In diesem Gastartikel von Kerstin Schubert geht es um Daten und deren grafische Darstellung. Wie sehr kann man durch die Art der Darstellung die Wahrnehmung manipulieren?
Bevor wir uns den Lügen widmen, sollten wir erstmal herausarbeiten, was eine sogenannte „Visualisierung“ überhaupt ist.
Eigentlich hört sich das Wort sehr modern an und wir ordnen es unserem Zeitalter zu. Aber da liegen wir komplett falsch. Die Visualisierung hat schon seit vielen Jahrhunderten eine enorme Bedeutung.
Denken wir beispielsweise an die Astronomie, die Kartographie… hier gibt es einige Beispiele aus früheren Zeiten.
Bereits 1637 formulierte René Descartes: “Imagination or visualization, and in particular the use of diagrams, has a crucial part to play in scientific investigation“. Und trotzdem hat der Begriff seine Bedeutung der bildlichen Darstellung nie geändert.
Die Visualisierung dient als Hilfsmittel der Datenanalyse, über sie können demnach Fakten und Informationen leicht verständlich vermittelt werden. Strukturen und Zusammenhänge werden durch Bilder verständlich. Allerdings ist bei der Umwandlung beispielsweise von Zahlen in Grafiken die Fehlerquelle groß, den Darsteller haben Einfluss auf die Wirkung der Veranschaulichung und können den Betrachter so – bewusst oder unbewusst – manipulieren. Und damit sind wir schon bei dem eigentlichen Thema: „Lügen leicht gemacht“.
Selbst wenn die Umwandlung der Informationen in eine Grafik erfolgreich abgeschlossen wurde, so besteht immer noch die Gefahr, dass der Betrachter die Grafik falsch interpretiert, oder noch schlimmer: Es handelt sich um eine zweideutige Abbildung.
Von Bedeutung ist es vor allem, wenn Interpretationen von Entscheidungen gefolgt sind, die dann entsprechend beeinflusst werden. Daraus lässt sich schließen, dass es für den Darsteller wichtig ist, die passende Darstellungsweise zu finden.
Artikel weiterlesen ...