Fotos und Videos rechtssicher auf eigener Website nutzen

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Dass Bilder und Videos dem Urheberrecht unterliegen und man diese nicht einfach auf der eigenen Website nutzen darf, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben.

Trotzdem bin ich immer wieder erstaunt, wie viele Blogger und Webmaster fremde Bilder einbinden.

Urheberrechtsabmahnungen können sehr teuer werden und diese treffen nicht nur professionelle Websites.

In diesem Artikel möchte ich meine Erfahrungen und Tipps an euch weitergeben, wie man Fotos und Videos möglichst rechtssicher nutzen kann.

(Hinweis: Ich bin kein Anwalt und deshalb ist dieser Artikel auch keine fachliche Beratung, sondern spiegelt nur meine persönlichen Meinungen und Erfahrungen wieder. Wer konkrete Rechts-Fragen hat, sollte sich an einen Anwalt wenden.)

Eigene Fotos und Videos

Schießt man selber Fotos oder dreht Videos ist man automatisch auch der Urheber dieser Bilder/Videos. Insofern ist man damit schon mal auf der sichereren Seite.

Trotzdem bedeutet dies nicht, dass man alle selber aufgenommenen Fotos und Videos auch auf seiner Website nutzen darf. Der Grund dafür liegt z.B. in den Motiven. So darf man nicht einfach andere Personen ohne deren Zustimmung auf Fotos veröffentlichen, zumindest wenn diese Personen erkennbar sind.

Aber auch Gebäude darf man nicht in jemand Fall fotografieren und dann veröffentlichen. So bedürfen Fotos innerhalb von Gebäuden oder von Gebäuden aus meist eine Genehmigung.

Weitere interessante Infos zur Motiv-Wahl gibt es auf irights.info

Aber auch Musik kann ein Problem sein. Nimmt man ein Video auf und läuft im Hintergrund Musik, verstößt man ebenfalls gegen Urheberrechte.

Generell sollte man bei eigenen Bildern und Videos darauf achten, keine Persönlichkeitsrechte und kein Urheberrecht zu verletzten.

Dass das nicht immer so einfach ist zeigt sich z.B. in einem Testartikel zu einer Software. Sind selbst gemachte Screenshots in dem Artikel schon ein urheberrechtliches Problem? Gute Frage, ich kann es euch nicht genau sagen. Berichtet man aber in diesem Artikel auch über diese Software, dürfte kaum ein Unternehmen etwas dagegen haben.

Fremde Fotos und Videos

Problematischer sieht es schon bei fremden Fotos und Videos aus. Gerne wird Flickr oder die Google Bildersuche verwendet, um an Fotos zu gelangen, die man dann in den eigenen Seiten einbaut.

Das ist natürlich hochgradig riskant und ich musste diesen Leichtsinn schon buchstäblich teuer bezahlen.

Man sollte fremde Fotos und Video nie ohne schriftliche Zustimmung des Urhebers nutzen.

Zudem muss in der Regel die Lizenz angegeben werden, unter die das Bild oder das Video gestellt wurde und natürlich der Name des Urhebers.

Auch Videos von Youtube sollte man nicht leichtfertig auf den eigenen Seiten einbinden.

Ich verzichtet mittlerweile komplett auf fremde Inhalte, wenn ich nicht wirklich sicher sein kann, dass ich diese nutzen darf und der Urheber wirklich der Urheber ist.

Erschwerend kommt hinzu, dass man oft nur schwer direkt mit dem Urheber in Kontakt kommt und es dann meist recht aufwändig ist. Leichter wird es, wenn man spezialisierte Anbieter nutzt.

Stockagenturen

So genannte Stockagenturen sind Bilder-Sammlungen, die in der Regel lizenzfreie Fotos, Grafiken etc. anbieten.

Lizenzfrei bedeutet in diesem Fall aber nicht, dass es überhaupt keine Bestimmungen gibt. Allerdings muss man “nur” die Bestimmungen der Stockagentur befolgen.

Je nach Stockagentur variieren die Anforderungen jedoch. Bei manchen muss man den Urheber direkt unter dem Bild nennen. Bei anderen reicht die Nennung im Impressum.

Hilfreich ist eine Infografik auf bildersuche.org.

Ich nutze in letzter Zeit vor allem Fotolia, weil die Fotos dort recht günstig sind und es reicht, wenn man die Urheber und Fotolia selbst im Impressum nennt.

Allerdings zeigt sich auch da, dass man wohl nie 100% sicher ist. In einem Artikel über Fotolia wird über widersprüchliche AGBs berichtet und es bleibt am Ende die Erkenntnis, dass man nie wirklich sicher sein kann, dass es keinen Ärger gibt.

Bei Stockagenturen sehe ich zudem das Problem, dass diese nicht sicherstellen können, dass die Bilder auch wirklich von den Urhebern eingestellt werden. Es ist denkbar, dass ein paar Leute Geld mit Fotos verdienen wollen, bei denen sie gar nicht Urheber sind. Und wer bekommt am Ende den Ärger, wenn man solche Bilder einbaut? Natürlich man selbst und nicht der Stockanbieter.

Trotzdem sind Stockanbieter meist eine gute und sichere Quelle für Fotos.

kostenlose Bilder

Es gibt immer mal wieder lange Listen mit Quellen für kostenlose Fotos im Web. Ich bin da mittlerweile sehr vorsichtig und nutze so etwas nicht.

Das mag sicher nett gemeint sein und viele Fotos sind tatsächlich kostenlos und unproblematisch nutzbar. Doch wie man hört, laden dort auch “böse Menschen” immer wieder mal Bilder hoch, nur um dann später Abmahnungen zu versenden, weil die Bilder doch nicht frei verwendbar waren. Davor ist man leider auf solchen Plattformen nie geschützt und es reichen ja schon wenige schwarze Schafe, damit es richtig teuer wird.

Ich würde sowohl auf privaten, als auch auf professionellen Websites von solchen kostenlosen Bilderquellen abraten.

Social Web

Auf Facebook, Google+ und Twitter ist man eigentlich nur mit eigenen Fotos auf der sicheren Seite.

Die meisten Stockagenturen verbieten den Einsatz von gekauften Bildern auf diesen Plattformen. Da aber jeder Nutzer solcher Social Networks eigentlich alle Inhalte aus dem Web teilen kann, sind diese Einschränkungen auch etwas weltfremd. Alles was im Web erscheint, kann weiterverbreitet werden und das kann der Website-Inhaber nicht verhindern.

Trotzdem sollte man sich gut überlegen, welche Inhalte man auf solchen Social Networks verteilt.

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Folgen von Urheberrechtsverstößen

Ein netter Urheber bittet einfach um die Entfernung widerrechtlich verwendeter Fotos und Videos. Das gibt es auch und zeigt, dass es noch freundliche Menschen gibt.

Leider gibt es aber auch genug Menschen (Urheber und Anwälte), die davon leben andere abzumahnen. Und das kann sogar bis in vierstellige Summe gehen.

Man sollte dieses Thema also nicht auf die leichte Schulter nehmen. Schließlich kann so etwas evtl. sogar existenzbedrohend werden.

Ich bin mittlerweile deutlich vorsichtiger und nutzt nur noch Fotos, die von mit stammen oder von Stockanbietern.

Zusätzlich habe ich mit einer Hatfpflicht-Versicherung vorgesorgt, die unter anderem für Urheberrechtsverstöße auf meinen Seiten gerade steht.


Fazit

Bilder und Videos werten eine Website auf und können einen großen Mehrwert bieten. Man sollte diese aber mit viel Vorsicht einsetzen.

Wer 100% sicher gehen will, nutzt nur eigene Fotos und Videos und achtet auf die Motive/Hintergrundmusik etc..

Aber auch mit Stockagenturen ist man relativ sicher, wenn man sich an die Regeln hält.

Weitere Infos über rechtliche Fallstricke für Selbständige im Netz.


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Kommentare

  1. meint

    Nur noch eine Frage, Name der Haftpflichtversicherung, die sowas abdeckt.
    Verwende praktisch nur eigene Bilder, aber wenn ich daran denke, dass im Hintergrund ein Vogezwitschern mittlerweile abgemahnt wird, hätte man gerne eine gute Versicherung und selbst eine Horde Anwälte.

    Gruß

    Marc

  2. meint

    Das Panoramarecht finde ich für Deutschland ein gutes Rechtsinstrument. Mich würde interessieren, ob es eine software gibt, die Bilder, die ich selbst auf meiner Homepage veröffentlicht habe auf anderen Webseiten orten kann?

  3. meint

    Hallo Peer,

    guter Artikel. Mich würde jetzt mal interessieren wieviel du für diese Urheberrechtsverletzung blechen musstest. Aber ich könnte auch verstehen wenn du das nicht sagen willst :-). Aber du hast recht wenn du sagst das dieses Thema echt das schwierigste bei einer Website ist. Lizenzbestimmung und Urheberrecht in Deutschland sind eine echte Qual. Und es ist schade das das so ist.

    Über das Thema Screenshots werde ich mich auch nochmal informieren, weil das betrifft auch meinen Blog. Screenshots nutze ich eigentlich öfters mal.

    Ich habe mir schon überlegt meine Selbständigkeit unter diese Gesichtspunkten in eine UG oder eine GmbH einzugliedern. Da geht dann halt im Ernstfall “nur” die Kapitalgesellschaft den Bach runter und nicht ich selbst.

  4. meint

    @Harald Klar! Basiert auf einer digitalen Signatur, die beim erneuten Speichern oder verändern nihct verloren geht.

  5. meint

    Ja das ist krass. Und ich vermute mal damit bist du noch gut weggekommen. Wenn man manchmal so Berichte liest, da kommen noch ganz andere Summen zustande :( Dabei habe ich mal gehört die Abmahngebühren sollen gedeckelt worden sein. Aber da bin ich mir auch unsicher.

  6. meint

    Ist schon irre auf was man in unserem Land alles achten muss. Das man keine Bilder klaut muss jedem Klar sein, doch das man sich auch darauf aufhängen kann, das bei einem video Musik im Hintergrund mit aufgenommen wird, darauf hätte ich auch nie geachtet.

  7. meint

    Hallo Peer, ich würde eher sagen: Ein netter Webmaster klaut keine Bilder!

    @Michael: Sowas gibt es nur nur bei einfach gelagerten Fällen. Ein Link auf eine gewerbliche Seite reicht nach der aktuellen Rechtsprechnung schon aus dass diese Deckelung wegfällt.

  8. meint

    @ Matthias
    Natürlich war es nicht Okay von mir, auch wenn ich es nicht mit Absicht getan habe. Es war einfach ein Fehler von mir.

    Allerdings muss man auch dazu sagen, dass der abmahnende Anwalt rund 2/3 von den 2.000 Euro bekommen hat und der Urheber 1/3. Ich finde, das zeigt sehr gut, dass an diesem Abmahnsystem was faul ist.

  9. meint

    Ah das mit Bildklau soll doch endlich aufhören! Solange das nicht gegen Persönlichkeitsrecht verstößt ist doch ok! Man darf dies nicht, man darf das nicht! Wohin soll das GANZE uns nur hinführen? Bald dürfen wir vielleicht nicht mal einatmen!:neutral:?

  10. meint

    @ Richard
    Ich bin für das Urheberrecht, auch wenn es sicher etwas modernisiert und praktikabler gemacht werden muss.

    Aber ich bin dagegen, es abzuschaffen. Wenn man erstmal von eigenen Bildern, Videos, Texten, Musik etc. leben will, dann sieht man es sicher anders als wenn man sich nur schnell mal ein Bild ausleihen möchte.

    Ein schwieriges Thema, da ich auf beiden Seiten gute Argumente sehe.

    Was auf jeden Fall aufhören muss ist, dass Anwaltskanzleien sich damit eine goldene Nase verdienen.

  11. meint

    @Peer: ich bezog meine Aussage nicht auf dich, sondern allgemein.

    Ich würde den Leuten ersteinmal raten die Passage mit dem Urheberrecht im eigenen Impressum durchzulesen, bevor sie über andere herziehen. Darin bestehen sie nämlich darauf, dass das Kopieren von Inhalten ohne ausdrückliche Zustimmung des Autors nicht gestattet ist. Was das sie von anderen Leuten verlangen, sollten sie dann gefälligst auch selber tun.

    Was nicht nur du vergisst zu sagen, dass die Anwälte der Abgemahnten selber gerne vergessen zu erzählen: Die verdienen genausoviel an der Geschichte wie der Anwalt der Gegenseite.

  12. meint

    Das verrückteste an dem ganzen Thema rund um Bilder und Urheberrecht ist meiner Meinung nach Facebook. Es gibt kaum eine aktive Facebook Page, die nicht schon irgendwie gegen Urheberrechte durch Posten fremder Bilder verstoßen hat. Es wundert mich ein wenig, dass da nicht mehr durchgegriffen wird.

  13. meint

    Danke für den informativen Artikel und die vielen Infolinks!

    Ich finde es immer wieder erschreckend, wie wenig sich Webseitenbetreiber mit dem Thema Urheberrecht auseinandersetzen und munter drauflos CopyPasten, frei nach dem Motto “Was ich im Web finde, gehört mir”

    Wir hatten in unserer Agentur mal einen Anruf von einem älteren Herren, der auf seiner Ingenieurswebseite ein Bild von Getty verwurstet hatte und einfach nicht verstehen wollte, warum er für die illegale Verwendung des Bildes nun knapp 2.000€ Strafe zahlen sollte. Ob wir da nicht mal anrufen können, das könnte ja wohl nicht deren Ernst sein…

    Die Anekdote wird bei uns immer wieder gerne mal ausgepackt :mrgreen:

  14. meint

    Ein hochinteressantes Thema mit dem ich mich nach diesem Artikel intensiver beschäftigen werde.
    Und danke für die hilfreiche Übersicht der IT-Recht Kanzlei.

  15. meint

    Das ganze ist mittlerweile einfach nur noch nervig. Selbst wenn man ein Bild einbinden möchte, sollte man am besten Jura studieren. Alles viel zu kompliziert in Deutschland.

  16. FTN meint

    2000 Euro für ein Bild ohne vorigen Kontakt ist doch eine Frechheit. Wie ist es eigentlich, wenn man Bilder
    von Wikipedia nutzt und dann auch die Quelle, welche bei Wikipedia angegeben ist, mit einfügt? Das mache ich derzeit und nutze dann auch nur die Bilder aus Wikipedia Englisch :-)

    Die Deutschen übertreiben teilweiße mit dem Urheberrecht

  17. meint

    Ja dieses Thema beschäftigt mich auch immer wieder. Ich glaube die wenigsten wissen, dass man auch die Bilder-Agenturen z.B. im Impressum vermerken muss. Aber oftmals ist es aus den Seiten, von wo die Fotos stammen, auch nicht wirklich einfach ersichtlich. Hier könnten die Anbieter wie istockphoto usw. meiner Meinung nach noch nachbessern…

  18. meint

    Also ich mache das so: Die richtigen “Business Bilder hole ich mir in kleinen Auflösungen von Fotolia. Große AUflösungen kann man aufgrund des doch recht stolzen Preises vergessen. Bei größeren Bildern beauftrage ich meinen Vater, dass er ein Foto schießt (Amateur-Fotograf). Grafiken oder Diagramme erstelle ich selbst. Da ist mir die Suche zu aufwändig. EIne weitere ALternative Sind Motive, die der Creative Commons Lizenz unterliegen.
    Auf diese Weiße gerate ich nicht in die Predullie beim Thema Urheberrechtsverletzung.
    Liebe Grüße
    Philipp Strauß
    telefonverkauftraining.de

  19. Markus meint

    Aus Angst vor einer Abmahnung mache ich einen großen Bogen um Kostenlose Quellen.

    Oft kaufe ich mir auf den Microstock-Webseiten kleinere Bilder.
    Artikelbilder lasse ich mir dann von indivbanner.com für mich anpassen.
    Header und Icons macht ebenso Indivbanner, sind eben sehr günstig, gut und schnell.

    Webdesign kommt leider immer noch sehr teuer. Vorallem die Integration einer Bildergallerie war nicht sehr günstig :)

  20. meint

    Würde mich ja mal interessieren, ob man Screenshots von anderen Webseiten, z.B. Buchungen um Preise zu zeigen, einbinden darf?

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