Das Web entwickelt sich mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit weiter und ganz vorn bei dieser Entwicklung stehen die Social Networks.
Der Jahresanfang ist eine gute Gelegenheit einfach mal zurĂŒck und in die Zukunft des Social Webs zu schauen.
Wie haben sich diese in 2011 entwickelt und was erwartet uns 2012.
Das Social Web in 2011
Das Jahr 2011 war ein interessantes Jahr fĂŒr das Social Web.
Eines der Highlights war sicher der Start des Google+ Netzwerkes, mit dem Google einen Konkurrenten zum Platzhirsch Facebook positioniert hat.
Aber auch die positive Entwicklung von Twitter hat viele ĂŒberrascht, die schon den Einbruch prophezeit haben.
Facebook ist aber weiterhin auf dem Vormarsch und hat nach aktuellen Zahlen mehr als 800 Millionen aktive Nutzer weltweit. Zwar wird irgendwann sicher auch ein SĂ€ttigungseffekt einsetzen, aber derzeit ist davon kaum etwas zu spĂŒren. In 2012 wird mit mehr als 1 Milliarde Mitgliedern gerechnet.
FĂŒr die deutschen Social Networks sah das Jahr 2011 dagegen eher dĂŒster aus. Fast ausnahmslos alle Social Networks deutschen Ursprungs befinden sich im freien Fall.
So haben z.B. laut ivw.de die VZ Netzwerke (StudiVZ, SchĂŒlerVZ und Co.) im Januar 2011 noch 334 Millionen Visits im Monat gehabt. Im Dezember waren es dann nur noch rund 77 Millionen.
Da scheinen auch die in 2011 angegangenen VerÀnderungen nichts mehr geholfen zu haben.
Aber auch andere Netzwerke haben deutliche RĂŒckgĂ€nge zu verbuchen.
Einzig XING scheint sich zumindest halbwegs behaupten zu können, auch wenn selbst dort groĂe internationale Konkurrenz lauert (LinkedIn).
Nutzung in Deutschland
Die Abkehr von deutschen Netzwerken spiegelt sich in der Nutzung in Deutschland wieder.
Facebook fĂŒhrt die genutzten Social Networks mit weitem Abstand an.
In einer Auswertung der beliebtesten Social Networks in Deutschland 2011 liegen hinter Facebook zwar ein paar deutsche Netzwerke, aber deren Trend ist eindeutig negativ.
Ende 2012 wird diese Liste sicher anders aussehen.
Google+ kann man statistisch noch recht schwer einschÀtzen, da der Service noch recht jung ist. In 2012 wird man da sicher verlÀsslichere Zahlen haben.
Die Dominanz von Facebook sieht man auch in einer Auswertung auf sistrix.de. Dort wurden die Social Votes von Twitter, Facebook und Google+ verglichen. Facebook hat mit fast 80% auch dort die Nase vorn.
Eine nicht mehr ganz neue, aber dennoch interessante Auswertung des deutschen Social Webs findet sich als Infografik auf socialmedia-blog.de.
Die Zukunft des deutschen Social Web
Auf Grund dieser Entwicklung sehen viele die Zukunft der deutschen Social Networks sehr dĂŒster.
Wenn man z.B. die ivw.de Zahlen statistisch hochrechnet, dann wĂŒrden die VZ-Netzwerke im MĂ€rz 2012 die Grenze von 0 Besuchern erreichen. So stark war der durchschnittliche RĂŒckgang in den letzten Monaten.
Andere deutsche Netzwerke verlieren zwar nicht so stark an Nutzern, aber der Trend ist relativ eindeutig. ZuwĂ€chse können fast ausschlieĂlich auslĂ€ndische Networks verbuchen.
Warum die deutschen Social Networks nach vielen guten Jahren nun so abstĂŒrzen ist sicher nicht in 1-2 SĂ€tzen zu beantworten.
Die Globalisierung und der Kontakt ĂŒber Landesgrenzen hinaus ist sicher ein Faktor. Da hat ein regional begrenztes Netzwerk immer Nachteile.
Aber auch die fehlende Innovationskraft spielt hier sicher eine Rolle. Wenn man sieht, wie hÀufig Google+ und Facebook neue Features bereitstellen, ist es schon recht peinlich, wie wenig da bei den deutschen Social Networks passiert.
Sicher haben diese nicht die Einnahmen und die Ressourcen wie Facebook und Co., aber z.B. die gescheiterten Versuche die eigenen Systeme offener zu gestalten (z.B. XING) und der wahrgenommene Stillstand (z.B. VZ Netzwerke) zeigen meiner Meinung nach, dass hier auch vom Management her viel versÀumt wurde.
Die meisten deutschen Social Networks waren eben doch nur Kopien von US-Vorbildern, ohne dass man je die KreativitĂ€t und die Vision deren Macher ebenfalls ĂŒbernommen hĂ€tte.
Ende 2012 könnte es also durchaus sein, dass es kaum noch (relevante) deutsche Social Networks gibt.
Social Web International
Auch international ist nicht alles Gold was glÀnzt.
Facebook dominiert hier natĂŒrlich und daran werden alle anderen oft gemessen. Ich GroĂteilen der Welt ist Facebook das Social Network Nummer 1.
Allerdings erkennt man auf der Karte auch, dass es in bestimmten LÀndern andere Top Social Networks gibt. In wieweit diese die Vormachtstellung behalten können oder ob es zu einem Àhnlichen Einbruch nationaler Netzwerke kommen wird wie in Deutschland, ist schwer zu sagen.
Aber auch Twitter und Google+ entwickeln sich gut und haben ihren Platz und ihre Zielgruppe gefunden.
Eine Ăbersicht ĂŒber die Gewinner und Verlierer unter den internationalen Social Networks findet sich auf ignitesocialmedia.com.
Ehemalige Stars wie MySpace und Friendster sind praktisch tot und neue Netzwerke boomen gerade.
Gerade diese Beispiele zeigen, wie unsicher die Zukunft im Social Web ist. Hier kommen und gehen die Wettbewerber doch deutlich schneller, als dies in anderen Bereichen, z.B. der Suche, der Fall ist.
Zukunft des Social Web International
Sehr spannend wird meiner Meinung nach das Jahr 2012 werden, da die 3 groĂen Social Networks weiter um Reichwerte und Einnahmen kĂ€mpfen werden.
Facebook wĂ€chst weiter und plant im FrĂŒhjahr/Sommer den Börsengang.
Twitter entwickelt sich besser als viele vorausgesagt haben, aber dafĂŒr ist man immer noch auf der Suche nach guten Einnahmequellen.
Google+ wird sicher in 2012 zu den 2 anderen Netzwerken weiter aufschlieĂen und im Laufe des Jahres wahrscheinlich die Nummer 2 werden. Hier ist viel Potential vorhanden und die Integration in die Google Suche wird Google+ noch weiteren Zulauf bescheren.
Allerdings weht Google derzeit auch ein starker Wind ins Gesicht. Die Integration von Plus in die Suche hat viele negative Reaktionen hervorgerufen. Google versucht hier zwar zu beschwichtigen, aber ob es nicht doch noch zu den “Social Network Wars” kommen wird, bleibt abzuwarten.
An Reichweite werden diese 3 Netzwerke aber wohl alle zulegen und auch in Deutschland wird die Bedeutung des Social Webs weiter wachsen.
Ob Microsoft in 2012 mit einem eigenen Netzwerk nun doch an den Start gehen wird oder sich lieber raus hĂ€lt ist schwer zu sagen. Aber ehrlich gesagt traue ich es Microsoft nicht zu, etwas “lebensfĂ€higes” zu starten, da man sich bisher mit seinen Internet-Strategien nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat.
Mittelfristig wird es eh interessant sein zu sehen, wie sich das Social Web weiter entwickelt. Prognosen sprechen von einer SÀttigung, die in den kommenden Jahren eintreten könnte.
Das Wachstum soll sich demnach deutlich verringern, so dass auch Facebook irgendwann mal an die Nutzergrenze stoĂen wird. Aber bis dahin sind es sicher noch ein paar Jahre.
Zu weiteren Prognosen möchte ich mich nicht hinreiĂen lassen. Aber das haben ja bereits andere getan. So z.B. auf alexanderplatz-hh.de, bild.de und virtual-identity.com.
Die dort getĂ€tigten Prognosen sind durchaus nachvollziehbar, wobei wir sicher auch wieder die eine oder andere Ăberraschung erleben werden.
Social News Sites
Noch ein paar Worte zu den Social News Sites. Diese besondere Form der Social Networks war vor einigen Jahren noch recht beliebt, zumindest in gewissen Nutzerkreisen.
Allerdings stehen auch hier die Zeichen deutlich auf “Untergang”. Der ehemals so bekannte Service Digg hat 2011 auch viel verloren.
Konkurrenten wie Reddit haben dagegen zugelegt.
Aus eigener subjektiver Beobachtung denke ich allerdings, dass diese Funktion in Zukunft mehr und mehr von den “klassischen” Social Networks ĂŒbernommen wird. Auf den Social News Seiten (gerade den deutschen) ist meist noch weniger los als frĂŒher.
Gerade die deutschen Anbieter Webnews, Yigg und Co. haben ebenfalls mit rĂŒcklĂ€ufigen Nutzerzahlen zu kĂ€mpfen, wobei diese natĂŒrlich auch nie in den Bereichen von VZ und Co. waren.
Was bedeutet dies fĂŒr SelbstĂ€ndige?
Derzeit macht es fĂŒr deutsche Unternehmen und SelbstĂ€ndige sicher noch Sinn deutsche Social Networks zu nutzen.
Je nach Themen-Bereich und Zielgruppe sind XING und Co. sicher immer noch gute PlĂ€tze um Kontakte zu knĂŒpfen und das eigene Business zu vermarkten.
Auf futurebiz.de gibt es dafĂŒr recht nĂŒtzliche Statistiken. So z.b. zur Altersstruktur einzelner Netzwerke.
Mittelfristig ist aber zu befĂŒrchten, dass nach und nach deutsche Social Networks in die Bedeutungslosigkeit verschwinden.
Deshalb kann man ExistenzgrĂŒndern und SelbstĂ€ndige guten Gewissens wohl nur internationale soziale Netzwerke empfehlen, wenn es um Reichweite geht. Bei konkreten Nischenthemen und einzelnen Zielgruppen muss man genau analysieren, wo diese zu finden sind.
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.









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Sehr interessanter Artikel zum Thema Social Web. Ich bin gespannt, wie Google die Daten aus Google+ in die Suche einbeziehen wird. Meiner Meinung nach kann es auf jeden Fall nicht schaden, sich hier gut zu positionieren.
Sehr spannender Artikel â werde gleich mal die Links nĂ€her betrachten. Ich finde es schon fast irgendwo schade, dass Twitter nicht so mĂ€chtig wie Facebook ist. Klar ist Facebook schon lĂ€ngr im GeschĂ€ft, aber wenn ich daran denke, wie viele interessante Informationen mir ĂŒber Twitter sonst verborgen bleiben⊠Twitter ist doch ein Must-Have
Gibt es inzwischen eigentlich neue Erkenntnisse, ob kommerzielle Webseiten, die Social Plugins von Google+ oder Facebook nutzen, tatsÀchlich nachweisbar mit ihrem Unternehmen und Angeboten in den Suchmaschinenergebnissen besser platziert werden?
Die VZ-Netzwerke sind sicherlich auch wegen grober eigener Fehler eingeknickt. Es wirkt auf User nunmal abschreckend, wenn lasche bzw. nicht vorhandene SicherheitsmaĂnahmen von Hackern geknackt werden und dann persönliche Daten im Netz veröffentlicht werden. Sicher, manche hat auch das nicht gestört aber solche Fehler bleiben eben nicht ohne Folgen, erst recht nicht bei so starken, internationalen Konkurrenten.
“Das Jahr 2001 war ein interessantes Jahr fĂŒr das Social Web. ”
@ Patrick
Ups
Hallo Peer, auch wenn es offtopic ist – aber kannst du nicht “Deep-Link-Kommentare” ‘unterbinden’ /entschĂ€rfen – [bspw ID56324] – zum einen ist der Mehrwert fraglich, zum anderen finde ich es sehr plump – es sei denn es ist natĂŒrlich gewollt, aber nur als Anmerkung eines Stammlesers… VG
Ich versuche schon die gröbsten Spam-Kommentare zu unterbinden und entferne auch hin und wieder Links aus Kommentaren oder stelle einzelne Kommentare auf nofollow.
Twitter mit Facebook und Google+ in einem Atemzug zu nennen, finde ich falsch.
Da Twitter ĂŒberhaupt nichts mit Facebook und Google+ zu tun hat.
Twitter ist eine komplett andere Nische und wird sicher seinen erfolgreich eingeschlagenen Weg weitergehen.
Facebook selbst wird meines erachtens immer uninteressanter, die haben den Fehler gemacht alles zu vermischen und sich zuwenig auf ein Kernprodukt zu konzentrieren. Google+ bietet da technologisch schon zu beginn eine Vielzahl an Mehrwert an und mit den weiteren Google Diensten und deren verschmelzung wird Google+ zweifelsohne was ganz grosses werden.
@Frankie
schau dir einfach mal die WMT tools zu deinen +1 Daten.
@Franz
Wir haben bisher keine +1 SchaltflĂ€che auf unserer Website installiert und daher ist eine Auswertung nicht möglich. Da wir jedoch aktuell dem Gedanken spielen, hĂ€tten mich Erfahrungen von Dritten dazu interessiert. Aber wahrscheinlich fĂŒhrt langfristig eh kein Weg dran vorbei.
Mir ist Twitter von den drei GroĂen mit Abstand am liebsten, allein schon weil der Datenhunger hier am geringsten ist.
Aber zum Thema dt. Social Networks: Dass die GroĂen alle aus den USA kommen, hat neben der MentalitĂ€t (Mut zum Risiko) wohl vor allem mit dem riesigen Sprachraum zu tun. Eine englischsprachige Plattform wirft potenziell wesentlich schneller Geld ab als eine deutsche oder französische.
Und die Aufregung um die Integration von Google+ in die Suche wird sich vermutlich schnell legen, noch bevor 2012 zu Ende ist…
Was ist eigentlich Google+ ? Ich habe bis heute nie etwas davon gehört…
Nutzt jemand von euch Google+ und kann mir die Vorteile gegenĂŒber Facebook nennen?