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wichtige Änderungen für Selbständige in 2011
Peer Wandiger - 22 Kommentare - News, Recht, Selbständig - Ähnliche Artikel


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2011 rückt näher und damit auch einige Änderungen für Selbständige.

Ich bin in den letzten Wochen auf einige dieser Änderungen und Neuregelungen gestoßen und habe diese in einem Artikel für euch zusammengefasst.

Dabei handelt es sich um wichtige Änderungen, die auch viele Selbständige betreffen und von Normalsterblichen verstanden werden können. So gibt es z.B. im Detail des Steuerrechts sicher auch noch weitere kleine Änderungen, die man dann aber lieber mit seinem Steuerberatung bespricht oder man verlässt sich auf seine Steuersoftware. :-)

private Krankenversicherung

Bei der privaten Krankenversicherung ändert sich vor allem durch die Gesundheitsreform das eine oder andere.

Pflichtversicherungsgrenze
Die Pflichtversicherungsgrenze für Arbeitnehmer wird für 2011 auf 49.500 Euro leicht gesenkt. Das ist bisher einmalig, denn sonst wurde diese immer erhöht.

Das sind 4.125 Euro pro Monat. Liegt ein Arbeitnehmer über dieser Grenze, dann hat er/sie ein Wahlrecht zwischen freiwilliger Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse und dem Wechsel in die private Krankenkasse.

Mann sollte vor einem Wechsel aber unbedingt genau vergleichen.

Wechsel vereinfacht
Der Wechsel in die privaten Krankenversicherung wurde zudem erleichtert. So war es bisher notwendig, das man 3 Jahre über der Pflichtversicherungsgrenze lag, um Wechseln zu können. Nun reicht es, wenn man diesen Wert einmalig überschreitet.

Tritt man eine Stelle an, bei der das Einkommen über der Pflichtversicherungsgrenze liegt, dann kann man auch sofort in die PKV wechseln und muss nicht 1 Jahr warten.

gesetzliche Krankenversicherung

Auch bei der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es Änderungen, die freiwillig dort versicherte Selbständige betreffen.

Beitragserhöhung
So steigt der Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung auf 15,5% (vorher waren es 14,9%).

Auch wenn der Beitrag für Arbeitgeber bei 7,3% eingefroren wird (was natürlich Selbständigen mit Mitarbeitern entgegen kommt, gesamtsozialpolitisch aber zumindest fragwürdig ist) müssen freiwillig Versicherte aber natürlich die kompletten Kosten der eigenen Krankenversicherung selber tragen.

Zusatzbeiträge
Zudem fällt die 1 Prozent-Begrenzung der Zusatzbeiträge weg. So können nun auch höhere Zusatzbeiträge durch die gesetzlichen Krankenversicherungen erhoben werden.

Durch die Beitragserhöhungen der gesetzlichen Krankenkassen wird allerdings davon ausgegangen, dass nicht so hohe Zusatzbeiträge erhoben werden.

So oder so wird es aber teurer in 2011.

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freiwillige Arbeitslosenversicherung

Wie ich schon im Sommer berichtet habe, steigen die Beiträge zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung in den nächsten Jahren deutlich an. In 2011 steigt der monatliche Beitrag auf rund 38 Euro / 32 Euro (alte und neue Bundesländer) und 2012 dann auf rund 76 Euro / 64 Euro.

Damit ist die Arbeitslosenversicherung für Selbständige nicht mehr so attraktiv wie bisher. Zumal man dann 5 Jahre gebunden ist und erst dann eine reguläre Kündigung möglich sein soll. Wer drei Raten nicht zahlt fliegt zwar laut offiziellen Aussagen aus der Versicherung raus, aber ich habe auch gelesen, dass dies nicht mehr so leicht sein soll wie bisher. Denn sonst wäre die Bindung auf 5 Jahre ja albern.

Durch die starken Veränderungen gewährt man Versicherten nun ein Sonderkündigungsrecht, welches man bis zum 31.03.2011 ausüben sollte. Dann kann man die Kündigung rückwirkend zum 1.01.2011 durchführen lassen. Ein formloses Kündigungsschreiben an die Arbeitsagentur reicht dafür aus.

Weitere Änderungen in 2011 betreffen z.B. zu Zulassung zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung. Wer ab 2011 zweimal Arbeitslosengeld bezieht, wird i.d.R. nicht mehr in die Versicherung aufgenommen.
Der Antrag kann in Zukunft jedoch innerhalb der ersten 3 Monate nach Gründung erfolgen. Bisher war es ein 1 Monat.

Quelle: existenzgruender.de

Steueränderungen

Auch im Steuerbereich gibt es in 2011 einige Detailänderungen.

Allerdings sind da wenige Änderungen dabei, die für Selbständige besonders interessant wären.

So können Lehrer und Teilselbständige nun wieder ihr Arbeitszimmer steuerlich absetzen, wenn ihnen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Das gilt Rückwirkend bis Anfang 2007.

Der Steuerbonus von 20% auf haushaltsnahen Dienstleistungen (speziell Handwerkerleistungen) kann in Zukunft seltener bei Maßnahmen in Anspruch genommen werden, die steuerlich eh schon gefördert werden. Das betrifft z.B. energetische Renovierung oder altersgerechtes Umbauen.

In 2011 gibt es auch zum ersten mal keine Lohnsteuerkarten mehr. Da allerdings das elektronische Lohnsteuerabzugsverfahren noch nicht am Start ist, gilt in 2011 noch die Lohnsteuerkarte des Vorjahres. Änderungen müssen dann aber beim Finanzamt gemeldet werden. Darauf sollte man achten, wenn man Angestellte hat.

Es gibt, wie schon erwähnt, noch eine Vielzahl weiterer Detailänderungen. Dafür sollte man sich dann entsprechende Literatur besorgen oder einen Steuerberater beauftragen.

Förderung

Auch im Bereich der Förderungen für Existenzgründer gibt es Änderungen im Jahr 2011

Gründungszuschuss
Unter anderem betrifft dies den Gründungszuschuss. Bisher gab es darauf einen Rechtsanspruch. Nach aktueller Lage sieht es so aus, als würde dieser entfallen.

Stattdessen wird nun verstärkt geprüft, wie gut das Konzept ist, wie die Finanzplanung aussieht und wie die Vorbereitungen gelaufen sind. Insgesamt ist es sicher sinnvoll, den Gründungszuschuss nicht pauschal an jeden raus zu geben. Man darf dann aber auch kein Pech mit dem Berater haben. ;-)

KFW
Auch bei der KFW wird der Gürtel enger geschnallt. Um rund 10% sollen die Fördergelder gesenkt werden.

Besonders stark soll sich das bei der KfW Mittelstandsbank auswirken. Das liegt aber auch am Auslaufen der Konjunkturpaketes.

Neue Förderinstrumente sollen zudem die Einsparungen auffangen. Wer Fördeungen beantragen will, findet unter anderem auf existenzgruender.de weitere Informationen.

Alterskennzeichnung von Websites

Ein sehr emotional diskutiertes Thema ist die geplante Alterskennzeichnung von Websites, welche im neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) angedacht ist.

Darüber habe ich schon im sehr ausführlichen Artikel “Jugendschutz im Web und die Konsequenzen – Der neue JMStV” geschrieben, der den aktuellen Stand zusammenfasst. Ob das Gesetz allerdings in dieser Form umgesetzt wird, steht derzeit nicht fest. Es gibt wohl in einigen Bundesländern Bedenken, dass diese Vorschriften Privatleute und Selbständige zu sehr belasten.

Mehr darüber hier im Blog, wenn es neue Informationen gibt.


Fazit

Im Jahr 2011 kommen einige wichtige und interessante Änderungen auf Selbständige zu.

Und weitere Änderungen stehen in den Startlöchern und werden im Laufe des Jahres sicher noch “akut” werden.

So wird aktuell auch über die Aufhebung der digitalen Signatur bei elektronischen Rechnungen diskutiert. Das hat Vor- und Nachteile. Ich wäre darüber aber nicht böse.

Und auch andere Themen, wie eben die Alterskennzeichnung bei Websites, werden uns in 2011 sicher noch öfter beschäftigen.


Hier findest Du weitere Informationen zu diesem Thema:
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Kommentare
22 Kommentare und Trackbacks zu 'wichtige Änderungen für Selbständige in 2011'

Kommentare zu 'wichtige Änderungen für Selbständige in 2011' mit RSS

  1. 1 Eric kommentierte am 15.12.2010 um 11:59 Uhr

    Jugendschutzgesetzt kippt wohl doch: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,734765,00.html

    Kannste updaten bei dir im Artikel :)

  2. 2 Marc kommentierte am 15.12.2010 um 12:02 Uhr

    Ja, NRW hats abgelehnt, daher ist das neue Jugendmedienschutzgesetz erstmal vom Tisch! http://www.shopbetreiber-blog.de/2010/12/15/jugendmedienschutz-staatsvertrag-wird-nicht-in-kraft-treten/

  3. 3 Oliver kommentierte am 15.12.2010 um 12:14 Uhr

    Hi Peer,

    mal wieder ein super informativer Artikel für alle Selbständige. Ich wollte mich eigentlich zwischen Weihnachten und Neujahr auf die Suche nach den Neuerungen für Selbständige machen, aber da du das ja mal wieder perfekt aufbereitet hast, bleibt mir die Zeit erspart. Danke dir!

    Gruß
    Olli

  4. 4 Georgie kommentierte am 15.12.2010 um 12:55 Uhr

    bin zwar österreicher und dieser artikel für mich absolut irrelevant, aber trotdem interessant zu lesen.

    jetzt ist zwar das thema mit dem jugendschutz vom tisch und bisher an mir vorbeigezogen, aber hätte eine theorethische frage:

    wie wäre da mit websites von österreichern verfahren worden? ich habe zwar knapp 80% leser aus deutschland aber das gesetz wäre für mich uninterssant gewesen? oder hätte man meine site da irgendwie sperren können oder so?

    gruß

  5. 5 Volker kommentierte am 15.12.2010 um 13:07 Uhr

    Hallo,

    wer in die private Krankenversicherung wechseln will, sollte sich den Schritt sehr genau überlegen.
    Für junge, unverheiratete Menschen sind die Beiträge natürlich günstiger als bei den gesetzlichen Kassen.

    Viele privat Krankenversicherte bekommen aber später Probleme, wenn die Beiträge immer mehr steigen. Außerdem müssen (wenn dann mal geheiratet wird) alle Familienmitglieder, sofern nicht selbst berufstätig, seperat versichert werden.

    Gruß
    Volker

  6. 6 tsvetko kommentierte am 15.12.2010 um 13:09 Uhr

    Sehr informatiev. Danke für die infos :)

  7. 7 Peer Wandiger kommentierte am 15.12.2010 um 13:10 Uhr

    @ Volker
    Das ist so nicht korrekt. Auch da gibt es eine Bemessungsgrenze, aber der die Kinder privat mitversichert werden müssen.

    Wer wechselt, der liegt natürlich darüber. Selbständige, die sich für die private Versicherung entscheiden, liegen zu Beginn meist darunter.

  8. 8 Matthias kommentierte am 15.12.2010 um 15:11 Uhr

    @Peer, gibt es einen österreichischen Vertreter welcher ähnlichen Content bietet?
    Diese Themen würden mich brennend interessieren, nur als Ösi irrelevant.
    Wäre geil wenn du mal einen Gastautor für österreichische Gesetzte, Steuern usw. kriegen würdest. Sind bestimmt einige Österreicher hier im Blog unterwegs.

  9. 9 Peer Wandiger kommentierte am 15.12.2010 um 15:18 Uhr

    @ Matthias
    Da muss ich mal schauen, ob ich da jemanden finde.

  10. 10 stang2k kommentierte am 15.12.2010 um 17:03 Uhr

    Was versteht man denn genau unter Teilselbständig? So könnte ich das Büro im Haus meiner Eltern, wofür ich Miete zahle, brav absetzen, wenn ich mit meiner Nebentätigkeit als Teilselbständig zähle…

  11. 11 Sabrine kommentierte am 15.12.2010 um 20:04 Uhr

    @stang2k
    Wäre mir neu das das gehen sollte! Denke ich auch nicht, dass das i-wann gehen sollte. Würde doch jeder so machen und den Staat schön verarschen ;-)
    lg

  12. 12 Mr. Factoring kommentierte am 16.12.2010 um 08:22 Uhr

    Zum Glück hat es sich ja seit gestern mit der Alterskennzeichnung von Websites erledigt. Einen Jugendschutz für das Internet einzurichten ist im Grunde nicht schlecht, doch wo fängt es an und wo hört es auf? In meinen Augen grenzt es eher an einer Zensur. Wenn solch ein Projekt zustande käme, dann müsste es auch konsequent verfolgt werden und das ist mit dem Medium Internet nicht machbar.

  13. 13 Regina Haberfellner kommentierte am 16.12.2010 um 09:06 Uhr

    @Matthias, @Peer,
    ich bin Ösi und schreib auch zu solchen Themen immer wieder etwas. Habe bislang eine reine Themenwebsite geführt, aber jetzt wird auch ein Blog dazukommen.´

    @Peer
    Habe mir schon oft überlegt, bei dir einmal einen Gastbeitrag zu veröffentlichen, vielleicht wird’s ja was?? Würde mich jedenfalls sehr freuen

    LG aus Wien
    Regina

  14. 14 Regina Haberfellner kommentierte am 16.12.2010 um 10:34 Uhr

    Also ich habe mit Peer vereinbart, dass ich einen Beitrag schreibe. Meine Frage nun an die Österreicher/innen hier: was wollt ihr lesen??
    Freue mich auf Vorschläge!

    Verschneite Grüße aus Wien
    Regina

  15. 15 Georgie kommentierte am 16.12.2010 um 11:13 Uhr

    was mich interesiert: wie sieht es mit einem Blog steuerrechtlich in Österreich aus, ich verdiene ja noch fast gar nichts damit, wo und wie muss ich das angeben.
    Außerdem interessant wäre etwas zum Thema Impressumsrecht in Österreich, auch da findet man fast überhauptnichts…

  16. 16 Linsenlaus kommentierte am 16.12.2010 um 12:36 Uhr

    Danke für die Tipps!

  17. 17 Regina Haberfellner kommentierte am 16.12.2010 um 14:01 Uhr

    @ Georgie
    danke für den Input, vorweg einmal soviel: Einkommen unter 11.000 Euro sind steuerfrei.

    Im Jänner gibt’s dann mehr Infos!

  18. 18 Sascha kommentierte am 16.12.2010 um 15:11 Uhr

    Wirklich ein guter Artikel mit wertvollen Tipps! Das mit der Neuaflage des JMStV hat schon einige Blogbetreiber dazu bewegt ihren Blog zu schließen, was ich allerdings nicht verstehen kann. Erstmal abwarten was wirklich dahinter steckt.

    Grüße

  19. 19 Daniel kommentierte am 21.12.2010 um 08:43 Uhr

    Na das mit dem Arbeitszimmer hört sich ja mal sehr geil an! Da fängt der Tag doch gleich doppelt so gut an! :-) danke

  20. 20 Credo kommentierte am 17.01.2011 um 14:20 Uhr

    Hallo Peer,
    vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Der Punkt Gründungszuschuß ist aber so noch nicht beschlossen! Im Moment wird darüber erstmal nur “gesprochen”, dass in Zukunft kein Rechtsanspruch auf den Zuschuß besteht.

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