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Die Kosten der Selbständigkeit – Teil 13. Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz
Peer Wandiger - 11 Kommentare - Existenzgründung, Planung, Selbständig - Ähnliche Artikel


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Eines der Themen, die viele Selbständige bei der Existenzgründung etwas vernachlässigen, sind die Kosten.

Das fällt vielen dann später auf die Füße, wenn auf einmal mehr Kosten anfallen als man eingeplant hatte.

Deshalb möchte ich mich in Teil 13 der Artikelserie den Kosten der Selbständigkeit widmen.

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[Übersicht der Artikel-Serie "Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz"]

Warum werden die Kosten vernachlässigt?

Dafür gibt es sicher mehrere Gründe.

Zum einen denke ich, dass viele Existenzgründer noch in ihren Angestellten-Denkmustern verankert sind. Das ging mir nicht anders.

Als Angestellter bekommt man einmal im Monat ein festes Gehalt und das, was auf dem Konto ankommt, gehört einem auch erstmal alles.

Diese Denkweise muss man als Selbständiger natürlich möglichst schnell ablegen. Vom Geldeingang durch bezahlte Rechnungen etc. gehört einem vielleicht 50-60%, je nach anfallenden Kosten.

Bei Selbständigen mit hohem Wareneinsatz, kann das auch viel weniger sein.

Ein zweiter Grund ist sicher die Euphorie bei der Gründung. Man will sich um seine Produkte/Leitungen kümmern, man will Kunden finden und Werbung machen. Da sind Kosten einfach “unsexy” und deshalb beschäftigen sich viele damit nicht gern.

Warum ist das existenzbedrohend?

Doch das kann schnell existenzbedrohend werden. Denn auf Basis der Kosten berechnet man z.B. den eigenen Stundensatz.

Wenn man die Kosten zu niedrig ansetzt, dann berechnet man automatisch auch zu wenig für die eigene Arbeit. Das passiert insbesondere da, wo man versucht über den Preis an neue Kunden zu kommen.

Doch mit der Zeit kommen all die vernachlässigten Kosten und dann ist es sehr schwer, die eigenen Stundensätze anzuheben. Und meist dauert es dann auch, bis das greift.

Deshalb sollte man auf jeden Fall schon zu Beginn alle möglichen Kosten einkalkulieren.

Kosten der Selbständigkeit

Im Folgenden möchte ich einen groben Überblick über die Kosten der Selbständigkeit geben.

Zu beachten ist dabei aber natürlich, dass es für jeden Selbständigen individuelle Dinge gibt und man sollte sich auf jeden Fall selbst einen Kopf machen.

Zum einen hat man als Selbständiger den Bereich der privaten Kosten:

  • Wohnung oder Haus
    Als Selbständiger muss man natürlich die eigenen Lebenshaltungskosten beachten. Die Miete und natürlich auch die Nebenkosten sind meist ein großer Betrag. Müllgebühren, GEZ usw.

    Aber auch wenn man ein Haus hat, so wie ich, muss man einen Kredit abzahlen und natürlich gibt es mit der Zeit immer Dinge die man reparieren muss oder die neu gemacht werden.

  • Essen und Leben
    Man sollte auch nicht die kleinen Beträge des täglichen Lebens übersehen. Essen, Trinken, Kleidung, Kino, Friseur usw. sind oft eher kleine Beträge, die sich am Ende aber summieren.
  • Auto
    Ohne Auto kommt man heute nicht aus. Neben Benzin, was immer teurer wird, bezahlt man hier meist Versicherungen, Reparaturen und evtl. spart man ja auf ein neues Auto.

    Auch hier sollte man nicht vergessen, die kleinen und/oder nur hin und wieder eintreffenden Kosten zu beachten. Putzmittel, Strafzettel, neue Reifen, Jahreshauptuntersuchung etc. summieren sich zu einem schönen Sümmchen.

  • Kinder
    Wer Kinder hat, wird wissen, dass das Kindergeld eigentlich schon für die Kosten des Kindergartens oder der Krippe drauf geht. Und wenn ich sehe, dass die Schulbücher meiner großen Tochter für die 3. Klasse mehr als 100 Euro gekostet haben, sollte man die Kosten für die Kinder nicht unterschätzen.
  • Versicherungen
    Das Thema Versicherungen habe ich ja im letzten Teil ausführlich behandelt. Die privaten Versicherungen sind nicht ohne. Und auch die Altersvorsorge sollte man nicht vernachlässigen, da man es dann später bitter bereut.
  • Einkommenssteuer
    Man darf auf keinen Fall vergessen, dass das Finanzamt Einkommenssteuer von einem verlangt. Das hat früher der Arbeitgeber abgeführt und viele können sich nur an die Erstattungen erinnern. Diese Zeiten sind vorbei. ;-)
  • sonstiges
    Am besten geht man mal die Quittungen und den Kontoauszug der letzten Monate durch, um weitere kleine Kosten zu finden, an die man bisher nicht gedacht hat.

Als zweiten großen “Kosten-Berg” gibt es noch die beruflichen Kosten.

Auf einem Bild im Smava-Blog sieht man eine Auswertung der Kosten für Handwerksbetriebe. Natürlich unterscheiden diese sich teilweise stark von den Kosten für Selbständige im Netz. Aber es ist auf jeden Fall ein interessanter Einblick.

Die genaue Auswertung kann man sich auf smava-blog.de durchlesen.

  • Büro
    Hat man ein externes Büro, dann fallen natürlich nochmal zusätzlich Kosten wie Miete, Nebenkosten, Putzservice etc. an.

    Und auch das Büromaterial sollte nicht vergessen werden.

  • Technik
    Wer mit dem Computer arbeitet, braucht da relativ regelmäßig einen neuen. Oder nutzt man Software mit monatlichen Lizenzkosten?

    Auch der Internetanschluss und das Telefon (Handy) kosten monatlich Geld.

  • Auto
    Wer einen Firmenwagen hat, für den fallen ähnliche Kosten wie für das private Fahrzeug an. Man sollte sich zu Beginn aber sehr gut überlegen, ob man wirklich einen (neuen) Firmenwagen benötigt.
  • Versicherungen
    Natürlich gibt es auch betriebliche Versicherungen, die je nach Branche sogar vorgeschrieben sind.

    Und eine wichtige Versicherung, wie die Berufsunfähigskeitsversicherung, sollte man nicht vergessen.

  • Werbung
    Ohne Werbung keine Kunden. Die Kosten für die eigene Website, Anzeige, Messeauftritte etc. können schnell eine beträchtlich Höhe annehmen.
  • Kredite
    Wer in Ausstattung, Maschinen, Gebäude oder Rohstoffe investieren musste, wird das in der Regel mit einem Kredit finanzieren. Und dieser verursacht natürlich auch monatlich Kosten.
  • Mitarbeiter
    Das ist bei mir noch nicht der Fall, aber wer erstmal Mitarbeiter hat, der muss monatlich zum Stichtag X deren Löhne und die Lohnnebenkosten bezahlen.
  • sonstiges
    Natürlich gibt es auch hier weitere Kosten, wie z.B. Mitgliedsbeiträge, Gewerbesteuer etc.

Kalkulationshilfe

Hat man sich die Zeit genommen und sehr intensiv über die anfallenden Kosten nachgedacht, kann man das alles mal durchkalkulieren und schauen, was man eigentlich so ungefähr verdienen muss.

Dafür eignet sich z.B. die Website guru-20.info.

Der dortige Honorarrechner hilft dabei, auf Basis der Kosten die minimalen Stundensatz zu berechnen. Mehr dazu dann im nächsten Teil der Artikelserie.

Fazit

Man sollte sich die Zeit nehmen und ehrlich die eigenen Kosten analysieren. Oft kommt da eine längere Liste zusammen, als man vorher erwartet hat.

Wer aber an dieser Stelle nicht ehrlich zu sich selbst oder einfach zu naiv ist, der wird später ernste finanzielle Probleme bekommen .

So geht es weiter

In Teil 14 der Artikelserie Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz geht es um “Preise und Angebot“. Ich stelle verschiedene Preisstrategien vor und gehe auch die Sortimentsplanung ein.


Hier findest Du weitere Informationen zu diesem Thema:

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Kommentare
11 Kommentare und Trackbacks zu 'Die Kosten der Selbständigkeit – Teil 13. Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz'

Kommentare zu 'Die Kosten der Selbständigkeit – Teil 13. Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz' mit RSS

  1. 1 Christian D. kommentierte am 16.08.2011 um 14:05 Uhr

    Den Rechner kannte ich noch nicht. Dankeschön dafür :)

  2. 2 Sanny kommentierte am 16.08.2011 um 17:45 Uhr

    Die Kosten zu berücksichtigen ist super wichtig! ich habe es über den schweren Weg lernen müssen, was es heißt, wenn man nicht an alles denkt. Hätte ich so einen netten Rechner gehabt, dann wäre mir eine Menge meiner Sorgen ersparrt geblieben. Aber wie heißt es so schön? was uns nicht umbringt….

    freu mich schon auf den nächsten Teil.

  3. 3 Viktor kommentierte am 16.08.2011 um 19:16 Uhr

    Ein schöner Artikel. Ich selbst war in den ersten Monaten auch sehr überrascht von den Ausgaben, die ich allein für meine Selbstständigkeit ausgeben musste. Mittlerweile jedoch hab ich mich dran gewöhnt und sehe sie als natürliche Ausgaben an.

  4. 4 Raffael kommentierte am 16.08.2011 um 19:23 Uhr

    Gute Übersicht. Ich habe in den letzten beiden Jahren festgestellt, dass es oft gar nicht die großen Kostenpunkte sind, sondern die vielen Kleinigkeiten, die sich aufaddieren (Abos, Software, Gebühren, etc.). Da ist man Ruckzuck bei mehreren Hundert Euro Fixkosten, die alle nur aus 10€ Beträgen bestehen.

  5. 5 Chris kommentierte am 16.08.2011 um 23:27 Uhr

    Wer sich selbständig machen möchte sollte mal bei enable2start.de reinschauen, dort kann man sich mit seinem Konzept bewerben und einen von 5 Existenzgründerzuschüßen in Höhe von jeweils 50.000,- Euro gewinnen!

  6. 6 Timon Schroeter kommentierte am 17.08.2011 um 05:44 Uhr

    Die Kosten sind in der Tat ein wichtiger Punkt. Hab’ seinerzeit mit dem Gründungszuschuss gegründet. Der Berater, der für mich hier in Berlin als fachkundige Stelle fungiert hat (den kann ich übrigens echt empfehlen) hat schon an die Kosten gedacht. Über die Vorgaben vom Amt hinaus hat er eine detaillierte Kostenaufstellung von mir verlangt.
    Heute (1,5 Jahre später) kann ich sagen, dass diese Aufstellung es schon echt gut getroffen hat. Wer also noch überlegt, sich selbstständig zu machen: Nehmt euch die Zeit, die Kosten wirklich systematisch zu erfassen und ggf. zu schätzen. Es ist machbar, kann präzise Ergebnisse liefern und der Zeitaufwand lohnt sich total!

  7. 7 sascha fuchs kommentierte am 18.08.2011 um 00:00 Uhr

    An eine Sache muss mal als Selbstständiger auch denken, an die Sauren Gurken Zeiten. In den Umsatzschwachen Zeiten werden die Kosten nicht geringer und da muss man eben auch Vorsorgen.

    Der einfache Angestellte hat die Probleme nicht, der bekommt jeden Monat sein Geld.

  8. 8 Relativ kommentierte am 18.08.2011 um 16:38 Uhr

    Ja ein ordentlicher business Plan sollte immer erstellt werden. Ich empfinde dies als wichtigsten grundstein einer Selbsständigkeit. Denn nur an hand dessen kann man nachverfolgen ob man seine Ziele erreicht, Des weiteren wird hierdurch gewerleisted das man Kosten wirklich mit bedenkt. Nicht das man denke man mache gute gewinne und wenn am Jahresende dann aufeinmal die Seuer und andere Rechnungen fällig werden fällt man aus allen Wolken.

  9. 9 Der Steuermann kommentierte am 07.09.2011 um 12:40 Uhr

    Vor allem sollte man auch an die Steuern denken, die dann am Ende des Jahres kommen. Ich habe letztes Jahr neben meiner Anstellung mit einem Nebengewerbe glücklicherweise einen mittleren 5stelligen Betrag verdient. Die Verlockung, die Kohle direkt in Urlaub, Auto & Co zu stecken, ist immens, aber dann kommt mit der nächsten Steuererklärung der Hammer und man geht fast pleite. Auch bei GmbHs ist das ja so ne Sache. Man freut sich über einen steigenden Kontostand und berücksichtigt im ersten Freudentaumel nicht, dass ja die Stadt und das Finanzamt dann gerne ordentliche Steuern noch haben wollen.

  10. 10 azella kommentierte am 31.01.2012 um 16:47 Uhr

    Hallo,
    wenn man das so liest, starten viele echt viel zu Leichtsinning und Blauäugig in die Selbständigkeit.
    Auf jeden Fall sollte man schon echt einiges an Luft nach oben lassen bei seinen Berechnungen. Es passiert immer irgendetwas.

    Grüße

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