Brauchen Selbständige einen Blog? – 1. Vorteile und Risiken

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Blogs sind seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des Internets.

Auch wenn es immer mal wieder Unkenrufe gibt, die den Tod der Blogosphäre prophezeien, so deutlich ist es, dass Blogs in vielfältiger Weise genutzt werden und ein wichtiger Teil des Webs bleiben werden.

Doch was bringt ein Blog für einen Selbständigen?

Macht es Sinn Arbeit und Zeit in einen Blog zu investieren?

Welche Vorteile bringt dieser mit sich?

Diesen Fragen möchte ich im heutigen ersten Teil dieser dreiteiligen Artikelserie nachgehen.

Brauchen Selbständige einen Blog?

Wie so oft muss ich auch hier schon gleich zu Beginn sagen, dass es eine eindeutige Antwort für oder wider Blogs für Selbständige nicht gibt.

Es hängt wie immer von der individuellen Situation ab, ob man in seiner Selbständigkeit von einem Blog profitieren kann oder eben nicht.

Aber es gibt eine Menge Gründe, die dafür sprechen, dass ein Selbständiger einen Blog betreibt.

Gute Gründe für einen Blog

Im Folgenden möchte in ein paar Vorteile vorstellen, die ein Blog für die eigene Selbständigkeit haben kann:

Ein Corporate Blog ist:

  • einfach
    Blogs sind sehr einfach zu starten. Innerhalb weniger Minuten kann man z.B. einen WordPress-Blog installieren und mit einem Theme versehen. Natürlich bedeuten individuelle Anpassung etwas mehr Aufwand, aber alles in allem kann man sehr einfach und schnell loslegen.

    Zudem sind Blogs meist recht einfach zu bedienen. Gerade WordPress tut sich hier positiv hervor. Mit den letzten Versionen wurden viele Hilfen für Anfänger ergänzt, die einen schnellen Einstieg ermöglichen.

    Um einen Blog-Artikel zu verfassen, muss man keine technischen Kenntnisse besitzen oder sich erst durch die Tiefen eines CMS kämpfen.

  • preisgünstig
    WordPress ist, wie die meisten anderen Blog-Lösungen, kostenlos. Neben vielen kostenlosen Themes gibt es viele professionelle Layoutentwickler, deren Premium-Themes ebenfalls relativ günstig sind. Tausende Plugins erweitern zudem die Funktionalität zum Nulltarif.

    Wer keine ausgefallenen Sonderwünsche hat, kann für unter 100 Euro einen professionell aussehenden Blog starten. Darin ist das Hosting für das erste Jahr bereits enthalten.

    Wer ein wirklich individuelles Layout haben möchte und externe Hilfe, z.B. für die Suchmaschinenoptimierung, in Anspruch nimmt, der muss natürlich mit höheren Kosten rechnen.

  • persönlich
    Ein Blog ist keine Unternehmensbroschüre. Hier spricht nicht das Unternehmen oder die Marketingabteilung, sondern der Selbständige selbst.

    Wer es schafft, auf eine professionelle Weise persönlich rüber zu kommen, der kann sich ein sehr gutes Image aufbauen, dass die Leser im Hinterkopf behalten werden.

    Die chronologischen Artikel eines Blogs ermöglichen es viel eher Meinungen, Erfahrungen, Tipps, Hintergrundberichte etc. zu veröffentlichen, als das in einer eher statischen Websitestruktur möglich ist.

  • glaubwürdig
    Durch die persönliche Ebene ist ein Blog oft glaubwürdiger, als eine Unternehmenswebsite mit Werbecharakter und unpersönlicher Ansprache.

    Damit bietet ein Blog für Selbständige eine völlig andere Zugangsebene zu potentiellen Kunden, die auf Grund von Werbeüberflutung für klassische Werbung kaum noch offen sind.

  • öffentlich
    Während man mit einer Firmenwebsite meist etwas isoliert existiert, bietet ein Blog deutlich mehr Möglichkeiten der Verknüpfung mit anderen.

    Durch RSS-Feeds, die Verknüpfung mit Social Networks, Kommentare, gegenseitige Verlinkungen und vieles mehr, ist ein Corporate Blog oft viel “sichtbarer” im Web als eine klassische Website.

  • schnell
    Da ein Blog so einfach zu bedienen ist, kann man auch viel schneller auf bestimmte Ereignisse reagieren.

    Gerade bei kleineren oder größeren Krisen kann man mit einem Blog sehr schnell aktiv werden und Probleme eindämmen, bevor sie noch größer werden.

    Aber auch bei positiven Entwicklungen und wichtigen Branchennews ist man mit einem Blog meist schneller zur Stelle.

  • interaktiv
    Kommentare, Umfragen, Diskussionen, Leserwünsche usw. binden die Leser eines Blogs viel stärker ein, als das in der Regel auf einer Website der Fall ist.

    Zudem hat man als Selbständiger viel direkter die Möglichkeit in direkten Kontakt mit den Besuchern zu treten. Auch das steigert die persönliche Bindung.

  • besonders
    Betreibt man als Selbständiger einen Blog, dann gehört man einer eher kleinen Gruppe an. Die meisten Selbständigen nutzen diese Möglichkeit nicht.

    Das bedeutet, dass man mit einem guten Blog etwas besonderes schafft, dass sich von der Konkurrenz abhebt.

  • informativ
    Durch die genannten Interaktionsmöglichkeiten mit den Lesern bekommt man recht viel Feedback. Man kann die Besucher direkt nach ihrer Meinung fragen und somit viele wertvolle Informationen zu Produkten, Leistungen etc. bekommen.

Insgesamt gibt es sehr viele gute Gründe für einen Corprate Blog.

Risiken/Nachteile eines Business-Blogs

Doch es gibt auch Risiken bzw. Nachteile, die man bedenken sollte.

Ein Blog ist:

  • öffentlich
    Negative Kommentare können von allen Usern gelesen werden und stellen eine Herausforderung dar. Natürlich könnte man auf einem Corporate Blog die Kommentare deaktivieren, aber damit gibt man auch ein wichtiges Instrument zur Interaktion aus der Hand.

    Deshalb sollte man sich vorher gut überlegen, wie man mit negativen und vor allem unseriösen Kommentaren umgeht. Man sollte zudem verhindern, dass sich der interne Kundensupport in die öffentlichen Blogkommentare verlagert.

  • aufwändig
    “Einen Blog zu starten ist nicht schwer, einen Blog langfristig zu betreiben aber sehr.”

    Ein etwas frei interpretiertes Sprichwort ist es schon, aber es liegt viel Wahrheit darin. Man sollte sich von Anfang darüber im Klaren sein, dass man regelmäßig und dauerhaft bloggen muss, damit sich die positiven Effekte einstellen. Zudem erfordert die Freischaltung und Beantwortung von Kommentaren etc. regelmäßig die eigene Aufmerksamkeit.

    Ich habe erst heute wieder einen Kommentar zu Corporate Blogs gelesen, der das Problem aufzeigt. Darin wurden Corporate Blogs als grundsätzlich gut und nützlich beschrieben, dass Problem sei aber, dass viele Selbständige nicht auf Dauer die Zeit finden, diesen neben der Arbeit noch richtig zu pflegen.

    Hier liegt meiner Meinung nach schon ein Denkfehler. Ein Blog ist ein zentrales Marketing-Instrument und sollte eben nicht neben der Arbeit, sozusagen in der Freizeit, gepflegt werden. Man sollte Arbeitszeit dafür einplanen, sonst wird das auf Dauer nichts.

  • empfindlich
    So schön es mit der Öffentlichkeit und der persönlichen Ansprache ist, so empfindlich sind Blogs auch. Man sollte nie emotional auf negative Kommentare oder ähnliches reagieren. Zudem sollte man sich trotz persönlicheren Themen und lockererem Schreibstil immer darüber bewusst sein, dass es ein Firmen-Blog ist.

    Wer zu sehr aus der Reihe fällt oder sonst für negative Schlagzeilen sorgt, kann sich sein aufgebautes Blog-Images schnell wieder zerstören.

  • nicht über Nacht erfolgreich
    Einen Blog als Selbständiger aufzubauen dauert sehr lange. Viele Monate wird man fast nur für sich selbst bloggen, was ein großes Durchhaltevermögen voraussetzt. Das bedeutet aber auch, dass man gute Chancen hat einen erfolgreichen Blog aufzubauen, weil viele andere aufgeben oder gar nicht erst damit beginnen.

    Aus diesem Grund sollte man einen Blog gleich zum Start der Selbständigkeit oder sogar noch davor starten. Wer erst damit beginnt, wenn die Kunden schon knapp werden, der wird nicht die gewünschten Ergebnisse erhalten.

Fazit

Die Vorteile und Chancen eines Blogs für Selbständige überwiegen in meinen Augen die Nachteile und Risiken.

Allerdings sollte das jeder für sich selbst analysieren und dabei ehrlich sein. Wer ungern schreibt oder nur ungern am PC sitzt, für den ist das eher nichts.

Wer dagegen sowieso gern im Netz ist und über seine Selbständigkeit berichtet, für den kann sich so ein Blog auszahlen.

Im zweiten Teil der Artikelserie geht es um die Frage, ob sich ein Blog eher für die Kundengewinnung oder die Kundenbindung eignet. Zudem widme ich mich der Frage, was ein Offline-Business von einem Blog hat.


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Kommentare

  1. meint

    Irgendwie finde ich, “Einfach” ist hier etwas fehl am Platz. Ein Blog lässt sich zwar leicht aufsetzten, aber wie unter “Aufwendig” dann doch noch gesagt wird, braucht es viel Arbeit, um einen Blog erfolgreich zu machen. Außerdem fehlt dort finde ich noch etwas: Ein Blog bringt zwar Gutes, wenn er erfolgreich ist, aber ein erfolgloser Blog auf dem wenig los ist, geht sogar nach hinten los. Wer einen schlecht gepflegten Blog sieht wird dadurch nur abgeschreckt. Daher muss man viel Arbeit in einen Blog stecken, sonst geht es nach hinten los.

  2. meint

    @ Maltos
    Das “einfach” bezog sich auf die Benutzung eines Blogs, im speziellen WordPress.

    Wie ich im weiteren Artikel beschrieben habe, ich es natürlich nicht einfach, damit Erfolg zu haben.

  3. meint

    Na ja, wenn man konkret die Frage stellt “Brauchen Selbständige einen Blog?”, dann würde ich diese mit “Nein, aber verkehrt wäre es nicht” beantworten. Ob der Installateur vor Ort einen Blog braucht, nicht wirklich – ob der selbsternannte Marketing Guru einen Blog braucht – eher ja. Ich würde es branchenspefizisch einschränken, ob man einen Blog “braucht” – bzw. wer die Zeit dafür hat, warum nicht. Aber gerade einem gut ausgelasteter Einzelkämpfer fehlt beim Tagesgeschäft schlichtweg die Zeit zum Bloggen… wobei, ich glaub der Saftblog war’s, die haben es vorgemacht, wie man aus einer Flaute einen Erfolg mittels Bloggen machen kann…

  4. meint

    Schöner Artikel, der die Vorteile und Nachteile eines Blogs für Selbstständige gut gegenüber stellt.

    Sicherlich ist es viel Arbeit, denn so ein Firmenblog schreibt sich nicht von allein und muss vor allem auch gepflegt werden, ist aber eine super Basis für alle Selbstständigen, die sich für Online-Marketing interessieren. Ich freu mich schon auf den nächsten Teil.

  5. meint

    Ich würde sagen niemand braucht “unbedingt” einen Blog. Jedoch kann ein Blog förderlich für ein Unternehmen oder einen selbständigen sein Wenn man jedoch einen als Unternehmer betreibt, dann muss das auch professionell und dem Dienstleistungsgebiet entsprechend geschehen, sonst kann das nach hinten losgehen. Jemand, der einen Blog für sein Unternehmen nutzt, der kann unter Umständen auch nicht so “frei schnauze” bloggen wie eine Privatperson. Es stellt sich dann auch die Frage, was man mit dem Blog erreichen will. Wenn er nur ergänzend als Informationsplattform zu einer Webseite verwendet wird, ist er sicherlich nicht so arbeitsintensiv wie ein Blog, das finanziell auf lange Sicht etwas abwerfen soll.

  6. meint

    Also ich finde schon dass ein Blog für einen Selbständigen ganz interessant sein kann – und gerade durch dieses “DoFollow” kann ein Blog so auch noch was fürs Ranking beitragen… – ausserdem ists witzig wenn ein Heizungsinstallateur mit ein paar Bildern und ein paar Komentare eindrucksvoll in seine tägliche Arbeit Einblick gibt… – ich kann es jedem nur raten – es gibt eigentlich immer Zeit dafür – diese 10-20 Min. in der Woche hat jeder!!!! – natürlich wird der Blog nicht suchmaschinen-optimiert geschrieben sein, aber dass muss er ja auch nicht.

  7. meint

    Ich finde Blogs neben dem Mehrwert für die Leser auch für das eigene Wissensmanagement sehr nützlich. Wenn man neben Neuigkeiten aus dem Betrieb auch über fachliche Themen berichtet, muss man in der Regel etwas recherchieren und lernt dabei auch selber noch dazu.

  8. meint

    Niemand braucht einen Blog!
    Ein Blog ist nur eines von vielen Marketinginstrumenten, wer kein Marketing macht/kann/will braucht ebenso wenig die Anzeige in der Tageszeitung oder einen Radiospot.
    Steht jedoch zur Auswahl in welches Marketing Instrument man inverstieren möchte, steht bei mir der Blog ganz hoch im Kurs. Im Vergleich zu Facebook Fanpages gehören die Inhalte einem selbst.
    Wenn ich jetzt die Kosten einer Werbeanzeige mit den kosten eines Blogs(Hosting,Arbeitszeit,etc) vergleiche, behaupte ich dass sich der Blog langfristig auszahlt.

  9. meint

    Ganz andere Sache, wenn ich als Selbständiger einen Blog betreibe, sollte ich dann Werbung lieber weg lassen oder ist das egal? Also Adsense usw.

  10. meint

    @ Stefan
    Solche Entscheidungen sollte man immer davon abhängig machen, welche Ziele mal verfolgt.

    Lauet das Hauptziel “Kundengewinnung”, sollte man von Werbung absehen, da es nicht nur ablenkt, sondern meist auch unseriös wirkt.

  11. meint

    “Einen Blog zu starten ist nicht schwer, einen Blog langfristig zu betreiben aber sehr.”

    Das ist ganz richtig. Man braucht nicht nur 10-20 min. in der Woche. Um interessanten Inhalt zu schreiben, braucht man viel mehr als 20 Min in der Woche, sondern 2 Mal 1 Stunde jede Woche minimal.

    Ein Blog betreiben braucht viel mehr Zeit als man denkt, und Wehmut macht dass meiste Blogs nachgelassen werden, weil man nicht genug Zeit freimacht für guten Inhalt.

  12. meint

    Zum Thema Risiko öffentlich und Kommentare..

    Ich habe meinem Onkel kürzlich eine Firmenwebsite mit dem Wordpess CMS eingerichtet mit eigener Domain. Es ist eine Handwerksfirma und der “Blog” dient lediglich als Visitenkarte. Somit gibt es natürlich auch kaum Content der kommentiert werden könnte. Das wollen wir auch garnicht. Ich habe ihm diverse Seiten eingerichtet und dort auch die Kommentarfunkion deaktiviert.
    Ich finde als Handwerksfirma z.B sollte man ein Blog als Visitenkarte nutzen und nicht zum bloggen.

  13. meint

    Ich sehe eher die Gefahr, dass die Reichweite eines Blogs überschätzt wird. Die meisten Entscheidungsträger, die für Auftragsvergabe zuständig sind, lesen keine Blogs, behaupte ich mal. Wenn man also nicht gerade im Internet-Bereich selbst arbeitet, ist ein Blog eher eine nette Fingerübung, bringt einem aber keinen einzigen Auftrag. Wenn man Spaß daran hat, sollte man es machen, als Marketing-Instrument glaube ich ist es überbewertet.

  14. meint

    Ahoi Peer,

    danke für den Artikel!

    Ich habe dir bereits kurz in Twitter geschrieben. Aber hier kommt’s nochmal etwas ausführlicher:

    Ich denke auch, dass die Vorteile überwiegen. Vor allem habe ich das selbst gemerkt. Ich komme ursprünglich aus dem Screendesign-Bereich und habe das in meinem Online Marketing Blog auch nur ganz kurz erwähnt.

    Dennoch kamen Aufträg für Screendesigns rein. Das beweist einfach, dass ein Blog ein wunderbarer “Kundenmagnet” ist. Und hätte ich einen Screendesign Blog und würde mich auf das Freelancing fokussiert, dann wären die Anfragen und Aufträge noch sicherlich viel höher.

    Viele Grüße
    Vladislav

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