Online-Shop mit Leidenschaft – Der Zuckerbäcker im Interview

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Online-Shop kreativ - Der Zuckerbäcker im InterviewOnline-Shops sind selten wirklich aufregend oder kreativ. In der Regel ähneln sie wie ein Ei dem anderen.

Dass dies nicht so sein muss, zeigt der Shop “Der Zuckerbäcker”. Mit Christopher Pfahl, Geschäftsführer des Shops, konnte ich ein interessantes Interview führen.

Dabei stellt er das Konzept seines Online-Shops vor und man erfährt viel über den kreativen Ansatz, den er in seinem Shop verfolgt.

Shop-Betreiber finden hier eine Menge Dinge, über die es sich nachzudenken lohnt.

1. Hallo Christopher. Bitte stell dich meinen Lesern kurz vor.

Mein Name ist Christopher Pfahl. Mein Freund und Mitgründer Anastasios Paliakoudis und ich haben letztes Jahr unser Herzensprojekt “Der Zuckerbäcker” gegründet. Wir beide kennen uns noch schon aus der Schulzeit und haben schon einige Projekte gemeinsam gestemmt.

2. Stell bitte deine Website der-zuckerbaecker.de vor. Worum geht es da?

Der Zuckerbäcker ist ein junger Süßigkeiten Shop der handerlesene Markensüßigkeiten nach unterschiedlichen Kriterien mischt und in Kiosk-Tüten oder in besonderen Geschenkverpackungen anbietet.

Aktuell haben wir mehr als 250 Einzelsüßigkeiten und viele selbstkreierte Artikel im Angebot. Darunter sind prall gefüllte Süßigkeitenbonbongläser, Süßigkeiten in unterschiedlichen Farben und Geschmäckern oder sogar Süßwaren in einer Holztruhe, die sich nicht nur zum Selber Naschen eignen sondern auch das perfekte Geschenk und „Mitbringsel“ sind.

Darüber hinaus kann sich bei uns jeder seine eigene selbstgemischte Tüte zusammenstellen genauso wie früher im Laden.

3. Es gibt tausende von Online-Shops im deutschen Web. Worin unterscheidet ihr euch von der Konkurrenz? Und wie wichtig ist es in deinen Augen, sich von der Masse abzuheben?

Online-Shop kreativ - Der Zuckerbäcker im InterviewDer Zuckerbäcker ist kein schlichter Online-Shop. Er ist viel mehr.

Uns geht es um das Erlebnis von Früher als Du mit 1,50 Mark im Laden standest, Du Dich einfach nicht entscheiden konntest und Deine Tüte schon auf dem Heimweg vor dem Mittagessen leergefuttert war.

Der Zuckerbäcker soll die alten Kiosktage aus der Kindheit wieder zurückbringen. Die Süßigkeiten von Der Zuckerbäcker sind etwas Besonderes – als Geschenk oder zum selber naschen. In diesen Mischungen und der Vielfalt bekommst Du sie nirgends und sie bereiten definitiv Freude – um Dich selbst zu belohnen oder jemand, den Du gerne glücklich machen möchtest.

Andere Online Süßigkeiten-Shops setzen auf große Massen und konkurrieren mit den klassischen Discountern. Der Zuckerbäcker hebt sich hier ab. Wir legen viel Wert auf besondere und ausgefallene Geschenkideen. Es steckt sehr viel Arbeit und Liebe in der Gestaltung der Seite, der Artikel und Texte. Diesen Aufwand sehen unsere Kunden und klicken sich gerne durch unsere Seite. Darüber hinaus verkaufen wir nicht irgendwelche Artikel, sondern unsere eigenen. Wir sind also nicht nur Händler, sondern Produzent und Händler in einem.

Vor dem Hintergrund der unzähligen Onlineshops ist es sehr wichtig ein rundes Konzept anzubieten und das bis ins kleinste Detail zu leben. Der Shop muss von der Startseite bis zur kleinen Infounterseite einem Schema folgen. Nur dann lassen sich Emotionen beim Kunden wecken und Du hebst Dich von der Konkurrenz ab.

4. Wie lief die bisherige Entwicklung von der-zuckerbaecker.de? Welche Vermarktungsmaßnahmen habt ihr ergriffen und welche waren erfolgreich?

Online-Shop kreativ - Der Zuckerbäcker im InterviewWir sind von der bisherigen Entwicklung positiv überrascht. Bei unserem Start im Oktober 2010 haben wir uns zwar anspruchsvolle Ziele gesetzt, waren dann aber doch von der noch größeren Resonanz überwältigt. Wir erhalten viel Zuspruch und unsere Idee kommt sehr gut an.

Wichtig war uns von Anfang an der enge Kontakt und rege Austausch mit unseren Fans. Unsere Zuckerbäcker-Fanseite und unseren Blog betreuen wir daher sehr intensiv.

Wir wissen, dass unsere Kunden uns gerne weiterempfehlen, wenn sie selber glücklich mit unseren Artikeln und unserem Service waren. Das merken wir! Das sogenannte „Word-of-Mouth-Marketing“ funktioniert bei uns sehr gut.

5. Auf welcher Software läuft euer Shop und welche Maßnahmen zur Usability-Optimierung habt ihr unternommen?

Als Shopsoftware setzen wir Magento ein, wobei dieser auf unsere Bedürfnisse sehr stark angepasst ist. Der Selber Mischen-Bereich ist zum Beispiel eine komplette Eigenentwicklung von uns.

Für unseren Blog verwenden wir WordPress.

Für die Usability haben wir zum einen auf ein rundes und angenehmes Design gesetzt, dass ansprechend ist und zu Der Zuckerbäcker passt. Wichtig ist auch, dass die Seite nicht überladen wirkt. Bei Onlineshops sieht man es leider sehr oft, dass je länger ein Shop besteht, desto mehr Plugins werden eingebaut. Eine Seite wirkt dann schnell überladen und unübersichtlich. Der Zuckerbäcker ist klar strukturiert und Du findest nur die Informationen auf einer Seite, die auch interessant sind.

Wichtig sind auch gute Bilder. Der Kunde muss sich vorstellen können was er zugesendet bekommt und Lust haben sofort loszunaschen.

Geachtet haben wir auch auf einen verständlichen und einfachen Checkout. Bei uns muss ein Kunde kein Kundenprofil anlegen. Der Checkout darf nicht mehr groß ablenken und je weniger einzelne Schritte Du hast desto besser.

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6. Traffic auf einen Shop zu bringen ist nicht so einfach. Was waren da die wichtigsten Maßnahmen und welche Rolle spielt dabei SEO?

Hier setzen wir auf Word-of-Mouth. Das funktioniert sehr gut. Schaffen wir es einen Kunden glücklich zu machen, so steckt er seine Freunde an, auch bei uns zu bestellen. Unsere Fan-Seite auf Facebook trägt auch seinen Anteil dazu bei.

Interessant für uns ist auch, wenn andere Seiten über uns berichten und Der Zuckerbäcker vorstellen. Da es Konzepte wie Der Zuckerbäcker so noch nicht gibt, müssen wir erst auf uns aufmerksam machen. Das funktioniert am besten, wenn über uns berichtet wird oder wir irgendwo erscheinen und so Leute auf uns aufmerksam werden.

SEO spielt denke ich bei jedem Online-Shop eine Rolle, bei uns jedoch eher indirekt. Natürlich ist es gut bei bestimmten Keywords gut gelistet zu sein. Unsere Artikel sind jedoch eher ein Impulskauf. Für uns ist die allgemeine Bekanntheit im Moment jedoch wichtiger, da noch viel zu wenig Leute Der Zuckerbäcker kennen.


7. Ihr bietet unter anderem auch Süßes für Unternehmen an. Worum geht es dabei und wie wird das von Unternehmen angenommen?

Online-Shop kreativ - Der Zuckerbäcker im InterviewWas schenken Unternehmen Ihren Geschäftspartnern, Kunden und Lieferanten? Die meisten Geschenke sind einfältig.

Bei mir Zuhause häufen sich mittlerweile USB-Sticks. Von welchem Unternehmen Sie ursprünglich mal geschenkt wurden weiß ich nicht mal mehr. Wir finden Give-Aways und Werbegeschenke müssen nicht einfältig sein. Sie sollten vielmehr etwas besonderes sein.

Wir bieten mit unterschiedlichen Verpackungen, Süßigkeitenmischungen und Veredelungsarten individuelle Kunden-, Mitarbeiter-, Geschäftspartner- oder Gastgeschenke an. Das Corporate Design können wir in den Süßigkeiten-Mischungen (z.B. nur rot-weiße Süßigkeiten) als auch in der Veredelung mit Aufklebern mit einbinden.

Unsere Kunden haben so Geschenke, die außergewöhnlich sind, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und garantiert Freude bei dem Empfänger verbreiten.

Unternehmen finden unser Angebot super, da sie hier eine Alternative zu klassischen – immer gleichen – Give-Aways und Geschenken finden und Ihren eigenen Kunden zeigen können, dass Sie Werbeartikel nicht einfach aus einem Katalog ausgesucht haben und sich Gedanken gemacht haben. Gemeinsames Naschen verbindet eben.


8. Traffic ist das eine, aus den Besuchern dann auch Käufer zu machen das andere. Was sind deiner Erfahrung nach die wichtigsten Tipps für mehr Kunden in einem Online-Shop?

Die oben angesprochene Usability zeigt wie gut Deine Seite “funktioniert” und aus Traffic einen Sale macht.

Das wichtigste ist aber: Deine Kunden müssen zufrieden sein, dann empfehlen sie dich weiter und kaufen wieder bei dir.

Bestellungen solltest Du demnach so schnell wie möglich versenden, sowie auch E-Mails und Anfragen Deiner Kunden schnell beantworten. Es spricht sich schnell herum, wenn Du einen Service bietest, der über das Gewohnte hinausgeht.

Empfehlen kann ich zu dem Thema “Service” das Buch von “Tony Hsieh, Delivering Happiness”.


9. Ihr betreibt auch einen Blog. Warum und was bringt euch das?

Uns ist es wichtig in einem offenen Dialog mit unseren Kunden zu stehen.

Wir berichten gerne über neue Produkte, was bei uns gerade passiert oder in der Welt rund um Süßigkeiten los ist. Auf dem Blog haben wir die Möglichkeit Themen abseits des Geschäftes anzusprechen, wie z.B. unser Poetry Slam zu Weihnachten.

Wir zeigen so, dass wir nicht ein nur wirtschaftlich denkendes Unternehmen sind, sondern Der Zuckerbäcker Dein freundlicher Süßigkeiten-Bäcker ist, der auch mal über Gott und die Welt erzählt.


10. Und ihr seid auch im Social Web aktiv. Was macht ihr da und wieso?

Online-Shop kreativ - Der Zuckerbäcker im InterviewLogische Ergänzung zu dem was ‘Der Zuckerbäcker’ ist sind unser Blog und unser Facebook-Profil unsere Kanäle zu unseren Fans.

Das ist uns sehr wichtig, die Möglichkeit des direkten Austausches mit unseren Kunden zu haben. So merken wir gleich, wenn wir die richtigen oder falschen Entscheidungen treffen und wie was bei unseren Fans ankommt.

Viele Unternehmen setzen Social Media ein, sehen dies aber hauptsächlich als SEO-Instrumente oder Kundenbindungsmechanismen. Das sollte nicht im Vordergrund stehen. Meint ein Unternehmen es wirklich ernst mit seinen Fans und ist in einem offenen Dialog mit diesen, so kommt die Kundenbindung danach von alleine.


11. Ein letzter wichtiger Tipp für angehende Shop-Betreiber?

Ihr müsst eure Idee leben. Euer Kunde soll merken, dass Ihr mit Leidenschaft bei der Sache seid, dann schafft Ihr es auch Ihn von eurer Idee zu begeistern.


Danke Christopher

für die Einblicke in euren interessanten Shop und die fast noch interessantere Philosophie und Herangehensweise.

Ich sehe täglich leider sehr viele MeToo Startups und kreativlose Gründungen.

Das Beispiel der Zuckerbäcker zeigt sehr schön, wie man sich einerseits eine klare Nische sucht und deutlich positioniert. Zum anderen finde ich die Vermarktung und die Nutzung des Social Webs faszinierend. Hier wird nicht geworben oder vermarktet, hier wird Leidenschaft gelebt und das findet viele Fans, die dann ihrerseits zu “Vermarktern” werden.

Insgesamt ein sehr schönes Beispiel, auch wenn ich wohl nicht so viel dort bestellen werde. Schließlich versuche ich gerade wieder in Form zu kommen. :-)


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Kommentare

  1. Marcel - Traffic Blog meint

    Erst einmal ein Lob für das gelungene Interview. :smile:
    Das Konzept gefällt mir auch, zumal es auch schwer ist Lebensmittel über das Internet zu vertreiben und der Zuckerbäcker hat das gut umgesetzt.

    Jedoch frage ich mich wo der genaue Mehrwert liegt dort einzukaufen, ich kann doch auch zum Kiosk nebenan gehen und mir da eine gemischte Tüte kaufen, so würden auch keine Versandkosten anfallen und ich hätte sofort Zugriff auf die Süßigkeiten.

    Die einzigen Vorteile sind die große Auswahl und die Idee mit der Lieferung an Unternehmen. Oder habe ich etwas übersehen?

    Naja trotzdem weiterhin viel Glück bei dem Projekt :smile:

  2. meint

    Die Auswahl ist ein riesiger Vorteil, wie ich finde. Zudem kenne ich bei mir in der Nähe keinen Kiosk mehr, der so etwas anbietet. In Großstädten mag das anders sein.

  3. Loco meint

    Ich finde die Auswahl gar nicht so groß. Gerade als Geschenk, habe ich hübschere Verpackungen erwartet. Kannte es noch nicht und werde wohl mal ein Glas bestellen (als Geschenk), doch wie gesagt… hätte da einfach mehr und hübscheres erwartet.

    Außerdem nervt es mich das die Preise derart auffällig angepasst sind, so dass es immer unter den 20 Euro (ab da Versandkostenfrei) bleibt.

    Auch die 4 TAGE Lieferzeit sind extrem hoch (Im Vergleich zu anderen Shops). Müsst irh die Süßigkeiten erste herstellen?

    Wie gesagt… kenne jemanden der Kiosk Süßigkeiten einfach liebt und werde daher in 1-2 Monaten mal etwas bestellen, doch die Kritikpunkte sind schon nervig.

  4. Loco meint

    @Marcel
    Der Mehrwert fehlt mir auch. Hier würde ich mir eben (wie oben erwähnt) hübschere, vielleicht auch hochwertigere Verpackungen wünschen.

    Mir fehlt hier vielleicht auch ein EXTREMES und einfach übertriebenes Produkt. Mega-XXL Glas oder so etwas. Etwas, was zum Geburtstag nicht nru eine Überraschung, sondern auch ein echter Gag ist.

  5. meint

    Wirklich schön gemachter Shop, da läuft einem glatt das Wasser im Munde zusammen ;-) Man sieht, wie sehr es doch auf das Design ankommt.

  6. meint

    Gratulation zu diesem gelungenen Interview, dass gleich die Naschkatze in mir geweckt hat. :-)
    Besonders positiv finde ich die Spendenaktion für Japan. Das zeigt mir, dass die Zuckerbäcker nicht nur ihre Philosophie ernst nehmen, sondern sich auch Gedanken um den Rest der Welt machen. Eine tolle Sache.

  7. meint

    Eine echt tolle Geschichte mit diesen Leckerein,leider währe es für mich zu umständlich, wenns mich überkommt mit dem Heisshunger auf Süsses muss ichs immer gleich haben.Zum bestellen währe es zu lang, und einen Vorrat zu Hause zu haben, na ja ich glaube ,ich würde platzen.Aber trotz alle dem der Zuckerbäcker gefällt m ir, viele Grüsse.:lol:

  8. meint

    Endlich einmal ein Shop, der verstanden hat, um was es geht! Pfiffige Details wie das “will ich” statt “kaufen” oder “bestellen”, die Bonbongeschmückten Englischen Linien zwischen den Produkten und last not least die bonbonrosa Buttons bringen erfrischende Abwechslung zu den üblichen 08-15 Shopdesigns.
    Großes Kompliment an die Shopbetreiber und Dank an den Blogger für Vorstellung + informatives Interview, aus dem sich manches lernen läßt!

  9. meint

    Ich stimme Hildegarf Fuchs zu. Der Shop ist sehr schpön gemacht und auf die Details stimmen. Wenn man den Shop so sieht, bekommt man Lust zu kaufen, auch wenn ich die Auswahl auch nicht so groß finde.
    Interessant finde ich, dass die Betreiber eher auf Mundpropaganda gesetzt haben anstelle von Suchmaschinenoptimierung. Die Fanseite und der Blog scheinen erfolgreich zu sein. So wie sich Herr Pfahl gibt, wird auch diesen Projekt “gestemmt”.

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