Burnout – Wenn Selbständige ausbrennen und wie man vorbeugen kann

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Jeder hat mal Tage, an denen er gar nicht aufstehen will und wo einem alles so sinnlos erscheint.

Das ist in der Regel auch völlig Okay, solange man dann auch wieder in die Gänge kommt und es am nächsten Tag schon wieder alles anders aussieht.

Doch was ist, wenn man nicht mehr aus dieser Stimmung raus kommt? Wenn man in einen Zustand chronischer Erschöpfung gerät?

Dann sprechen Ärzte vom “Burnout Syndrom”, auch “Chronic Fatigue Syndrom” genannt.

Was das genau ist und wie man sich als Selbständiger davor schützen kann, erfahrt ihr im heutigen Artikel.

Eigene Erfahrungen

Ich bin nun seit mehr als 5 Jahren selbständig und wie schon oft hier im Blog beschrieben, habe ich die ersten 2-3 Jahre eigentlich nur gearbeitet.

Schließlich musste ich mir erst einen Kundenstamm aufbauen, Referenzprojekte schaffen und auch eigene Projekte, wie diesen Blog hier, an den Start bringen. Und natürlich war auch das Geld in der Anfangszeit knapp.

Also habe ich nicht nur tagsüber gearbeitet, sondern auch Abends und Nachts. 12-14 Stunden waren keine Seltenheit und in den ersten Jahren habe ich mich auch am Wochenende oft hingesetzt und gearbeitet.

Das war für eine Weile auch Okay, da ich Spaß an meiner Arbeit hatte und mir ja auch was aufbauen wollte.

Doch irgendwann wurde es stressiger und der Spaß nahm auch ab. Ich kam an den Punkt, wo ich wirklich merkte, dass mein Körper und mein Geist erschöpft sind und ich einfach mehr Freizeit, mehr Schlaf und einfach mehr Leben abseits der Selbständigkeit brauchte.

Und so habe ich aufgehört am Wochenende zu arbeiten und mir nach und nach mehr Freizeit genommen. Ich habe die Tipps, die ich in diesem Artikel nenne, selber umgesetzt.

Zumindest habe ich das Gefühl, dass ich recht knapp dem Burnout Syndrom entgangen bin. Was genau diese Krankheit ausmacht und wie man sie erkennt, erfahrt ihr im Folgenden.

Das Burnout-Syndrom

1974 wurde der Begriff “Burnout-Syndrom” vom Psychoanalytiker Herbert Freudenberger eingeführt. Bei heilenden Berufen, wie Ärzte, Pfleger, Erzieher etc. fiel ihm auf, dass eine hohe Zahl an Krankschreibungen und Arbeitsunfähigkeitsausfällen zu verzeichnen war.

Eine hohe Arbeitsbelastung in Zusammenhang mit einem hohen persönlichen Engagement führten seiner Meinung nach dazu, dass diese Berufgruppen besonders leicht “ausbrennen”.

Auch wenn es bei den Krankenkassen noch immer kein anerkanntes Krankheitsbild ist, so wird das “Burnout-Syndrom” heute als eine der wichtigsten Zivilisationskrankheiten der hochindustrialisierten westlichen Welt angesehen.

Merkmale des Burnout-Syndroms

Zumindest der Beginn des Burnout-Syndroms ist nicht so leicht zu erkennen. Mit der Zeit verstärken sich aber die Merkmale und bleiben in der Regel über einen längeren Zeitraum bestehen.

Es gibt eine Menge an Anzeichen, die darauf hindeuten können:

  • anhaltende Erschöpfung
  • Lustlosigkeit / keine Motivation
  • Schlafstörungen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • ein Grippe-Gefühl, was nicht mehr weg geht.
  • verstärkte Kopfschmerzen
  • Angstgefühle (vor allem Existenzängste)
  • “Es bringt doch alles nichts”-Gefühl
  • Das Gefühl, keine Kontrolle zu haben

Burnout - Wenn Selbständige ausbrennenWie man sieht, sind das schon eine Menge Merkmale, die aber auch durch andere Erkrankungen hervorgerufen werden können. Deshalb ist es wichtig einen Arzt aufzusuchen, der sich mit dem Thema auskennt und andere Ursachen für diese Symptome ausschließen kann.

Als ersten Selbsttest kann ich das kostenlose PDF “Burnout Selbsttest” von zeitblueten.com empfehlen.

Ein weiterer Test von der Diplom Psychologin und Psychotherapeutin Dr. Doris Wolf findet sich auf palverlag.de.

Ursachen des Burnout-Syndroms

Wo die Ursachen des Burnout-Syndroms liegen ist nicht wirklich geklärt.

Aber es werden eine Reihe von Faktoren genannt, die den Weg in den Burnout häufig begleiten:

  • langanhaltender Stress
    Stressbelastung ist ein Faktor, der nach allgemeiner Ansicht einen wichtigen Teil zum Burnout beiträgt. Ständiger Druck und wenig bis gar keine Erholungspausen führen zu einer Überlastung, die auf Dauer schädlich ist. Vor allem dann, wenn man mit der Stress-Situation nicht klar kommt.
  • Effort-Reward Imbalance Modell
    Nach dem ERI-Modell von Johannes Siegrist führt ein Ungleichgewicht von Einsatz und Belohnung zum Burnout. Dabei investieren die Personen viel mehr in ihre Arbeit, als sie am Ende raus bekommen. Also z.B. Selbständige, die 12-14 Stunden arbeiten und am Wochenende und trotzdem reicht das Geld vorne und hinten nicht. Ähnlich erklärt es auch das Modell von Arnold Bakker
  • überzogener Ehrgeiz und Perfektionismus
    Es gibt auch eine Reihe von persönlichen Eigenschaften, die das Burnout-Syndrom begünstigen. Dazu gehören Menschen die zu hohe Anforderungen an sich selbst stellen und Dinge unbedingt erreichen wollen, die eben nicht immer klappen.
  • gesellschaftlicher Rückhalt
    Unsere Gesellschaft hat sich verändert. Familiäre Bindung gehen zurück und viele Menschen definieren sich mehr über ihre Arbeit und ihren Erfolg dabei. Um so tiefer ist der Fall, wenn dies nicht so gelingt, wie man sich das vorstellt.
  • usw.

Wie schon gesagt, gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen darüber, was das Burnout-Syndrom auslösen kann. Es hängt natürlich auch stark von der einzelnen Person ab.

Wer ist betroffen?

Wie schon angedeutet, gibt es bestimmten Personen-Typen, die eher vom Burnout-Syndrom bedroht sind.

So ist der Perfektionist in jeder Lebenssituation davon überzeugt, dass alles perfekt sein muss. Im beruflichen, wie auch im privaten Bereich. Das kann dazu führen, dass Schwächen und nicht perfekte Ergebnisse den Druck so stark erhöhen, dass er irgendwann Symptome zeigt.

Auch Menschen die nicht Nein sagen können, tappen oft in die Falle und bürden sich mehr und mehr Arbeit auf, bis sie es nicht mehr schaffen können.

Prominente sind vermehrt davon betroffen. Ständig in der Öffentlichkeit zu stehen und jede Bewegung wird beobachtet ist ein größerer Stress, als man sich als Normal-Bürger vorstellen kann. Nicht umsonst gibt es auch unter Schauspielern, Profisportlern etc. immer wieder Fälle von Burnouts.

Und natürlich sind auch Selbständige eher gefährdet, da sich nicht die vermeintliche Sicherheit eines Arbeitsvertrages haben, sondern selbst für den Erfolg verantwortlich sind. Und das führt oft dazu, dass Freizeit, soziale Kontakte und Erholung vernachlässigt werden. Zudem kommt dann eine Existenzangst mit dazu, mit der nicht jeder gut umgehen kann.

Tipps gegen das Burnout-Syndrom

Was kann man also im Vorfeld tun, um es erst gar nicht soweit kommen zu lassen.

Hier ein paar Tipps, die aber jeder für sich auch testen muss. Nicht immer führt ein bestimmter Tipp auch bei jedem zu den selben Ergebnissen.

  • Selbsterkenntnis
    Zu aller erst sollte man sich seiner Probleme bewusst werden. Wie gesagt, ich habe irgendwann gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann. Deshalb habe ich für mich selbst definiert, was ich möchte. Und das war vor allem ein angenehmes Leben. Und deshalb wurde mir wieder bewusst, dass ich Arbeite um zu Leben und nicht umgekehrt. Und auch meine Ziele im Beruf habe ich mir vor Augen geführt, was wirklich nötig ist, um diese zu erreichen.

    Dieses bewusst werden über die eigenen Ziele und Wünsche sorgt dafür, dass man seine Unsicherheit, die nur in immer mehr Engagement und Arbeit resultiert, senken kann.

  • Arbeitsorganisation
    Ein wichtiger Faktor ist die Arbeitsorganisation. Dazu gehört, dass man sich ein angenehmes Arbeitsumfeld sucht und wenn es gar nicht anders geht, als Angestellter auch den Arbeitsplatz wechselt.

    Bei mir hilft es sehr, wenn ich einen aufgeräumten Schreibtisch habe und mich nur auf eine Sache konzentriere. Und es hilft meist auch sehr, wenn man von einem Perfektionismus-Anspruch auf eine lockere Denkweise wechselt, wie zum die 80/20 Theorie.

    Auch die Aufteilung von großen Aufgaben in kleine Teilaufgaben sorgt für schnellere Erfolgserlebnisse und weniger große psychische Hürden.

    Gerade auch, wenn man von daheim arbeitet, ist es wichtig sich das Arbeitsumfeld so einzurichten, dass man möglichst stressfrei und produktiv arbeiten kann.

    Auch die eigenen Grenzen sind wichtig und viele Selbständige überschätzen einfach ihre Ressourcen und Kräfte. Siehe dazu auch meinen Artikel “Sie wollen nicht mehr 14 Stunden am Tag arbeiten? 25 Tipps für normale Arbeitszeiten!

  • Routinen
    Routinen spielen bei Psychologen generell eine wichtige Rolle, da sie uns Halt geben und bestimmte Tätigkeiten “ohne nachzudenken” ermöglichen. Natürlich sollte man auch dabei denken, aber Routinen sind eben immer wieder gleiche Abläufe, über deren Umsetzung man nicht immer nachgrübeln muss.

    Routinen sind für mich ein wichtiges Element meiner täglichen Arbeit und sind auch dann relativ problemlos durchzuführen, wenn ich mal nicht so motiviert bin.

    Allerdings sollten Routinen nicht zu viel Anteil an der gesamten Arbeitszeit einnehmen, da man eine gewisse Abwechslung auch nicht unwichtig ist und man sonst das Gefühl hat, nicht mehr die Kontrolle zu haben.

  • Kontrolle übernehmen
    Für mich ganz entscheidend ist das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Es ist schon als Angestellter nicht toll, wenn man das Gefühl hat, total fremdbestimmt zu sein und eigentlich nur noch alles abzuarbeiten, was sich durch Zwänge ergibt.

    Es gibt viele Selbständige, die durch Kunden, viele Aufträge und notwendigen Routinen das Gefühl bekommen, dass sie selber nicht mehr die Kontrolle haben und eigentlich nur noch von anderen bestimmt wird, was zu tun ist.

    Deshalb sollte man immer darauf achten, dass man das Heft selbst in der Hand hat und selber über das was und wann bestimmen kann.

  • Freizeit
    Das ist etwas, was sich gerade Existenzgründer kaum noch gönnen. Dabei ist es wichtig die eigene Freizeit zu nutzen und nicht immer nur zu arbeiten.

    Denn oft ist es beim Burnout bei Selbständigen auch so, dass die Personen den Sinn der vielen Arbeit nicht mehr sehen. Das gepaart mit dem Drang mehr zu arbeiten, weil man sonst nicht alles schafft, ist natürlich fatal.

    Ich habe mir in den letzten Jahren wieder deutlich mehr Freizeit genommen. Natürlich gibt es immer noch Abende an denen ich arbeite. Aber durch einen Sportverein, mehr Zeit für Familie und die Freunde, und auch für eigene Hobbies, hat sich einfach die Perspektive wieder so verbessert, dass die Arbeit zwar Spaß macht und mir auch wichtig ist, aber sie ist nicht alles.

  • Erholungsphasen
    Natürlich sollte man sich auch Erholungsphasen gönnen. Gerade wenn man jünger ist scheint man unerschöpfliche Ressourcen zu haben. Aber auch die sind mal alle.

    Regelmäßige ruhigere Phasen sind deshalb notwendig. Ich schaue gern Serien, spiele auf der Konsole oder koche. Da entspanne ich sowohl körperlich, als auch geistig.

    Zudem habe ich auch gemerkt, wie wichtig Schlaf für mich mittlerweile ist.

  • soziales Umfeld
    Um nicht in einem “Tunnel” aus Arbeit, Stress und Druck zu geraten, sollte man auch sein soziales Umfeld stärken. Wer viel mit anderen Menschen zusammen ist und regelmäßig “draußen ist”, der kann die eigenen Probleme und Sorgen besser einordnen.

    Vereine, Freunde, Kollegen und natürlich die Familie sollte man gerade als Einzelunternehmer nicht vernachlässigen.

  • Sport
    Ich war früher recht sportlich, habe es aus Zeitgründen aber nach meiner Existenzgründung vernachlässigt. Nun mache ich wieder regelmäßig Sport mit Freunden und mache zusammen mit meiner Frau ein regelmäßiges Fitness-Programm. Gerade für “Schreibtisch-Täter” ist die körperliche Betätigung extrem wichtig.
Kampf dem Stress

Wie oben geschildert, ist der Stress oft ein wesentlicher Faktor für das Burnout-Syndrom.

Ich habe bereits schon mal Tipps gegen den Stress gegeben und werde dazu sicher auch nochmal was in Zukunft schreiben.

Man hat gerade als Selbständiger die Möglichkeit darauf zu reagieren und gegenzusteuern. Das fällt Angestellten oft nicht so einfach.

Behandlung

Da das Burnout-Syndrom bisher nicht als richtige Krankheit anerkannt ist und sich viele Ärzte damit auch gar nicht so gut auskennen, ist es mir hier natürlich auch unmöglich konkrete Tipps zur Behandlung zu geben.

Das wichtigste ist erstmal das Vorbeugen. Die Tipps dazu gibt es weiter oben.

Ansonsten sollte man sich aber zu seinem Vertrauensarzt begeben und die eigene Situation schildern. Auch Partner und Familienangehörige sollten genau hinschauen, wenn Selbständige Anzeichen eines Burnouts zeigen und diese dann z.B. zum Arzt begleiten.

Es ist nicht einfach wieder aus diesem Tief heraus zu kommen und es kann lange dauern. Entscheidend ist aber, dass individuell auf die Situation des Betroffenen eingegangen wird und nicht einfach so weiter gemacht wird wie bisher.

Hilfe oder zumindest Unterstützung und Informationen bekommt man z.B. auf www.burn-out-forum.de

Fazit

Natürlich hofft jeder, dass ihn das nicht erwischt. Man sollte aber auf seinen Körper acht geben und auf mögliche Signale achten.

Es ist natürlich deutlich besser im Vorfeld Anzeichen zu erkennen und gegenzusteuern, als erstmal krank zu werden und da wieder raus zu müssen.

Ich selber habe die Kurve bekommen und trotz viel Arbeit kann ich den Wert von Freizeit und Erholung heute besser einschätzen und auch welch positiven Einfluss diese Sachen auf meine beruflichen Leistung haben.

Wie ist es euch ergangen und welche Erfahrung habt ihr evtl. sogar schon mal mit dem Burnout-Syndrom gemacht?


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Kommentare

  1. meint

    Das Thema scheint gerade “in” zu sein. Ich habe selbst vor rund einem Monat darüber gebloggt (spontan und ohne große korrektur zu lesen ;) ), als gewissermaßen Betroffener, der letzten Endes die Selbsterkenntnis gehabt hat und den Cut eingeleitet hat: Burnout – wenn nichts mehr geht

    Das Interessante ist, dass ich nun drauf angesprochen werde, bzw. ich auch offener damit umgehe wenn das Thema zur Sprache kommt. Da erfährt man im Grunde, dass so ziemlich jeder in irgendeiner Form mal damit zu tun hat. Die Friseurin die zwei Monate stationär behandelt wurde, der Ex-Chef der eineinhelb Jahre krankgeschrieben war, die Kollegen und Freunde die ähnliche Phasen in ihrer Tätigkeit / Selbständigkeit hinter sich haben und teils noch Tipps bzgl. vor Ort befindliche Spezialisten, etc. haben.

    Mit der Selbständigkeit ging mir unbewusst Stück für Stück die Kontrolle und Lockerheit flöten. Im Grunde bin ich ein besonnener Typ den nichts aus der Ruhe bringt. Nach Beinahe-Unfällen (in der Fahrschule; Dank Gesiterfahrer etc.) war ich z.B. die Ruhe selbst. Ich sagte immer zu anderen “Ich habe nur den Stress, den ich mir selbst mache.”, was soviel heißen sollte wie, dass ich mich nicht durch andere stressen lasse.

    Mit der Selbständigkeit und letzten Endes durch private Umstände (es müssen ja immer mehrere Faktoren zusammen treffen) änderte sich das dann. Nun erkämpfe ich mir die Lockerheit wieder zurück. Dabei sind wir Freelancer in einer besonderen Situation, denn sich über längere Zeit krankschreiben lassen und wirklich nichts zu tun – wer kann sich das leisten? In der Zeit hast du keine Einnahmen, die Rücklagen brauchst du auf oder vll.t. hast du keine und danach bist du diverse Bestandskunden los und fängst von vorne an, ggf. musst du angenommene Projekte rückabwickeln, was zusätzlich finanziell belastet, ..

    Da ist es eine Gratwanderung nicht erneut in den Teufelskreis reinzugeraten…

  2. meint

    Es ist teilweise wirklich eine Gratwanderung. Und man solle regelmäßig einen Schritt zurück treten und über die Selbständigkeit und die eigene Situation nachdenken.

  3. meint

    Davon sind nicht nur Selbsständige betroffen. Ich hatte letztes Jahr mit dem Burn Out Syndrom zu kämpfen als Angestellte. Die Auslöser sind aber die gleichen, die Du oben auflistest.

  4. meint

    Krass! Wie es aussieht steuer ich dann gerade Wegs, volle Segel voraus, auf den Burnout zu! :(
    Habe vor 2 Jahren meine eigene kleine Agentur für Webdesign und SEO gegründet, arbeite sehr hart daran und nebenbei beende ich mein Studium zum Master an der Uni. Beides sind eigentlich FULL TIME Jobs, sind es bei mir auch: Tag und Nacht. Nur anders geht es nicht: Den Job brauche ich um das Studium zu finanzieren, das Studium um im Job Erfolg zu haben.

    Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Jeder kann alles erreichen. Das ist dann wohl der Preis dafür. Viel Glück euch allen!

  5. meint

    Wir verbringen im Regelfall mehr Zeit mit Arbeit als mit den Menschen, die wir lieben. Dann sollte die Arbeit wenigstens Freude bereiten und leicht von der Hand gehen. Und wenn das nicht so ist? Dann gilt:

    Man(n) muss auch loslassen können ;-)

    Viele Grüße, von einem, der das Thema nur zu gut kennt.

  6. meint

    Ohhhh, auch damit hab ich Erfahrungen gemacht. Allerdings als Angestellte, so dass ich jetzt als Selbstständige etwas aufmerksamer mit mir bin.
    Problematisch war bei mir vor allem die Mischung aus viel Arbeit und Streß und dazu Frust durch fehlende Anerkennung meiner Arbeit.
    Als Selbstständige hab ich auch Streß, habe aber entschieden, dass immer Zeit für Ehrenamt sein muss. Und daraus ziehe ich momentan sehr viel Motivation, Spaß und Befriedigung. Das ist vielleicht ein ganz guter Weg, weil so die eigenen Probleme in den Hintergrund treten und auch relativiert werden an den viel größeren Problemen, die andere Menschen haben. Versucht das doch mal als Balance für´s Leben.

  7. meint

    Eine wichtiger und interessanter Artikel zum Burnout.
    Gerade auch für Existenzgründer die in fast jedem Buch nachlesen dürfen, das 60 und mehr Stunden pro Woche der Normalfall sind in den ersten 3 jahren ist dieses Thema allgegenwärtig.
    Bei Gründungsberatungen stelle ich oft fest das der Umgang mit Zeit, der Fähigkeit Prioritäten zu setzen zu kurz kommt und gerne hinten angestellt wird. Der tag hat nur 24 Stunden, viele Gründer haben eine Familie und Sport ist ebenfalls ein wichtiger Punkt um Stress abzubauen und sich die Kamera mal wieder zu justieren.
    Stresssymptome sind ein guter Indikator um die Notbremse zu ziehen und zu überlegen – was ist wirklich wichtig im Leben ?
    In meinen Seminaren “Gelassenheit beginnt im Kopf” sehe ich Geschäftsführer, Selbstständige und Außendienstler regelmäßig einknicken wenn diese Frage ehrlich beantwortet ist.

    Ein sehr guter Beitrag der hoffentlich viele animiert in sich zu gehen und zu refkletieren – was ist wirklich wichtig.

    Zeit- und Prioritätenmanagement gehört auch für Selbstständige ganz oben auf die Liste

    Gruss Klaus Schaumberger

  8. meint

    Ich war betroffen und habe die Erfahrung gemacht, dass Ärzte sich doch ganz gut auskennen – schließlich ist Burnout zur “Volkskrankheit” geworden… bei der zunehmend schwierigen Situation für Arbeitnehmer ist das kein Wunder.

    Burnout wird, das habe ich aufgeschnappt, inzwischen häufig zu Depressionen gezählt, als Untergruppe. Die Beschwerden sind ähnlich, behandelt wird oft mit antriebssteigernden Antidepressiva. In vielen Fällen steckt auch eine richtige Depression mit Vorbelastungen dahinter.

  9. meint

    Ich kann für mich sagen, das es ohne Medikamente und “richtige” Behandlung seit einigen Wochen aufwärts geht.
    – klare Strukturen in den Tag bringen (sich klar definierte Zeiten setzen zu denen man den Rechner auch ausschaltet)
    – die Arbeitszeit auch wenn Termine drücken am Tag auf normalem Level halten und die Wochenenden nicht für Kundenarbeit verplanen
    – Zeit mit Familie und Freunden verbringen (mal zum Kaffee raus, am Wochenende “auf Tour” gehen, ..)
    – die Arbeitszeit in die Zeit setzen in der die Sonne am Himmel steht (ich bin eh in der dunklen Jahreszeit etwas winter-depressiv) und täglich Zeit im Freien (Licht) verbringen
    – sich den Arbeitsplatz bequem gestalten, dazu gehört u.a.:
    – ggf. Tageslichtlampen besorgen wenn o.g. nicht reicht
    – ordentliche ergonomische Büromöbel besorgen
    – ich trage seit 10 Jahren wieder eine Brille (bin weitsichtig), was bei der Bildschirmarbeit doch viel ausmacht
    – ich habe mir nen zweiten Monitor besorgt
    – wenn mir danach ist gehe ich zwischendurch mal aus dem Haus auf einen Spaziergang / zum Einkaufen (Singlehaushalt)
    – habe wieder angefangen zu Joggen (3 x wöchentlich) und für Schlechtwetter und Winter werde ich alternativ wieder ins Studio gehen (hier ist eines nur fünf Fußminuten entfernt)

    Es gibt sicher Unmengen von Kleinigkeiten die sich aufsummieren, wie man sich das Leben im Allgemeinen und den Arbeitsalltag im Besonderen einfacher und gemütlicher gestalten kann. Wenn man schon mindestens ein Drittel des Tages im Büro verbringt, dann sollte man eben genau dort auch ansetzen um sich das Leben leichter zu machen. Gute Laune und Motivation kommen dann wie von selbst.

    Ach und man muss gnädig mit sich selbst sein. Manchmal bleibe ich morgens ne Stunde länger liegen, wenn ich keine Termine habe und manchmal mache ich ne Stunde eher Feierabend und lege mich auf die Couch / mache eine Nickerchen. Man sollte in allem flexibel bleiben und fünfe einmal gerade sein lassen können.

  10. meint

    Es freut mich, dass hier so viele ihre Erfahrungen schildern. Es ist wirklich fahrlässig, dass bei Schulungen für Existenzgründer die vielen Überstunden noch glorifiziert werden, aber es um Zeitmanagement und Gesundheit kaum geht.

  11. meint

    Dies Thema ist wirklich aktueller denn je, besonders wenn es ein selber erwischt hat. Da wird dies Thema einem selber erst richtig bewußt, jedenfalls geht es mir so.

    Habe gestern einen interessanten Beicht auf dem WDR gesehen, aufgrund eines Tipp seitens unserer Nachbarin.

    Möchte mir erlauben einen Verweis auf die Sendung von Planet Wissen zum Thema [url=http://www.planet-wissen.de/sendungen/2011/04/06_burnout.jsp]Burnout[/url] zu setzen.

    Leider wird dort nicht die ganze Sendung präsentiert, aber interessante Verweise auf Literatur.

  12. meint

    Also ich merk das auf Arbeit bei meinen Kollegen. Die sind jahrelang jeden Tag fleißig zur Arbeit gekommen. Man hat denen nichts angemerkt. Die Arbeit wurde auch nicht weniger, sondern es musste mit immer dem gleichen Stamm immer mehr Arbeit bewältigt werden. Das schlimme daran, dass es sich um Kollegen handelt die gerade mal Ende 20 sind. Nun fehlen einige schon ein paar Monate, einer hat komplett aufgehört und 2 fangen jetzt gerade nach dem Hamburger Modell wieder an. Schlimme Sache, das burnout. Passt auf euch auf.

  13. meint

    Bisher konnte ich sämtliche Burnout-Erscheinungen für mich positiv nutzen, indem ich am negativen Scheitelpunkt dieser scheinbar sinusförmig verlaufenden Lebenskurve vieler Selbstständigen eine wichtige Erkenntnis hatte, die immer gleich lautete: “I don’t give a f*ck.”

    Es hilft ungemein, dem Druck mit einer eintägigen (und generellen, für alles geltenden) Mir-Doch-Egal-Phase zu begegnen.

    Hoffentlich schaffen all jene, die ausgebrannt sind und in solchen Artikeln nach Hilfe suchen, es ebenfalls, die Ohren mal auf Durchzug zu stellen.

  14. meint

    Wie ein paar schon gesagt haben, ist Burnout Syndrom nicht nur ein Syndrom, das Selbständige beeinflusst, sondern auch ein Syndrom, das alle Angestellte beeinflusst. Davon habe ich nie selber gelitten, aber mit Stress in Bezug auf Arbeit kenne ich mich schon gut aus. War mir immer hilft ist Sport. Jeden morgen (oder fast jeden) gehe ich ins Fitness Studio. Obwohl das manchmal schwierig sein kann, fühle ich munterer davon und habe mehr Energie für den Tag. Am wichtigsten hilft es mir, Stress abzubauen. Das kann ich nur empfehlen!

  15. meint

    Ich will mich nicht rausreden, aber auch Außenstehende haben ihren Anteil an dieser Entwicklung. Man erwartet förmlich von einem Selbstständigen, dass er stets Überstunden schiebt. Man selbst aber steht um 15:58 Uhr an der Stechuhr …

  16. Alex meint

    @Mathuseo
    Mir geht es da fast genau so wie Dir. Ich habe meine Ausbildung, dazu meine Agentur und noch einige diverse andere Projekte. 4 Tage in der Woche bin ich in der Schule, 3 Tage im Büro. Kein Wochenende mehr, keine ‘geregelten’ Arbeitszeiten.

    Ich bin zwar ein Mensch, der unter Stress und Druck gut funktioniert und das irgendwie auch braucht, aber dauerhaft geht das auf keinen Fall. Mit 30 will ich ohne Herzprobleme leben können, daher muss ich mich selbst zwingen, kürzer zu treten. Klappt nur leider nicht immer so gut, da ich meine Jobs und Projekte liebe und dafür lebe.

    Aber Peer hat zu dem Thema ja schon einige Artikel veröffentlicht, die einen selbst wirklich zum Nachdenken anregen.

    Liebe Grüße
    Alex

  17. meint

    Toller Artikel. Man muss sich als Selbstständiger dazu zwingen die notwendige Auszeit zu nehmen. Man denkt, hierfür ist nie der richtige Zeitpunkt, was aber Quatsch ist. Schon ein arbeitsfreies Wochenende oder mal 1 Tag frei gemacht, entspannt so manchen Arbeitsdruck. Auch ist Deligieren auch eine wunderbare Methode. Man muss nicht alles selbst machen…

  18. meint

    Hallo Peer,

    du hast es super auf den Punkt gebracht.
    Das wichtigste in der Burnout-Prävention ist, dass man folgendes erkennt:
    1) Wer bin ich
    2) Was will ich
    3) Und wie komme ich da hin.

    Natürlich könnte man zu den einzelnen Punkten jetzt noch jeweils eine halbe Stunde etwas erläutern. Aber ohne diese Selbsterkenntnis klappt es nicht.

    Einer meiner Kunden ist ein ziemlich großer Versandhändler mit 4 großen roten Buchstaben. Dort berate ich regelmäßig “karrieregeile” Mitte-Ende-Zwanziger, die kurz vor dem Zusammenbruch sind. Es ist erschreckend, wie manch einer die eigentlichen Ziele aus dem Fokus verliert und in eine solche Spirale fällt.

    Neben Diabetes und “Rücken” wird das Burnout-Syndrom in den kommenden 20 Jahren den größten gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Schaden anrichten.

    Zu dem Thema Existenzgründerseminare:
    Das Thema Work-Life-Balance und Selbstmanagement sollte da eigentlich mit aufgenommen werden. Das schafft automatisch auch einen gewisses Maß an Organisationsfähigkeit, die wiederum dazu führt, dass wahrscheinlich weniger Existenzgründungen scheitern.

    Vielen Dank für deinen tollen Beitrag
    Gruß,
    Alexander

  19. meint

    Ich beschäftige mich hauptberuflich mit den psychischen Erkrankungen. Tatsächlich sieht es so aus, das das Burn Out in den letzten Jahren enorm zugenommen hat. Dabei muss man sehr genau hinsehen ob es sich noch um ein Burn Out oder sogar schon um eine mittgelgradige Depression handelt.
    Ich finde es sehr gut, das auch in diesem “Forum” das Thema Burn Out thematisiert wird. Man kann sich gar nicht genug darüber informieren. Nicht nur für sich selbst, sondern auch um es bei Freunden und Verwandten zu beobachten und rechtzeitig draufhinzuweisen.

  20. meint

    Ich denke, das Schlimmste ist, wenn man nicht mehr abschalten kann. Oft lässt einen die Arbeit auch in der Freizeit nicht los. Der Körper ruht sich aus, aber im Kopf sind immer noch die fälligen Projekte. Und ich freue mich, dies endlich überwunden zu haben :smile:

  21. meint

    Das ist ein ernstes Thema. Feste Regeln für den Tagesablauf helfen. Man braucht auch unbedingt einen Ausgleich – 12 bis 14 Stunden vor dem Rechner sitzen funktioniert auf Dauer nicht. Früher oder später streikt da auch der Rücken. Die körperlichen Gebrechen merkt man natürlich schneller und schneller als einen Burnout.. Man sollte einbfach bißchen auf seinen Körper hören

  22. meint

    Deswegen ist Sport für mich ein integraler Bestandteil meines Lebens. Da ich auch bis in die Puppen am Monitor sitze, ist es gut, wenn mich feste Trainingsstunden mit anderen eben zwingen rauszukommen und frische Luft zu tanken, den Körper positiv zu fordern. Das Hirn muss sich bei höheren sportlichen Leistungen dann mit dem Moment beschäftigen, nicht mit der Arbeit. Es dient zudem als Abstandhalter zwischen Arbeit und zuhause (eh eine böse Verquickung: Geschäftsräume daheim).
    Ich denke, die Herausforderung ist eben auch, dass man die Symptome rechtzeitig erkennt. Ich erlaube mir mal auf eine unserer Listen in diesem Zusammenhang zu verweisen:
    http://www.zehn.de/die-10-auffaelligsten-burn-out-symptome-1498607-0

  23. meint

    Danke, ich kenne das Thema auch immer mehr. Wobei ich einfach nur davon rede, mich “ausgebrannt” zu fühlen. Wenn ich nicht jeden Tag mit Reiki entspannen würde, wäre ich vermutlich schon längst durch. Letztendlich egal, ob Reiki oder etwas anderes: Jeder sollte sich eine Praxis angewöhnen, mit der man komplett abschalten kann.

  24. meint

    Hi,
    hab gerade selbst darüber gebloggt: ganz einfach, weil es mich im April selbst erwischt hat. :cry:

    War über 8 Wochen komplett “ausgenockt” – langsam gehts wieder aufwärts.

    Was ich aus der Zeit gelernt hab: 14 Stunden am Tag arbeiten geht nicht auf Dauer gut … außerdem sollte man immer daran denken, dass man nur ein Leben hat – und das geht viel zu schnell vorbei.

    Birgit

  25. meint

    Körper hat man nur einen und auf diesen sollte man tunlichst achtgeben. Es ist einfach so das ein haufen für das eigene Geschäft getan werden muss und man mit der Arbeit oft nicht mehr nachkommt.Außgleich zu finden ist da extrem wichtig. Fest eingehaltene Pausenzeiten wie Mittagessen usw. helfen sehr weiter, auch ein Nickerchen ist von Vorteil (bei entsprechender Zeiteinteilung). Abends zum abschalten darfs dann gerne eine Runde schwimmen oder ein spaziergang sein.

  26. Stefan meint

    Stecke gerade selber drinnen glaub ich :(
    Vor 2 Wochen von Freundin getrennt, kein eigenes Heim mehr, nur noch das Büro, das nun mit allen Sachen vollgestellt ist. Ich habe keine Lust zu schlafen, bin ganzen Tag nervös und nachdenklich. Meiner Arbeit kann ich auch nicht mehr nachkommen, jedesmal wenn ich etwas anpacke werde ich abgelenkt und ich habe absolut keine Lust mehr auf nichts.
    Telefon klingelt… ich geh nicht mehr ran, ich weiss nicht was ich meinen Kunden sagen soll.
    Ich weiss das ich hier mal aufräumen sollte, einen Anfang schaffen sollte, aber es ist so viel zu tun.
    Bin die Woche ganz allein hier, und heut ist gerade mal Montag… zum Arzt kann ich auch nicht, bekomme kein Krankentagegeld, habe ein Sb von 900€, was für mich viel Geld ist momentan.

    ich weiss auch nicht mehr…

  27. meint

    @ Stefan
    Du bist nicht der einzige. Das geht vielen so.

    Wichtig ist, dass man mit jemandem darüber sprechen kann.

    Trotz der SB, die ich auch habe, sollte man sich an seinen Arzt wenden. Es gibt durchaus Medikamente, die erstmal weiterhelfen, bis man die anderen Dinge geregelt hat.

    Schlafen ist übrigens sehr, sehr wichtig. Es verschlimmert sich nur, wenn man nicht schläft.

    Ich wünsche dir alles gute. Ich kann dir nur sagen, dass auch diese schlechte Phase vorbei gehen wird, auch wenn du dir das aktuell nicht vorstellen kannst.

  28. meint

    Ist auch bei mir seit einer Weile ein Thema, ein leichter Tinnitus gibt mir immer mal Signale, wenn Grenzen klar überschritten sind. Ohne meine täglichen Entspannungsroutinen (in meinem Fall Reiki), wär ich schon längst durch den Wind. Über meinen Masterplan (in zwei Jahren nur noch vier Stunden am Tag arbeiten müssen) will ich bei Gelegenheit mal bloggen.

  29. meint

    Das ist nicht nur ein Problem für Selbständige. Burnout ist eine Krankheit, die sich in unserer Gesllschaft wie ein Ölfleck auf dem Wasser ausbreitet.

    http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Mit-Depression-still-und-heimlich-in-die-Fruehverrentung

    Sowohl Unternehmer als auch Angestellte sollten sich klar machen, dass Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz mehr als “Arbeitssicherheit” ist. Ständige Erreichbarkeit – nicht nur bei Führungskräften – kann ebenfalls zum Problem werden.

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  1. [...] hat sich dem Thema Burn-out gewidmet. Was ich sehr gut an seiner Artikelstruktur finde: er beginnt mit seinen eigenen [...]

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