YouTube & Meta drehen KI-Content den Geldhahn zu – oder?

Sowohl YouTube als auch Meta (Facebook, Instagram) haben in dieser Woche ihre Richtlinien nachgeschärft, in sehr ähnlicher Weise. Dabei ziehen die Plattformen ihre wohl schärfste Waffe gegen Content Creators: Demonetarisierung.

Schon Anfang Juli stellte YouTube ein “Policy Update” für den 15.07. in Aussicht. Konkret wurden die Monetarisierungsbedingungen des YouTube Partner Programms aktualisiert, über das Content Creators einer gewissen Größe (1.000 Abonnenten plus 4.000 Wiedergabestunden oder 10 Millionen Shorts-Aufrufe in einem bestimmten Zeitraum ) von YouTube an den durch ihre Videos generierten Werbe- und Premium-Einnahmen beteiligt werden (siehe auch Geld verdienen mit YouTube).

Was im Jahr 2025 „unauthentischer Content“ für YouTube ist

Demnach will YouTube mit der Aktualisierung der Richtlinien klarer machen, was im Jahr 2025 “repetitiver” und “unauthentischer” Content sei, der von der Monetarisierung ausgeschlossen ist. Aus Sicht etwa von TechCrunch handelt es sich um eine direkte Reaktion auf eine Flut von minderwertigen KI-Inhalten und -Edits bei YouTube.

In den an diesem Mittwoch in Kraft getretenen neuen Richtlinien führt YouTube als konkrete Beispiele für nicht monetarisierbare Inhalte unter anderem auf:

  • „In großen Mengen produzierte Inhalte, die auf Grundlage einer ähnlichen Vorlage erstellt wurden“
  • „Diashows mit Bildern oder Lauftext mit wenig oder gar keiner Handlung oder Erläuterung bzw. mit geringem bis gar keinem Bildungswert“
  • „Inhalte, die von einer anderen Onlinequelle heruntergeladen oder kopiert und ohne wesentliche Änderungen veröffentlicht wurden“

Facebook & Instagram ziehen nach

Nahezu zeitgleich – am vergangenen Dienstag (14.07.) – veröffentlichte auch Facebook in seinem Creators Blog einen Artikel mit dem viel sagenden Titel Combating Unoriginal Content to Protect and Elevate Creators.

Darin heißt es, man greife nun stärker durch, um unauthentischen (“unoriginal”) Inhalte zu reduzieren. Konkrete Maßnahmen bei solchen Inhalten:

  • die Reichweite wird eingeschränkt
  • die Inhalte werden mit Links zum “Original” versehen
  • im Wiederholungsfall wird die Monetarisierung für den kompletten Account abgeschaltet (so er dafür zugelassen ist – bei Facebook und Instagram noch einmal erheblich seltener als bei YouTube)

Keine Anti-KI-Richtlinien, aber…

Was bedeutet das in der Praxis? Nur bedingt das, was deutsche Medien titeln (t-online: YouTube macht Schluss mit KI-generierten Massenvideos).

Fakt ist: Immer bessere Text-to-Video-Tools wie Invideo und KI-Sprachgeneratoren wie Elevenlabs, wo mit einem Klick Voice-Overs für Dutzende Sprachen generiert werden können, führten in den letzten Monaten zu einer beispiellosen Content-Flut bei YouTube.

Das Problem: Die Bandbreite bei der Qualität von mit mehr oder weniger KI-Hilfe generierten Videos ist riesig. Darum vermeiden YouTube und Meta auch sehr bewusst das Wort “KI” in ihren Richtlinien.

Zumal beide Plattformen ebenfalls an vielen Stellen im Backend und Frontend KI einsetzen. So bietet YouTube selbst KI Voice Overs an (siehe auch: Geld verdienen mit KI).

Bei unbearbeitet mit ChatGPT plus Invideo erstellten Erklärvideos ist der Fall klar und war es eigentlich auch vorher schon. Zumal die Algorithmen der großen Plattformen gut genug sind, um solche Inhalte ohnehin nahe 0 Views zu belassen.

Große Grauzone

Aber die Grauzone ist groß. Etwa bei Reactions- oder Meme-Videos liegt es komplett im Ermessen der Content Rating Teams, ob der hinzugefügte Content eine “wesentliche Änderung” darstellt. Oder bei Videos mit Diashow und Lauftext, ob sie “geringen oder keinen” Bildungswert und Handlung haben, oder dieser für eine Monetarisierung ausreicht.

So ließe sich richtlinienkonform etlichen hochwertigen redaktionellen Faceless YouTube Channels vom Finanzbär bis Kurz Gesagt, die mit Animationen plus Voice Over arbeiten, der Geldhahn zudrehen (siehe auch: 5 erfolgreiche deutsche Faceless Youtube Channels).

Das ist natürlich nicht die Intention der Plattformen, illustriert aber den schmalen Grad bei der Content-Bewertung. “False positives” werden nicht zu vermeiden sein. Wie auch bei der Spam-Bewertung, wo mal eben der offizielle Instagram-Kanal eines Mediums wie Finanzfluss gesperrt werden kann.

Was die Richtlinien für dich bedeuten

Was bedeutet das für dich als (angehender) Content Creator? Nichts, wenn du schon bislang den Best Practises gefolgt bist, um deinen Kanal und deine Reichweite zu wachsen:

  • wenn du Inhalte anderer verwendest (in Reactions, innerhalb von Berichten/Reportagen, …), schaffe einen echten Mehrwert durch Kontext, Informationen, Kommentar
  • erstelle Inhalte, die beim Publikum funktionieren und seine Erwartungen (anhand von Thumbnail, Titel, Beschreibung) mindestens erfüllen. Nichts ist ein besserer Schutz vor Demonetarisierung – und ein besserer Wachstooms-Boost – als positive Metriken bei View Time und Interaktion

Heißt: Du kannst weiterhin faceless bleiben, sowohl optisch als auch akustisch. Und du kannst weiterhin KI an jeder Stelle der Content-Produktion verwenden. Entscheidend ist die persönliche Note – und die Qualität – im fertigen Video.


Wenn du mit einem Faceless Youtube Channel – mit oder ohne KI – durchstarten möchtest, wollen wir dir unseren Premium-Kurs dafür ans Herz legen. Hier lernst du Schritt für Schritt alles, was du zum Betrieb eines erfolgreichen Youtube-Kanals brauchst.

Deine Faceless Youtube Videos generieren dir ein ständig wachsendes echtes passives Einkommen. Du kannst jeden Schritt automatisieren und outsourcen – oder auch nicht, ganz wie du willst.

Du musst nichts verkaufen oder gar deine Freunde zu Kunden machen. Stattdessen erstellst du tolle Inhalte, auf die du stolz bist und die deine Zuschauer lieben.

Johannes Haupt

Schreibe einen Kommentar