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Premium oder auch Paid Content ist der Versuch, althergebrachte Einnahmemodelle auch im Netz zu etablieren.
Wie genau solche Möglichkeiten im Web aussehen und welche Varianten es davon gibt, werde ich im heutigen Artikel besprechen.
Zudem gehe ich auf die praktischen Erfahrungen ein und schildere meine Meinung zu Premium Content.
Dieser Artikel ist Teil der “Make Money Monday”-Artikel-Serie, in der ich jede Woche eine neue Einnahmequelle vorstelle.
Was ist Premium Content?
Mit Premium Content werden in der Regel Website-Inhalte bezeichnet, die man nur gegen Bezahlung zu Gesicht bekommt. Deshalb spricht man auch oft von Paid Content.
Das sind in den meisten FĂ€llen Texte, aber auch Video, Audio, Bilder etc. sind denkbar.
Allerdings hat es Premium Content in Deutschland recht schwer. Unter anderem liegt es an der gewachsenen Internetkultur. Die Menschen sind es gewohnt in Google nach etwas zu suchen und dies dann auch kostenlos anschauen zu können.
Selbst jene, die Offline keine Probleme haben Geld fĂŒr Content auszugeben (Zeitschriften, Pay TV etc.), sind im Internet oft nicht dazu bereit.
Premium Content Varianten
Bereits vor 2 Wochen haben ich in dieser Artikelserie ein Beispiel fĂŒr Premium Content vorgestellt. Die Membership-Site stellt eine Variante dafĂŒr dar, Inhalte gegen Bezahlung anzubieten. Hierbei bezahlt man fĂŒr den Zugang zu einer Website und weiteren interessanten Leistungen (z.B. eine Community oder Beratung).
Unter Verlagen ist die Paywall recht beliebt. Damit ist eine einfache ZugangsbeschrĂ€nkung fĂŒr Teile der eigenen Website-Inhalte gemeint. So gibt es Tageszeitung, die online z.B. Geld fĂŒr Wirtschafts- oder Sportnachrichten verlangen, wĂ€hrend andere Inhalte frei zugĂ€nglich sind. Sogar durchlĂ€ssige Paywalls gibt es, wie z.B. bei der New York Times. Dort kann man 10 Artikel im Monat kostenlos lesen. Danach muss man bezahlen.
Eine andere Variante des Paid Content sind z.B. eBooks oder Online-Kurse. Hierbei bezahlt man oft einen Einmalbetrag und kann auf eine relativ genau definierte Informationsmenge zugreifen. Solche Premium Content-Angebote sind in der Regel nur eine ErgÀnzung einer ansonsten frei nutzbaren Website.
Es gibt auch Websites, die dem User die Entscheidung ĂŒberlassen, ob er lieber Werbung sieht oder Geld bezahlen möchte. Ein Teil der User ist durchaus bereit Geld zu bezahlen, um von Werbung verschont zu bleiben. Hier ist der Premium Content also freiwillig und basiert vor allem auf einer anderen Nutzungserfahrung.
Einen guten Ansatz fĂŒr Paid Content bieten Apps. Diese sind deutlich strukturierter und auch abgeschlossener als es Websites sind. Dementsprechend bietet man dem Nutzer ein individuelleres Erlebnis und wer erstmal eine App auf seinem GerĂ€t installiert hat, greift auch öfter darauf zu. Dementsprechend gibt es erste gute Erfahrungen damit, wobei es natĂŒrlich noch keine breite Erfolgsgeschichte ist.
Apps
Bezahlte Inhalte in Form von Premium-Newslettern werden teilweise schon recht erfolgreich genutzt. Hier hat man als User wohl noch eher das GefĂŒhl, man bekommt regelmĂ€Ăig eine “Lieferung” von Inhalten. Ich denke mir, dass dies psychologisch recht nahe an den klassischen Printmagazinen liegt und deshalb wohl von einigen eher akzeptiert wird.
Wie schon gesehen, unterscheiden sich die verschiedenen Varianten unter anderem durch die Zahlungs-Art. Einmalzahlungen, wie bei eBooks oder Online-Kursen, ist dabei von vielen noch eher akzeptiert, als ein Abo-Modell.
Es gibt oft eine gröĂere Hemmschwelle bei der Einrichtung einer dauerhaften Zahlung.
Erfahrungen mit Premium Content
Wie schon gesagt, gibt es doch einige interessante Erfahrungsberichte zu Premium Content.
So hat die New York Times recht gute Erfahrungen gemacht. Mittlerweile hat die digitale Ausgabe rund 450.000 zahlende Kunden. ZusÀtzlich haben Print-Abonnenten vollen Zugriff auf die digitalen Inhalte, was das Print-Abo sicher auch interessanter macht.
Allerdings ist die New York Times auf eine Weltmarke und sicher kein Gradmesser fĂŒr viele kleinere Anbieter.
In Deutschland sieht es nicht ganz so rosig aus. Lediglich die Bild-Zeitung kann respektable Zahlen fĂŒr ihr kostenpflichtiges digitales Angebot aufweisen.
Die Financial Times Deutschland war ein Vorreiter von Premium Content in Deutschland und auch da scheint es ganz gut zu funktionieren. Andere Zeitschriften freuen sich dagegen bereits ĂŒber ein paar tausende “digitale Abonnenten”.
Die erfolgreichen Beispiele kann man bei den Verlagen aber an einer Hand abzÀhlen.
Der Verkauf von eBooks funktioniert mittlerweile recht gut, das Wachstum ist hier ungebrochen. Allerdings muss man auch hier sagen, dass nur ein Teil wirklich gute Einnahmen damit erzielen wird. Man muss eine groĂe Reichweite, einen guten Namen und viel Vertrauen haben, damit das eigene eBook erfolgreich wird.
Ich merke auch an mir selber, dass ich eher bereit bin einmalig Geld auszugeben, als ein Abo abzuschlieĂen. Aber auch da bin ich recht wĂ€hlerisch.
Vor- und Nachteile
Die Vor- und Nachteile von Premium Content:
Vorteile:
- Man benötigt deutlich weniger zahlende Kunden im Vergleich zum Traffic, der bei Werbeeinnahmen notwendig ist.
- Die Einnahmen durch Abo-Kunden kann man meist zu 100% fĂŒr sich selbst behalten und muss keinen Werbevermarkter oder Ă€hnliches bezahlen.
- Hat man erstmal das Vertrauen der zahlenden Kunden, dann ist es eine relativ stabile Einnahmequelle.
Nachteile:
- Die meisten User sind nicht bereit fĂŒr Inhalte zu bezahlen, auch wenn die Akzeptanz insgesamt steigt.
- Oft gibt es im Web Àhnliche Inhalte kostenlos, wo die meisten Nutzer dann auch hinwechseln werden.
- Die Zahlungsabwicklung bedeutet einen zusÀtzlichen Aufwand.
- Man benötigt viel Reichweite, ein hohes Image und die richtige Zielgruppe.
Ob die Vor- oder die Nachteile ĂŒberwiegen, hĂ€ngt von der jeweiligen Einzelsituation ab.
Man kann nicht pauschal pro oder kontra Premium Inhalte sein. Realistischerweise muss man aber sagen, dass der gröĂere Teil der Online-Welt mehr mit den Nachteilen zu kĂ€mpfen hat, als die Vorteile nutzen zu können.
Meine EinschÀtzung zur Zukunft des Premium Content
Meine persönliche Meinung zu Premium Content ist recht nĂŒchtern.
Im Gegensatz zum Print-Markt, wo man in einer Nische durchaus Konkurrenzlos sein kann, gibt es im Internet einfach zu viele kostenlose Inhalte. Und die meisten Menschen werden die kostenlose Variante wÀhlen, wenn die Angebote vergleichbar sind.
Nur wenn es ein Anbieter schafft, ganz besondere und einzigartige Inhalte anzubieten, kann er auch mit einer Paywall oder anderen Modellen erfolgreich sein.
Ich sehe zum einen eine Chance in der Nische, da es dort durchaus noch möglich ist, exklusive Inhalte anzubieten.
Zum anderen halte ich die Zersplitterung der Internet-Medien fĂŒr eine groĂe Hemmschwelle. Kann man bei Print-Medien noch den Ăberblick behalten, finden sich im Web unzĂ€hlige Angebote. Warum sollte man dann fĂŒr nur eine Website Geld bezahlen, wenn man doch das gesamte Angebot nutzen möchte.
Eine Alternative könnte eine Art “Sammel-Flatrate” sein, wie es sie in der Slowakei gibt. Dort arbeiten die groĂen Zeitungen online zusammen und fĂŒr 2,90 Euro kann man auf alle Premium Inhalte der teilnehmenden Zeitungen zugreifen.
Ich denke, dass auch in Deutschland viele User eher bereit wÀren mit einem Abo solch ein Sammelangebot nutzen zu können. Allerdings sehe ich das in der deutschen Zeitungslandschaft nicht wirklich kommen.
Generell denke ich, dass Premium Content auch in Zukunft nur in einzelnen FĂ€llen funktionieren wird und keinesfalls auf breiter Front kommen wird.
Da wo es funktioniert, kann es aber recht lukrativ sein.
Fazit
Premium Content ist ein heiĂ diskutiertes Thema, bei dem die Wunschvorstellungen meist gröĂer sind als das realistische Potential.
Jede Situation muss einzeln analysiert werden. Erst dann kann man entscheiden, ob sich ein Versuch lohnt.
Man sollte nur bedenken, dass man durch eine Paywall sehr schnell eine erfolgreiche Website kaputt machen kann.
FĂŒr SelbstĂ€ndige im Netz sollte Premium Content in der Regel nur ein zusĂ€tzliches Angebot sein und auch da muss man im Einzelfall testen, ob sich das lohnt.
Die nÀchsten Themen
Die Einnahmequellen, die ich in den nĂ€chsten 3 Wochen vorstelle, sind “Rankseller”, “RankSider” und “Shareifyoulike”.
Wer damit Erfahrungen hat, kann mit seiner Meinung und seinen Tipps in meine Artikel kommen, inkl. Backlink.
Mehr dazu erfahrt ihr auf der “Make Money Monday“-Seite.
Hier findest Du weitere Informationen zu diesem Thema:
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Mein Name ist Peer Wandiger und ich bin selbständiger Webdesigner, Programmierer und Blogger.











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Ich stehe dem ganzen sehr skeptisch gegenĂŒber. Da ich persönlich niemals fĂŒr eine Membership-Site bezahlen wĂŒrde, fĂ€llt es mir sehr schwer, dass einige Seiten einen solchen Mehrwert bieten, dass sich dies fĂŒr die User lohnt.
Sehe das Àhnlich wie Markus. Es gibt wenig Websites in Deutschland die so ein Konzept erfolgreich umsetzen. Wir Deutschen geben halt nicht gerne Geld aus
Ich bin gespannt wie sich der Markt weiter entwickelt. Vielleicht hĂ€tte man mit Mircopayment mehr Erfolg. So nach dem Motto PDF hier downloaden (0,19 ⏠fĂŒr einmaligen Abruf) oder sowas in der Richtung.
Ich kann deine EinschĂ€tzung nur teilen. Von der Idee mit der Sammelflatrate wusste ich bisher noch nichts, da sollte der “Mix” aber stimmen, wozu brauche ich dann Inhalte von 3 Tageszeitungen?
@Michael: Das sieht man ja auch an dem Boom der ganzen Gutschein Dienste
Insgesamt mal interessant was so möglich ist. Aber die ein oder andere Methode will ich keinen meiner Leser zumuten. Ich tue mich ja schon mit Layer Ads sehr schwer da ich die selber nicht mag. Ich freue mich schon auf nÀchste Woche wenn du Rankseller und co unter die Lupe nimmst. Da hÀtte ich einiges dazu zu sagen.
Ich denke, dadurch dass wir selber solche “SparfĂŒchse” sind, meinen wir auch dass unsere Leser Ă€hnlich gestrickt sind… – ich wĂŒrde auch nicht wirklich gerne fĂŒr den Inhalt zahlen wollen, aber anscheinend gibt es hierfĂŒr einen Markt… ich werde vielleicht mal, animiert durch PeerÂŽs Bericht versuchen, einen Versuchsballon in einem der Projekte zu platzieren, mal schauen wie der sich entwickelt…
Ich habe vor drei Monaten einen kostenpflichtigen Mitgliederbereich in einem neuen Blog ins Leben gerufen und erste Anmeldungen sind da. Es geht dabei um ein Thema, das hier sicherlich mehr Schmunzeln als VerstÀndnis findet, nÀmlich SpiritualitÀt, das Thema 2012 (ohne Weltuntergang) und was die Zeit danach so bringen wird.
Ein Nischenthema und doch beschĂ€ftigt es “heimlich” immer mehr Menschen (so scheint es).
Was ich dort mache, ich gebe regelmĂ€Ăig Wissen (aus Seminaren, aus Coachings, mit Audio-Mitschnitten, etc.) und meine Erfahrungen in diesen Mitgliederbereich.
Man bucht fĂŒr 99 Euro ein einmaliges Jahres-Abo, das sich nicht automatisch verlĂ€ngert.
Ich glaube, die wichtige Frage ist:
wĂŒrde ich (als Anbieter) selbst dieses Angebot buchen?
Ich wĂŒrde es, denn vor Jahren wĂ€re ich dankbar gewesen, wenn ich dieses Wissen fĂŒr nicht einmal 9 Euro im Monat hĂ€tte haben können.
Und ganz unter uns: ich bin zwar “IT-Onkel”, habe aber von Blog-Monetarisierung nicht wirklich Ahnung.
Und ich habe nicht den Bekanntheitsgrad von Peer oder anderen.
Trotzdem scheint es möglich!
Sicher ein interessantes Thema Peer.Bin heute zufĂ€llig ĂŒber das Angebot irgendeiner Zeitung gestolpert. Diese hat ihre Inhalte zwischen 5 und 8 Euro/ Monat (je nach LĂ€nge der Abos) angeboten. Da hatte ich mich auch gefragt, wer das wohl wahrnimmt.
Aber so wie Frank sagt, scheint es ja durchaus eine interessante Verdienstmöglichkeit sein, wenn das Angebot stimmt.
Ich habe zwar selber keine Erfahrung in dem Bereich, kann aber aus meiner eigenen Sicht auch nur sagen, dass ich selber auch noch nie eingesehen habe fĂŒr Content zu bezahlen.
Zum einen ist der teilweise sehr schlechte Ruf der Online Produkte, der die Kunden abschreckt und zum anderen ist es eben der Fall, dass so gut wie alles mit relativ wenig MĂŒhe zu finden ist.
Ich glaube schon, dass es möglich ist damit Geld zu verdienen, aber dafĂŒr muss das Produkt wahnsinnig gut sein und wirklich einzigartig. Meiner Meinung nach wird sich diese Monetarisierung kaum durchsetzen.
Naja, ich hab bis zum heutigen Tage einmal “Premium Content” in Anspruch genommen und muss sagen dass ich so gernevt davon bin, dass es vorerst kein zweites mal vorkommen wird.
Da bezahlt man seine X ⏠pro Monat (wie viele anderes ja auch, die Masse machts!) und dann kommt nach den ersten Wochen “nur noch” ein Artikel/Monat…
Da gibt es genĂŒgend schöne, kostenlose Blogs die teilweise (auch nicht immer
) einen schöneren Schreibstil haben (siehe SiN).
Generell kommt es auf den Markt an. Wie bereits erwĂ€hnt gibt es sehr viele Inhalte kostenlos im Internet. Doch nur groĂe Themen die viele Personen beschĂ€ftigen (bspw. Programmieren, Gartenpflege) werden ausfĂŒhrlich behandelt und man findet alles was man braucht. Anders sieht es bei speziellen IT – Themen oder anderen Nischen aus, wo die Informationen recht oberflĂ€chlich sind. Hier wird der Besucher dann froh sein, wenn er fĂŒr einen gewissen Geldbetrag die gewĂŒnschten Infos gebĂŒndelt in einem E-Book oder Video bekommt und jede Menge Zeit sparen kann.
Das ganze ist extrem schwierig. Es gibt kaum Inhalte fĂŒr die man Geld bezahlen wĂŒrde. Sehr viele extrem gute Inhalte bekommt man einfach kostenlos. Da sind die Leute nur ungerne bereit zu zahlen.
Sehr interessanter Bericht. Ich denke, da braucht man echt ein sehr spezielles Thema, da das Internet sonst vermutlich genug gute kostenfreie BeitrÀge bietet.
Ich sehe Premium Content nur fĂŒr sehr groĂe Anbieter (wie z.b. Bildzeitung o.Ă€.) als lukrativ oder fĂŒr Fachliteratur. So ein Oracle Handbuch kostet leicht mal 70 Euro als gedrucktes Buch. Als Ebook fĂŒr die HĂ€lfte wĂŒrde ich schon eher zugreifen – und nein, die Inhalte sind nicht alle online zu finden und wenn dann kostet es viel Zeit zu suchen und auszuprobieren.
Also ich werde vorerst alles kostenlos anbieten an Content den ich biete. Mit einer Seite wo man eine Feste Leserschaft hat, könnte man sich das eher erlauben, ich denke da an Tageszeitungen die Online agieren. DafĂŒr dann allerdings werbefrei und nicht mit tausend Bannern beschmutzt.
MerkwĂŒrdig ist nur, dass die Leute im realen Leben kein Problem damit haben fĂŒr Informationen Geld auszugeben, das aber fĂŒr das Internet ausschlieĂen. Die GratismentalitĂ€t hat sich in den Köpfen der Menschen derartig festgesetzt, dass man Bezahldienste nicht fĂŒr jedes Angebot durchsetzen könnte. Zum anderen sind die Inhalte der Tageszeitungen zum GroĂteil nur noch Agenturmeldungen und Pressemitteilungen. Diese bekommt man ĂŒberall im Internet kostenlos zu lesen. Warum sollte man fĂŒr sowas noch Geld dafĂŒr bezahlen? FĂŒr die Arbeitszeit der Redakteure fĂŒrs Copy & Paste?