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Nach der Existenzgründung – Teil 19. Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz
- 3 Kommentare - Peer Wandiger | Existenzgründung, Selbständig, Selbständig



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Im vorletzten Teil meiner Artikelserie über den Weg in die Selbständigkeit geht es diesmal um die Zeit nach der Existenzgründung.

Denn auch wenn sich der “Staub gelegt” hat und der Arbeitsalltag einkehrt, gibt es eine Menge Dinge, auf die man für eine langfristig erfolgreiche Selbständigkeit achten sollte.

<< Teil 18 - Erfolgsfaktoren
>> Teil 20 – Zusammenfassung und Linktipps
[Übersicht der Artikel-Serie "Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz"]

Nach der Existenzgründung

Immer wieder passiert bei Existenzgründern das Folgende. Während der Gründungsphase sind diese sehr aktiv, bilden sich fort und kümmern sich um alles was wichtig ist.

Doch mit der Zeit rutscht man in eine gewisse Routine und der Alltag kehrt ein. Und da beginnt ein Teil der Selbständigen nun die kleinen, aber wichtigen Tätigkeiten der Selbständigkeit zu Gunsten der aktuellen und drängenden Kundenaufträge zu vernachlässigen.

Dies mag zu Beginn nicht so schlimm aussehen, aber mit der Zeit kann das dazu führen, dass die eigene Selbständigkeit gefährdet ist.

Deshalb möchte ich im Folgenden Tipps geben, welche Dinge man auch nach der Existenzgründung nicht vernachlässigen sollte.

8 Tipps für die Zeit nach der Existenzgründung

  • Marketing
    Hat man erst einmal die ersten Aufträge ergattert und schiebt Überstunden, kann man leicht zur Annahme kommen, dass man die Kundengewinnung zurückfahren kann.

    Leider ist es dann oft so, dass gar nichts mehr gemacht wird, da man dafür einfach keine Zeit mehr hat.

    Insgesamt ist es aber wichtig, dass man auch in auftragsstarken Zeiten weiterhin Marketing betreibt und auf Kundenfang geht. Denn in vielen Branchen brauchen die Marketingmaßnahmen ihre Zeit und oft ist es der “stete Tropfen, der den Stein aushöhlt”.

    Wer erst wieder panisch Werbung schaltet, wenn die Aufträge knapp werden, muss meist eine harte Durststrecke durchmachen.

  • Kundenbindung
    Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Kundenbindung. Während Neukunden natürlich immer wichtig und willkommen sind, sollte man auf die wesentlich einfacher und günstiger zu haltenden bestehenden Kunden nicht verzichten.

    Eine gute Kundenbindung ist für viele Firmen die Grundlage des Erfolges.

    Bei all dem Stress mit neuen Aufträgen und Marketingmaßnahmen sollte man die Bestandskunden nicht vergessen.

  • Sortiment
    Zu Beginn der Selbständigkeit hat man sich viele Gedanken über das eigene Sortiment und die Preise gemacht.

    Allerdings sieht die Realität dann meist etwas anders aus. Mit der Zeit sammelt man natürlich auch mehr Erfahrungen und hat mehr Kunden.

    Deshalb sollte man regelmäßig an seinem Sortiment arbeiten und es optimieren.

  • Anpassung an Änderungen
    Neben den Änderungen, die sich auf das Sortiment auswirken, gibt es natürlich noch weit mehr Veränderungen, die Einfluss auf die eigene Selbständigkeit ausüben.

    So kann sich der Markt ändern, die Zielgruppe(n), Wettbewerber, Lieferanten, rechtliche Rahmenbedingungen etc.

    Leben heißt Veränderung und das gilt auch für die Selbständigkeit. Nur wer diese Veränderungen beachtet und sich darauf einstellt, kann langfristig erfolgreich sein.

  • Standbeine aufbauen
    Nichts im Leben ist wirklich sicher. Auch in der Selbständigkeit kann es vorkommen, dass ein Markt wegbricht, Konkurrenten einen raus drängen, Profite einbrechen etc.

    Deshalb ist es wichtig, dass man sich mit der Zeit breiter aufstellt und mehrere finanzielle Standbeine errichtet.

    Wer sich auf Dauer nur auf eine Einnahmequelle verlässt, kann ein böses Erwachen erleben.

  • Steuern und Abgaben
    Als Existenzgründer ist man zu Beginn noch relativ gut dran. Da die Einnahmen zu Beginn meist nicht sehr hoch sind und ein Teil der Abgaben erst nach gewisser Zeit fällig werden, hat man mit Steuern und Abgaben zu Beginn meist noch nicht ganz so viel zu tun.

    Entwickelt sich das eigene Business dann aber positiv, sollte man sehr gut aufpassen und finanzielle Mittel z.B. für das Finanzamt oder das Gewerbeamt einplanen.

    Fehlende finanzielle Rücklagen haben schon manchen Selbständigen in große Probleme getrieben.

  • Finanzplanung
    Generell sollte man auch nach der Erstellung des Businessplans (samt Liquiditätsplan) darauf achten, dass man seine Finanzen gut plant.

    Im Gegensatz zu Angestellten hat man als Selbständiger oft nicht nur schwankende Einnahmen, sondern auch schwankende Ausgaben.

    Hier ist es nicht nur wichtig, dass man sich generell ein Polster anlegt, sondern vorausschauend den Finanzbedarf der nächsten Monate (und ggf. Jahre) im Auge behält.

  • Weiterbildung
    Und man lernt natürlich auch nie aus. Auch diese Weisheit aus meiner Kindheit bewahrheitet sich für Selbständige.

    Wie schon gesagt, das Leben ist Veränderung. Deshalb ist es wichtig, dass man Schritt hält und sich selber immer weiterbildet.

    Nur dann kann man auch das eigene Business weiterentwickeln und den Erfordernissen der Zeit anpassen.

    Wer auf dem Wissensstand der Existenzgründung stehen bleibt, bekommt irgendwann heftige Problem.

Fazit

Man sollte die Existenzgründung nicht als abgeschlossenen Prozess betrachten und danach ist man fertig.

Auch wenn die Gründungsphase sicher die schwerste ist, so geht die Arbeit am eigenen Erfolg auch danach weiter.

Als Selbständiger kann man nicht einfach die Beine hoch legen und denken, nun läuft alles von allein.

So geht es weiter

Im letzten Teil meiner Artikelserie “Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz” gibt es abschließend eine Zusammenfassung und ich verlinke ein paar weitere interessante Quellen.



weiterführende Artikel zu diesem Thema
  1. Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz – 4a. Existenzgründung als …
  2. Die Kosten der Selbständigkeit – Teil 13. Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz
  3. Erfolgsfaktoren für Selbständige – Teil 18. Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz
  4. Daran scheitern Selbständige – Teil 17. Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz
  5. Gewerbeanmeldung – Teil 7. Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz
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3 Kommentare und Trackbacks zu ' Nach der Existenzgründung – Teil 19. Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz '

Kommentare zu 'Nach der Existenzgründung – Teil 19. Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz' mit RSS oder TrackBack abonnieren.

  1. 1 Jupp kommentierte am 03.01.2012 um 21:34 Uhr

    HI,
    vielen Dank für die Artikelserie. Habe interessante Infos erhalten. Danke nochmal für Deine Mühe.
    Gruß
    Jupp

  2. 2 Benni kommentierte am 04.01.2012 um 09:35 Uhr

    Hi,

    Wie schon gesagt, das Leben ist Veränderung. Deshalb ist es wichtig, dass man Schritt hält und sich selber immer weiterbildet.
    Nur dann kann man auch das eigene Business weiterentwickeln und den Erfordernissen der Zeit anpassen.
    Wer auf dem Wissensstand der Existenzgründung stehen bleibt, bekommt irgendwann heftige Problem.

    dem kann ich nur zustimmen.
    Gerade als “Webworker”, Designer, Programmierer, Entwickler (wie auch immer man sich bezeichnet) ist es enorm wichtig sich trotz der schier unendlichen Masse an täglichen Informationen, Blogbeiträgen und Co. über den Tellerrand zu schauen und sich selbst zu motivieren, um sich stetig fortzubilden.

    Dafür muss man keine Stunden pro Tag investieren, da reicht auch schon die Lektüre von ein, zwei Artikeln oder einem Buchkapitel. In der täglichen Arbeit wird man das Gelesene/Gelernte dann anwenden können und sich so step by step weiterentwickeln.

    Ist alles recht einfach gesagt, ist mir auch bewusst. Aber wenn man stillsteht bekommt man, wie Peer schon schrieb, irgendwann Probleme. Denn die “Konkurrenz” oder “der Rest” bleibt sicherlich nicht stehen.

  3. 3 Patrick Zorn kommentierte am 05.01.2012 um 01:12 Uhr

    Viele wollen es zwar nicht wahr haben, aber niemand steht komplett auf eigenen Beinen…am Anfang erst recht nicht. Wer ist nicht froh, wenn er einen guten Bekannten hat, der ihm einen Tipp gibt. Man schaut sich hier was ab, man schaut sich dort was ab. Der Prozess geht immer so weiter, weil man a) die Konkurrenz generell ein wenig im Auge hat und b) es (gerade am Anfang) nützliche Tricks gibt, die man selber evtl. noch gar nicht kennt. Sicherlich legt sich dieses “ich schaue mal, was du besser machst” Prinzip mit der Zeit, aber niemand sollte von sich behaupten, er hat noch nie abgeguckt (nicht nur bei Klassenarbeiten *g*).



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