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Crowdsourcing mit Brandsupply – Interview
18.04.2012 - Peer Wandiger - 4 Kommentare - Design, Interviews, Outsourcing - Ähnliche Artikel


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Axel Schröder
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Out- bzw. Crowdsourcing ist ein spannendes Thema.

Besonders weil ich dabei selber viele Vorteile, aber auch Nachteile und Risiken sehe.

Um weitere Einblicke in das Thema zu bekommen, habe ich mit Herr Kreileman, dem Gründer und CEO von Brandsupply, ein Interview geführt.

In diesem Interview geht es um seinen Marktplatz für Grafik Design, rechtliche Aspekte, Tipps für erfolgreiches Crowdsourcing und mehr.

Viel Spaß.

Hallo Herr Kreileman. Bitte stellen Sie sich meinen Lesern vor.

Crowdsourcing mit Brandsupply - InterviewHallo, ich bin Orlando Kreileman aus Amsterdam. Ich bin Gründer und CEO von Brandsupply.

Ich habe an der Universität Twente studiert und im Anschluss einen Executive MBA an der TiasNimbas Business School absolviert.

Vor meiner Selbstständigkeit mit Brandsupply habe ich als Senior Marketing Manager bei der ING Bank gearbeitet.

Um was genau geht es bei brandsupply.de?

Brandsupply ist ein Online-Marktplatz für Grafikdesign. Oder um es mit anderen Worten auszudrücken, führt Brandsupply Angebot und Nachfrage auf dem Gebiet des Grafikdesigns online zusammen und agiert somit als Vermittler.

Wir bieten alle Arten von Grafikdesign, wie z.B. Logos, Werbeanzeigen, Website Design und vieles mehr.

Unsere Kunden sind hauptsächlich Start-Ups, kleine und mittelständische Unternehmen sowie Vereine, NGO’s und Stiftungen.

Wie ist brandsupply.de entstanden und wie war die bisherige Entwicklung?

Crowdsourcing mit Brandsupply - Interview2006/07 fiel meine Aufmerksamkeit auf ein besonders schnell wachsendes Startup aus Australien.

Ich beobachtete es einige Zeit und umso länger ich das Geschäftsmodell verfolgte, desto mehr wurde mir klar, das in diesem Feld sehr viel Potential steckte.

Allerdings benötigte der europäische Markt, mit seinen verschiedenen Kulturen und Sprachen einen eher lokalen Ansatz.

Aus diesem Grund begannen wir mit Brandsupply – mit Fokus auf den Niederländischen Markt- wo wir mittlerweile Marktführer sind, und expandieren nun in weitere europäische Märkte wie zum Beispiel Frankreich und Deutschland.

Warum sind Sie nun auf den deutschen Markt gekommen und mussten Sie da besondere Dinge beachten?

Ich glaube, dass der Großteil der Konsumenten es bevorzugt Informationen auf der entsprechenden Landessprache zu erhalten, um sich mit Designern oder Kundenservice auch problemlos auszutauschen. Dies gilt ganz besonders wenn man unsere Zielgruppe in Betracht zieht.

Aus diesem Grund haben wir einen deutschen Country Manager, sowie eine deutsche Communication Managerin eingestellt, haben eine deutschsprachige Website aufgebaut, lokale Partner im Finanzbereich engagiert und beachten natürlich auch die verschiedenen nationalen Gesetzeslagen.

Natürlich bieten wir genauso die Möglichkeit für international ausgerichtete Kunden Gebrauch von unserem globalen Talentpool zu machen und die Ausschreibung eines Wettbewerbs auf Englisch zu übersetzen.

Davon abgesehen sind die Werbe- und Marketingstrategien für die verschiedenen Ländern natürlich ebenfalls verschieden, da das Verhalten der Nutzer im Internet natürlich variiert.

Zum Beispiel die unterschiedliche Nutzung von Suchmaschinen und somit natürlich auch verschiedene Ausdrucksweisen, die unter anderem bei der Bewerbung mit Google Adwords berücksichtigen müssen. Selbiges gilt für die Nutzung von sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Facebook oder Twitter.

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Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Design-Marktplätzen. Was ist das besondere an brandsupply.de?

Ich denke unsere benutzerfreundliche Oberfläche, zusammen mit unserem hervorragenden lokalen Kundenservice und einem bewährtem Talentpool macht den Unterschied aus.

Darüber hinaus bieten wir für Designer sowie Auftraggeber ein faires Preisleistungsverhältnis. Auftraggeber können zum Beispiel den Preis für das von ihnen gewünschte Design frei bestimmen und Designer brauchen für unseren Service nichts zu zahlen (wir berechnen weder für Anmeldung noch für Gewinnauszahlung eine Gebühr).

Wie ist der Ablauf, wenn ich ein Design benötige?

Jeder Wettbewerb beginnt mit einer Ausschreibung, in welcher alle Informationen und Voraussetzungen, wie z.B. Preis, Wettbewerbsdauer u.s.w. vom Auftraggeber beschrieben werden.

Anschließend folgt ein interaktiver Prozess, in welchem bei uns registrierte Designer ihre Entwürfe einreichen, auf welche der Auftraggeber dann Rückmeldungen geben kann, um seine Vorstellungen möglichst genau umgesetzt zu bekommen.

Wenn neue Entwürfe eingereicht werden bekommt der Auftraggeber eine automatisierte Email, so dass es ein Einfaches ist, immer auf dem neusten Stand der Dinge zu sein.

Auf dem persönlichen Profil wird ein Portfolio erstellt, dass mit jedem Entwurf wächst, und es gibt eine Möglichkeit mit anderen Nutzern in Kontakt zu treten.

Nach Ablauf des Wettbewerbs wählt der Auftraggeber im Normalfall ein Gewinnerdesign. Nach Überweisung des festgelegten Preisgelds und der 15% Erfolgsprämie an Brandsupply kann der Designer mit dem Gewinnerentwurf die Original Dateien auf einen Brandsupply Server laden. Somit wird sichergestellt das sowohl Designer als auch Auftraggeber zufriedengestellt sind und der Austausch von Design und Preisgeld problemlos vollzogen wird.

Sobald dies passiert ist wechseln natürlich die kompletten Nutzungsrechte zum Auftraggeber.


Wie wird sichergestellt, dass die vorgeschlagenen Designs urheberrechtlich in Ordnung sind?

Wir haben diverse Methoden um sicher zu stellen das nur das vom Auftraggeber als Gewinner gewählte Design auch genutzt wird. Da die Entwürfe in dem Wettbewerb nur in kleinem Format als Vorschau dargestellt werden, können wir mit relativ hoher Sicherheit sagen, dass die Designs nicht einfach ohne Zahlung vom Auftraggeber “geklaut“ werden.

Darüber hinaus muss der Gewinner des Wettbewerbs sein Design zu Brandsupply hochladen, so dass sichergestellt ist, dass der Auftraggeber die original Dateien erst nach Zahlung des Preisgelds erhält.

Die Originalität der eingereichten Designs prüfen wir soweit wie möglich in regelmäßigen Stichproben. Außerdem bieten wir eine Funktion für unsere Nutzer in welcher sie ein Design als Plagiat melden können.

Darüber hinaus sind wir zur Zeit mit der Entwicklung einer automatisierten Überprüfungsfunktion, ähnlich wie tineye beschäftigt.


Was kann man als Designer auf Ihrer Plattform verdienen?

Die Verdienstmöglichkeiten eines Designers auf Brandsupply sind natürlich immer stark von seinem fachlichen Fähigkeiten und der Anzahl von verwendeten Arbeitsstunden abhängig.

Ebenso wichtig ist es die Vorstellungen der Auftraggeber zu erkennen und umzusetzen.

Die Top Verdiener unter unseren Kreativen erwirtschaften mehr als tausend Euro pro Monat.


Welche Vermarktungsmaßnahmen führen Sie durch und was funktioniert gut und was weniger gut?

Bei jedem Internet Unternehmen ist es sehr wichtig die optimale Mischung aus online und offline Marketing Strategien zu finden.

Des Weiteren ist es speziell in unserem Geschäftsfeld extrem wichtig zu erkennen, dass wir Kunden auf der Seite der Auftraggeber, aber genauso auf der Seite der Kreativen haben.

Grundsätzlich ist unser Motto, wenn die Performance gut ist, bietet Mund-zu-Mund Propaganda nach wie vor eine großartige und gleichzeitig kostengünstige Option um Brandsupply bekannter zu machen.


Zum Abschluss des Interview bitte ich Sie um die wichtigsten Tipps für ein Online-Startup?

Der große Vorteil bei Internet Firmen liegt meiner Meinung nach in der Vielzahl von Analyse Möglichkeiten.

Deswegen ist mein Tipp für die Leser von “Selbstständig im Netz”: Nutzten Sie diese Optionen zur Erfassung der Kunden- und Werbeströme zur Analyse und Verbesserung, denn in den meisten traditionelleren Geschäftsfelder bestehen diese Möglichkeiten nur sehr begrenzt.

Wenn also die Möglichkeit besteht sollte sie auch zum Vorteil genutzt werden.


Danke Herr Kreileman

für Ihre Antworten.


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Kommentare
4 Kommentare und Trackbacks zu 'Crowdsourcing mit Brandsupply – Interview'

Kommentare zu 'Crowdsourcing mit Brandsupply – Interview' mit RSS

  1. 1 Lacobel kommentierte am 18.04.2012 um 13:55 Uhr

    Ein wirklich sehr interessantes Thema, was man mindestens “auf dem Schirm” haben sollte. Kann wirklich spannend werden

  2. 2 Fibo kommentierte am 18.04.2012 um 23:15 Uhr

    Sehr interessanter Artikel… hoffentlich fühlen sich dann einige Marketing- und Grafik Agenturen nicht auf den Schlips getreten, wenn Ihre Kunden ein solches Angebot wahrnehmen. Wünsche dem Unternehmen viel Glück in Deutschland!

  3. 3 Tristan kommentierte am 19.04.2012 um 16:46 Uhr

    Interessantes Interview. Etwas ärgerlich, dass die Interviewpartner zumeist nur sehr begrenzt – finde ich auch verständlich – Tipps für Selbständige geben.

  4. 4 Vincent kommentierte am 19.04.2012 um 20:57 Uhr

    Für den Kunden sicherlich eine feine Sache. Ich als Designer hätte aber kein Interesse daran, am Ende mich mit 50 anderen Designern um die Krone kmäpfen zu müssen – oder aber eben leer ausgehen mit einer Menge Arbeit.



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