5 erfolgreiche KI-Apps, die wirklich Geld verdienen

Die Erstellung von Web- und Smartphone-Apps war noch nie so einfach wie heute. Gleichzeitig scheint der KI-Boom viele neue Möglichkeiten zum online Geld verdienen zu eröffnen – vor allem mit KI. Aber was funktioniert wirklich?

Die Entwicklungskosten selbst für komplexe Software-as-a-Service-Produkte nähren sich dank Vibe Coding immer mehr dem Nullpunkt. An dieser Stelle haben wir 7 SaaS-Web-Apps vorgestellt, die du für unter 1.000 Euro kaufen kannst. Und die unlängst noch mehrere Hunderttausend Euro allein an Programmieraufwand verschlungen hätten.

Gleichwohl: In dieser Preisregion handelt es sich im Wesentlichen um LLM-Wrapper wie ein Content-Erstellungstool mit visuellen Eingabemasken, unter dessen Haube sich ChatGPT verbirgt.

Bei solchen Starter-Projekten hast du in der Regel keine Kunden, keine Traction, keinen Proof of Concept.

Aber was für KI-App-Konzepte, hinter denen keine Unternehmen, viel Wagniskapital oder Influencer mit eigener Reichweite stehen, verdienen tatsächlich viel Geld? Dank built in public und Analyse-Tools eine Frage, auf die es eine Antwort gibt.

Cal AI

Die Prämisse von Cal AI ist so simpel wie einleuchtend. Fotografiere dein Essen und lass dir von der integrierten Bilder-KI analysieren, wie viel Kalorien es enthält.

Nerviges Abwiegen von Essen und ein Studium der Inhaltsstoffe ist mit Cal AI passe, so das Versprechen des gerade erst 18-jährigen Gründers (Porträt bei CBS News).

Das Erstaunliche: Mehrere Studien bescheinigen Cal AI eine sehr hohe Akkuratheit weit jenseits von Tech-Spielerei. Eine definitiv smarte und runde Adaption von KI-Bilderkennung.

Erst seit 15 Monaten auf dem Markt, verzeichnet die App bereits mehr als 5 Millionen Downloads. Das Analyse-Tool Sensor Tower schätzt die App auf monatliche (!) Umsätze in Höhe von 3 Millionen US-Dollar.

Rosie

Erst seit 8 Monaten im Netz, hat der KI-Anrufbeantworter für kleine und mittlere Unternehmen („Mailchimp for AI Voice“) namens Rosie bereits die 1 Million US-Dollar ARR Hürde übersprungen.

Der Use Case ist naheliegend und technisch machbar, entsprechend groß ist die Zahl der Wettbewerber. Und entsprechend aggressiv war das Marketing.

Gründer Jordan Gal räumt bei Indie Hackers ein, in der ersten Zeit 1.000 kalte Werbemails verschickt zu haben. Pro Tag. Über zwei Monate hinweg.

Der Erfolg der Marketing-Maßnahme war nicht riesig, aber groß genug für den Aufbau einer ersten Nutzerschaft. Aus deren Erfahrungen heraus passgenaue Meta- und Google-Kampagnen aufgebaut werden konnten, deren Skalierung dann zu einem Monatsumsatz von mehr als 85.000 US-Dollar führten.

neural frames

Der Berliner Nicolai Klemke brach sein Promotionsstudium ab, um sich voll auf neural frames fokussieren zu können, einen Generator für KI-Musikvideos.

Musiker können aus ihren Song Clips für Spotify, Social Media & Co kreieren lassen, aber auch vollwertige Musikvideos etwa für YouTube produzieren.

Ende 2022 alleine gestartet, beschäftigt Nicolai inzwischen eine Handvoll Mitarbeitende. Im Sommer 2025 hat neural frame erstmalig die Marke von 100.000 US-Dollar im Monat übersprungen, wie der Gründer bei StarterStory berichtet (YouTube-Video).

Formula Bot

Der Formula Bot erlaubt dir, mit deinen Excel-Dateien zu chatten und Daten mit wenigen Prompts und Klicks in Charts & Co weiterzuverarbeiten.

Der Albtraum jeder deutschen Datenschutzabteilung kommt auf über eine Million Benutzer, von denen etwa 10.000 auch Geld bezahlen. Das Indie-Startup kommt damit nach eigenen Angaben aktuell auf 250.000 US-Dollar Umsatz pro Monat.

Gründer David Bressler baute seinen Formula Bot ohne Programmierkenntnisse und anfänglich mit nur wenig Zeit parallel zu seinem Vollzeitjob auf.

Er startete mit dem Vibe Coding Tool Bubble, Traffic kam über YouTube-Tutorials. Wie viele Indie-Hacker geht auch David auf seinem X-Kanal  sehr offen mit seinen geschäftlichen Erfahrungen und Learnings daraus um.

RIZZ, Plug AI, …

Einer der frühsten und erwartbarsten wirtschaftlichen Erfolgen von ChatGPT-Layer-Apps im Konsumentenbereich waren Anwendungen für mehr Erfolg beim Online Dating.

RizzGPT-Gründer Alex Leiman (heute Plug AI) vermeldete schon im Januar 2024 einen Monatsumsatz von mehr als 200.000 US-Dollar allein mit der iOS-App.

Die dem gegenüber stehenden Ausgaben dürften überschaubar gewesen sein, denn der Erfolg von RizzGPT begründete sich vor allem durch virale TikTok-Videos über zahlreiche Faceless Accounts.

Wettbewerber RIZZ wird den einschlägigen Outside In Metriken nach noch deutlich größer sein (5 vs. 1 Mio. Google-Android-Installationen). Dazu kommen naturgemäß dutzende Copycats.

Produkt wird austauschbarer, Marketing entscheidend

Die Dating-AI-Assistenten, aber auch die anderen AI-Apps sind Beispiele dafür, dass es für erfolgreiche AI-SaaS-Produkte weder besondere Fähigkeiten noch einzigartige Geschäftsideen braucht.

Sondern ein Produkt, für das es auch wirklich eine zahlungswillige Zielgruppe mit entsprechendem Leidensdruck gibt. Vor allem braucht es aber ein gutes Konzept zur effizienten und skalierbaren Kundengewinnung – Online Marketing ist in der KI-Welt wichtiger denn je.

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Johannes Haupt

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