artikel !!!!!! Aber die Tipps zur Selbstständigkeit sind nicht so einfach in die Tat um zusetzten. Jeder der es mal war wird mir recht geben.Und letztlich geht es ja ums Geld verdienen damit; Und das ist am Anfang gar nicht so einfach….
    Wer einen Guten Job hat, sollte ihn niemals aufs Spiel setzen….

    Irgendwie arten die Kommentare hier auch schon von der Länge her in neue Artikel aus :???:

    @ Benni , Du scheinst hier mit Deinen Kommentaren ein Abo zu haben ….. Bin mal auf Deine Seite gesurft….Schade das sich da nichts tut….Bin auch ein Wanderfan und schreibe drüber…Also los Fang mal an. Warte auf die Rheinsteig Artikel ……Setzte dann einen Link zu Dir nach Kovelenz:lol:

    Gruß der Westerwaldblog

  13. meint

    Wen es interessiert, ich schreibe gerne mal einen Artikel über eine nicht erfolgreiche Existenzgründung, die Rückkehr zum fest Angestellten und der Versuch sich erneut selbstständig zu machen…

  14. meint

    Netter Artikel. Die meisten Leute bringen aber von haus aus nicht die Fähigkeiten für eine Selbständigkeit mit. Kontakte, Gespür für Marktlücken, Selbstdisziplin und sich auch mal mit Steuern, Buchhaltung und Formalia rumschlagen. Der Arbeitsaufwand für die Formalia wird meines Erachtens ziemlich unterschätzt und viele verdienen auch in den Anfangsjahren nicht genug, um einen Steuerberarter das machen zu lassen. Viele Leute werden selbstständig, weil sie sonst keinen andere Möglichkeit sehen, und nicht wegen einer phantastischen Geschäftsidee. Das sollte man nicht vergessen.

  15. meint

    Also ich finde den Artikel wirklich gelungen. Du schriebst klip und klar was du von beidem hältst. Meine kleine Kritik an deinem Artikel ist, dass du zu wenig auf die Risiken hinweist. Mann kann wirklich klipp und klar sagen. Man muss die ersten Jahre viel mehr arbeiten als ein Angestellter und man darf sich nie zurücklehnen. Sobald man sich zurücklehnt kann ein anderer kommen und deine ganze Arbeit kaputtmachen. Ich bin den Weg die erste Zeit parallel gegangen, also Angestellter und Selbstständiger zur gleichen Zeit. Das ist eine kleine Sicherheit für den Anfang jedoch bedeutet das auch mindestens einen 12 Stunden Tag oder mehr und das ist auf die Dauer einfach sehr anstrengend. Ich würde einfach gerne jedem den Tipp mitgeben. Überleg euch eure Idee sehr gut und besorgt euch genug Kapital ohne das werdet ihr definitiv scheitern und dann gebt Vollgas und hört nicht auf die ganzen Nörgler und Besserwisser. Wenn ich auf die gehört hätte wäre ich längst pleite. Hört euch Kritik an und bewertet diese.

  16. meint

    Ich habe nicht alle Kommentare gelesen, aber den Artikel.
    Diese Komfortzone, gab es vor nicht all zu langer Zeit für niemanden. Früher als Berufe, noch eher handwerklicher Natur waren, war jeder, wie ein kleiner Selbständiger, die zusammen in Handwerkszünften zusammen arbeiteten.
    Die Fabrikarbeit und die Industrialisierung hat uns diese “Angesteltenverhältnisse” gebracht, die früher nur Aushilfskräfte ausübten.
    Man muss sagen, dass das Angesteltenverhältnis, das Schulsystem und generell die Gesellschaft uns so ausbildet und formt, dass nicht jeder auf die Idee kommt selbständig zu werden, man lernt eher Befehle auszüben sich anzupassen und unterzuordnen. Deswegen sind viele Angestelltenjobs schon nahe an der Ausbeutung (man siehe nur in Deutschland die ganzen “Praktikanten-Jobs”.)
    Wenn ein Angestellter aus diese “Komfortzone” rauswächst und selber ideenreiche Beiträge leistet für ein Unternehmen, ist er schon mehr wert als ein “normaler” Angestelter, nur wird das selten entlohnt, oft eingebremst oder erschwert durch die Strukturen. Viele Unternehmen “züchten” sich “Nichtmitdenker” und bauen selber Systeme, dafür sparen sie eben an Personalkosten.
    Wer aufstrebend denkt, mehr will und auch mehr leisten will, (nicht mehr arbeiten, sondern in selber Zeit mehr leisten) und auch dafür entlohnt werden will, wie ein Partner, nicht wie ein Arbeitnehmer, dem kommt früher oder später die Selbständigkeit in den Sinn.
    Ich machs auch so… 0815-Job, wo ich mich relativ wenig verausgabe und dann nebenbei unselbständige Tätigkeit, wo ich mein volles Potential entfalten kann und darf, was ich im normalen Beruf gar nicht kann und auch nicht mehr will.

    Wobei man sagen muss, dass der Wechsel von einem Job auf “Stundenbasis” in die Selbständigkeit auf “Stundenbasis”, in meinen Augen kein großer Gewinn ist. Mann kann sich gerade auch im Netz, ein ziemlich “sicheres” Einkommen aufbauen, dass stätig wächst und für einen arbeitet, auch wenn man mal nicht arbeitet. Bei einer Selbständigkeit wo man pro Stunde bezahlt wird, ist das nicht möglich, da muss der Stundenlohn schon stimmen.

    Dennoch glaube ich, dass es immer mehr Selbständige geben wird, wenn in vielen Betrieben, Überstunden nicht ausbezahlt werden, sondern nur mit Zeitausgleich entgolten werden, hat man keine Möglichkeit mehr zu verdienen, als das normale Gehalt.

  17. meint

    Erschreckend, dass jeder vierte Angestellte im Kopf schon gekündigt hat. Das zeigt doch, dass in unserem Arbeitgeber/Arbeitnehmer-Verhältnis etwas nicht stimmt. Der Artikel ist sehr gut geschrieben. Die Vorteile und Nachteile werden sehr gut geschildert. Meiner Meinung nach ist der beste Weg in die Selbständigkeit, der Weg über ein Nebeneinkommen. Wenn dies hoch genug ist, die Lebenserhaltungskosten zu decken, sollte man über einen Schritt in die Selbständigkeit nachdenken. Bei Familie und evtl. Verbindlichkeiten sieht es sonst ganz übel aus.

  18. meint

    Sehr interessanter Artikel. Und wie man sieht, beschäftigen sich wirklich viele mit diesem Thema. Ich sehe das auch so, dass es solche und solche gibt. Ich denke aber, dass jeder gerne selbstständig wäre, wenn die Selbstständigkeit so einfach wäre wie man bzw. es sich viele vorstellen. Also morgens etwas tun, noch etwas telefonieren und das wars. Aber da viele wissen, dass es nicht so einfach ist, bleiben diese doch lieber in Ihrer Komfortzone (Angestelltenverhältnis).

  19. meint

    Die Freiheit des Selbständigen endet dort, wo der Kunde Zeitdruck aufbaut. Ich bin zwar mein eigener Herr, aber ich habe Aufträge angenommen, die einem Projektplan folgen, der wenn auch nicht immer Meilensteine, doch irgendwann ein Projektende definiert hat. Und dieses gilt es einzuhalten oder Abweichungen zu begründen. Bei manchen Projekten bleibt dann wenig Spielraum für Freiheit. Aber es ist wenigstens mein eigener Druck :-) Aber man sollte wirklich die Unternehmereigenschaften an sich prüfen, ob man wirklich der richtige ist für die Selbständigkeit. Obwohl manche Probleme vorher schlimmer aussehen als sie sind, und andere Probleme sich erst im täglichen Geschäft als Probleme herausstellen…also es gibt kein Patenrezept, denke ich..

  20. meint

    Die Selbständigkeit ist sicher kein Allheilmittel und auch kein Selbstläufer. Das wurde hier im Blog auch schon oft thematisiert.

    Es kann aber eine Chance sein und das oft so sicher empfundene Angestellten-Leben ist auch nicht immer so sicher.

    Der Artikel sollte zum nachdenken und zur Diskussionen anregen und das hat er ja wunderbar. :-)

  21. meint

    Hallo alle zusammen,

    schön, dass Euch mein Artikel gefällt und so schön zur Diskussion anregt.

    Ja, Selbstständigkeit ist kein Allheilmittel, andererseits gibt es einem die volle Verantwortung für das eigene Leben. Das wollen nicht alle, das ist mir auch klar. Ich habe Freunde, die in ihrem Job sehr glücklich sind und sich darüber auch keine Gedanken machen an dieser Situation etwas zu verändern und das ist gut so. Aber jeder, der sich mit dem Gedanken trägt, kann durch kleine Stellschrauben dafür sorgen mit sehr viel höherer Wahrscheinlichkeit als Selbstständiger erfolgreich zu sein.

    So, jetzt zu Euren Kommentaren:
    @ Benni: Stimmt, die Meisten haben es nie gelernt eine freie Zeiteinteilung zu haben. Auch ich hatte es nie gelernt. Aber jeder kann es lernen. Dabei hilft die von mir vorgeschlagene Struktur. Wenn man dann noch einen Coach hat, ein Erfolgsteam oder eine Mastermind-Gruppe, dann hat man auch genügend Unterstützung, um die Zeit, die man im Büro ist nicht zu vertrödeln. Da muss man sich dann nämlich für die vertrödelte Zeit rechtfertigen und vielleicht sogar Strafen zahlen, wenn man seine Wochenziele nicht erreicht hat. Das geht dann aber schon in die Richtung erfolgreiche Gewohnheiten, was mal ein extra Artikel sein kann, bzw. worüber ich in meinem Blog schon geschrieben habe.
    Was den Artikel des nicht erfolgreichen betrifft stelle ich mir die Frage, warum er es nicht geschafft hat. Ich denke es kann jeder schaffen, wenn er sich das entsprechende Umfeld gestaltet.
    Den Freund mit dem Alkoholproblem gibt es wirklich und er ist aufgewacht, hoffentlich noch rechtzeitig.
    Ja, den Mentor habe ich durch Glück gefunden, wobei das nicht stimmt. Ich habe sehr viel getan, aber nicht um ihn als Mentor zu gewinnen, sondern einfach weil ich ihn unterstützen wollte. Dass er mein Mentor geworden ist habe ich erst gemerkt, als er es schon lange war. ;-) Einen Coach oder ein Erfolgsteam kann sich aber jeder leicht suchen.

    @Oliver:
    Aus diesen “negativen” Berichten kannst Du aber nur lernen, wenn der Autor auch schreibt, wie er das verändert hat und doch noch erfolgreich geworden ist. Ansonsten bleibt es nur eine Idee, was man hätte anders machen können, aber keiner weiß ob es wirklich funktioniert hätte.

    @webwork:
    Nein, man muss nicht zur Selbstständigkeit geboren oder erzogen worden sein. Bis zu meinem 28. Lebensjahr hatte ich von all dem keine Ahnung. Ich wusste nur, dass ich es gerne sein möchte. Jeder kann es lernen.
    Was Deine Selbstständigkeit betrifft. Ich kenne auch Leute, die selbst und ständig arbeiten und bis jetzt habe ich immer festgestellt, dass das nicht nötig ist. Hast Du Dir damals einen Coach oder eine andere Unterstützung gesucht, die Dir dabei hilft mehr Zeit für Dein Privatleben zu haben? Ich stelle immer wieder fest, dass viele Selbstständige ihre Prioritäten falsch setzen. Auch ich habe Zeiten, in denen ich kaum Privatleben habe, aber das ist kein Dauerzustand und das darf er auch nie werden.
    Ich glaube Du bist für die Selbstständigkeit sehr gut geeignet, Dir fehlen nur noch ein paar Optimierungen, aber wenn Du jetzt als Angestellter glücklich bist ist auch alles gut. ;-)

    @Ulrike:
    Deiner Empfehlung einen guten Job niemals aufs Spiel zu setzen kann ich nicht zustimme. Ich war früher Informatiker, habe sehr gut verdient, konnte mir meine Zeit komplett frei einteilen, konnte von zu Hause arbeiten und mir hat es größtenteils Spass gemacht und trotzdem würde ich nie wieder zurück wollen. Jeder sollte anhand seiner Werte entscheiden, was für ihn richtig ist. Und mir waren es meine Werte wert, ein paar Jahre mit einem Bruchteil des Einkommens in meine Selbstständigkeit zu investieren.

    @Domingos:
    Stimmt, viele bringen das nicht mit, ich auch nicht. Ich hatte nie Beziehungen oder so. Das habe ich mir alles selber erarbeitet. Und das kann jeder andere auch. Ich war früher ein Aussenseiter mit wenig Freunden. Ich habe an mir gearbeitet. Dazu muss man als Selbstständiger bereit sein, an sich zu arbeiten und immer wieder Neues zu lernen.

    @Alexander:
    hm, das mit der Mehrarbeit sehe ich nicht ganz so. Ich habe mir allerdings meine Selbstständigkeit schon während meiner Berufstätigkeit angefangen aufzubauen. Viel wichtiger als die Zeit ist meiner Meinung nach, was Du in der Zeit machst. Viele Selbstständige machen ihr Ding und verrennen sich dabei oft. Deswegen empfehle ich den Coach. Der sollte genug Erfahrung haben, was wirklich wichtig ist als Selbstständiger. Denn nur weil man viel arbeitet, heißt das noch lange nicht, dass man auch daran arbeitet mit seiner Selbstständigkeit erfolgreich zu sein. Ein Beispiel: Eine Freundin von mir möchte sich als Trainerin selbstständig machen. Sie sitzt schon Ewigkeiten an einer Website und kommt nicht so richtig voran, weil sie davon keine Ahnung hat und ihr das auch keinen Spass macht. Aber sie arbeitet da wirklich viel dran. Meine Meinung dazu ist, dass das im Moment Zeitverschwendung ist. Denn eine Seite im Netz bringt ihr so gut wie nichts, weil die sowieso nicht gefunden wird. Viel besser könnte sie die Zeit nutzen, wenn sie Kontakte macht und im Direktkontakt Kunden aquiriert. Das hätte noch viele andere Vorteile, aber auch das wäre wieder ein eigener Artikel. ;-)

    @Sergiu:
    Ja, ich gebe Dir da vollkommen recht. Und ja, der wechsel in die Freelancer-Tätigkeit ist auch nicht das was ich empfehle. Zu dem Thema kann ich das Buch Rich Dad Poor Dad von Robert Kyosaki empfehlen.

    @Webworker’s Journal:
    Dein Weg ist leider auch nicht für alle möglich, denn er kostet zusätzlich Zeit, die man gerade mit Familie oft nicht hat. Zum Glück gibt es ja sowas wie Überbrückungsgeld. Was man auf alle Fälle vorher machen sollte, ist möglichst alles so zu gestalten, dass man die Zeit, die man hat auch möglichst effektiv nutzt. Meiner Meinung nach führt nichts an den von mir erwähnten Strukturen vorbei. Es gibt Menschen, die haben diese Disziplin, super, und andere, sollten dafür sorgen, dass sie gar nicht anders können als genau dieses Verhalten zu entwickeln.

    @Rafael:
    Selbstständigkeit ist eigentlich einfach, wir haben es nur nie gelernt. Ich merke schon, da gibt es viel Schulungsbedarf und ganz ehrlich, die Unternehensgründerseminare (zumindest die die ich kenne) sind da eher weniger hilfreich. Viel wichtiger als Wissen ist eine entsprechende Persönlichkeit und die kann man werden. Vielleicht mache ich mal eine Artikelserie vom Angestellten zum Selbstständigen, in der ich Schritt für Schritt erkläre wie man vorgehen sollte, um wirklich auf der sicheren Seite zu sein und welche Fallstricke es alles gibt und wie man die umschifft. Was haltet Ihr davon?

    @Frau Sevenjobs:
    Du hast jederzeit die Freiheit Aufgaben aus Deinen Projekten an andere abzugeben und Dir so wieder Freiraum zu schaffen. Außerdem setzt Du ja mit Deinen Kunden zusammen die Meilensteine und entscheidest auch, ob Du dieses Projekt mit diesem Zeitdruck machen möchtest. Grundsätzlich gebe ich lieber ab und verdiene weniger, habe dafür aber mehr Zeit. Mal davon abgesehen, kann ich so mehr Projekte bedienen, so dass im Endeffekt sogar mehr Geld hängen bleibt.

    So, ich hoffe ich habe nichts übersehen und freue mich auch eine weitere Diskussion und wünsche Euch viel Erfolg und Glück als Angestellte oder Selbstständige. ;-)

  22. meint

    Manchmal wünsche ich mir wirklich Dienst nach Vorschrift. Der Begriff “Komfortzone” trifft es ganz gut. Denn als Selbständiger hat man immer den Druck im Hinterkopf. In der Komfortzone macht man die Bürotür hinter sich zu und hat den Kopf frei (hoffe ich doch).

    Ich glaube egal welches Arbeitsverhältnis man hat, es liegt in der Natur des Menschen immer unzufrieden zu sein ;-)

  23. meint

    @Wiescho: Was hältst Du denn davon in der Selbstständigkeit auch einfach die Bürotür hinter Dir zu zu machen und den Kopf frei zu haben? Das mache ich manchmal am Wochenende oder Abends und so gut wie immer im Urlaub. Wann ich das mache entscheide ich, aber oft habe ich gar keine Lust dazu, weil mir meine Arbeit viel zu viel Spass macht und auch mein Hobby ist. ;-)

  24. meint

    @Sascha: Danke für die Buchempfehlung, ich habe es bereits bestellt und lese es gerade.
    Was ich bisher gelesen habe, habe ich aus eigenen Überlegungen bereits erkannt, bin auf den Rest im Buch gespannt. (bin da schon stolz, dass ich das ohne fremde Hilfe bereits erkannt habe^^)

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