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Erfolgsfaktoren für Selbständige – Teil 18. Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz
Peer Wandiger - 4 Kommentare - Existenzgründung, Selbständig, Tipps - Ähnliche Artikel


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Nachdem ich im letzten Teil der Artikel-Serie “Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz” Gründe aufgezählt habe, woran Selbständige scheitern können, möchte ich diesmal positive Faktoren nennen.

Deshalb stelle ich heute 15 wichtige Erfolgsfaktoren für Selbständige vor.

<< Teil 17 - Daran scheitern Selbständige
>> Teil 19 – Nach der Existenzgründung
[Übersicht der Artikel-Serie "Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz"]

Erfolgsfaktoren für Selbständige

Im Folgenden nenne ich 15 Faktoren, die meiner Erfahrung nach dabei helfen, eine erfolgreiche Selbständigkeit aufzubauen.

Natürlich sind nicht alle 15 Faktoren zwingend notwendig, um erfolgreich zu sein. Aber je mehr man davon vorweisen kann, um so größer ist die Chance seine Selbständigkeit langfristig etablieren zu können.

Die Faktoren habe ich wieder alphabetisch geordnet.

  • Anpassungsfähigkeit
    Eine gute Anpassungsfähigkeit ist recht wichtig, da eine Selbständigkeit selten genau so läuft wie geplant. Zum einen sieht die Realität dann meist anders aus als es im Businessplan steht.

    Zum anderen verändert sich mit der Zeit natürlich auch die Umwelt. Kundenbedürfnisse ändern und Märkte wandeln sich. Neue Konkurrenten treten auf den Plan, alte verschwinden.

    Wer sich den Veränderungen nicht anpasst, wird Probleme haben zu überleben.

  • Ausdauer/Disziplin
    Die ersten 3 Jahre sind die schwersten heißt es. Und so ganz falsch ist das nicht. Ob Offline oder Online, gerade zu Beginn braucht man meist jeden Kunden und muss jeden Monat schauen, dass das Geld reicht.

    Mit der Zeit wird dies zwar meist besser, aber auch dann sollte man nicht den Schlendrian einkehren lassen. Nur wer dran bleibt, kann auch etwas aufbauen. Irgendwie nebenbei, wenn man gerade Lust hat, wird das meist nichts.

    An meinen Websites kann ich auch sehr gut sehen, dass sich Ausdauer und Disziplin auszahlt. Zumal viele Konkurrenten genau diese Eigenschaften nicht auf lange Sicht haben.

  • Delegieren können
    Daran muss ich persönlich noch arbeiten, aber auf lange Sicht ist es oft sehr sinnvoll, zu delegieren.

    Sonst steht man sich selbst im Weg, da die eigene Arbeitszeit begrenzt ist und man auch nicht alles wirklich so gut kann.

    Deshalb sollte man mit der Zeit beginnen, externe Experten zu nutzen und seinem Business somit mehr Wachstumsmöglichkeiten zu geben.

  • fachliches Know How
    Das sollte eigentlich klar sein. Wer eine Selbständigkeit in einer Branche wagt, von der er keine Ahnung hat, braucht viel Glück und Gottvertrauen.

    Gerade auch bei Websites sollte man schon wissen, wie man online etwas vermarktet und wie man ein funktionierendes Geschäftsmodell etabliert. Auch vom Inhalt der eigenen Seiten sollte man Ahnung haben.

    Aber das ist eigentlich der Punkt, wo die wenigsten Existenzgründer scheitern.

  • Geschäftsidee/Geschäftsmodell
    Eine gute und profitable Geschäftsidee ist wichtig. Viele durchdenken ihre Geschäftsidee nicht wirklich bis zum Ende oder gehen mit einer “Ich mache dasselbe wie XY”-Einstellung an die Gründung heran.

    Man sollte aber etwas besonderes bieten, sich von anderen abheben und seine Geschäftsidee in wenigen Worte klar darlegen können.

    Und das Geschäftsmodell, also wie man genau Geld verdienen will, sollte von Anfang an definiert sein.

  • kaufmännische Fähigkeiten
    Hier hapert es doch bei relativ vielen Existenzgründern. Während das fachliche Know How vorhanden ist, wissen leider viele Gründer zu wenig über den kaufmännischen Teil der Selbständigkeit.

    Dabei ist dieser genau so wichtig. Sehr viele Selbständige gehen bankrott, weil z.B. die Liquidität fehlt, rechtliche Dinge nicht beachtet wurden, laufende Kosten den Gewinn auffressen usw.

    Wer kein BWL-Studium oder eine kaufmännische Ausbildung vorweisen kann, sollte sich unbedingt in das Thema einlesen oder einen Kurs dazu besuchen.

    Natürlich kann man auch hier auf externe Experten zurückgreifen. Allerdings sollte man sich trotzdem ein Basiswissen aneignen, da dies auch für unternehmerische Entscheidungen wichtig ist.

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  • Kontakte knüpfen
    Ganz wichtig ist es, dass man Networking betreibt. Vieles wird in der Selbständigkeit einfacher, wenn man genug Leute kennt.

    Sei es, weil diese neue Kunden bringen, bei Problemen helfen oder weil man mit denen einfach etwas zusammen auf die Beine stellen kann.

    Und es ist für Existenzgründer und Selbständige auch ganz hilfreich, wenn man sich mit anderen Gründern und Selbständigen austauschen kann.

  • Kundenfokus
    Oft scheitern neue Firmen daran, dass sie sich zu wenig auf den Kunden konzentrieren.

    Da kommt jemand auf eine tolle Idee für ein neues Produkt und ist selbst total begeistert. Aber ob es dafür auch Kunden da draußen gibt, wird nicht geprüft.

    Bei allen Produkt-, Preis- und Marketingentscheidungen sollte man primär den Kunden im Auge haben.

    Ein Negativbeispiel habe ich vor einer Weile erlebt. Ein gutes Restaurant, welches wir gern besucht haben, hat versucht die Kosten zu senken und damit den Profit zu erhöhen. Also hat man jemanden geholt, der die Speisekarte “optimiert” hat. An sich ja kein Problem, man sollte sein Sortiment immer wieder überprüfen.

    Allerdings wurde da so “gut” optimiert, dass all das Besondere auf der Speisekarte auf einmal weg war. Genau das, was das Restaurant von anderen unterschieden hat, wurde wegrationalisiert. Seitdem gehen wir kaum noch dorthin.

  • Lernbereitschaft
    Als Kind wurde mir schon “eingetrichtert”, dass man sein ganzes Leben lernt. Und so ist es auch.

    Wer als Selbständiger langfristig erfolgreich sein will, darf nicht stehen bleiben, sondern muss immer dazu lernen.

    Gerade im Internet ändert sich ständig was. Deshalb sollte man wissbegierig bleiben und immer dazulernen.

  • Marketing
    “Wer nicht wirbt, der stirbt”. Ohne die Vermarktung der eigenen Produkte, Leistungen, Websites usw. wird man in der Regel nicht genug Kunden finden.

    Deshalb ist es wichtig, dass man regelmäßig etwas für die Vermarktung tut.

    Das kann ein Tag im Monat sein, den man sich für das Marketing frei hält. Es gibt aber auch Selbständige, die sich vornehmen, jeden Tag eine Sache für das Marketing zu machen.

    Wie auch immer man das selber organisiert, wichtig ist, dass man Marketing nicht nur am Anfang oder wenn die Aufträge knapp werden betreibt.

  • Motivation
    Eine gute Motivation ist natürlich auch sehr wichtig. Wer jeden Tag gegen seinen inneren Schweinehund kämpfen muss, wird wahrscheinlich nicht lange durchhalten.

    Dabei kann man die Motivation aus vielen Dingen ziehen. Natürlich motiviert auch das “Geld verdienen” an sich, aber man sollte es nicht allein darauf aufbauen.

    Kurz- und mittelfristige Ziele, die man erreichen möchte, sind sehr gut für die Motivation.

  • realistische Erwartungen
    Leider gehen viele Existenzgründer mit unrealistischen Erwartungen in die Selbständigkeit. Oder man hat langfristige Ziele definiert, die vom Best-Best-Case ausgehen.

    Eine Selbständigkeit ist hart und kein Zuckerschlecken. Die meisten Gründer kommen erstmal so über die Runden, bevor sie dann ein normales Einkommen erreichen.

    Man sollte deshalb realistische Erwartungen haben und auch für ein Worst-Case-Szenario vorsorgen.

  • Spaß
    Ganz am Ende dieser Liste kommt der meiner Meinung nach wichtigste Punkt. Die eigene Selbständigkeit sollte Spaß machen. Ich stehe jeden Tag gern auf und mache mich an die Arbeit.

    Und der Spaß an der Arbeit sorgt dafür, dass Überstunden kein Problem sind und man auch in stressigen Zeit am Ball bleibt. Man ist dann einfach mit Herzblut bei seiner Arbeit und das merken auch die Kunden.

    Wer langfristig eine erfolgreiche Selbständigkeit aufbauen will, sollte Spaß an der Sache haben.

  • stabiles Wachstum
    Oft genug hört man heute die Meinung, dass ein Business möglichst schnell wachsen und Reichweite erreichen muss, um erfolgreich zu sein. Allerdings ist dann auch der Absturz oft recht schnell da.

    Ich bin ein großer Freund des langsamen Wachstums. Das bedarf zwar Ausdauer und Durchhaltevermögen, aber mit einem stetigen und stabilen Wachstum stellt man sein Unternehmen auf stabilere Beine, als kurzfristig große Risiken einzugehen.

    Natürlich ist es von Branche zu Branche unterschiedlich gut möglich, langsam zu wachsen und es gibt sicher auch viele, die schnell etwas etablieren und wenn es nicht funktioniert, es genau so schnell beenden.

    Es hängt also auch vom eigenen Charakter ab, wie man vorgeht.

  • vorausschauende Planung und Ziele
    Als Selbständiger sollte man immer vorausplanen. So zum Beispiel auch beim Thema Liquidität.

    Ich habe in diesem Jahr gemerkt, wie wichtig vorausschauendes Handeln ist. Finanzamt, Gewerbeamt und andere haben in den vergangenen Monaten richtig bei mir zugeschlagen. Nachzahlung und Vorauszahlungen haben sich in nicht unbedeutende Höhen entwickelt.

    Nun wird der eine oder andere sagen, dass ich ja auch mehr verdient habe. Das ist richtig, aber trotzdem muss man diese Entwicklung bedenken und zeitig genug damit anfangen Geld zurück zu legen.

    Wer einfach so weitermacht wie immer und das Geld, was reinkommt, umgehend wieder ausgibt, der wird dann Probleme bekommen. Insofern wundert es mich nicht, dass immer wieder Selbständige erst nach 3-5 Jahren pleite gehen. Nach den Startjahren, in denen man kaum was zahlen musste, gingen die Einnahmen nach oben, aber eben auch die Abgaben. Letzteres wurde von manchen einfach nicht bedacht.

    Aber auch in den Bereichen Produktentwicklung, Marketing etc. sollte man vorausschauend planen und Ziele definieren.

    Wer dagegen im täglichen Arbeitsstress versinkt und nur an den aktuellen Tag denkt, wird die eine oder andere böse Überraschung erleben.

Das soll es mit meinen Erfolgsfaktoren für Selbständige gewesen sein.

Wer noch weitere Erfolgsfaktoren beitragen möchte, der kann das gern tun. Einfach in die Kommentare damit.

So geht es weiter

Die Artikelserie “Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz” neigt sich ihrem Ende entgegen. In Teil 19 geht es um die Zeit nach der Existenzgründung und worauf man achten sollte.


Hier findest Du weitere Informationen zu diesem Thema:

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Kommentare
4 Kommentare und Trackbacks zu 'Erfolgsfaktoren für Selbständige – Teil 18. Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz'

Kommentare zu 'Erfolgsfaktoren für Selbständige – Teil 18. Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz' mit RSS

  1. 1 Patrick Toalster kommentierte am 07.12.2011 um 19:03 Uhr

    Deine Liste ist ziemlich gut und berücksichtigt auf den ersten Blick alle Dinge die man beim Schritt in die Selbständigkeit bedenken sollte. Bei mir war der entscheidende Antrieb die hoffnungslose Situation auf dem Arbeitsmarkt die ich mit Entschlossenheit und Zähigkeit durchgestanden habe.
    Wer anfangs den Spring ins tiefe Wasser zu leicht nimmt kann nur untergehen. Wenn man sich allerdings vorbereitet und weiss dass es kein Zuckerschlecken wird der kann mit etwas Glück die von dir erwähnten drei bis fünf Jahre überstehen und sich am Markt behaupten.

  2. 2 Leo kommentierte am 07.12.2011 um 20:39 Uhr

    Die Ausdauert ist glaub ich der aller wichtigste Faktor bei der Selbständigkeit. Nur wer Ausdauer und einen starken willen hat, kann Erfolg haben.

  3. 3 Steff kommentierte am 10.12.2011 um 22:12 Uhr

    Die Motivation ist oft das Problem. Es gibt Phasen, da muss man sich regelrecht dazu zwingen, weiter zu machen.

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