Das slow grow Prinzip – Buchreview + Verlosung

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Das slow grow Prinzip - Lieber langsam wachsen als schnell untergehenSchaut man sich heute die vielen Startups im Web an, dann scheint vor allem eine Regel zu gelten.

So schnell wie möglich wachsen, Marktanteile sichern und das alles am besten mit Wagniskapital.

Natürlich gibt es Situationen, wo dies der richtige Weg ist. “Normale” Existenzgründer sollten sich von den großen und bekannten Beispielen aber nicht täuschen lassen und diese Vorgehensweise keineswegs als alternativlos ansehen.

Im Buch Das slow grow Prinzip* vertritt die Autorin Svenja Hofert eine ganz andere Gründungsphilosophie und zeigt, wie man langsam wächst, aber dafür gesund.

Ich habe das Buch gelesen und möchte es euch heute vorstellen.

Das Buch wurde vom Verlag für eine Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.

Das slow grow Prinzip

Der Buch-Untertitel “Lieber langsam wachsen als schnell untergehen” gibt eigentlich schon ziemlich genau die Essenz des Buches wieder.

Statt den heute so angesagten Gründungsregeln zu folgen, verfolgt die Autorin eine andere Strategie.

Dabei geht sie in ihrem Buch in jedem Kapitel auf eine Slow-Grow-Regel ein. Dabei stellt sie jeweils einer, ihrer Meinung nach falschen, aber heute viel propagierten Startup-Regel eine eigene neue “Slow-Grow-Regel” entgegen.

So zum Beispiel im ersten Kapitel, wo Sie der “falschen” Regel “Sie müssen eine Unternehmerpersönlichkeit sein!” ihre Regel “Die Art der Selbständigkeit muss zu Ihnen passen” entgegen entgegenstellt.

In den jeweiligen Kapiteln geht die Autorin dann natürlich noch viel genauer auf die jeweilige Regel ein und das in einer angenehmen und kurzweiligen Art und Weise.

Meine Erfahrungen

Ich selber vertrete eine recht ähnliche Meinung wie die Autorin des Buches.

Auch ich bin nicht darauf aus, eine große Firma aufzubauen und mit Wagniskapital zu wachsen, um dann irgendwann von einer noch größeren Firma aufgekauft zu werden.

Stattdessen möchte ich mir etwas langfristig stabiles aufbauen. Dazu habe ich vor allem Zeit investiert, um mein Business nach und nach zu vergrößern und langsam, aber stetig, zu wachsen.

Leider ist das Bild ist der Öffentlichkeit oft ein anderes. Man berichtet eben lieber über erfolgreiche Startups wie Foursquare, Groupon oder Twitter. Das ist aber nicht die Normalität. Leider ist es für viele Medien, Coaches, Redner etc. eben doch viel interessanter über diese besonderen Startups zu berichten. Dabei verzehrt sich dann das Bild in der Öffentlichkeit.

Der Normalfall ist aber die kleine und langsam wachsende Selbständigkeit. Und das ist eben auch mein Weg und damit bin ich auch sehr zufrieden.

Inhalt und die Praxis

Das Buch umfasst 280 Seiten und besteht aus 2 Teilen.

In Teil 1 werden in 9 Kapiteln ebenso viele Slow Grow Regeln aufgestellt.

Am Ende jedes dieser Kapitel gibt es dann auch noch einen ausführlichen Praxisteil, wo konkrete Schritte und Tipps für die Umsetzung in der Praxis gegeben werden.

Der erste Teil des Buches ist natürlich der umfangreichste.

In Teil 2 ab Seite 235 gibt es dann noch 9 Interview mit Gründern, die auch dem Slow Grow Prinzip gefolgt sind.

Optik

Das Buch ist ein Hardcover und durchgehend schwarz/weiß. Das ist in diesem Fall aber auch kein Problem, da es hier ja nicht um Grafik und Design geht.

Stattdessen finden sich im Buch ein paar Diagramme, Tabellen und ähnliches. Und diese sind sehr gut lesbar.

Stichwort “Lesbar”. Die Autorin nutzt viele Zwischenüberschriften, was zu lange Fließtext-Absätze vermeidet und das Lesen angenehm macht.

Insgesamt also ein nüchtern, aber sehr gut lesbar gestaltetes Buch.

Die Autorin

Die Autorin Svenja Hofert ist kein unbeschriebenes Blatt. In den letzten Jahren hat sie diverse Bücher rund um das Thema Existenzgründung und Business veröffentlicht.

In ihrem Blog schreibt sie angenehm regelmäßig über Existenzgründung, Selbständigkeit, Business-Alltag usw.

Ich werde in Kürze ein weiteres Buch von ihr vorstellen, welches mir ebenfalls gut gefallen hat.

Fazit

Das Buch “Das slow grow Prinzip” ist eine angenehme und lesenswerte Alternative zu den heute weit verbreiteten Gründungs-Mythen. Es trifft nicht nur die Realität besser, sondern gibt auch sehr viele gute Tipps für den “normalen” Existenzgründer.

Natürlich ist es die individuelle Entscheidung jedes Gründers, welche Weg er gehen möchte und die Autorin zwingt hier niemandem etwas auf. Aber wer sich mit langsamerem Wachstum besser fühlt, dem gibt sie in diesem Buch eine Menge Ratschläge und Tipps.

Es gibt insgesamt wenig zu kritisieren. Ein wenig problematisch ist die Aufteilung in die 9 Kapitel mit den 9 Regeln allerdings insofern, als dass man beim schnellen Blättern nicht unbedingt auch schnell das findet was man sucht.

So sind ein paar der Regeln recht klar formuliert und man weiß sofort, was sich dahinter verbirgt. Andere Regeln sind dagegen auf den ersten Blick nicht so klar zu zuordnen. Und so ist es eben oft der Fall, dass man nicht schnell im Inhaltsverzeichnis nachschlagen kann, wo sich denn das Marketing- oder das Sortiments-Kapitel findet.

Hat man das Buch aber erstmal gelesen, findet man sich auch recht gut zurecht.

Insgesamt würde ich aber angehenden Existenzgründern empfehlen, das Buch komplett zu lesen. In jedem Kapitel sind viele Tipps und wertvolle “Richtigstellungen” enthalten. Deshalb ist dieses Fachbuch auch weniger zum immer mal wieder nachschlagen geeignet (auch wenn die Praxisteile viele praktische Tipps enthalten), sondern eher ein Buch zum komplett Durchlesen.

Mit hat es jedenfalls sehr gut gefallen, auch wenn ich sicher nicht unbedingt die angepeilte Zielgruppe bin. Trotzdem hat es viele meiner eigenen Ansichten gestärkt und ich konnte zudem auch noch neue Erkenntnisse gewinnen.

Für 24,90 Euro* gibt es das Buch bei Amazon.

Umfrage

Ich würde gern von euch wissen, welche Wachstums-Strategie ihr bei eurer Selbständigkeit bevorzugt.

Soll das eigene Business lieber schnell oder langsam wachsen?

Ergebnis anschauen

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Verlosung

Die Autorin war so freundlich, mir ein weiteres Exemplar zur Verlosung zukommen zu lassen.

Um dieses zu ergattern müsst ihr lediglich den folgenden Tweet auf Twitter veröffentlichen:

@selbstaendig Ich will das Buch “Das slow grow Prinzip” auf selbstaendig-im-netz.de gewinnen http://bit.ly/vxybo1 #SlowGrowSiN

Unter allen Teilnehmern, die bis Mittwoch, den 14.12.2011 diesen Tweet ge- oder retweetet haben, verlose ich per Zufall das Buch.

Review-Zusammenfassung
Reviewer:
Peer Wandiger
Datum:
Artikel:
Das slow grow Prinzip
Bewertung:
4

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Kommentare

  1. meint

    Erste Stimme – Tue es langsam aber gewissenhaft!
    Langsam heißt nicht lahm sondern gründlich!
    Entdecke die Langsamkeit in Dir und nutze Sie! :mrgreen:

  2. meint

    Kann der Autorin eigentlich nur recht geben, Langsam dafür aber Stabil ist einfach besser. Auf dauert steht man so eifnach auf der sicheren Seite.
    Alles in allem ein Interessantes Buch und eine gelungene Buchvorstellung.

  3. meint

    Statt mit Wagniskapital sollte sich Gründer in diesem Zusammenhang zur Gründungsfinanzierung mit der Methode des bootstrapping beschäftigen! Kommt das in dem Buch auch vor?

  4. meint

    Ich finde auch, dass ein langsamer Wachstum ohne Wagniskapital um einiges besser ist. Wenn man an seinem Geschäft hängt, sollte man es ruhig und gewissenhaft angehen.

  5. meint

    Endlich mal einer bzw. eine, die bestätigt, dass es nicht immer schnell gehen muss. Schließlich ist ja auch der Weg das Ziel und die Erfahrungen, die man bis dato sammelt, sind so einiges Wert. Das Buch hilft einem sicherlich auf dem Weg in die Selbstständigkeit auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben und so langfristig Erfolg zu haben.

  6. meint

    Für Einzelunternehmer die ein Geschäft testen wollen oder für Notgründungen zu Vermeidung von Auswanderung und/oder ALG II ist dieses Prozedere immer richtig. Langsames kreditarmes Wachstum sichert unabhängiges Handeln.
    Fokussiert auf den Tagesumsatz kann das erfolgreich werden.
    Für Gründungen die vom Start weg Personal, Maschinen, Fahrzeuge und Rohstoffe benötigen sollte der Gründer soviel Kredit organisieren das er es selber nicht zurückzahlen kann. (siehe “maxfield” Pleite 2008).
    Das riskanteste Prozedere sind Gründungen unter 1,5 Mio € Kreditvolumen besichert durch familieneigenes Vermögen und selbstgenutzes Wohneigentum. Wenn das platzt dann kann der ex-Gründer bis zum St. Nimmerleinstag für die Bank Zinsen erarbeiten und Verwandte hat er dann auch nicht mehr.

  7. meint

    @Peer: Dem kann ich mich nur anschließen. Ich verfolge das gleiche Prinzip auf Seitenreport und bin damit immer sehr gut gefahren. Damit ein Portal hohe Einnahmen abwirft, muss vorher über Jahre hinweg beständig gearbeitet werden. Über Nacht reich und berühmt werden (z.B. durch die Aufnahme von Risikokapital) ist ein gefährlicher Nullsummengedanke, dessen Auswirkungen wir in der derzeitigen Wirtschaftskrise (wieder einmal) deutlich zu spüren bekommen.

  8. BigDaddy meint

    Generell bin ich kein Gegner von Venture Capital. Im Gegenteil, Venture Capital bietet eine attraktive Finanzierungsmöglichkeit für junge und innovative Startups. Dennoch befürchte ich, dass sich sich wie eine neue Dotcom-Blase bilden wird. Der Spiegel schreibt in seiner aktuellen Ausgabe, Facebook sei zehnmal so viel Wert wie die Deutsche Bank. Unternehmen wie Facebook sind mit Sicherheit nicht zu Unrecht so hoch bewertet. Aber inzwischen werden ja Startups mit riesigen Finanzierungsrunden gefördert, die in meinen Augen einfach keinen richtigen Mehrwert bieten. Wie sollen dann die Gewinnerwartungen der Investoren erfüllrt werden? Ich stehe auch dem Konzept von Groupon/DailyDeal kritisch gegenüber. Bietet die Seite tatsächlich einen Mehrwert für das kleine Restaurant von nebenan? Trotz dieser Unklarheiten wird DailyDeal, schlicht Klon von Groupon, für einen dreistelligen Millionenbetrag verkauft… Mhm…

  9. A. Felsenstein meint

    Vielleicht ist es bei mir eine gute Mischung aus Lockerheit und es-nicht-besser-können, aber ich plädiere für moderates Tempo. Unfälle passieren, statistisch gesehen, einfach häufiger, wenn unsere Wahrnehmung der Ereignis-Frequenz hinterher hinkt. Auf der Straße, wie im Business. Wem die Straße zu gefährlich wird, der kann/sollte auch auf dem Fußweg (sicherer) ans Ziel gelangen.

    Ich denke, Wiederkehrer sind ein guter Indikator für Nachhaltigkeit. Leser/Kunden ‘riechen’, wenn etwas auf Teufel komm raus versucht wird. Läßt man mehr Raum für freie Entscheidung, ist das möglicherweise nicht immer förderlich für den zeitnahen Erfolg eines Unternehmers, aber es signalisiert seinem Gegenüber Freiheiten. Das wird normalerweise mit Sympathie belohnt und kann sich in einem dauerhaften Kontakt ausdrücken. Also auch wieder etwas, das nicht mit ‘schnell schnell’ kalkuliert und umgesetzt werden kann.

    @Peer
    Mich würde -wenn das nicht zu persönlich ist- interessieren, was, außer Bücher über Selbständigkeit, Existenzgründung & Co liest du? Kommt man denn überhaupt dazu, andere Themen zu konsumieren, wenn man ein solches Blog betreibt? Sry für die Neugier. :wink:

  10. meint

    Langsam, vorsichtig und professionell zu agieren hat mit Sicherheit den Vorteil, dass das Risiko geringer ist, im Falle eine Pleite die wirtschaftliche Basis zu verlieren. Ohnehin ist es ja heutzutage in aller Regel so, dass man nur für eine gute Geschäftsidee kein Wagniskapital mehr bekommt. Man muss schon bewiesen haben, dass die Geschäftsidee in der Praxis wirklich tragfähig ist. Deshalb stellt sich die Frage nach schnellem Wachstum meist erst ein paar Jahre nach der eigentlichen Geschäftsgründung.

  11. A. Felsenstein meint

    @Peer
    Danke, war einfach nur neugierig, ob man, wenn man solch ein (fast?) Fulltime-Blog wie dieses betreibt, noch zum Lesen von Büchern über Gartenbau, Krimis oder Scifi kommt. ;) Hier brummt’s ja wirklich gewaltig, im Vergleich zu vielen anderen, thematisch ähnlich orientierten Seiten/Blogs!

  12. Matthias meint

    Es gibt ein schönes Zitat von Anton Bruckner: “Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.” – Das trifft es. :grin:

  13. meint

    Ich habe dieses Buch bereits gekauft und bin durch die recherche auf diese Seite gestoßen – mit diesem Tipp hätte ich das Buch auch gekauft.

  14. meint

    Ich gebe ihr vollkommen recht, es kann nur von Vorteil sein langsam zu wachsen als schnell unter zu gehen. Ist bestimmt ein sehr hilfreiches Buch.

  15. Kralle meint

    Unternehmer haben Gebäude, Maschinen, Arbeitnehmer, Fahrzeuge, Lager etc.. Ein Unternehmen braucht die ständige Steigerung von Wertschöpfung. Es ist geradezu der Zweck von Unternehmen zu wachsen. Ohne finanzielle Unterstützung von Banken oder anderen Finanzierungsquellen sind Unternehmen schnell pleite. Ist die Bank an Bord, dann zählen Umsatz, Redite und Gewinn.

    Ich habe den Verdacht, dass sich Svenja Hofert eher mit Freiberuflern und Kleinstgewerbetreibenden beschäftigt und somit für Unternehmer kein Gefühl und auch kein Know how hat. Das Postulat eines Prinzips für dieses Buch mag dem Marketing geschuldet sein, denn ein leiser Autor verkauft sich schon nicht mehr.

    Das Buch ist für mich ein Indiz dafür, dass immer mehr vom Leben frustrierte Arbeitnehmer selbstbestimmt arbeiten wollen. Die Äufträge kommen auch für diese Gründer direkt oder indirekt von Unternehmern. Unternehmern gefällt diese Entwicklung. Es gibt bald einen Billiglohnsektor für flexible Fachkräfte, denen keine Rente, kein Dienstwagen, kein Büro, keine Arbeitslosenversicherung, keine Weiterbildung, keine Überstunden usw. bezahlt werden.

    Eine schöne neue Welt in die uns die Berater, wie Svenja Hofert, führen. Das Ende vom Lied ist ein eingebildeter Experte mit dem Ego eines DAX Vorstandes ohne DAX Unternehmen und ohne DAX Know How. Ich glaube, es eine Frage der Zeit, bis die Bücher nicht mehr gekauft und die Seminare nicht mehr gebucht werden. Dann ist das Geschäft vieler Einzelkämpfer auch finanziell am Ende, so, wie es fachlich bereits oftmals der Fall ist.

  16. meint

    Grundsätzlich ist es eine gute Alternative langsam zu wachsen. Realistisch gebe ich aber Kralle Recht. Sobald Geld anderer involviert ist zählen Gewinn und Umsatz.

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